Die Jäger des roten Mondes von Marion Zimmer Bradley & Paul Edwin Zimmer

Buchvorstellungund Rezension

Die Jäger des roten Mondes von Marion Zimmer Bradley & Paul Edwin Zimmer

Originalausgabe erschienen 1973unter dem Titel „Hunters of the Red Moon“,deutsche Ausgabe erstmals 1981, 283 Seiten.ISBN 3-548-23680-4.Übersetzung ins Deutsche von Annette von Charpentier.

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Das meint Phantastik-Couch.de: „Kampfgefährten der Extreme“77

Fantasy-Rezension von Amandara M. Schulzke

Abenteurer Dane Marsh liegt faul mitten im Pazifik auf seinem Segler, mit dem er einen Rekord im Einhandsegeln aufstellen will. Er traut seinen Augen kaum, als ein riesiges metallisches Gebilde auf dem Wasser landet. Bevor er handeln kann, schwinden ihm die Sinne. Er wird wach, als pelzige, löwenähnliche Wesen an seinem Kehlkopf hantieren. Die Forscherin Rianna erklärt ihm in einem Käfig, dass Sklavenjäger sie gefangen haben. Dane gibt der wunderschönen Dallith wieder Lebensmut und sie ihm Halt. Als Empathin kann sie nur mit Gleichen überleben. Die Sklavenhändler stellen eine Falle auf, um die Qualität ihrer Ware zu prüfen. Dane sieht eine Chance und zettelt einen Aufstand an, bei dem sie einen Wächter töten können. Sie erfahren, von allen anderen Mitgefangenen abgesondert, dass ihre Wächter Besonderes mit ihnen vorhaben. Sie verkaufen sie an die Jäger, die ständig Sklaven für die „Große Jagd“ brauchen. Mit dabei ist Aratak, der große graue Saurier, stark und voller Philosophie und Weisheiten in jeder Situation. Der zweite Wächter, der von ihnen überrumpelt worden war, Cliff, kann seine Ehre nur wieder herstellen, wenn er auf dem roten Mond gegen die Jäger kämpft. Wer dort überlebt, wird mit Reichtümern ehrenvoll in die Freiheit entlassen. Doch wer sind diese seltsamen starken und flinken Wesen?

Schnelle tiefsinnige Unterhaltung

Marion Zimmer Bradley schrieb diesen Science-Fiction-Roman 1973. Er ist damit ein Klassiker. Bestimmte Ideen technischer Entwicklungen muten uns heute etwas veraltet an. Dass Erdenmenschen von Außerirdischen entführt werden, ist in vielen späteren Büchern und Filmen aufgegriffen worden. Die Story liest sich rasant und tiefsinnig zugleich. Marion Zimmer Bradley hat sich auch hier wie in ihren berühmten Darkover-Romanen zur Aufgabe gemacht, die Interaktionen, Gedanken und Gefühle von Wesen unterschiedlicher Herkunft und Lebensformen zu beleuchten. Doch geht es hier nicht um den zu meisternden Alltag oder Diplomatie, sondern von Anfang an um ein gemeinsames Handeln in extremen Situationen. Das schweißt völlig unterschiedliche Spezies von Anfang an zusammen. Konflikte können sie sich nicht leisten, wenn sie gegen die Jäger bestehen wollen. Auch zu ihrem ehemaligen Wächter baut sich eine Freundschaft auf.

In einem Buch mit nur 236 Seiten schafft Zimmer Bradley eine inhaltliche Fülle und Dynamik wie andere Autoren auf tausend Seiten nicht. Die Charaktere der Kampfgefährten beschreibt sie lebendig, erschafft eine völlig fremde Umwelt, die dennoch vorstellbar ist und gibt dabei der Handlung Raum. Die Autorin verwendet auch in diesem Roman eine flüssige, abwechslungsreiche Sprache, die leicht zu lesen ist. An den entscheidenden Stellen geht dem Leser die Geschichte unter die Haut.

Bei allem Lob gibt es ein Manko, das leider auch nicht durch den zweiten Band „Die Flüchtlinge des roten Mondes“ behoben wird. Rianna verschwindet verletzt in der Ruinenstadt, während die Jäger sie verfolgen. Am nächsten Morgen erscheint sie ausgeruht und geheilt wieder. Sie erzählt von geheimnisvollen Wesen im Untergrund. Doch so einfach passt das nicht in das Buch, weil zu viele Fragen offen bleiben und die literarische Funktion dieses Ausflugs nicht klar wird. Rianna merkt mehrmals an, dass sie als Forscherin gern dorthin zurückkehren würde. Das geschieht aber nicht. Vielleicht hatte die Autorin noch einen dritten Band im Kopf, den sie leider nicht realisiert hat. Das Rätsel um die Jäger können die Helden am Schluss lösen, doch im Dunkeln bleibt, wieso sie überhaupt die Große Jagd zelebrieren.

