Bann des Blutes von Patricia Briggs

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2007unter dem Titel „Blood Bound“,deutsche Ausgabe erstmals 2008, 380 Seiten.ISBN 3-453-52400-4.Übersetzung ins Deutsche von Regina Winter.

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In Kürze:

Mercy Thompson ist stolze Besitzerin einer kleinen Autowerkstatt. Und sie ist eine Walkerin – das heißt, sie kann sich in einen Kojoten verwandeln. Manchmal wäre Mercy gerne eine ganz normale junge Frau, mit normalen Freunden. Doch ihre Welt ist dunkel und gefährlich – wie sehr, erfährt Mercy, als ihr attraktiver Nachbar, ein Vampir, ihre Hilfe benötigt und sie in tödliche Gefahr bringt …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Werwölfe waren gestern – jetzt kommt eine Kojotin, die absolut nicht ugly ist“60

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Mercy Thompson steht mit beiden Beinen im Leben. Das muss die studierte Geisteswissenschaftlerin als Geschäftsfrau aber auch. Mit ihrem Geschichtsstudium kann sie weder die berühmten Brötchen noch die Rechnungen für ihren Trailer bezahlen. In ihrer Autowerkstatt, die sich auf die Reparatur deutscher Fabrikate spezialisiert hat, muss sie daher kräftig anpacken und auch ihr Privatleben ist nicht eben dazu angetan, selbiges als ruhig und wohl geordnet zu bezeichnen. Gleich zwei Werwölfe und ein Vampir buhlen um ihre Gunst, da sage nochmal einer, dass Ölschmiere und Dreck nicht anziehend seien.

Diesmal aber wartet eine Aufgabe auf die Gestaltwandlerin, auf die sie gut und gerne verzichten könnte. Die Vampire, die im Gegensatz zu den Feen und Werwölfen bislang noch nicht den Schritt in die Öffentlichkeit gewagt haben, engagieren sie. Als Walkerin ist sie gegen die meiste Magie der Bluttrinker immun. Dies soll ihr bei der Jagd nach einem mörderischen Renegaten helfen. Ein Verstoßener – wenn es nur das wäre. Nein, in den Körper eines Zauberers hat sich ein Dämon eingenistet, und dann hat ein unbekannter Nosferatu diesem auch noch den Todeskuss verpasst. Jetzt spielt ganz Tri-City verrückt, die Verbrechensrate steigt exorbitant an, überall Blut, Gewalt und Tote. Und wer ist mittendrin im Schlamassel? – natürlich unsere sympathische Mercy …

Die Faszination des Bösen – oder die Schöne und der Dämon

Zwischenzeitlich gibt es sie wie Sand am Meer. Ich spreche von den Serien, die uns eine aktuelle, hochtechnisierte Welt zeigen, in der sich ganze Völker übersinnlicher Sagenkreaturen geoutet haben. Die Konkurrenz unter den Reihen ist groß, viele der Serien warten mit toughen Frauen auf, die sich in einer Welt voller Gefahr und Gewalt durchsetzen.

Mercy Thompson passt hier gut ins Bild. Sie hat eine gute Kinderstube genossen, studiert und – da sie finanziell nicht eben auf Daunen gebettet ist – ihr Hobby zum Beruf gemacht. Sie steht in einer typischen Männerdomäne ihre Frau – sie repariert Autos. Das erinnert von der Anlage her ein wenig an Anita Blake, und doch geht Briggs glücklicherweise ihre eigenen Wege. Nicht, dass sie etwa ohne Werwölfe und Vampire auskommen würde. Doch ihre Protagonistin ist zwar ein Gestaltwandler, aber kein Wolf. Ein Kojote als Wandlungstier ermöglicht es der Autorin, indianische Mythen in ihre Handlung einzubauen, doch auch ihre Darstellung des Rudelsozialverhaltens der Wölfe weiß in seiner differenzierten Ausarbeitung zu überzeugen.

Dabei definiert sich Mercy auch, ja insbesondere über ihre Weiblichkeit. Natürlich ist sie kein Barbie-Püppchen, dennoch hat sie ihre schwachen Seiten, steht zu diesen und handelt auch folgerichtig. Der Leser nimmt ihr die Angst ob der Geschehnisse, derer sie sich ausgesetzt sieht, ab, ihre Motivation ist schlicht glaubhaft und nachvollziehbar. Ausgehend von einer detailreichen Pseudo-Historie agiert sie stimmig, ist eben nicht die überlegene Fighterin für Recht und Freiheit, sondern die Frau, die versucht aus einer verfahrenen Situation das Beste zu machen und zu überleben. Wenn sie dann ob der Ungerechtigkeiten sauer wird, wenn sie gar explodiert, dann nimmt man der so manches mal impulsiven Dame das ab. Man zittert mit ihr, man ist wütend und man ist fertig – soll heißen, der Autorin gelingt es geschickt ihre Leser nicht nur in ihre Handlung einzubinden, sondern auch diese zu veranlassen, in ihre Protagonistin hineinzuschlupfen. Hier hat die Serie ihre großen Stärken, die sie aus dem Urban-Fantasy-Allerlei hervorhebt.

Ihre Meinung zu »Patricia Briggs: Bann des Blutes«

Marlene zu »Patricia Briggs: Bann des Blutes«03.07.2008
Bann des Blutes ist eine fantastische Fortsetzung! Die im Buch geschilderte Welt ist einfach faszinierend, vor allem die Werwolf- und Walker-Aspekte sind toll erzählt.
Schade fand ich diesmal, dass sich Mercy so selten verwandelt hat, da dies im ersten Teil so phänomenal beschrieben wurde. Zu Hoffen bleibt auch, dass in der Fortsetzung nicht noch mehr Verehrer auftauchen, da das dann doch etwas unglaubwürdig ist.
Alles in allem aber ein gelungenes, spannendes Werk und unbedingt lesenswert, vor allem für jene, die bereits den ersten Teil toll fanden.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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