Im Bann der Wächter von Licia Troisi

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2008unter dem Titel „Il destino di Abhara“,deutsche Ausgabe erstmals 2010, 512 Seiten.ISBN 3-453-53366-6.Übersetzung ins Deutsche von Bruno Genzler.

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In Kürze:

Unheil droht der Aufgetauchten Welt. Eine mysteriöse Krankheit scheint alle Bewohner auszurotten. Einzig Adhara, die Nymphenblut in ihren Adern trägt, verheißt Rettung. Gemeinsam mit ihrem Gefährten, dem Drachenritter Amhal, macht sie sich auf die gefahrvolle Reise ins Feindesland. Doch auf ihrem Weg lauert der Tod.

Endlich herrscht Frieden in der Aufgetauchten Welt. Doch beunruhigende Ereignisse deuten auf einen Wandel hin: Eine unerklärliche Krankheit breitet sich aus und bringt den Tod. Die Kranken sind von schwarzen Flecken gezeichnet, sie bluten aus Augen, Ohren und Mund. Nur Nymphen und Wesen mit Nymphenblut scheinen immun zu sein. In diesem Klima des steigenden Misstrauens und der Angst findet sich eines Tages ein junges Mädchen auf einer Wiese wieder. Sie hat ihr Gedächtnis verloren, weiß nicht, wer sie ist, wo sie ist, woher sie kommt. In eine schlichte Tunika gekleidet, trägt sie nur einen Dolch bei sich. Als zwei infizierte Männer das Mädchen angreifen, wird sie von dem Drachenritter Amhal gerettet. Er nimmt sich ihrer an und tauft sie auf den Namen Adhara. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg nach Laodamea, wo Amhal seine Begleiterin einem Magier vorstellt. Dieser erkennt sofort die besondere Kraft des Mädchens. Doch er ahnt nicht, dass Adhara das Schicksal der Aufgetauchten Welt in sich trägt.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Pizza, Pasta, Troisi – die Geschichte eines Erfolges“65

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Die Geschichte des Aufgetauchten Landes geht in eine neue Runde. Fünfzig Jahre ist es nun her, dass Dubhe und Learco zusammen mit Ido das Böse einmal mehr in seine Schranken verwiesen haben. Die Assassinen-Gilde wurde aufgelöst, es herrscht endlich wieder Frieden in der Aufgetauchten Welt. Dubhe und Learco herrschen gemeinsam über ein geeintes Reich, wenn ihre Freude auch nicht ungetrübt ist. Ihr Sohn verkrüppelt und kann sich nur mehr im Rollstuhl bewegen, San, der Halbelf ist seit dem Tod Idos spurlos verschwunden.

Der ewige Kreislauf der Aufgetauchten Welt, in der in regelmäßigen Abständen Streiter des Guten im Kampf um die Neuordnung der Welt gegen die Tyrannen antreten aber macht sich auf, allen Hoffnungen zum Trotz in eine neue Runde zu gehen.

Alles beginnt damit, dass Amhal, ein angehender Drachenritter, eine junge, offensichtlich hilflose Frau findet. Die junge Dame hat nur ein weißes Kleid an, einen mit elfischen Runen verzierten Dolch bei sich und ihr Gedächtnis verloren. Sie, die der junge Mann auf den Namen Adhara tauft, kann lesen, ist offensichtlich intelligent, wurde aber mit schwarzmagischen Siegeln verzaubert. Siegel, die selbst die mächtigsten Magier des Königs nicht zu lösen vermögen.

Die beiden so Ungleichen fühlen sich zueinander hingezogen. Doch Amhal scheint von einem Fluch gezeichnet. Unbändige Gier danach, anderen Leid zuzufügen, überkommt ihn in der Hitze des Kampfes. Während sein väterlicher Vorgesetzter versucht, ausgleichend auf ihn einzuwirken und auch Adhara alles in ihrer Macht stehende dazu beiträgt, damit der junge Ritter nicht dem in ihm wohnenden Bösen anheimfällt, gibt es auch Kräfte, die das Böse in ihm wecken wollen.

