Siegel der Finsternis von Marcus Reichard

Buchvorstellungund Rezension

Siegel der Finsternis von Marcus Reichard

Originalausgabe erschienen 2009, 528 Seiten.ISBN 3-455-40087-6.

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In Kürze:

Tenan kann seiner Ausbildung zum Wasserzauberer wenig abgewinnen. Er sehnt sich nach großen Abenteuern und nach Gefahren, die seinen ganzen Wagemut erfordern. Als er eines Tages in einem Schiffswrack am Strand einen geheimnisvollen Stein findet, ahnt er noch nicht, wie nah er seinem Traum ist: An diesem magischen Kristall entscheidet sich das Schicksal des Inselreichs Algarad. Der Todesfürst schickt ein Heer von grausamen Kriegern aus, um ihn in seinen Besitz zu bringen. Auch ein mächtiges Schattenwesen will den Stein um jeden Preis. Bald schon zieht sich eine Spur des Todes und der Verwüstung über Tenans Heimatinsel. Der Adept der Kleinen Magie muss den Kristall in die Hauptstadt des Inselreichs bringen. Nur unter dem Schutz des Hochkönigs wäre die Bedrohung für das Menschengeschlecht gebannt. Tenans Reise zur Hauptinsel von Algarad wird zu einer gefahrvollen und schreckensreichen Odyssee.

Das meint Phantastik-Couch.de: „High-Fantasy vom Therapeuten“60

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Ein neuer Verlag positioniert sich auf dem Gebiet der High-Fantasy. Nicht etwa, wie man meinen könnte, ein Big-Name aus dem anglo-amerikanischen Sprachraum, sondern ein unbekannter Autor deutscher Zunge darf bei Hoffmann und Campe die Fahne zu neuen Ufern tragen.

„Das Siegel der Finsternis“ heißt der Debutroman zu einer großen neuen Fantasy-Serie – so zumindest der Verlag. Auf wie viele Bände die Reihe ausgelegt ist, erfährt der Leser noch nicht. Die äußere Gestaltung entspricht dem, was der Buchhandel als leicht verkäuflich ausgelobt hat. Prägedruck des Titels, dazu ein groß abgebildetes Schwert vor einer diffus bleibenden Landschaft, das lässt für den Inhalt alle Möglichkeiten offen.

Über den Autor erfahren wir wenig, ein in München geborener und heute in der Schweiz lebender Psychotherapeut, das sind die kargen Informationsschnipsel, die der Verlag uns offenbart.

Das Siegel ist verschollen

Vor Jahrhunderten haben die Magier mit Hilfe der Zauberkristalle von On die Diener des Bösen in die grauen Sphären verbannt. Mittlerweile haben sich die Gefolgsleute des dunklen Gottes Achest neu gesammelt und wollen die verschlossenen Tore zur Welt der Menschen sprengen. Ein Magier vom wehrhaften Orden von Dan soll den „Maledon“, des mächtigste der Siegel, in Sicherheit bringen. Durch einen mittels dunkler Magie heraufbeschworenen Sturm und damit einhergehende Havarie ist das magische Kleinod zunächst verschollen.

Auftritt für den Zauberlehrling Tenan. Auf seinem Weg zum Markt findet er am unwegsamen Strand Überbleibsel des havarierten Schiffes. Kaum hat er sich des rot funkelnden Steines bemächtigt, wird er auch schon von einem Gredow, einem Schergen des Bösen verfolgt. Obwohl er ein rechter Tunichtgut ist, der statt Zaubersprüche zu lernen lieber von einer Karriere als Abenteurer träumt, gelingt es ihm mit Hilfe des Steins, den Angreifer zu vernichten.

Sein Lehrmeister sendet ihn, zunächst nur begleitet von dem vorlauten Waldgeist Urisk, aus, das Siegel zum Hochkönig des Inselreiches zu bringen. Verfolgt von den Abgesandten des Bösen, einem Sklavenhändler und nicht zuletzt erzürnten Piraten beginnt eine Irrfahrt, die Tenan und seine Helfer von einer Gefahr in die nächste purzeln lassen …

Gewohntes Lesefutter, handwerklich solide, aber leider, noch zumindest, nicht mehr

Dem kurzen Handlungsanriss kann der erfahrene Fantasy-Freund entnehmen, dass inhaltlich gewohnte Kost geboten wird. Einmal mehr gilt es für den jungen Recken, aus dessen Sicht die Abenteuer geschildert werden, das Böse zu bekämpfen. Das ist nicht eben neu, liest sich aber nett und flüssig.

