Der unheimliche Geisterrufer von Michael Scott

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2010unter dem Titel „The Necromancer“,deutsche Ausgabe erstmals 2011, 448 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Mit knapper Not konnten Flamel und die Zwillinge wieder zurück nach San Francisco fliehen. Doch auch in ihrer Heimatstadt gibt es kein Ausruhen. Um zu verhindern, dass ihre Feinde die Armee unheimlicher Kreaturen aus Alcatraz befreien, muss Josh nun auch in der Feuermagie ausgebildet werden. Doch kaum hat er die übertragen bekommen, da verschwindet Josh spurlos. Sophie ist zutiefst erschüttert, als sie herausfindet, dass erneut Dee hinter dem Verschwinden ihres Bruders steckt. Der dunkle Magier – von seinen Dienstherren wegen seines Versagens zum Tode verurteilt – hat nun jegliche Skrupel verloren: Mit Joshs Hilfe will er etwas Uraltes aus dem Geisterreich herbeirufen. Ein Wesen, das antritt, um selbst das Ältere Geschlecht zu töten – ganz sicher aber Josh.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Der unsterbliche Alchemist, die Götter und die Zwillinge“69

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Der unsterbliche Alchemist Nicholas Flamel und seine Frau haben ein Problem. Da haben sie Jahrhunderte des Kampfes gegen die alten Götter und deren menschliche Diener, allen voran Machiavelli und John Dee überlebt, haben endlich die geweissagten Zwillinge gefunden, da verlässt sie ihr Glück. Der Codex, in dem das Rezept des Trankes verzeichnet ist, dem alleine sie ihre Unsterblichkeit verdanken, ging verloren. Seitdem altern die beiden rapide.

Damit nicht genug, hat John Dee nicht nur die Kladde, sondern sich auch die ihm noch fehlenden restlichen zwei legendären Steinschwerter gesichert – Excalibur und Durendal sind verloren, die Eheleute Flamel auf der Flucht.

Selbst die bereits begonnene magische Ausbildung der Zwillinge stockt. Zum einen weigert sich Prometheus, der Gott des älteren Geschlechts, der die Humani mit seinem göttlichen Funken erst erschaffen hat, Josh in der Feuermagie zu unterrichten, doch auch dessen Schwester Sophie vertraut den Flamels nicht mehr wirklich. Zu oft haben sie diese angelogen, haben Wichtiges vor den Zwillingen verheimlicht. Und dann wartet auf Alcatraz noch eine Horde Monster darauf, auf San Francisco und die Menschheit losgelassen zu werden. Während Josh den Manipulationsküsten Dees verfällt und sich von den Flamels und seiner Schwester abwendet, droht Coatlicue, die Mutter der Götter und erste der Vampire auf Erden, zurückgeholt zu werden …

Zwar passiert nicht viel, Langeweile kommt aber nicht auf

Es passiert nicht viel im vorliegenden vierten Band der sonst so faszinierenden Reihe. In mehreren alternierend erzählten Handlungssträngen werden ein paar wenige Mysterien gelüftet, werden neue Orte und geschichtliche Ereignisse eingeführt, ohne dass die grosse Rahmenhandlung wirklich vorwärts käme. Weiterhin bleibt noch unklar, wie die geweissagten Zwillinge, wenn überhaupt, die drohende Rückkehr des älteren Geschlechts und der Götter auf die Erde verhindern können, wo genau die Motivation der Flamels, aber auch der anderen unsterblichen Humani, allen voran der Graf de Saint Germain liegen. Selbst grosse Auseinandersetzungen und dramatische Kämpfe sucht der Leser vorliegend vergebens. Verwundert reibt man sich am Schluss des Bandes die Augen, fragt sich, was eigentlich wirklich in diesen gut vierhundert Seiten passiert ist.

Nüchtern betrachtet nicht viel, lautet die Antwort, und genau das ist das Besondere – es ist dem Leser kaum aufgefallen, dass wirklich wenig Entscheidendes passiert. Die Abwendung Joshs von seiner Rolle als Flamel-Helfer, die Entzweiung der Zwillinge, die Flucht John Dees vor dem alten Geschlecht, das alles hätte man auch in zwei, drei Kurzkapiteln unterbringen können. Versiert und unauffällig aber führt Scott und die sehr gute Übersetzerin Höfker den Leser in den kurzen, jeweils mit einem Cliffhanger endenden Kapiteln auf falsche Fährten, berichten sie uns von Hintergründen und alten Geschehnissen, ohne dass hierbei Langeweile aufkommen würde.

Geschickt spielt der Autor mit alten Überlieferungen, mit vergessenen Göttern und deren mehr oder minder gelungen Anpassung an die hochtechnisierte Welt der Humani. Dabei spricht er immer wieder auch einmal, verklausuliert, die Umweltzerstörung der Erde durch die Menschen an, fragt nachdenklich, ob die Menschheit wirklich ihre Rettung verdient hätte, ob der freie Wille, der den Humani verliehen wurde, und der Missbrauch, der damit getrieben wurde und wird, nicht als verdiente Strafe, vielleicht auch als Schutz vor sich selbst die Herrschaft der alten Götter nach sich ziehen sollte.

Zwar beweist Michael Scott, dass er, auch wenn er wenig Neues zu berichten hat, seine Leser bei der Stange halten kann, dass er ein versierter Erzähler ist, doch möchte der Leser auch endlich ein wenig mehr über die Hintergründe erfahren, gilt es jetzt, voranzuschreiten und das Tempo anzuziehen.

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