Der Fremdling von Max Frei

Buchvorstellungund Rezension

Der Fremdling von Max Frei

unter dem Titel „Labirinty Eho 1: Chuzhak“,deutsche Ausgabe erstmals 2007, 416 Seiten.ISBN 3-442-24413-7.Übersetzung ins Deutsche von Anna Serafin.

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In Kürze:

Max hat die ersten 29 Jahre seines Lebens als Tagträumer und schüchterner Nachtschwärmer verbracht, als sich seine Kneipenbekanntschaft Juffin Halli eines Tages als Chef der Geheimpolizei von Echo entpuppt. Und als ihm Sir Juffin sogar einen Job anbietet, erwachen in Max ganz neue Talente. Er lässt sein Leben als Loser hinter sich und ergreift die Chance, als Geheimpolizist auf Verbrecherjagd zu gehen, und zwar in Echo, der labyrinthischen Hauptstadt einer magischen Parallelwelt voller Überraschungen und Gefahren. Max taucht immer tiefer ein in das riskante Spiel, und findet Geschmack an dem Leben als supercooler Typ.

Das meint phantastik-couch.de: „Kunst-Fantasy“55

Fantasy-Rezension von Frank A. Dudley

Im Fahrwasser von Sergei Lukianenkos überaus erfolgreicher Nachtwache-Trilogie ebnet die Verlagsgruppe Randomhouse einem weiteren russischen Autor den Weg zu deutschsprachigen Leser. Oder besser, einem Autorenpaar, denn Max Frei ist das Pseudonym der beiden Künstler Svetlana Martynchik und Igor Stepin. Beide haben sich einen Namen in der russischen Gegenwartskunst gemacht und ihr künstlicher Autor Max Frei verfügt im größten Land der Erde über einen Kultstatus. Ob er sich auch andernorts ein ähnliches Image erarbeiten kann, ist allerdings nicht so sicher.

Max Frei verfügt über keinerlei Erwerbstrieb, verschläft und verträumt seine Tage, weil er sich lieber nachts herumtreibt. In seiner Realität scheint er deshalb auch keinerlei gesellschaftliche Anerkennung zu finden, weshalb er sich eine Parallelwelt erträumt. Dort trifft er am Tresen des Vergessens immer häufiger einen Juffin Halli. Die beiden fangen an, sich zu mögen und Halli schlägt Frei schließlich vor, komplett in diese Traumwelt überzuwechseln. Erstaunlicherweise gelingt dem Nichtsnutz ein vollständiger Weltenwechsel, zumindest glaubt er es.

Was Max Frei an Echo, der Heimat Hallis reizt, ist das Angebot, das er von diesem erhalten hat: Mitglied der Geheimpolizei zu werden. Nach einer kurzen Einarbeitungsphase, während der sich Frei auch an die zahlreichen skurrilen Phänomene und die geckenhafte, aber überaus praktische Mode Echos gewöhnt, bekommt er ein eigenes Haus zugewiesen. Im Gegensatz zu den meisten Bewohnern Echos, unter denen Rang und Status auch nach der Anzahl von Badezimmern gemessen werden, begnügt sich Max Frei mit drei Nasszellen – weniger als ein Gefängnisse erwarten kann. Innerhalb kürzester Zeit löst Frei, der Fremdling, jedoch zig mysteriöse Mordfälle und gewinnt erheblich an Prestige.

Aufwachen, Frei!

„Das Echo-Labyrinth – Der Fremdling“ ist ein seltsames Buch. Es erschwert selbst interessierten Lesern den Zugang zu seiner Geschichte durch eine schwerfällige Handlung, die dennoch voller sprunghafter Ideen steckt. Fast so, als hätten die Autoren während langer Phasen des Brütens immer wieder abgedrehte Einfälle gehabt, was ihrem Protagonisten Max Frei in der Traumwelt von Echo passieren könnte. Das Ganze wirkt dadurch sehr gewollt und fahrig, bisweilen auch surrealistisch. Auf alle Fälle anstrengend zu lesen.

