Das Vermächtnis der Magier von Peter Schwindt

Buchvorstellungund Rezension

Das Vermächtnis der Magier von Peter Schwindt

Originalausgabe erschienen 2010, 416 Seiten.ISBN 3473353183.

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In Kürze:

Nach und nach bringt der allmächtige Diktator Morlands alle magisch begabten Menschen in seine Gewalt. Er benötigt ihre magischen Kräfte für einen monströsen Plan …In Morland herrscht Chaos: Als Hunderte von magischen Blumen auf die Stadt herabregneten, haben sich unzählige Menschen mit einem tödlichen Virus infiziert. Die Überlebenden, die nun über gefährliche Kräfte verfügen, werden von dem finsteren Diktator Begarell befehligt. In einem alten Tagebuch entdeckt das Mädchen Tess indes die Wahrheit über die Geschichte Morlands. Ist diese der Schlüssel, um Begarells Truppen endgültig Einhalt zu gebieten?

Das meint Phantastik-Couch.de: „Steampunk made in Germany“70

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Sechstausend Jahre ist es nun her, dass die Eskatay die Welt, wie man sie bis dahin kannte, mit ihrer Magie vernichtet hatten. Die Überlebenden flohen für Jahrzehnte in den Untergrund, danach begann man langsam und mühevoll die Zivilisation wieder aufzubauen. Erste industrielle Komplexe entstanden, die Dampfmaschine revolutionierte das Leben, Eisenbahn und Zeppeline verbinden die abgelegenen Gebiete Morlands miteinander.

Doch die verpönte, ja verhasste Magie ist in Gestalt einer harmlos aussehende Blume zurückgekehrt. Wer an ihr roch, der starb entweder oder er verwandelte sich in ein Wesen, dessen körperliche und geistige Fähigkeiten durch die Infektion ins Unvorstellbare gesteigert wurden. Ihre Überlegenheit machte diese Menschen zu eine Gefahr für die Welt. Sie fanden sich zu einer Verschwörertruppe unter der Leitung des Staatsoberhaupts Präsident Begarell zusammen und planten die absolute Machtübernahme. Weitere Blumen sollten dafür sorgen, dass immer mehr Eskatay erweckt würden. Trotz Widerstand verschiedener Truppen – die Legion der Morgenröte, ein Zusammenschluss freiheitsliebender Arbeiter, des als Boxverein auftretenden organisierten Verbrechens und der Gist, Nachkommen der ersten Eskatay, die ihre Gaben nicht den Blumen verdanken, sondern sie vererbt bekommen haben – werden über der Hauptstadt aus einem Zeppelin weitere Blumen abgeworfen.

Ein Bürgerkrieg nimmt seinen Anfang, Begarell setzt das Parlament gefangen und putscht sich selbst an die absolute und keinen Beschränkungen mehr unterworfene Macht. Während er versucht, die Gaben der Eskatay an sich zu binden, rüsten seine Gegner für den letzten, verzweifelten Kampf um Freiheit und Selbstbestimmung …

Unterhaltung mit Tiefgang oder die Warnungen des Peter Schwindt vor einem totalitären System

Peter Schwindt debutierte vor Jahren im Loewe Verlag mit seiner Zeitreise-Saga um „Justin Time“. Seitdem hat er in verschiedenen Verlagen Jugendbuch-Trilogien veröffentlicht und sich mit „Schwarzfall“ mittlerweile auch bei Piper das erste Mal einem erwachsenen Publikum gestellt.

Mit seiner Morland-Trilogie hat er sich erstmals der bei uns weitgehend vernachlässigten Sub-Gattung des Steampunk-Romans zugewandt. Einfühlsam und erstaunlich gesellschaftskritisch berichtet er uns von einer Gesellschaft am Beginn der Industrialisierung. Geschickt greift er hier mittlerweile wieder sehr aktuelle Themenkreise auf: die Verarmung und Verelendung breiter Gesellschaftsschichten aufgrund zunehmender Industrialisierung und Rationalisierung, die ständig sich vergrößernde Kluft zwischen Reich und Arm. Die Perspektivlosigkeit vieler Menschen, die zu einem Anstieg von Verbrechen und Aggressionen führt, wird geschickt verpackt in eine abenteuerliche Handlung aufbereitet.

Dabei scheut sich Schwindt nicht, heiße Eisen anzufassen. Er thematisiert die Gefahr der Manipulation durch die Herrschenden, berichtet vom Außerkraftsetzen demokratischer Kontrollmechanismen und warnt vor totalitären Einflüssen. Dabei gelingt es ihm durch diverse, sehr einfühlsam und damit gut nachvollziehbar geschilderte Gestalten, uns die verschiedensten Motivationen und Verhaltensweisen begreiflich zu machen. Selbst die Boxvereine, die sich gerade derer annehmen, die durch das immer weiter geknüpfte soziale Netz fallen, erhalten so ihre Daseinsberechtigung, ja stellen sich schlussendlich sogar als demokratische Partei zur Wahl. Dass selbst der Antagonist Begarell all seine Taten nur unternimmt, um seine im Koma liegende Tochter zu heilen, dass er bereit ist, für dieses nachvollziehbare Ziel über Leichen zu gehen, macht seine Handlungsweise zwar verständlich, rechtfertigt aber die Opfer natürlich nicht.

Das Gebotene hält neben spannender Geschehnisse viel Nachdenkenswertes für den Leser bereit, entführt in eine faszinierend ähnliche und doch andere Welt und liest sich dazu noch kurzweilig.

Ihre Meinung zu »Peter Schwindt: Das Vermächtnis der Magier«

Doro zu »Peter Schwindt: Das Vermächtnis der Magier«26.01.2011
Ich war etwas enttäuscht, dass es dem Autor nicht möglich war, seine Figuren im Blick zu behalten. In Morland Bd. 2 ist Gornyak der Anführer der Todskollen, in Bd. 3 ist er auf einmal der Anführer der Wargebrüder. Desgleichen hat sich Professor Haxby auf der Station 11 in Bd. 2 in Natascha verguckt. In Bd. 3 heißt selbige auf einmal Dolores. Solche Dinge ärgern die Leser, auch wenn sie vielleicht nicht immer reagieren. Aber man behält es im Hinterkopf und denkt sich vielleicht beim nächsten Mal, wenn man vor einer Neuerscheinung steht: Moment, das war doch der Autor, welcher seine eigenen Figuren nicht im Kopf hatte...Dann lieber ein anderes Buch kaufen...
Insgesamt hat mir das Konzept schon gefallen, wenn...ja, wenn da nicht diese Unstimmigkeiten gewesen wären. Bitte bei der nächsten Serie besser machen.
Viele Grüße
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