Ein empfehlenswertes anspruchsvolles Buch für zwischendurch. Wer wissen möchte, wie es mit den Kampfgefährten und Freunden weiter geht, liest die „Flüchtlinge des roten Mondes“ – Survivors, der passendere englische Titel – gleich hinterher.

Ihre Meinung zu »Marion Zimmer Bradley & Paul Edwin Zimmer: Die Jäger des roten Mondes«

Hannes zu »Marion Zimmer Bradley & Paul Edwin Zimmer: Die Jäger des roten Mondes«30.11.2012
Zufällig habe ich "Die Flüchtlinge des Roten Mondes" im Bus liegen gesehen (eine Aktion eines Möbelhauses, welches sich auf Gebrauchtmöbel spezialisiert hat. Eine Art "rollende Bibliothek").

Ich nahm das Buch mit nach Hause und merkte schon auf den ersten Seiten, dass es sich hier ganz offensichtlich um einen Fortsetzungsteil handeln musste. Jedoch gelingt es auch ohne Kentnisse des ersten Bandes durch die Geschichte durchzusteigen.

Die Sci-Fi-Welt, die in diesem Roman aufgebaut wird, ist schon sehr gut durchdacht. Es gibt für den Leser viel zu entdecken und zu erfahren.

Leider dreht sich so ab 2/3 die Geschichte um die "Flüchtlinge" ein wenig im Kreis. Ständig wird auf Danes Eifersucht eingegangen und wie Joda plötzlich vom Feigling zum Granthtöter wird. Das nervt spätestens nach der dritten Wiederholung. Auch scheint Dane nicht gerade der intelligenteste Vertreter der menschlichen Rasse zu sein, zumindest kommt es einem beim Lesen oft so vor, als sei er mehr ein wandelnder Testosteronhaufen.

ABER: Trotz dieser Schwächen ist "Flüchtlinge..." ein gutes Buch, es macht Spaß, in diese Welt einzutauchen. Mal sehen, ob ich irgendwann mal den ersten Teil in die Finger bekommen kann.
Andreas zu »Marion Zimmer Bradley & Paul Edwin Zimmer: Die Jäger des roten Mondes«13.12.2009
"Die Jäger des roten Mondes" und "Die Flüchtlinge des roten Mondes".... Zwei Romane, die den Leser mit einer solch unglaublichen Macht an das Wort fesseln und jeden in ihren Bann ziehen. Mit Sicherheit Juwelen der Fantasy mit einem Spritzer Science Fiction gepaart. Schon beim Lesen erwachen die Figuren und die Schauplätze zum Leben und erfüllen die Gedanken des Lesers. Man wird regelrecht Teil des Geschehens und teilt das Leid der Figuren. Ich habe Marion Zimmer Bradley bei einer Autogrammstunde in den U.S.A. schon selbst einmal kennen gelernt und war durch ihre rednerische Ausdrucksweise sehr beeindruckt. Ein Meilenstein der Fantasy.
GerryViking zu »Marion Zimmer Bradley & Paul Edwin Zimmer: Die Jäger des roten Mondes«16.04.2009
Die beiden Bücher "Die Jäger des Roten Mondes" und Die Flüchtlinge des roten Mondes" gehören auch zu meinen absoluten Lieblingsbüchern die ich in den letzten Jahren immer wieder gelesen habe. Die Figuren und deren zwischenmenschliche Beziehungen sind detailliert und - was noch wichtige ist nachvollziehbar beschrieben. Man kann sich durchaus mit denen identifizieren und sich in sie hinein versetzen. Das Szenario ist gar nicht so abwegig und ich könnte mir sowas durchaus vorstellen.
Mindlesslord zu »Marion Zimmer Bradley & Paul Edwin Zimmer: Die Jäger des roten Mondes«05.02.2008
Ich lese nicht viel, aber dieses Buch hat mich gefesselt. Sie beschreibt eine mögliche Realität ohne zu übertreiben , so das es Alles sehr verständlich bleibt. Die Figuren werden mit liebe beschrieben und es fällt leicht sich in deren packende Situation hinein zu versetzen. Wer hautnah erleben möchte, wie es ist gejagt zu werden, der wird an diesem Buch seine Freude finden.
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