Frei flieht immerhin vor der Realität, in der er nichts erreichen kann oder will, in das imaginäre Echo, wo er haarsträubende Erlebnisse hat und sich diverse Meriten erwirbt. Inwieweit das Buch vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen Situation in Russland gewertet werden kann, mögen andere beurteilen, ebenso die mit Sicherheit reichlich vorhandenen Anspielungen.

Klar ist, dass Max Frei für russischen Fantasy-Fans eine Kultfigur ist. Um diesen Status zu übertragen, müssten die beiden Künstler-Autoren Martynchik und Stepin ihrer Kunstfigur jedoch mehr Leben einhauchen. Sonst bleibt er ein Fremdling.

Ihre Meinung zu »Max Frei: Der Fremdling«

keleos zu »Max Frei: Der Fremdling«27.12.2014
Die Idee ist nicht ganz neu: Normaler Mensch, eher Typ: Underdog, kommt durch seltsame Umstände in ein Paralleluniversum, in dem es --natürlich-- Magie gibt. So einfach scheint es für Max Frei zu sein, aber die Idee ist mit vielen liebenvoll-schrulligen Details umgesetzt, um das Buch zu einem Lesevergnügen zu machen. Statt uns mit epischen Beschreibungen der Welt und wie er, Max nämlich erzählt seine Geschichten nämlich selbst, nach Echo, die Stadt im Vereinigten Königreich, gelangt ist, zu langweilen, nimmt uns Max einfach an der Hand und springt mitten in ein Abenteuer; Erklärungen später, nur keine Ungeduld!
Über 400 Seiten wirken zunächst abschreckend, wenn man den Protagonisten erst kennenlernen soll und dazu noch seine neue Welt, aber das Buch ist in vier einzelne Geschichten aufgeteilt, die zwar zeitlich nacheinander spielen, der Leser aber in appetitlichen Häppchen alle Informationen geliefert bekommt, die er über Max und Echo wissen muss: Von seinem Mentor und Chef Juffin Halli angefangen über Gesetze und Bräuche des Landes bis hin zu den "magischen Naturgesetzen" und die Monster und Verwünschungen, denen "Sir Max" als Geheimagent begegnet und die er bravourös bekämpft. Vielleicht ein wenig zu bravourös für den Anfang! Bereits nach der Hälfte des Buches bekommt man den leichten Eindruck, hier wird ein unbesiegbarer Superheld aufgebaut, und das Gefühl wird man bis zum Schluss nicht wieder ganz los. Solche Helden würden langweilig, das Buch ist es hingegen nicht, gerade weil es noch neugierig auf das Erforschen von Protagonist und Schauplatz macht. Schon im Klappentext wird auf eine Fortsetzung des Buches hingewiesen, das ich mir sicher auch kaufen werde. Ich will hoffen, dass die Fortsetzung so amüsant und kurzweilig zu lesen ist, wie das vorliegende Werk.
Mo zu »Max Frei: Der Fremdling«01.07.2012
Ich habe alle 5 Bücher auf deutsch und z.T. auch auf englisch gelesen. Auf englisch, weil ich hoffe, dass die Reihe hier fortgesetzt wird. Die englische Übersetzung gefällt mir auch etwas besser. Leider kann ich kein russisch.

Die Bücher sind jetzt meine absoluten Lieblingsbücher. Ich lese Martynchik mittlerweile soger lieber als Prattchett oder Ruff.

Es ist schwer zu beschreiben, was die Faszination dieser Bücher ausmacht. Vermutlich ist es die sehr dichte Athmosphäre, der schräge Humor und der Verzicht auf politische Korrektheit.

