Die Messias-Linie von Michael Byrnes

Buchvorstellungund Rezension

Die Messias-Linie von Michael Byrnes

Originalausgabe erschienen 2008unter dem Titel „The Sacred Blood“,deutsche Ausgabe erstmals 2009, 400 Seiten.ISBN 3-426-50336-0.Übersetzung ins Deutsche von Susanne Stopfel.

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In Kürze:

Pater Patrick Donovan ist auf der Flucht: Er hat das Ossuarium Christi an einem geheimen Ort verborgen und muss nun um sein Leben fürchten. Aaron Cohen, ein religiöser Fanatiker, der seine Stammlinie auf Moses und den Messias zurückführt, schreckt vor nichts zurück, um die Gebeine Jesu in seinen Besitz zu bringen. Mit alttestamentarischer Härte verfolgt er sein Ziel. Denn es geht um die Reinheit des Blutes – und um die Macht über die Menschheit …

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Mystery-Rezension von Michael Sterzik

Religion kann zwar Wissenschaft sein, aber viel mehr ist es der Glaube, die Überzeugung, dass es ein Wesen gibt, das alles geschaffen hat. Selbst Darwin sagte schon, dass Wissenschaft mit der Religion nicht gleichzusetzen ist, aber dennoch beide miteinander existieren können.

Michael Byrnes erzählt die Geschichte von „Relictum“ weiter, in der die moderne „Jesus-Forschung“ wieder eine tragende Rolle spielt. In den Evangelien spricht man von der Auferstehung Jesu, doch war diese nun körperlichen Charakters oder in vergeistigter Form? Und wenn Jesu den Evangelien zufolge in den Himmel aufgefahren ist, so wäre es für die katholische Kirche eine Katastrophe, sollten die Heiligen Knochen auf einmal gefunden werden. Wäre dies der Beweis, dass Jesu nicht Gottes Sohn, sondern nur ein predigender Zimmermannssohn mit einer einzigartigen Rhetorik und einigen wunderbaren Fähigkeiten gewesen sein sollte? Einer von vielen?

Wundersame DNA

Pater Patrick Donovan ist im Besitz der Überreste Jesu Christus und auf der Flucht. Nach den letzten Ereignissen und den Kämpfen, in denen er auch gezwungen wurde zu töten, um sich und die junge Ärztin Charlotte Hennessy zu schützen, kehrt er dem Vatikan und seinen Verpflichtungen den Rücken, um Zeit mit und seinem kranken Vater in Irland zu verbringen und etwas Gras über die dramatische Vergangenheit wachsen zu lassen.

Charlotte Hennessy entdeckt in einer DNA-Probe, die sie den Knochen entnommen hat, viel Merkwürdiges und Geheimnisvolles. Die DNA besitzt die magische Fähigkeit kranke Zellen zu regenerieren, zu reparieren und ist selbst das beste Beispiel für dieses Wunder, das wissenschaftlich nicht zu erklären ist. Ist das der Beweis, dass die Knochen von Jesus stammen und somit auch die Wunder, wie sie im Neuen Testament beschrieben sind, einen wahren Kern besitzen?

Im fernen Quamran entdeckt ein Team von Archäologen unter der Führung von Amit Mizrachi in einer Hölle etwas Einzigartiges. Die legendären Schriften, die man vor Jahren gefunden hat, waren schon eine Sensation, aber dieser Fund stellt alles in den Schatten.

Inzwischen hat Aaron Cohen, ein religiöser Fanatiker der sich selbst und seinen Sohn als direkten Nachkommen Moses sieht, schon längst die Spur von Pater Donovan und Charlotte Hennessy aufgenommen. Sein erklärtes Ziel sind noch immer die heiligen Knochen oder aber das Blut von Charlotte. Und um dieses zu erreichen, ist ihm jedes Mittel recht, auch unschuldige Opfer nimmt er für seinen Glauben, seine Überzeugung in Kauf. Um seine Stammlinie, sein eigenes Fleisch und Blut reinigen zu können, benötigt er um jeden Preis „heiliges“ Blut. Zudem ist er noch im Besitz der Bundeslade. Glaubt man den Legenden und Mythen, bewahrte Moses in der Bundeslade die 10 Gebote auf.

