Der goldene Kompass von Philip Pullman

Buchvorstellungund Rezension

Der goldene Kompass von Philip Pullman

Originalausgabe erschienen 1995unter dem Titel „The Golden Compass / Northern Lights“,deutsche Ausgabe erstmals 1996, 444 Seiten.ISBN 3551355045.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Lyra ist klug und unendlich neugierig. Was erforscht z.B. ihr geheimnisvoller Onkel Lord Asriel oben im eisigen Norden Europas? Und warum verschwinden in ihrer Umgebung immer mehr Kinder? Doch Antworten auf all diese Fragen findet sie nur, wenn sie sich auf die Spuren ihres Onkels wagt, wo Panzereisbären eine uneinnehmbare Festung bewachen und hinter dem Polarlicht eine neue Welt beginnt.

Das meint phantastik-couch.de: „;Der Himmel hinter dem Nordlicht“;95

Fantasy-Rezension von Frank A. Dudley

Manche Bücher werden mit dem Alter besser – dem Alter der Leser. Philip Pullmans abenteuerliche, fantastische und oftmals herzzereissende Geschichte „;Der Goldene Kompass gehört dazu. Für Kinder ab zehn oder elf Jahren geschrieben, werden ältere Jugendliche und Erwachsene das Buch weitaus mehr zu schätzen wissen.

Die Hauptrolle in diesem komplexen Fantasy-Roman spielt die junge Lyra Belacqua, eine frühreife Waise von zwölf Jahren, die an der ehrwürdigen Universität von Oxford aufwächst. Doch schon auf den ersten Seiten wird klar, dass Lyras Oxford, ihre ganze Welt mithin, von unserem unterscheidet. Zum einen sind Wissenschaft, Theologie und Magie eng miteinander verknüpft. Zum anderen, ebenso fantastisch, besitzt in Lyras Welt jeder Mensch einen Dæmon, die Seelen-Manifestation in Form eines Tieres.

Diese Dæmonen sind Freunde und Ratgeber, manchmal bockig, aber immer lebenswichtig. Bis zur Pubertät können sie ihre Tiergestalt beliebig wandeln, danach nehmen sie eine bleibende Form an. Die Papst-lose, jedoch allmächtige Kirche praktiziert experimentelle Theologie und verfolgt häretische Wissenschaftler, die behaupten, es gäbe neben Himmel, Hölle und Erde noch andere, parallele Welten. Lyras vorgeblicher Onkel, der mysteriöse Lord Asriel, steht auf der Liste der schwarzen Schafe, denn er behauptet, dass dem Phänomen des Nordlichts eine mächtige Energie innewohnt: Das Elixier des Lebens, von dem er vermutet, die Verbindung zu unendlich vielen Paralleluniversen zu sein.

Obwohl die Professoren in Oxford seine Theorie verwerfen, sind sie mehr als sprachlos, als Lord Asriel von Experimenten jenseits des Polarkreises berichtet, bei denen entführte Kinder und ihre Dæmonen voneinander getrennt werden. Für die Wissenschaftler faszinierend ist dabei, dass dieser Vorgang eine bislang unbekannte Art von Energie freisetzt. Worüber sie dabei gerne hinwegsehen würden, ist die Tatsache, dass kein Mensch ohne seinen Dæmon leben kann. Als Lyras bester Freund Roger spurlos verschwindet, ist ihr klar, dass er an den Nordpol verschleppt wurde, und sie will ihn vor den schrecklichen Experimenten retten. Sie bereitet heimliche ihre Abreise vor, doch ihr Mentor an der Unversität bemerkt es. Anstatt das Mädchen aber zurückzuhalten, gibt er ihm eine Art goldenen Kompass, das Alethiometer, welches bei richtiger Bedienung Antworten auf alle Fragen gibt.

Eindringlich und fesselnd

Philip Pullman, ehemals Lehrer, hat bereits diverse Theaterstücke und Romane für Kinder und Erwachsene geschrieben. Der erste Teil seiner “;His Dark Materials„;-Trilogie, “;Der Goldene Kompass„;, ist eine dieser wunderbaren literarischen Montagen, die wie “;Alice im Wunderland„; die Mythen und Legenden mit nahtloser Schönheit verbinden. Genau wie Lewis Carroll (und auch C.S Lewis oder J. R. R. Tolkien) kommt Pullman aus Oxford, anscheinend bietet die Atmosphäre dort einen hervorragenden Nährboden für mythenschöpfende Autoren.

Die Geschichte von Lyras Abenteuern lässt einen beim Lesen und auch danach lange nicht mehr los, doch noch eindringlicher sind die komplexen und glaubwürdigen Charaktere, die Pullman erschaffen hat. Neben der mit religiösen Motiven ausgemalten Ich-, Über-Ich- und Es-Variation von Mensch und Dæmon lässt Pullman auch seinen Bösewichtern genug Raum für mehrdimensionale Entwicklung. Und auch die Guten haben schlechte Seiten, was in den folgenden Bänden noch deutlicher wird.

