Champion Jack Barron von Norman Spinrad

Buchvorstellung

Champion Jack Barron von Norman Spinrad

Originalausgabe erschienen 1969unter dem Titel „Bug Jack Barron“,deutsche Ausgabe erstmals 1982, 479 Seiten.ISBN 3-453-14889-4.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Einschaltquoten sind kein Problem für den zynisch-charmanten TV-Star Jack Barron. Millionen von Zuschauern zappen sich tagtäglich in seine interaktive Talkshow – eine politische Macht, die auch der skrupellose Konzernchef Benedict Howards gut gebrauchen kann.

Ihre Meinung zu »Norman Spinrad: Champion Jack Barron«

spacecowboy zu »Norman Spinrad: Champion Jack Barron«08.11.2009
Champion Jack Barron ist ein TV - Star, der mit seiner Talk-Show Millionen von Menschen erreicht. Er gibt sich für jemanden aus, der sich für die Schwachen der Gesellschaft einsetzt; seine Talkschow ist Plattform für die Underdogs. Barron trifft mit seiner radikalen Show, die die Angeprangerten niedermacht, einen Nerv einer Institution, die sich nun absolut nicht von dieser Show niedermachen lassen will. Denn diese Institution hat das ewige Leben entwickelt mit Methoden, die einem Mord gleichkommt. Die Talkshow und Barron werden benötigt, für diese Institution Meinung zu machen und die Machenschaften zu legalisieren. Barron gerät in eine Zwickmühle. Soll er sich für die Skrupellosigkeit gebrauchen lassen, oder bleibt er sich selbst treu? Auch bei einem Angebot, das das ewige Leben verspricht?

Ist das Buch, geschrieben 1969, heute noch Science-Fiction?

In seiner Kernaussage schon. Ewiges Leben wird es auch in Zukunft nicht geben, aber...

...das Ewige Leben als Thema ist in diesem Buch nur ein Vorwand, ein Motor für den zu seiner Zeit unerhörten Angriff auf die Politik und die Behauptung, dass Politik eben nicht für das Volk gemacht wird, sondern nur im Eigeninteresse in die eigene Tasche gewirtschaftet wird. Nur so ist es zu verstehen, dass in England dieses Buch ein Thema der Politik war.

Ist es denn nicht heute schon Realität, dass, seit Einführung des Privatfernsehens, die Verblödung der Sendungen stetig zunimmt? Was wird heute in einer Talk-Show verkauft, wer wird eingeladen? Wer steuert den Inhalt dieser Sendungen, freie Menschen/Meinungen oder eher die Industrie oder Politik?

Spinrad stellt hier offen die Frage: wie glaubwürdig ist das Fernsehen? Wie weit geht die Unabhängigkeit der Medien? Irgendwann ist jeder käuflich, solange der Betrag groß genug ist. Das Buch ist dahingehend heute keine Science Fiction mehr. Politiker und Industrielle versuchen Einfluß zu nehmen und nutzen den Bildschirm, natürlich auch unter Zuhilfenahme von den Show - Größen im Fernsehen, um ihre Sache durchzusetzen.

In Spinrads Buch ist aber dann doch noch Science Fiction vorhanden: Barron entscheidet sich gegen die mörderische Institution, er lässt sich nicht gebrauchen, nimmt die einzige Waffe, seine Talk - Show, um damit sein Leben wieder gerade zu biegen und zahlt einen sehr hohen Preis..., letztlich bleibt er sich selbst treu.
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