Der verbotene Turm von Marion Zimmer Bradley

Buchvorstellungund Rezension

Der verbotene Turm von Marion Zimmer Bradley

Originalausgabe erschienen 1977unter dem Titel „The Forbidden Tower“,deutsche Ausgabe erstmals 1981, 398 Seiten.ISBN 3-426-60962-2.Übersetzung ins Deutsche von Rosemarie Hundertmarck.

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In Kürze:

Der Verbotene Turm erzählt die Geschichte, die im Roman Das Zauberschwert begonnen hat. Callista Lanart-Alton, ehemals Bewahrerin im Turm zu Arilin, hat ihrer Berufung abgeschworen. Nach ihrer Rettung von den Katzenmenschen möchte sie nur noch eines: mit Andrew ihrem terranischen Retter zusammen zu sein. Auch ihre Zwillingsschwester Ellemir und Damon Ridenow finden zusammen. Beide Paare heiraten und führen zunächst ein glückliches Leben auf dem Landgut der Altons, Armida. Doch bald zeigt sich, dass Callista ihre Konditionierung als Bewahrerin nicht einfach abwerfen kann. Jede Berührung eines anderen Menschens erzeugt einen tödlichen Reflex. Damon, der im Turm ausgebildet wurde, versucht für Callista ein Heilmittel zu finden. Etwas das ihr ermöglicht ihre Konditionierung als Bewahrerin zu verlieren. Die Antwort auf diese Frage liegt in der Vergangenheit.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Bruch aller Traditionen“100

Fantasy-Rezension von Amandara M. Schulzke

„Der verbotene Turm“ liegt als 14. Buch des 32-bändigen Darkover-Zyklus der Großmeisterin der Fantasy sowohl zeitlich als auch thematisch in der Mitte. Erdenbürger verirrten sich mit einem Kolonistenschiff vor zweitausend Jahren auf dem kalten Planeten mit der blutigen Sonne. Die einheimischen Chieri, weise und PSI-begabte Wesen, zeugten mit einigen Frauen die Comyn, die mit PSI-Kräften, im Buch Laran genannt, zur herrschenden Kaste wurden. Um die Kräfte gezielt meistern und nutzen zu können, schufen sie die Türme, in denen anfangs Männer als Bewahrer, später asexuell konditionierte Frauen Ausbildung, Kommunikation und Produktion leiteten. Vor kurzem erst entdeckte Terra den Planeten wieder und baute aus logistischen Gründen dort einen Raumhafen und Hauptquartier.

Der Terraner Andrew Carr stürzte auf einem Erkundungsflug ab, fand telepathischen Kontakt zu der von Katzenwesen entführten Bewahrerin Callista und befreite sie. Marion Zimmer Bradley beschreibt in ihren Büchern diesen Kontakt als das tiefste Verstehen und Verständnis, das Menschen füreinander haben können, eine Verbindung, die sie mittels Laran eingehen, die eine „normale“ Liebe übertrifft und emotional tiefer geht, als alles, was wir uns vorstellen können. Diese Tiefe finden auch Andrew und Callista füreinander. Hier beginnt „Der verbotene Turm“. Callista gibt ihren Eid als Bewahrerin zurück und heiratet den Fremdweltler.

Tiefgehend, innig, problemgeladen, spannend

Schon diese Konstellation an sich schreit nach Konflikten. Für Damon, Ehemann von Callistas Zwillingsschwester und vom mächtigsten Turm Darkovers vertrieben, ist es das innerste Bedürfnis, zusammen mit den anderen Lösungen zu finden. Auf diesen gemeinsamen Wegen haben alle vier zu lernen. An diesen teilweise subtilen Lernprozessen lässt Marion Zimmer Bradley ihre Leser teil haben. Sie ist in diesem Genre unschlagbar. Marion Zimmer Bradley stellt auf einer mittelalterlich geprägten Welt, die durch die PSI-Kräfte über eine weiter entwickelte Technik verfügt als das moderne Terra, Traditionen in Frage, die auch unsere heutige menschliche Gesellschaft prägen. In wie weit muss ein Status quo fest geschrieben bleiben? Durch Fantasy verblendet stoßen wir beim Lesen auf Tatsachen, die uns zutiefst im Hier und Heute berühren. Fanatismus, Intoleranz, Missgunst und Neid, Verrat, reale und eingebildete Bedrohung, dagegen tiefe Freundschaft, Loyalität, Weltoffenheit und Mut. Mut, über den eigenen Schatten zu springen und noch nie Dagewesenes aus zu probieren. Für das einzustehen, was jeder für sich als Wahrheit erkannt hat. Zu den Besonderheiten des gesamten Darkover-Zyklus gehört, dass es keine Schwarzmalerei gibt. Jeder hat auf seine Art und Weise Recht. Alle Beteiligten haben Lösungen zu finden oder müssen ungeliebte Veränderungen akzeptieren. Marion Zimmer Bradley begleitet z.B. die alte Bewahrerin dabei, wie sie ihren Groll über die Öffnung des verbotenen Turms für Nichtadelige, die über PSI-Kräfte verfügen und mit ihnen Menschen heilen, überwindet. Oder wie der ausgestoßene Damon zu neuem Selbstvertrauen findet und seine Kräfte entdeckt.

Wie ist das mit der ausschließlichen zweisamen Liebe? Nur zu Viert können die Protagonisten dieses Bandes die Schwierigkeiten angehen, die Callistas Konditionierung mit sich bringt. Sie konfrontieren sich mit den Tabus ihrer jeweiligen Gesellschaft und Zivilisation. Marion Zimmer Bradley gelingt es, empfindsam, verständnisvoll, dabei spannend problemgeladene Situationen zu schildern und den Lesern die Facetten des Kasten- und sozialen Systems auf dem fernen und emotional doch so nahen Planeten nahe zu bringen. Ein tiefes und wichtiges Buch, auch heute 2009, 32 Jahre nach Erstveröffentlichung. Die Probleme, die sie anspricht, haben wir modernen Menschen immer noch nicht in die Reihe bekommen. Und wer sie in dem Sinne wie Marion Zimmer Bradley im „verbotenen Turm“ löst, wird im freundlichsten Fall als Spinner oder Außenseiter betitelt, im schlimmsten Fall öffentlich gesteinigt.

Ihre Meinung zu »Marion Zimmer Bradley: Der verbotene Turm«

Nachtrose zu »Marion Zimmer Bradley: Der verbotene Turm«02.02.2012
Ein sehr schönes Buch das ich sehr oft und immer wieder gerne gelesen hatte.

Allerdings hat mir Marion Zimmer Marion Zimmer Bradley jedweden Spaß an diesem Buch und seinem Vorgänger genommen in dem sie die Hauptcharaktere in einem anderem Buch hat so ganz nebensächlich sterben lassen. Ich glaube es war in "Gildenhaus Thendara" wo nebenbei erwähnt wurde das alle vier lieb gewonnen Hauptcharaktere aus der Verbotene Turm bei einem Mysteriösen Brand ums leben kamen.

Seit dem hasste ich Marion Zimmer Bradley und habe keines ihrer Bücher mehr gelesen.
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