Der Pfad im Schnee von Lian Hearn

Buchvorstellung

Der Pfad im Schnee von Lian Hearn

Originalausgabe erschienen 2004unter dem Titel „Grass for His Pillow“,deutsche Ausgabe erstmals 2004, 397 Seiten.ISBN 3-548-26323-2.Übersetzung ins Deutsche von Irmela Brender.

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In Kürze:

Takeo, der Erbe des mächtigen Otori-Clans, hat sich dem geheimnisvollen „Stamm“ angeschlossen. Er muß dem Glauben seiner Kindheit, seinem Recht auf Reichtum, Land und Macht abschwören – und seiner Liebe zu Kaede entsagen! Wenn nicht, wird der Stamm ihn töten …

Ihre Meinung zu »Lian Hearn: Der Pfad im Schnee«

Stefan83 zu »Lian Hearn: Der Pfad im Schnee«06.11.2008
Lian Hearns zweiter Band ihrer mittlerweile vierbändigen Reihe Der Clan der Otori knüpft sowohl in Form als auch im Inhalt direkt an seinen Vorgänger an. Was die Qualität angeht: Mit Der Pfad im Schnee hat sie sich meiner Auffassung nach sehr gesteigert.

Wirkte die stark an das feudale Japan angelegte Welt in Das Schwert in der Stille noch arg steril und die Figuren irgendwie steif und blass, so gelingt es ihr hier den Leser von Seite eins an in den Bann zu ziehen. Dies ist insofern erstaunlich, da der zweite Teil im Erzählstil sehr ruhig daherkommt. Große Schlachten, Schwertkämpfe oder Attentate bleiben eher die Ausnahme. Dafür nimmt sich Hearn jetzt Zeit näher auf die einzelnen Figuren eingehen, die einem mitsamt ihren Fehlern, Wünschen und Zielen nun endlich ans Herz wachsen. Und auch die Story liest sich trotz bereits genannter fehlender Actionelemente wie aus einem Guss.

Der Inhalt ist schnell erzählt: Nach Lord Shigerus Tod wird Takeo gezwungen seinem rechtmäßigen Erbe abzuschwören und sich dem geheimnisvollen Stamm anzuschließen. In Matsue wird er in einem speziellen Training zum Assassinen ausgebildet und in die tiefsten Geheimnisse der Gilde eingeweiht. Doch die von ihm ausgeführten Morde an wehrlosen Bauern und deren Familien lasten schwer auf seinem Gewissen. Als er nach Hagi geschickt wird, um dort Lord Shigerus Schriftstücke über den Stamm zu stehlen, gerät seine Überzeugung ins Wanken. Soll er sein Leben weiterhin der kalten, gnadenlosen Gilde widmen oder den Schwur gegenüber seinem toten Stiefvater erfüllen? Sollte er aus der Gilde austreten, droht ihm und seiner Liebe Kaede ein Leben in ständiger Angst vor dem Tod.

Kaede selbst ist nach der großen Schlacht in ihre Heimat Shirakawa gereist, die sie in desolatem Zustand vorfindet. Gegen alle Vorurteile über das Unvermögen einer Frau, versucht sie sich ihr Erbe zu erkämpfen und lernt langsam das Spiel um Macht zu spielen. Ihr größtes Geheimnis, Takeos Kind, trägt sie direkt unter ihrem Herzen.

Auch im zweiten Band gehen die beiden Hauptfiguren Takeo und Kaede getrennte Wege, was eine Vielzahl an Schauplatzwechseln zur Folge und damit stetige Spannung zur Folge hat. Während sich Takeo im klirrenden Winter durch die japanische Bergwelt kämpft, verfolgt man auf der nächsten Seite Kaedes Aufbauversuche ihrer Heimat. Hearn geling dieser Ausgleich wunderbar und die Story lässt bis zum Ende genug Fragen offen, um auch den dritten Band lesen zu wollen.

Insgesamt ist Der Pfad im Schnee um einiges besser als sein Vorgänger, da Hearn nicht nur ausgewogener und abgeklärter schreibt, sondern trotz ruhiger, melancholischer Schreibweise, der Leser vom Plot stets weiter in den Bann gezogen wird. Ein faszinierendes Buch mit epischen Zügen, das als Lektüre für Jüngere allerdings aufgrund vieler drastischer Szenen nicht mehr geeignet ist.
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