Zone von Philip Palmer

Buchvorstellungund Rezension

Zone von Philip Palmer

Originalausgabe erschienen 2007unter dem Titel „Debatable Space“,deutsche Ausgabe erstmals 2008, 520 Seiten.ISBN 3-453-52345-8.Übersetzung ins Deutsche von Ursula Kiausch.

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In Kürze:

Der Weltraum, unendliche Weiten …Dies sind die Abenteuer einer Gruppe von Raumpiraten, die sich mehr schlecht als recht mit dem Kapern von Handelsschiffen über Wasser halten. Bis sie eines Tages das Schiff einer Prinzessin überfallen – eine der zahllosen Töchter des skrupellosen Herrschers der Galaxis. In der Hoffnung, ein hohes Lösegeld herausschlagen zu können, entführen sie die junge Frau kurzerhand. Eine fatale Fehlentscheidung, denn der Zorn des Diktators verfolgt sie sogar bis in die geheimnisvolle ZONE, einen Bereich der Galaxis, in dem die Naturgesetze keine Gültigkeit mehr besitzen …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Eine galaktische Achterbahnfahrt“90

Science-Fiction-Rezension von Frank A. Dudley

Was kommt heraus, wenn man eine tausendjährige Frau, gnadenlose Weltraumpiraten, Lebewesen aus Flammen mit einer adrenalinhaltigen, unvorhersehbaren und komischen Handlung umwickelt? Ein Buch wie Philip Palmers „;Zone“, eines, dass sich SF-Fans mit einem Faible für unorthodoxe Geschichten auf keinen Fall entgehen lassen sollten.

Ganz und gar nicht ungewöhnlich geht es los: Die Piratenbande um Captain Flanagan entführt im All Lena, die Tochter des Weltendiktators Cheo. Doch dieser Einstieg ist auch auch alles an Konvention, was den Leser erwartet, danach beginnt eine galaktische Achterbahnfahrt, die sich gewaschen hat. Entgegen seiner vorgeblichen Pläne, hat Flanagan alles andere vor, als nur ein schnödes Lösegeld vom mächtigsten Mann des menschlich besiedelten Alls zu erpressen. Flanagan, der nebenbei bemerkt einst der größte Komponist aller Zeiten gewesen ist, will den Cheo stürzen.

Und diesen komplizierten Umsturzplan, so wird einem beim Lesen immer deutlicher, hat er seit Jahrzehnten vorbereitet. Und zwar exzellent. Nicht nur, dass er ein hervorragender Lebewesenkenner ist, er erweist sich auch als Konstrukteur und wegweisender Technologie. So schließt sein Plan die Verwendung von Doppelgänger-Robotern ein, er manipuliert die für die interstellare Kommunikation eingesetzten Heimdall Quantenleuchttürme und mobilisiert die Bewohner ganzer Piratenplaneten aus dem „;debatable space“, der Outlaw-Zone des Alls.

Flanagans Mannschaft allein wäre schon ein ganzes Buch wert, als da wären ein genetisch veränderter Wolfsmensch mit drei Augen, eine unergründliche Katzen-Frau-Kombination, ein hundertjähriger im Körper eines zehnjährigen und das Feuerwesen Alby, welches mit Lichtgeschwindigkeit reisen kann, ein Faible für menschliche Soap Operas hat und lisssssspelt.

Seine wichtigsten Waffe ist allerdings Lena. Doch die ist nicht so leicht zu manipulieren, wie Flanagan regelmäßig feststellen muss, gibt sie ihm doch reichlich Kontra auf sprachlicher und physischer Ebene. Und Lena ist nicht nur wichtig für des Piraten Plan. sondern auch für das gesamte Verständnis des Buches. Ihre Lebensgeschichte, von ihr selbst abgerufen aus ihren Erinnerungspeichern, beleuchtet nicht nur nebenbei tausend Jahre der Menschheit, sondern die Entwicklung eines mindestens egozentrischen Charakters. Und spätestens wenn Lenas innere Datenbank mit den laufenden revolutionären Geschehnissen synchron laufen, wird klar, dass Philip Palmer mehr als eine groß angelegte Raumoper geschrieben hat.

