Reiter der Apokalypse von Michael McBride

Buchvorstellungund Rezension

Reiter der Apokalypse von Michael McBride

Originalausgabe erschienen 2007unter dem Titel „The Fall“,deutsche Ausgabe erstmals 2009, 556 Seiten.ISBN 3-442-26611-4.Übersetzung ins Deutsche von Michael Pfingstl.

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In Kürze:

Die Welt steht am Rande des Abgrunds: Der dritte Weltkrieg droht. Und während das Pulverfass Mittlerer Osten explodiert, wird eine alte Prophezeiung Wirklichkeit: Die vier Reiter der Apokalypse ziehen aus, und die Hölle folgt ihnen nach. Alle Armeen und Waffen der Welt werden schlagartig bedeutungslos angesichts der vier Schreckensgestalten und ihrer Geißeln Tod, Krieg, Pestilenz und Hunger …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Apokalyptische Reiter bringen biblische Plagen“52

Horror-Rezension von Eva Bergschneider

Der Fantasy wird „Reiter der Apokalypse“ von Michael McBride zugerechnet, aber eigentlich ist es eher ein Horror-Roman. Jedenfalls sollte sich der Leser auf eine Menge Blut, Gewalt und Tod gefasst machen.

Von der realen zur phantastischen Apokalypse

Der junge Arzt Adam Newman verwaltet in einem Feldlazarett in der Wüste des Iraks Leid, Schmerz und Tod. Ein fünfköpfiges Team ist mit der Flut der Flüchtlinge hoffnungslos überfordert, die Medikamente mussten bereits rationiert werden. Schließlich wird das Lager auch noch von syrischen Invasoren überfallen, Personal und Flüchtlinge müssen schnellstens evakuiert werden. Adam und drei seiner Kameraden wird der Fluchtweg abgeschnitten, sie müssen mit einem vermeintlichen Wunderheiler ins Gebirge fliehen. Und dort geschieht die unfassbare Verwandlung des Arabers Mûwth und der drei Amerikaner in Avatare der apokalyptischen Reiter. Adam gelingt es, in seine Heimat zu fliehen, die nun von biblischen Plagen heimgesucht wird

Islamische Extremisten greifen die USA mit Atombomben an, die wichtigsten Städte werden ausgelöscht. Dem Atomterror folgen Moskitos und Heuschrecken, nur wenige Menschen überleben diese Katastrophe. Unter ihnen befindet sich Phoenix, der sein Leben als der „Messias“ einer Sekte im Keller eingesperrt fristete und eine Gruppe College-Studenten, die durch Jills Zukunftsvisionen wissen, was zu tun ist. Alle Überlebenden machen sich auf den Weg zu einem Ziel.

Gute Ideen verschenkt

Die Idee, realen Kriegshorror in ein phantastisches Endzeitszenario, durch die apokalyptischen Reiter über die Welt gebracht, zu verwandeln, verspricht Spannung pur. Und es geht spektakulär los. Wir begleiten Adam Newman, seine Kameraden und den geheimnisvollen Mûwth zu einer gruseligen Metamorphose in die apokalyptischen Reiter: Hunger, Krieg, Pest und Tod. Der Autor bindet hier die altbiblischen Endzeitmotive geschickt in detailliert beschriebene Horrorszenarien ein, die an Grusel und Grausamkeit wenig zu wünschen übrig lassen.

Danach folgen wir in unabhängigen Handlungssträngen vielen weiteren Protagonisten, die irgendwo in den USA mit biblischen Plagen und Bestien konfrontiert werden und die Katastrophe überleben. Ständige Schauplatzwechsel und eine immense Überladung der Story mit Figuren, die letztendlich alle ähnliche Szenarien durchleben, dämmen die am Anfang aufgebaute Spannung schnell ein. McBride spart auch hier nicht an großzügig eingesetzten Ekelelementen. Allerdings wirken sie teilweise wie Abziehbilder aus diversen Horror- und Anime-Filmproduktionen. Zudem bemüht er diese wieder und wieder in ähnlicher Weise, was zu massiver Abnutzung führt. Auch die Charaktere bleiben blass, es mangelt an Identifikationsfiguren. Allein Adam Newman und Phoenix sind ausreichend charakterisiert, damit der Leser so etwas wie eine Beziehung aufbauen kann. Mit Phoenix fiebert man mit und wünscht ihn sich in einer zentraleren Rolle.

Erzählerische Schwächen

Nach ihrem furiosen Entstehen verschwinden die apokalyptischen Reiter leider fast völlig in der Versenkung. Statt dessen hangelt man sich durch viele Kapitel, in der der Autor wenig Geschichte erzählt und keinerlei Interaktion der verschiedenen Gruppen Überlebender stattfindet. Der Mittelteil von „Reiter der Apokalypse“ mit den sich wiederholenden Horror-Szenarien könnte als Lehrbeispiel dafür dienen, warum Splattereffekte und Monster allein keine Spannung aufkommen lassen. Man ertappt sich dabei, voraus zu blättern. Erst am Ende, als endlich die Handlungsstränge zusammen geführt werden, kommt wieder Leben in die Story. Man erkennt endlich wieder einen roten Faden, der den zugrunde liegenden Kontext, den der biblischen Apokalypse, erahnen lässt. Und dann endet „Reiter der Apokalypse“ abrupt und lässt viele offene Fragen zurück. O.K., es ist der Auftaktband einer Serie und man mag auf eine Entwicklung der Geschichte und des religiösen Bezugsrahmens in den Folgebänden hoffen. Doch diese Hoffnung mag auch baden gehen, wenn sich der Autor weiterhin in nebensächlichen Szenarien verzettelt und den originellen Kern seiner Geschichte in den Hintergrund verbannt.

Ihre Meinung zu »Michael McBride: Reiter der Apokalypse«

Frank zu »Michael McBride: Reiter der Apokalypse«15.09.2010
Verquaster, esoteriklastiger Mumpitz.
Ok...die Grundidee ist nicht übel - und die "Auftritte" der Plagen auch durchaus unterhaltsam....nur der Rest nicht. Da geht es über (durchaus reale) Kriege und Krisengebiete mal eben in Richtung Fantasy (Horror)...und irgendwie wird nicht deutlich, was der Autor uns eigentlich mitteilen möchte. Die klare Linie fehhlt - und mir dann die Konzentration, der Story noch folgen zu wollen.
Verschenktes Potential.
20%.
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