Als eine neue Hiobsbotschaft die Reiche erschüttert, meldet sich ein alter, längst verloren geglaubter Mann zurück – San, der Halbelf bietet seine Hilfe im Kampf gegen eine tückische, die Bevölkerung rapide dahinraffende Seuche an – eine Seuche, die von Elfen bewusst auf die Aufgetauchte Welt losgelassen wird – die Seuche und der verloren Geglaubte – eine zeitliche Auffälligkeit, die zunächst nur Dubhe und ihren verkrüppelten Sohn stutzig macht …

Die Mädchen-Fantasy wird langsam erwachsen

Licia Troisi hat mit ihren ersten Trilogien um das Aufgetauchte Reich bei uns für Furore gesorgt. Mit einer Handlung, die sich doch bislang sehr an den üblichen tolkienesquen Questen anlehnte und ihren mädchenhaften Protagonistinnen, die sie in den Mittelpunkt stellte, konnte sie im Buchhandel und bei den Leserinnen punkten.

Vorliegender Auftakt hat mich, ich gebe es zu, überrascht! Ich hatte befürchtet, dass wir es nun mit einer Neuauflage des altbekannten, erfolgreichen Schemas zu tun bekämen, doch sah ich mich dann in der Handlung überrascht um. Zwar wieder eine junge Frau in der Hauptrolle, doch statt dass diese sich als versierte Kämpferin für das Gute entpuppte, statt dass wir auf Drachenrücken in Schlachten ziehen, uns mit Attentätern Gefechte liefern, baut die Autorin sehr behutsam und einfühlsam ihre Gestalten auf.

Das lässt ein wenig den ganz großen Actioneffekt vermissen, fasziniert dafür aber durch nachvollziehbare Charaktere. Reminiszenzen an die ersten Trilogien lassen Troisi-Fans mühelos in die Handlung eintauchen, doch auch für Neueinsteiger in die Aufgetauchte Welt gibt es kaum Probleme, sich zurechtzufinden.

Der Plot ist dieses Mal deutlich komplizierter, damit aber auch interessanter aufgebaut als in den ersten Reihen. Man merkt der Autorin an, dass sie gewachsen ist, dass sie mehr plant und überlegt und sich nicht einfach wild ins Abenteuer stürzt. Viele Ansätze werden erwähnt, Hinweise gegeben, die in den folgenden Bänden ausgebaut werden können. Das liest sich, gerade weil es ein wenig anspruchsvoller als das bislang Gebotene ist, interessanter als die anderen Trilogien. Insoweit werden bisherige Fans sich freuen, einmal mehr in die Aufgetauchte Welt zurückkehren zu können, neue Leser werden eine auch in Details überzeugender ausgearbeitete Weltenschöpfung betreten und interessiert das spannende Geschehen verfolgen.

Ihre Meinung zu »Licia Troisi: Im Bann der Wächter«

Ralf Weber zu »Licia Troisi: Im Bann der Wächter«18.10.2011
Wer "Die Drachenkämperin" und "Die Schattenkämperin" komplett gelesen hat, für den ist "Die Feuerkämperin" einfach Pflicht...
Bin gerade mit dem ersten Teil "Im Bann der Wächer" als Taschenbuch fertig und hab immer noch eine Gänsehaut, einfach spannend und genial..., böser San. Wieder wird die "aufgetauchte Welt" damit auch alte und neue Helden, schweren Prüfungen unterzogen. Habs am Anfang schon geahnt, wollt es aber nicht recht glauben und dann doch die bittere Wahrheit am Ende...
Jedenfalls freue ich mich schon riesig auf die zweite Taschenbuch-Ausgabe und erst recht auf die dritte, dann hab ich auch diese dritte hervorragende Trillogie zusammen. Ein großes Lob an Licia Troisi.
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