Hoffentlich wird die englische Reihe nicht auch eingestellt und eingestampft.
Uwe Metz zu »Max Frei: Der Fremdling«26.04.2011
Ich gebe Dudley Recht. Vielleicht entspricht "Der Fremdling" der russischen Seele mehr als mir. Aber ich habe schlicht nicht verstanden, um was es geht. Die Einfälle und Namensgebung sind originell, aber insgesammt erscheint mir das Buch fahrig, ohne roten Faden, wie ein Schiff, dessen Ladung nicht festgezurrt ist und von einer Seite zur anderen rollt. Langweilig ist es nicht. Aber konfus und anstrengend. Erstaunlich, dass Random-House es mit dieser Reihe versucht. Vielleicht dachte man, was in Osteuropa funktioniert, klappt auch anderswo.
Arej zu »Max Frei: Der Fremdling«17.08.2010
Ich hab bis jetzt nur das russische original gelesen, aber der rezension nach zu urteilen ist der Übersetzer talentlos oder der kritiker dumm.

erstens: das ist KEIN Fantasy sondern Phantastik.

zweitens: schwer zu lesen ist das (russische) buch höchstens für einen erstklässler.

und zu guter letzt: die zusammenfassung ist hier so geschrieben als häte der Kritiker den Inhalt aus dem internet abgekuckt. sinn und Stil der geschichte werden so gut wie garnicht wiedergegeben.
auserdem kann es sein, dass die geschichten verkürzt und zusammengewürfelt präsentiert werden, da " der fremdling im original nur das 2. buch ist.
Rainer aus Bremen zu »Max Frei: Der Fremdling«23.02.2009
Hhm, Fantasy? - Sicher nicht. Wohlwollend vielleicht Phantastische
Literatur. Schwerter sind Fehlanzeige, allerdings tauchen sehr viele
Messer als Esswerkzeuge auf. Spannung? So gut wie nicht vorhanden.
Sehr viel Unterhaltungen, wenige Beschreibungen der Stadt oder des
Landes. Der ´Held´ löst ´Kriminalfälle´, ohne zu wissen wie er das tat.
Die Erklärungen sind sehr dürftig.
Lnageweile von vorn bis hinten.
Ich habe das Buch vom Grabbeltisch, hätte da auch liegenbleiben dürfen.
Mascha zu »Max Frei: Der Fremdling«21.02.2009
Ich lese zur Zeit "Der Fremdling" auf Deutsch, kenne aber bereits eines der Max frei Bücher auf Russisch und habe bisweilen das Gefühl, dass das Buch unter der Übersetzung stellenweise leidet. An manchen Stellen wurden - so scheint es mir - sprichwörterartige Sätze oder nur umgangssprachliche Worte durch deutsche Sprichwörter bzw. archaisch anmutende Bezeichnungen ersetzt [z.B. "Schwein gehabt", das gibt es so im Russischen nicht], an anderen Stellen wurden sie übersetzt, so dass das Lesen bisweilen schwer bzw. holprig ist, weil man Maxs Gedankengängen nicht so fießend wie im russischen Original folgen kann.
Dennoch kann ich es nur empfehlen. Die Geschichte konzentriert sich nicht auf Action, sondern auf die skurrile und zum Teil surrealistische Welt und ihre Bewohner, die man schnell ins Herz schließt. Einzig zu Max kommt man manchmal nicht ganz durch, da das Rüberbringen seiner laissez-faire Haltung an der holprigen Übersetzung leidet. Der Erzählstil selbst ist teilweise noch merklich in seinen Kinderschuhen, bessert sich aber, wenn nicht in diesem ersten Band, dann in den darauf folgenden.

Fazit: trotz allem ist das Buch die Zeit des Lesens allemal wert!
Barbara zu »Max Frei: Der Fremdling«21.07.2008
Das ist ein sehr gutes Buch voller interessanter Einfälle keine schwerfällige Handlung aber mehr für Leser die Fantasy lieben. Die Figuren und der Held werden sehr gut dargestellt und in die Kultur von Echo wird man nach und nach auch eingeführt.
Ich kenne das Buch nur in der Übersetzung und finde es spitze.
Anna zu »Max Frei: Der Fremdling«12.10.2007
Das ist ein sehr gutes Buch, besonders für die, die sich in dieser Welt nicht besonders oft wie zu Hause fühlen. Empfehlenswert für die erwachsene aber jung gebliebene Romantiker. Für die Abenteuerer ebenso spannend. Hauptsächlich für humorvolle Zyniker. Hab das Buch im Original gelesen und weiß nicht, wie gut die Übersetzung ist.

Sie werden sich auf jeden Fall nicht langweilen
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