Reichard hat es insbesondere verstanden, seinen Figuren Leben einzuhauchen. Was sich zu Beginn noch ein wenig arg schablonenhaft anlässt, das nimmt im Verlauf der Handlung deutlich komplexere Züge an. Dabei gelingt es ihm Passagen, in denen es turbulent zugeht mit eher ruhigen Szenen sich abwechseln zu lassen, in denen er über das Geschehen reflektiert, aber auch neue Spuren ausgelegt werden.

Erfreulicherweise sind Gewaltszenen eher Mangelware, es kommt zwar immer wieder zu Kämpfen, diese sind aber niemals reiner Selbstzweck, sondern immer in sich folgerichtig und für den Fortgang der Handlung bedeutsam.

Der Roman beginnt, wie bereits angesprochen, recht verhalten. Zwar wird der Leser gleich mit dem Untergang eines Schiffes konfrontiert, begegnet er Schatten und Streitern im Auftrag des Todesfürsten, doch dann passiert zunächst einmal überraschend wenig. Erst ab der Mitte des Buches kommt dann wieder Dramatik und Tempo auf. Ab da warten dann spannende Verfolgungsjagden, phantastische unterseeische Reiche und absonderliche Lebewesen auf den Leser. Viel wird lediglich angedeutet, die Grundlagen für die weiteren Fortsetzungen gelegt. Zu erwähnen bleibt, dass sich das Buch flüssig und stilistisch unauffällig liest, leider aber in sich nicht abgeschlossen ist, sondern mit einem Cliffhanger abbricht.

Alles in Allem routiniert erzählte High-Fantasy-Kost, die bislang aber leider eigenständige Ideen nur andeutet und noch zu sehr dem Erprobten verpflichtet ist.

Ihre Meinung zu »Marcus Reichard: Siegel der Finsternis«

Amenea zu »Marcus Reichard: Siegel der Finsternis«05.10.2012
Der Autor war mir völlig neu, ich fand aber den Titel und das Cover sehr ansprechend, weshalb ich es schließlich auch zu lesen begann. Der Junge Tenan ist tollpatschig und zunächst nicht mit dem typischen Helden zu identifizieren, was aber dennoch der Reiz ist, weiterzulesen. Die Personen, denen er auf der Reise begegnet, sind sehr bildlich dargestellt, selbst die unbedeuteten. Gleich nach dem Fund des Steines beginnt ein Kampf, der für Tenan glimpflich ausgeht, dessen wahre Ursache man zunächst nicht erkennen kann. Die Kapitel wechseln immer ab, mal sind sie aus der Sicht Tenans, mal aus der Sicht der Bösen oder Tenans Lehrmeisters. Abwechslung ist also garantiert.
Obwohl die Kapitel immer relativ kurz sind, ist der Inhalt sehr gut dargestellt, man kann sich alles gut vorstellen, das Ende ist offen, so wie man sich den Auftakt einer Triologie wünscht. Auch, als der Lehrmeister am Ende abstürzt und verschwindet, denkt man, er sei tot. Ich hätte mir etwas mehr Gefühle und Gedanken gewünscht, das Fehlen wird jedoch mit der Beschreibung der Personen und Umgebung wieder ausgeglichen. Gelungener Auftakt der Triologie.
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Narmora zu »Marcus Reichard: Siegel der Finsternis«26.07.2010
Ich hab das Buch in den Ferien gelesen. Wie so manche Geschichte hat es diese auch schwer nicht mit Herr der Ringe verglichen zu werden. Es ist gut geschrieben und für meinen Geschmack auch nicht zu langartmig. Klar einige begebenheiten erinnern stark an Herr der Ringe aber man kann auch wiglich fast in jedem neuen Buch irgend ein Wort oder eine Szene rauspiecken die an Tolking erinnert. Ich freune mich auf die Fortsetzung und hoffe das sie bald erscheint
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