Die Entführten von Margaret Peterson Haddix

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2008unter dem Titel „Found“,deutsche Ausgabe erstmals 2009, 336 Seiten.ISBN 3423713801.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Jonas Skidmore, 13, ist adoptiert; das war nie ein Geheimnis. Als er eines Tages einen anonymen Brief erhält, glaubt er zunächst an einen schlechten Scherz: »Du bist einer der Verschollenen« heißt es darin. Doch dann bekommt auch sein Freund Chip dieselben kryptischen Warnungen. Gemeinsam mit Katherine, Jonas’ Schwester, machen die Freunde eine unheimliche Entdeckung: Ihre Herkunft hat mit der mysteriösen Flugzeuglandung von vor 13 Jahren zu tun. Sie stammen gar nicht aus der Zeit, in der sie leben …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Ein bizarres Rätsel um 36 Babys“59

Science-Fiction-Rezension von Eva Bergschneider

Die amerikanische Jugendbuchautorin Margaret Peterson Haddix ist in Deutschland mit ihrer siebenteiligen Serie „Schattenkinder“ bekannt geworden. In dieser schuf die Autorin bereits eine utopische Welt. Eine, in der in jeder Familie nur zwei Kinder erlaubt sind und die „Dritten“ ein Dasein im Verborgenen fristen. Auch in „Die Entführten – Im Sog der Zeiten“ (Orig.: „Missing – Found“) sind es Heranwachsende, die in ein Abenteuer geraten. Ihnen gemeinsam ist, das sie adoptiert wurden und ihre Herkunft ein streng gehütetes Geheimnis darstellt.

Wer bin ich?

Angela DuPre traut ihren Augen nicht, als sie ein Flugzeug aus dem Nichts auftauchen sieht. Offensichtlich ist es auch nicht vom Radar erfasst und vom Flughafenpersonal auf Landeplatz und Gate geleitet worden. Es steht einfach da. Allerdings kann man keinen Piloten und keine Crew ausfindig machen, als die Bodencrew das Flugzeug betritt, lediglich 36 Babys befinden sich auf den Flugsitzen.

Dreizehn Jahre später erhalten die Jungen Jonas und Chip den gleichen merkwürdigen Brief,: „Du bist einer der Verschollenen“ steht darin geschrieben. Im Gegensatz zu Jonas wusste Chip bisher nichts davon, dass er, wie sein Freund, von seinen Eltern adoptiert wurde. Daher erscheint es unwahrscheinlich, dass ein Klassenkamerad den beiden adoptierten Kindern einen Streich spielen wollte, zumal Chip erst kürzlich in die Gegend gezogen ist. Nun spioniert er in den Unterlagen seiner Eltern und entdeckt, dass der FBI-Agent James Reardon mit seiner Adoption zu tun hatte. Der wird auch Jonas Eltern als Kontaktperson genannt. Sie arrangieren mit Jonas und seiner Schwester Katherine eine Unterredung mit Reardon, doch der Bundespolizist ist nicht gerade auskunftsfreudig. Doch wie von Geisterhand abgelegt, erscheint eine Mappe auf dem Schreibtisch des Agenten, auf die Jonas einen Blick werfen kann. Dort sind Namen aufgelistet, unter dem Stichwort „Zeugen“ der von Angela DuPre und unter „Überlebende“ unter anderen die von Jonas und Chip.

Authentische Charaktere und geschickt dosierte Spannung

Nach dem surreal erscheinenden Auftakt, wechselt die Geschichte in ein normales Alltagsleben in einer amerikanischen Stadt in Ohio. Die Hauptfiguren Jonas, Chip und Jonas Schwester Katherine werden vorgestellt, sie unterhalten sich über Teenager-Themen, wie Sport, Schule und Schwärmereien.

Am Ende des ersten Kapitels kommt der erste Wendepunkt, der mysteriöse Brief erscheint. Margaret Peteson Haddix lässt von nun an den Spannungsbogen behutsam, aber stetig ansteigen. Geschickt setzt sie Cliffhänger an viele Kapitelenden, die auf die kommenden Mysterien vorbereiten und neugierig machen.

Erzählt wird der Auftaktroman der Serie „Die Entführten“ aus der Sicht Jonas, der gemeinsam mit Schwester und Freund versucht, Licht in das Dunkel um seine und Chips Vergangenheit zu bringen. Die klassische Frage nach der Herkunft adoptierter Kinder, wird in ein originelles Science-Fiction-Format verpackt. Die Autorin bleibt stets nah bei ihren Figuren und beschreibt.ihre Gedanken und Gefühle altersgemäß und detailliert. In den späteren Kapiteln, in denen mehr und mehr futuristische Elemente und Aktionen das Geschehen bestimmen, wachsen Jonas, Chip und Katherine zwar über sich hinaus, bleiben aber als normale Teenager glaubwürdig.

Ein wenig mehr „Science“ hätte der „Fiction“ gut getan

Was in „Die Entführten – Im Sog der Zeiten“ weitestgehend fehlt, ist die Konstruktion der futuristischen Welt. Margaret Peterson Haddix reißt die Aspekte, die dem Science-Fiction-Setting zuzuordnen sind, nur an. Der „Welleneffekt“ wird als das Phänomen beschrieben, was man auch als „Zeitparadox“ bezeichnet: Ein Zeitreisender, der die Vergangenheit aufsucht, verändert diese derartig, dass das weitere Zeitgeschehen nachhaltig beeinflusst wird. Das ist aber auch schon alles, was die Autorin an Erklärungen bereit hält. Wie in der Geschichte das Zeitreisen funktioniert und ein Zeitportal entsteht, erfährt man leider nicht. Einige kleine Hinweise zur Technologie der Zeitreisen, hätten die Geschichte runder gemacht. Zudem bleibt zum Teil um der Dramaturgie willen, die Logik auf der Strecke.

Insgesamt dürfte „Die Entführten – Im Sog der Zeiten“ aufgrund der pfiffigen Idee und seiner reellen Charaktere als Jugendbuch-Reihe genau so erfolgreich werden, wie die „Schattenkinder“. Diesen Serienauftakt als „All-Age“-SF-Roman zu betrachten, fällt schwer, denn die Sprache ist klar auf die jugendliche Zielgruppe zugeschnitten und es fehlen zu viele Details, die einen erfahreneren Leser bei der Stange halten.

Einen kleinen Einblick in die Story bietet Ihnen auch der Buchtrailer zum Serienauftakt „Im Sog der Zeiten“ vom dtv-Verlag.

Ihre Meinung zu »Margaret Peterson Haddix: Die Entführten«

Lara zu »Margaret Peterson Haddix: Die Entführten«31.05.2017
Ich muss sagen mich hat das Buch echt fasziniert. Ich muss es für die Schule lesen. Für die mündliche Deutsch-Prüfung. Der Klappentext hat mich sofort angesprochen. Ich bin zwar nicht adoptiert wollte aber immer mal wissen wie es ist. Aber ich finde das man das ganze nicht nur durch das eine Buch verstehen kann, man muss die anderen Bücher dazu lesen, da es mit einem Cliffhanger endet.
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