Energetisch, komisch, ernst

Als einziges Manko könnte man ins Feld führen, dass die ambitioniert angelegte Story alle Charaktere bis auf Lena und Flanagan stark überlagert, doch damit lässt sich leben. „;Zone“ ist eines der wenigen Bücher, die einen förmlich an die Seiten fesseln. Eine energetische Handlung, urkomische und tiefernste Dialoge sowie raumgreifende Spekulation machen Philip Palmers Debüt zu einem mehr als lesenswerten und überaus unterhaltsamen SF-Titel, den man in diesem Jahr auf keinen Fall verpassen sollte.

Ihre Meinung zu »Philip Palmer: Zone«

Dracon zu »Philip Palmer: Zone«12.03.2014
Zone von Philip Palmer ist ein sehr ungewöhnliches Buch, zeitweise kommt einen das Buch wie ein Comic ohne Bilder vor so flach und einfach ist die Schreibweise des Autors, ein weiteres Manko ist, das der Heyne Verlag die Seitenzahl so „aufgeblasen „ hat da sind reichlich Seiten nur mit einem oder zwei Worte bedruckt oder nur mit einen Satz, dabei handelt es sich aber nicht etwa um neue Kapitel damit sollte wohl der Preis des Buches rechtfertigt werden!
Spannend und abenteuerlich sollte der Roman laut Klappentext sein ….. leider Fehlanzeige , Spannung sucht man hier vergebens. Aber dafür reichlich Langeweile. Als Pluspunkt kann ich den trockenen Humor des Autors hervorheben und das der Roman nach 600Seiten zu Ende ist.
Johgel zu »Philip Palmer: Zone«30.01.2009
Diese Buch ist schon etwas anders als die üblichen Werke der letzten Zeit. Dies liegt an dem besonderen Schreibstil von Palmer. Die Geschichte wird von jedem Protagonisten immer aus der Ich-Perspektive erzählt. Das ist am Anfang etwas irritierend, macht aber wenn man sich eingelesen hat zeitweise schon Spaß. Gelegentlich war ich sogar an die Leben des Lazarus Long von Heinlein erinnert, was definitiv ein Lob ist. Leider verschenkt Palmer dabei dennoch Potential, weil er darauf verzichtet, neben Hauptcharakteren die anderen handeln Personen auszufeilen. Dadurch bleiben die immer nur distanzierte Zwischenstücke und mir war es nicht möglich einen Bezug zu ihnen aufzubauen.

Gestört hat mich auch etwas die Vulgärsprache. Ich fand sie einfach unpassend und sie wirkte auch mich aufgesetzt. So als würde der Autor versuchen mit allen Mitteln zu provozieren.

Die technischen Ideen sind tatsächlich vielfältig und gelegentlich sogar mal neu. Aber auch da verschenkt Palmer seine Möglichkeiten, da er diese Ideen einfach nur an die Wand klatscht und es ihm nicht gelingt daraus was spannendes zu gestalten. Insbesonderen den Raumschlachten fehlt jedes kribbelnde Moment. Auch bemüht er für etwas zu oft den "Deus ex machina" so nach dem Prinzip und jetzt haben wir noch eine tollere Waffe rausgeholt. (Auch wenn diese aus wissenschaftlicher Sicht sehr interessant sind) Seine galaktische Kommunikationsform, von der er im Nachwort sagt, er hätte diese Idee gehabt, ist aber geklaut und wird schon seit längerem in der Physik diskutiert.

Insgesamt fand ich das Buch etwas blutleer und fade. Dennoch zeigt es das Potential des Autors und es steht zu hoffen, dass er sich in der Space Opera nochmal versuchen wird. Er könnte da mal was hinbekommen. Auch wenn es da mit Scalzi einen sehr guten Konkurrenten gibt.

50 - 60 % sind o. K.
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