Coraline. Gefangen hinter dem Spiegel von Neil Gaiman

Buchvorstellungund Rezension

Coraline. Gefangen hinter dem Spiegel von Neil Gaiman

Originalausgabe erschienen 2002unter dem Titel „Coraline“,deutsche Ausgabe erstmals 2003, 175 Seiten.ISBN 3-453-50376-7.Übersetzung ins Deutsche von Cornelia Krutz-Arnold.

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In Kürze:

Hinter einer vermauerten Tür entdeckt Coraline einen verborgenen Weg in eine albtraumhafte Parallelwelt: Dort trifft sie ihre »andere Mutter«, ein Wesen mit glänzenden Knöpfen anstelle der Augen, das sie freundlich umgarnt und das hungrig auf Coralines Seele blickt. Die »andere Mutter« möchte Coralines Liebe und Zuneigung und will auch ihr schöne neue Knopfaugen annähen … Eine Reise an einen Ort voller skurriler Schrecken und ein Märchen vom Sieg über die Angst.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Sinistres Horror-Märchen über wahren Mut“85

Fantasy-Rezension von Verena Wolf

Coraline zieht mit ihren Eltern in eine neue Wohnung. Es sind Ferien, Coralines Eltern müssen viel arbeiten und Coraline ist langweilig. So geht sie auf Entdeckungsreise in Haus und Garten. In einer anderen Wohnung leben zwei schrullige alte Damen, die früher beim Theater waren und jetzt Tee trinkend alten Zeiten nachhängen und unterm Dach ein alter Herr, der behauptet ein Mäuse-Ballett einzuüben. Aber richtig spannend sind diese Nachbarn nicht für das Mädchen, sie hören nicht einmal richtig zu und nennen sie dauernd falsch „Caroline.“ Coraline wünschte, die ganze Welt wäre aufregender, ihre Eltern hätten mehr Zeit für sie und mit der schwarzen Katze, die im Garten herum schleicht, könne man mehr anfangen. Dann entdeckt das Mädchen auf einem neuen gelangweilten Streifzug in der guten Stube etwas Aufregendes: eine verschlossene Tür, hinter der sich eine Backsteinmauer befindet. Lapidarer ist die Erklärung ihrer Mutter. Die ursprünglichen großen Wohnungen sind in mehrere kleinere umgebaut worden. Diese Tür hätte die zwei Teile der ursprünglichen Wohnung, in deren einer Hälfte sie jetzt wohnen, verbunden.

Nachts jedoch hört Coraline etwas und als sie dem Geräusch bis in die dunkle gute Stube folgt, steht die Tür offen und dahinter ist keine Mauer, sondern ein Gang. Neugierig geht das Mädchen hinein und kommt in eine seltsame gespiegelte Welt. Auch dort leben „Eltern“ von ihr, die „andere Mutter“ und der „andere Vater“, die immer für sie Zeit haben. Die schwarze Katze kann dort sprechen, es gibt nur Pommes und leckere Sachen zu essen, in ihrem Kleiderschrank hängen statt doofen Klamotten spannende Verkleidungen und die Spielsachen haben ein Eigenleben. Toll! Aber es ist nicht alles Gold was glänzt. Denn die „andere Mutter“ will Coraline vollständig besitzen, und die skurrile Parallelwelt wird mehr und mehr zum Gefängnis. Coraline erkennt, dass ihre normale Welt mit Höhen und Tiefen besser ist als diese verzerrte Version ihres Lebens. Aber da hat „die andere Mutter“ schon ihre blutroten langen Fingernägel ausgestreckt und ihre echten Eltern gestohlen. Coraline muss sich ihren Ängsten stellen und in dem verstörenden Haus die Seelen ebenfalls verschleppter Kinder und ihre Eltern finden und befreien.

Einfache Sprache – gruselige Wirkung

Die Art, wie Neil Gaiman dieses Kinderbuch erzählt, ist schlicht und schnörkellos. Man muss sich an die vielen kurzen Hauptsätze gewöhnen und nach 175 groß geschriebenen Seiten ist schon alles vorbei. Aber die haben es in sich. Denn gerade durch die scheinbare Einfachheit ist die düstere Atmosphäre, in der Coraline klug die Nerven behält, dicht und einprägsam. Neil Gaiman hat sich einiges an Kritik eingefangen, dass „Coraline – Gefangen hinter dem Spiegel“ zu unheimlich für Leser ab 11 sei. Das bemängeln aber vor allem Erwachsene. Denn das Buch spielt mit Urängsten, die auch diese berühren: hier geht es um Verlust, Einsamkeit, Fassaden und die Wahrheit dahinter. Es ist ein wenig so, als ob man sich lächelnd daran erinnert, wie man als Kind Angst vor Monstern unterm Bett gehabt hat, schaut jetzt als Erwachsener selbstsicher nach und plötzlich ist da wirklich was! So funktioniert dieses Buch.

