Die Einhornpirsch von Mike Resnick

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 1987unter dem Titel „Stalking the Unicorn: A Fable of Tonight“,deutsche Ausgabe erstmals 1997, 335 Seiten.ISBN 3-404-20008-X.Übersetzung ins Deutsche von Alfons Winkelmann.

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In Kürze:

Just am Neujahrsabend erhält Privatdetektiv Mallory den merkwürdigsten Auftrag seines Lebens. Er soll in New York nach einem verschwundenen Einhorn suchen. Die Elfengilde hatte es ihrem Mitglied Mürgenstürm anvertraut und nun fürchtet der Elf die Rache seiner Auftraggeber.

Mallory braucht nicht lange, um sich in einem New York der Gnome, Geister und Elefanten-Taxis zurechtzufinden. Doch auch der schrecklichste Dämon aller Welten, der Grundy, ist hinter dem Einhorn her, um ihm den begehrten Rubin zu entreißen, mit dessen Hilfe man zwischen den Welten wandeln kann.

Zu spät erkennt Mallory, daß dieser Auftrag eine Nummer zu groß für ihn ist …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Eine Parallelwelt-Fantasy-Detektivstory“79

Fantasy-Rezension von Peter Kümmel

Unter dem Namen „Die Einhornpirsch“ erschien „Stalking the Unicorn“, Mike Resnicks erster Roman der J.J. Mallory-Reihe, übersetzt von Alfons Winkelmann beim Heyne-Verlag erstmals 1997 in deutscher Sprache. Die mir vorliegende Ausgabe „Jäger des verlorenen Einhorns“ ist eine Neuübersetzung von Thomas Schichtel, die 2011 vom Verlag Bastei Lübbe herausgegeben wurde.

Ein kleiner grüner Elf statt rosa Elefanten

John Justin Mallory ist ein wenig erfolgreicher New Yorker Privatdetektiv, bei dessen Erschaffung vermutlich Philip Marlow vor dem geistigen Auge des Autors erschienen ist. Mallory ist in Geldnot und die Schuldeneintreiber werden vermutlich schon in dieser Neujahrsnacht in seinem Büro aufkreuzen. Dies ist Anlass genug dafür, sich einer guten Flasche Bourbon zu widmen. So erschien es Mallory nach reichlichem Genuss derselben auch nicht allzu ungewöhnlich, dass anstatt rosa Elefanten plötzlich ein kleiner grüner Elf vor seinem Schreibtisch stand.

Dieser stellt sich als Murgelström vor und erklärt dem Detektiv, dass er in der Klemme steckt und bei Sonnenaufgang getötet wird, falls es ihm nicht gelingen sollte, das ihm anvertraute und verschwundene Einhorn wiederzufinden. Und dazu benötigt er professionelle Hilfe. Mallory kann zwar immer noch nicht glauben, was er da vor sich sieht, doch seine zunehmende Nüchternheit und das Bündel Hundert-Dollar-Scheine, mit dem der Elf vor seiner Nase herum wedelt, lassen ihm angesichts seiner prekären finanziellen Lage gar keine andere Möglichkeit, als schließlich den Auftrag anzunehmen.

Und damit beginnt für ihn eine Nacht, in der er alles, was ihm bisher vertraut war, über Bord werfen und sein New York, wie er es bislang kannte, völlig neu erfahren sollte …

Humorvolle Lektüre mit schrägen Gags

„Stalking the Unicorn“ ist eine Mischung aus Detektivroman a la Philip Marlow, Parallelwelt-SF und humorvoller Fantasy voller abgedrehter Ideen. Der Zeitrahmen der gesamten Handlung umfasst dabei nicht einmal zwölf Stunden vom Silvesterabend bis zum Neujahrsmorgen.

In der Story ist von Anfang an Tempo drin. Schnell findet der Detektiv in dem Katzenmädchen Felina, Oberst Carruthers als Einhorn-Kenner und dem Großen Mephisto ein paar Mitstreiter im Kampf gegen Dämonen, Gnome und Leprechauns. Und schon bald wird klar, dass Mallory viel mehr auf dem Kasten hat, als es zu Beginn scheint. Klar, dass der Detektiv am Ende das Rätsel löst. Auch wenn mir nicht alle Einzelheiten schlüssig erschienen.

Resnicks unkomplizierte und stark dialoglastige Schreibweise macht es dem Leser einfach, die humorvolle Story in flotter Lesegeschwindigkeit zu konsumieren. Von Anfang an ertappt man sich dabei, gelegentlich ein Grinsen auf dem Gesicht zu haben. Verrückte Einfälle und einige schräge Gags sorgen für ein unterhaltsames Lesevergnügen. Doch so ganz ausreizen konnte der Autor die knapp 400 Seiten mit seinen Ideen dann doch nicht, denn ein paar davon wurden gelegentlich wiederholt. Zum Beispiel ist nach den Schachspielern, die bereits seit 1937 an ihrer Partie sitzen, der Läufer, der schon seit den Olympischen Spielen 1960 unterwegs ist, nicht mehr so der Brüller.

Ein kleines Schmankerl serviert der Autor seinen Lesern noch in einem der Anhänge: „Die Pirsch nach dem Einhorn mit Gewehr und Kamera“.

Zwanzig Jahre nach Erscheinen dieses Buches entschloss sich Mike Resnick, eine Fortsetzung zu schreiben. So wurden bislang zwei weitere Mallory-Romane veröffentlicht. Der zweite Band „Stalking the Vampire“ erscheint als „Mallory und die Nacht der Toten“ im November 2011 erstmals in deutscher Sprache. Man darf gespannt sein …

(Peter Kümmel, September 2011)

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