Markus Cremer: Archibald Leach und die Monstrositäten des Marquis de Mortemarte von Markus Cremer

Buchvorstellungund Rezension

Markus Cremer: Archibald Leach und die Monstrositäten des Marquis de Mortemarte von Markus Cremer

Originalausgabe erschienen 2017unter dem Titel „Archibald Leach und die Monstrositäten des Marquis de Mortemarte“,deutsche Ausgabe erstmals 2017, 584 Seiten.ISBN 3945045096.

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Das meint Phantastik-Couch.de: Steampunk lebt – und das auch in Deutschland!81

Horror-Rezension von Carsten Kuhr

Gestatten, dass ich mich vorstelle? Sarah Goldberg, Jüdin und Mechanikerin wohnhaft in London, der größten, tollsten Stadt auf dem Planeten und dabei den Kampf gegen die Konventionen und den schnöden Mammon zu verlieren.

Mein Vater, Jahwe habe ihn selig, hat mir nicht nur seine mechanische Werkstatt, sondern auch sein Talent für alles Mechanische vermacht, doch die zahlungskräftige Kundschaft der versnobten Adeligen bleibt aus. Dabei müssten sie doch an meiner selbst gefertigten Armprothese erkennen, dass ich zu den Besten, ach, was sage ich die Beste meine Zunft bin! Doch statt hofiert und mit Aufträgen überschüttet zu werden, friste ich ein Dasein, das geprägt ist von Niederlagen und einem Jugendfreund, der mich zur Weißglut bringt.

Archibald Leach, seines Zeichens Privatier mit einer mehr als geheimnisvollen Vergangenheit – man munkelt etwas von Agent für die Königin! – könnte für mich Türen öffnen, doch der ist ja nur in seine Forschungen rund um Aether vernarrt.

Doch dann werden wir beide in die dunklen Machenschaften eines Erzschurken verwickelt.

Der skrupellose Marquis de Mortemarte, ein Franzose noch dazu, hat Dank der Forschungen Archibalds, seiner eigenen Voodoo-Studien und Okkultismus eine Möglichkeit gefunden, jeden Menschen in ein Tier zu verwandeln. Die Seuche bedroht die ganze Welt, die Möglichkeit diese als Waffe einzusetzen beflügelt die Pläne in den Kasernen der Großmächte von Russland über Berlin bis nach Paris.

Als der Marquis dann Archibalds Onkel angreift, ist Schluss mit Lustig. Wir machen uns auf die Jagd nach dem verbrecherischen Erpresser – sind auf Piraten-Luftschiffen unterwegs, erkunden Gefängnisinseln, treffen in New Orleans auf die Voodoo-Göttin, verfolgen in Nordafrika den Feldzug eines Despoten, retten heilige Krokodile und stellen der Verbrecher dann inmitten eines Indischen Tempels für Ratten – wer genaueres wissen will, dem sei die Lektüre des Buchen ans Herz gelegt.

Dabei stoße ich immer wieder auf Hinweise, dass Archibald eine „Vergangenheit“ hat, und lege mir ein neues Hobby zu – Sklaven befreien und die Sklavenhändler umzunieten – ja, ich bin keine Lady, und die haben die Kugel wirklich verdient …

Herrlich abgedrehtes Abenteuergarn

Der art Script Verlag hat sich als mehr als gute Adresse für gehobene, deutschsprachige Steampunk Werke entpuppt. Mit viel Begeisterung, aber auch Fachwissen und handwerklichem Geschick erscheinen dort immer wieder tolle Steampunk Anthologien und Romane.

Auch Verfasser Markus Cremer hat in den Sammelbänden bereits erste Geschichten um Sarah Goldberg und Archibald Leach präsentiert, nun folgt der erste, von hoffentlich einer ganze Reihe von Romanen um den Dandy mit dem Faible für Aetherkraft.

Allerdings bestimmt eine ganz andere Figuren den Plot – sie ahnen es bestimmt bereits, die Dame mit den ölverschmierten Händen, dem burschikosen Wesen und dem Talent für alles Mechanische berichtet uns von dem Abenteuer.

Und sie, und durch und mit ihr der Verfasser, macht das wahrlich nicht schlecht. Voller Verve folgen wir unseren Beiden ins Abenteuer, das dann auch jede Menge bekannter Versatzstücke, aber eben auch eine Unzahl eigener Ideen rund um Aether und der ungewöhnlichen Kombination mit Voodoo und Okkultismus für uns bereit hält.

Das ist innovativ, präsentiert uns Schauplätze auf vier Kontinenten, besticht mit historischen Gestalten ebenso wie mit Figuren aus der Literatur und nimmt oftmals derart rapide Wendungen, dass einem der Atem bei der Lektüre stockt. Natürlich darf man den umfangreichen Roman nicht mit zu ernsten Augen lesen – er soll unterhalten und das tut er mustergültig, er wandelt auf den Spuren eines Jules Verne oder eines Karl May und präsentiert uns ein herrlich abgedrehtes Abenteuer voller fieser Schurken und mutiger Helden – Herz, was willst du mehr?

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