Gaiman webt ein Gespinst aus delikatem Horror, das wie alte Schauermärchen nicht zimperlich ist. Zu entdecken gibt es düstere Keller, vergessene Gespensterseelen und schaurige Wesen, die statt Bonbons Kakerlaken kauen. Und eine klaustrophobische Welt, die nur aus diesem Parallelhaus im Nebel besteht, in der ein kleines Mädchen nicht weglaufen kann und aus klugen einfachen Weisheiten wie: „Es ist erstaunlich, wie viel von dem, was wir sind, von den Betten abhängt, in denen wir morgens aufwachen, und es ist erstaunlich, wie zerbrechlich das sein kann.“

Es verwundert nicht, dass diese wörtlich merkwürdige Kindergeschichte über „Coraline“ als Hörbuch vertont wurde und es „zum Film“ geschafft hat.

Ihre Meinung zu »Neil Gaiman: Coraline. Gefangen hinter dem Spiegel«

Vany zu »Neil Gaiman: Coraline. Gefangen hinter dem Spiegel«20.07.2012
Ich muss ehrlich sagen: Natürlich ist das Empfinden auf gruselige Dinge bei jedem Menschen unterschiedlich, aber hier bei Coraline wird wirklich ein bisschen übertrieben! Ich habe das Buch und den Film (auf DVD bei mir zu hause) beide mitten in der Nacht allein gesehen und gelesen, und es war stockdunkel (logischerweise hatte ich beim buch ne nachttischlampe an, sonst könnte man ja nichts sehen). Und damals war ich 9 oder 10 und ich bin ein Mädchen! Es hat mir NICHTS ausgemacht, und auch meinen Freundinnen machte es nichts aus. Klar, beides ist düster und beinhaltet Spannung und Nervenkitzel, aber es ist garantiert NICHT zu gruselig für Kinder ab 8 Jahren! Die Schwester meiner Besten Freundin hat den Film mit 7 gesehen und sie hat sich gefreut, dass sie den film gesehen hat, da er ihr so gut gefiel. Sobald man keine Angst vor Knöpfen, einem großen pinken Haus, magersüchtigen Müttern mit Metall-Händen und krüppeligen Vätern hat ist da nichts dabei! Heute bin ich 12 und lese Richard Laymons Horrorbücher, welche allesamt ab 18 sind, auch das macht mir nichts aus, ich hab gerade letztens The Devil inside gesehen, auch dieser Film war ab 16 oder 18 und ich hatte keine Probleme. Ich liebe Horrorbücher und Horrorfilme und bin im Gegensatz zu einigen Erwachsenen, die sich vor Coraline fürchten, wohl doch etwas abgehärteter! Liebe Grüße
Vany
Frank zu »Neil Gaiman: Coraline. Gefangen hinter dem Spiegel«29.09.2011
"Coraline" ist -ähnlich wie auch "Das Graveyard Buch" vorwiegend an ein jugendliches Publikum gerichtet.
Das hat den Heyne Verlag aber natürlich nicht abgehalten das Buch in seiner allgemeinen Reihe zu veröffentlichen ;-).
Ganz unverständlich ist das nicht. Denn auch mit der Geschichte um das Mädchen Coraline weiß Gaiman erneut ebenso sein erwachsenes Publikum zu erreichen.
Coraline (dürfte so 8-10 Jahre alt sein..eher 8 ) zieht mit ihren Eltern in eine neue Wohnung. Außer ihnen bewohnen noch andere -recht skurille- Gestalten das alte, weitläufige Anwesen.
Aber es gibt auch noch etwas anderes..etwas das "hinter den Spiegeln" lauert. Und das will Coraline für sich. Und Coraline muss sich entscheiden. Ob sie den verheißungsvollen Versprechungen die ihr gemacht werden glauben mag ,oder ob sie weiterhin in ihrer alten -manchmal für sie- langweiligen Welt leben möchte.
Gaimans Geschichte ist vom Grundton her düster - Kinder unter 12 Jahren wären vielleicht etwas "überfordert" mit der teils hintergründigen Geschichte - weiß aber auch diesmal die Leserschaft auf das Beste zu unterhalten.
Abseits von Harry Potter und Co eine unterhaltsame Fantasygeschichte mit den für Gaiman typischen Elementen.
90%.
Bewoodchen°° zu »Neil Gaiman: Coraline. Gefangen hinter dem Spiegel«08.06.2010
Ich finde dieses Buch richtig spannend! Mit nur wenig fantasie kann man sich richtig gut in die Lage von Coraline hineinsetzen! Das Buch ist auch Fantasie fördernd und es sagt auch, dass es zu Hause bei den richtigen Eltern IMMER am schönsten ist!!! Als ich dieses Buch las konnte ich scheinbar nicht mehr aufhören zu lesen!!! So war es!!!
Wenn ich das Buch bewerten müsste würde ich die volle Punktezahl geben!!!
Tempe zu »Neil Gaiman: Coraline. Gefangen hinter dem Spiegel«31.08.2009
Ein richtig süsses Buch das ich inert 2 tagen gelesen habe.
Die Geschichte ist neuartig und schön/schrecklich zugleich. Ich würde diese Buch keinem 10-jährigen in die Hand drücken, da die Vorstellung das die eigenen Eltern gestohlen worden sind, sicherlich noch nicht verkraften. Aber an sonsten ist das Buch top und denFilm gehe ich mir auch anschauen, der ist bestimmt genauso gut!!
x zu »Neil Gaiman: Coraline. Gefangen hinter dem Spiegel«06.03.2009
Ich habe von diesem Buch viel erwartet - wurde aber leider enttäuscht. Es ist meiner Meinung nach zum einen sehr schleppend zu lesen und zum anderen auch wenig kindgerecht. Es regt eher zu Alpträumen an, als zur phantasievollen Lust am Lesen.
Ich habe nichts gegen Gruselgeschichten für Kinder - im Gegenteil - aber dies ist eher eine wild zusammengewürfelte Horrorvorstellung, bei dem die Spannung aufgrund der teilweise absolut unemotionalen Haltung der Hauptperson und der wenig kreativen Darstellung der "Bösen" zunichte gemacht wird.
Lesen sollte Spass machen und, gerade für Kinder, einen Sinn haben. Den habe ich bei diesem Buch aber leider nicht entdeckt.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
sunny zu »Neil Gaiman: Coraline. Gefangen hinter dem Spiegel«18.05.2008
ich liebe dieses buch,es ist sehr gruselig und spannend.ich finde dies buch ist eher was für kinder ab 12 jahre,da es sehr beschäftigt ich hatte das buch in drei tagen durch,weil ich einfach nicht mehr aufhören konnte zu lesen.
K.-G.Beck-Ewe zu »Neil Gaiman: Coraline. Gefangen hinter dem Spiegel«30.04.2007
Während Neil Gaiman sonst eher einem erwachsenen Publikum bekannt ist, schreibt er gelegentlich auch mal eher kindgerechte Literatur. Der vorliegende kleine Roman gehört dazu.