Schließlich kommt es, wie es kommen muß: Pater Donovan wird in Belfast von dem Killer Aaron gefunden und bedroht. Nach knapper Flucht versucht er, Charlotte Hennessy zu warnen, aber auch hier kommt er fast zu spät und wieder werden sie zu Gejagten …

Nichts neues und nicht wirklich überzeugend

Ja, es klingt ein wenig wie der Film von Steven Spielberg und George Lucas – „Jäger des verlorenen Schatzes“. Zwar stehen in dem Film nicht die Knochen Jesus oder sein „heiliges“ Blut im Vordergrund, sondern „nur“ die Bundeslade Moses, die den Zorn Gottes entfachen kann, doch erkennt man gewisse Parallelen zu dieser Geschichte.

In „Die Messias-Linie“ von Michael Byrnes findet der Leser nicht viel an neuen Theorien oder weiterführenden Ideen. Die geheimnisvollen Quamran-Rollen spielen eine untergeordnete Rolle und lassen wie immer die Evangelien zwar nicht unglaubwürdig erscheinen, aber doch ansatzweise zweifelhaft.

Auch das ist nichts Neues, wenn man interessiert recherchiert. Es wird immer Manuskripte geben, die man individuell interpretieren kann, nichts anderes macht an dieser Stelle der Autor Michael Byrnes. Doch manchmal wird es er wirklich zu fantastisch. In seinem Roman taucht dann auch die Bundeslade auf und wird exakt so beschrieben wie in „Jäger des verlorenen Schatzes“. Sicherlich stützt sich der Autor auf die Mythen und Legenden, die dieses Artefakt stets begleiten, aber in Kombination mit Jesus Knochen, Blut und einen geheimnisvollen Fund in Quamran wird es dann langsam zu viel des Guten. Es ist zwar keine Kopie der Idee, aber ein wenig „gespickt“ wurde doch.

Das solche religiösen Artefakte eine symbolische Macht auf Fanatiker ausüben, ist kristallklar und sollten solche Streitereien wirklich grausame Wirklichkeit werden, so würde es den endlosen Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern mehr als verschärfen. Ein Szenario, was der Autor durchschaut und dramatisch, noch fiktiv, erzählt hat.

„Die Messias-Linie“ ist in drei einzelne Geschichten unterteilt, die sich abwechseln und gegen Ende des Romans ineinander fließen. Der Part des Pater Donovan endet abrupt und man fragt sich über viele Kapitel hinweg, was mit dem Geistlichen eigentlich passiert ist. Danach übernimmt Charlotte Hennessy das Zepter, um sie dreht sich die ganze Story und der gute Archäologe Amit ist ein Held wider Willen und ein willkommenes Werkzeug. Er dient als Unterstützung, lässt aber, was die Action angeht, die Frau Doktorin schnell in seinem Schatten stehen. Sein Part hätte ruhig etwas mehr ausgebaut werden können, denn Potenzial war durchaus vorhanden.

„Die Messias-Linie“ von Michael Byrens ist ein durchschnittlich spannender Roman, der nicht überzeugend wirkt. Zu künstlich aufgesetzt, mit einigen interessanten Theorien, die zu verwirrend und zu übertrieben erzählt werden. Michael Byrnes konnte sich wohl nicht wirklich entscheiden, in welche Richtung er mit seiner Story geht, und so wirkt die Geschichte auf den Leser nicht nur unglaubwürdig, sondern auch zu konstruiert.

„Die Messias Linie“ ist in drei einzelne Geschichten unterteilt, die sich abwechseln und gegen Ende des Romans ineinander fließen. Der Part des Pater Donovan endet abrupt und man fragt sich über viele Kapitel hinweg, was mit dem Geistlichen eigentlich passiert ist. Danach übernimmt Charlotte Hennessy das Zepter, um sie dreht sich die ganze Story und der gute Archäologe Amit ist ein Held wieder Willen und ein willkommenes Werkzeug. Er dient als Unterstützung, lässt aber, was die Action angeht die Frau Doktorin schnell in seinem Schatten stehen. Sein Part hätte ruhig etwas mehr ausgebaut werden können, denn Potenzial war durchaus vorhanden.

„Die Messias Linie“ von Michael Byrens ist ein durchschnittlich spannender Roman der nicht überzeugend wirkt. Zu künstlich aufgesetzt, mit einigen interessanten Theorien, die zu verwirrend und zu übertrieben erzählt werden. Michael Byrnes konnte sich wohl nicht wirklich entscheiden, in welche Richtung er mit seiner Story geht, und so wirkt die Geschichte auf den Leser nicht nur unglaubwürdig sondern auch zu konstruiert.

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