Zum Teufel mit Vampiren von MaryJanice Davidson

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2010unter dem Titel „Undead and Unfinished“,deutsche Ausgabe erstmals 2011, 352 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Kaum ist Betsy mit ihrem frisch angetrauten Ehemann Eric und ihrem Adoptivsohn in ihre neue Villa gezogen, gehen die beiden ihr auch schon gehörig auf die Nerven. Dass Betsys Schwester sie bittet, mit ihr gemeinsam einen Abstecher in die Hölle zu machen, kommt ihr deshalb gerade recht. Doch der Ausflug wird zu einer Reise in Betsys Vergangenheit – mit ungeahnten Folgen.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Die Königin der Vampire und die Tochter des Teufels unterwegs in Raum und Zeit“40

Horror-Rezension von Carsten Kuhr

Was hat unsere fanatische Schuhkäuferin in ihrem untoten Dasein nicht schon alles erlebt? Vampirkriege, Kämpfe mit Werwölfen, eine krebskranke Freundin, die Ermordung ihrer besten Freundin und den Tod ihres Vaters – doch das ist alles nicht verglichen mit dem, was ihr dieses Mal bevorsteht!

Zusammen mit ihrer Halbschwester, ihres Zeichens immerhin die leibliche Tochter der Teufelin – ja, ich sehe die hochgezogenen, natürlich perfekt gezupften Augenbrauen förmlich vor mir, Beelzebub, Baal, Luzifer ist weiblich ... – folgt sie der Einladung ihrer Mutter, die sich nach langer und selbstredend aufopfernder Tätigkeit in ihren Ruhestand verabschieden möchte.

Doch wer nur ist geeignet, ihre Stelle als oberster Boss über die Heerscharen der gefallenen Engel und die Sünder zu übernehmen? Dreimal dürfen Sie raten – halt, ganz falsch, nicht etwa Betsy, die mit ihrer Rolle als Gemahlin und Königin der Vampire schon überfordert ist, sondern ihre Halbschwester soll die Karriereleiter hinauffallen.

Zunächst aber muss sie ihre Kräfte beherrschen lernen. Und so machen sich die ungleichen Schwestern durch Raum und Zeit auf nach Salem und zur Wandelung von Betsys späteren Ehemann – und sie verändern dabei die Gegenwart und die Zukunft …

Sie sind nicht annähernd so verwirrt wie Betsy selbst, doch wenn die Teufelin mit Edel-Luxusschuhwerk lockt, dann nimmt unsere Betsy bekanntermaßen fast alles auf sich …

Eine Zäsur, aber es bleibt zu vieles offen

Mary Janice Davidsons Reihe um die ein wenig naive, lüsterne Betsy Taylor hat den Boom der Romance-Fantasy in Deutschland vor Jahren angestoßen.

Frei nach dem Motto – man nehme eine unerfüllte Frau Anfang Dreißig, bringe sie mit einem übernatürlichen, sixpack-gestählten und vermögenden Lover zusammen und lasse sie neben den Laken auch noch die Bösen aufmischen, schon ist der Bestseller fertig. Das Rezept ist ebenso einfach wie bestechend und erfolgreich. Dutzende von Autoren haben es kopiert, andere Verlage aufgegriffen und erfolgreich die Bestsellerlisten gestürmt.

Die Betsy Taylor Romane haben dabei immer einen besonderen Stellenwert eingenommen. Zum Einen spielte die Autorin geschickt und versiert mit der Erwartungshaltung ihrer Leser-innen, nahm sich selbst und ihre Zielgruppe, mit beiden Beinen (natürlich auf Stöckelabsatz) fest im Leben stehende junge emanzipierte Frauen, die zu ihren Wünschen und Gelüsten stehen, nicht ganz ernst und bot spritzige Unterhaltung.

Nun, im neunten Band der Abenteuer scheint der Dampf ein wenig raus zu sein. Ganz bewusst wagt die Autorin eine Zäsur, erhellt zum einen Geschehnisse in der Vergangenheit, verändert das bisherige Geschehen und gibt einen Ausblick auf die ferne Zukunft. Das wirkt zu Beginn noch ganz flüssig und hat durchaus seinen Reiz, flacht zum Ende des Romans aber deutlich ab.

Vieles, zu viel bleibt offen, wird nur angedacht ohne wirklich in sich logisch erklärt zu werden. Was hat die Veränderung in der Betsy der fernen Zukunft bewirkt? Wie kam es zu den angedeuteten Veränderungen bei ihren Freunden? Fragen, die unbeantwortet bleiben. Und genau dies, dass der Roman in sich nicht wirklich abgeschlossen ist, dass Entwicklungen lediglich angedeutet wurden, ohne sie glaubhaft zu entwickeln oder zu erklären, ist das große Manko des Buches. Als Abschluss des Zyklusses daher ungeeignet, als Zäsur zu unbestimmt, bleibt der Leser letztlich unbefriedigt zurück.

(Carsten Kuhr, Dezember 2011)

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