Coraline – nicht Caroline – ist mit ihren Eltern gerade in ein neues Haus gezogen. Beide Elternteile sind mit Heimarbeitsplätzen gesegnet, so dass Coraline in der neuen Wohnung eigentlich nie alleine ist. Aber nach einer Erkundung der Wohnung und des umliegenden Geländes beginnt sich die junge „Entdeckerin“ schnell zu langweilen und auch die beiden ehemaligen Schauspielerinnen – Miss Spink und Miss Forcible -, die mit im Haus wohnen zu-sammen mit einigen leicht neurotischen Hunden können sie wirklich aufheitern und ablenken. Und auch nicht der seltsame alte Mann in der Mansardenwohnung, der behauptet, er würde gerade einen Mäusezirkus trainieren. Nichts kann Coraline wirklich aufheitern oder lange interessieren – und außer ihren Eltern, die keine Zeit haben, spricht auch niemand ihren Namen richtig aus. Außerdem hat sie alle Bücher im Haus schon gelesen, alle Spiel schon gespielt und im Fernsehen läuft auch nichts Vernünftiges.

So bleibt nur eine letzte Tür zu erkunden im ganzen Haus und dies ist die Tür im „Guten Zimmer“ in dem die geerbten Möbel der Großmutter stehen, und wo eigentlich nie jemand hingeht. Diese Tür führt in die einzig leerstehende Wohnung im Haus, eine Wohnung, die einen spiegelbildlichen Grundriss zur Wohnung von Coraline und ihren Eltern hat. Aber hinter dieser Tür befindet sich eine Backsteinmauer, die die beiden Wohnungen voneinander trennt. Somit also nichts weiter Interessantes für eine junge neugierige Entdeckerin.

Doch bald hört Coraline, dass sowohl Teeblätter, wie auch die Aussagen der Mäuse des Mie-ters der Mansardenwohnung sie vor der Tür warnt und so fühlt sie sich natürlich bemüßigt, diese noch einmal zu öffnen, als ihre Eltern gerade nicht im Hause sind. Und da findet sie einen Korridor vor, der in die „andere“ Wohnung führt, wo sie ihren „anderen“ Eltern begegnet, die statt normaler Augen glänzende schwarze Knöpfe haben. Genau wie die beiden ehemaligen „anderen“ Schauspielrinnen und der „andere“ Mansardenmieter, der nicht Mäuse, sondern Ratten dressiert. Und alle demonstrieren – zusammen mit einigen sprechenden Tieren – Coraline eine Welt, die viel viel interessanter zu sein scheint, als ihre normale. Und wenn sie will, kann sie einfach dableiben. Sie muss sich nur die Augen gegen Knöpfe austauschen lassen. Was sie entscheiden ablehnt. Aber so einfach will ihre „andere“ Mutter sie nicht gehen lassen, denn schließlich liebt sie sie über alles.

Spannend, nervenaufreibend und so blutrünstig wie die Gebrüder Grimm. Ein gutes altes Märchen für unsere heutige Zeit. Denn wer gönnt seinen Kindern nicht einen wirklichen Schrecken und nachfolgende aufreibende Albträume?
3 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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