Mit “;Der Goldene Kompass"; hat Philip Pullman ein Meisterwerk geschaffen, das die Genregrenzen überschreitet. Es ist ein Kinderbuch, das Erwachsene fasziniert, und ein Fantasyroman, der Realisten anspricht. Trotz seiner klaren Botschaften von Religion und Wissenschaft spricht Pullman nicht von oben herab, er vermeidet jede Schulmeisterei und lässt seine Moralvorstellungen nie die Geschichte beherrschen. Er schreibt mit einfachen Worten eindringlich von Liebe, Loyalität, Betrug und Verlust, er fesselt seinen Leser bis zur letzten Seite. Gut, dass es noch zwei Bände gibt und ein vierter in Arbeit ist.

Ihre Meinung zu »Philip Pullman: Der goldene Kompass«

meni77 zu »Philip Pullman: Der goldene Kompass«05.10.2014
Zum einen muss ich den Großteil meiner Vorgänger recht geben, Pullman hat mit diesem Roman einen phantastischen Einfall gehabt und zwar mit den Menschen bzw. Daemonen, welche mit ihnen in Verbindung stehen, der Rest wurde mehrfach schon in der Literatur verwendet. Für Kinderliteratur finde ich es schon ein bisschen schwierig zu lesen, eher für Jugendliche ab 14. Ich wurde auf jeden Fall gut unterhalten und dies ist doch die Hauptsache, auch wenn er doch etwas mehr ins Detail gehen könnte, vor allem eben die Verbindung von Mensch und Daemon wäre noch mehr drin gewesen, ich weiss auch gar nicht, ob ich Teil 2 und 3 noch lesen werde, da es unsere Bücherei nicht hat und für kaufen gibt es meiner Meinung nach durchaus bessere Geschichten, trotzdem 85 Grad
blutreiter zu »Philip Pullman: Der goldene Kompass«05.07.2013
Die Geschichte beginnt in “einer Welt, die der unseren sehr ähnlich ist und doch völlig anders” und dort in der Stadt Oxford, genau im Jordan College. Hier lebt die junge Lyra Belacqua und wird hin und wieder von den dort arbeitenden Wissenschaftlern unterrichtet, wogegen sie aber immer wieder protestiert. Viel lieber spielt sie mit ihren Freunden aus der Stadt, ihrem besten Freund Roger oder stellt Unsinn an. Stets begleitet wird sie von ihrem D?mon Pantalaimon.



Ihr einziger Verwandter ist Lord Asriel, ihr Onkel, der Lyra in unregelmäßigen Abständen besuchen kommt. Bei einem dieser Besuche belauscht Lyra eine Unterredung ihres Onkels mit den Wissenschaftlern über das Phänomen “Staub”(heute: Dunkle Materie) und ist danach begierig immer mehr darüber zu erfahren. Doch nur kurz kann sie sich dieser Aufgabe widmen, denn plötzlich verschwindet Roger. Sie vermutet, weil in Oxford schon mehrere Kinder verschwunden sind, dass auch er von den “Gobblern” geholt worden ist. Sie versucht alles um ihn zu finden, wird dann aber von einer Mrs. Coulter aus dem Jordan College geholt und wohnt von da an bei ihr. Kurz vor ihrer Abreise erhält Lyra vom Rektor des College ein Alethiometer (Eine Art Kompass, der jedem der ihn zu lesen weiß, alle Fragen beantworten kann). Lyra nimmt es entgegen und versteckt es vor Mrs.Coulter. In London ist Lyra zuerst von diesem neuen und luxuriösen Lebenstil begeistert, bemerkt aber schon bald, dass Mrs. Coulter nicht die Person ist, die sie vorgibt zu sein. Deshalb flieht sie und wird am Hafen von zwei Sklavenjägern angegriffen....

Ihr stehen in diesem ersten Band noch viele Wendungen bevor. Sie wird die Freundin eines Panzerbären und einer Hexe. Ihre Eltern erscheinen in einer Gestalt, die sie nie erwartet hätte und die Gobbler werden sie entführen und sie wird neue Welten bereisen.

Jedem der mal ein wenig andere Fantasy lesen möchte, kann ich dieses Buch nur ans Herz legen. Es ist der All-Age Fantasy zuzuordnen, also von Jung und Alt zu lesen. Ich bin mit dieser Geschichte groß geworden und möchte besonders diejenigen bitten, die den Film gesehen haben, es zu lesen. Es ist wunderbar zu lesen und enthält viele wunderbare Elemente, ob es Freundschaft, Vertrauen, Charakterstärke oder die Dickköpfigkeit eines 12jährigen Mädchens ist. Ich denke, "Der goldene Kompass" ist ein Buch für jeden und sollte von jedem Genrefan gelesen werden. Aber auch von Neueinsteigern;-)
roxan zu »Philip Pullman: Der goldene Kompass«31.03.2011
Hochansprechend.... hm... ich habe noch keine abschließende Meinung zum Roman. Es wird immer wieder betont, dass Pullman seine Moralvorstellung nicht durch Belehrung, sondern in subtiler Weise die Handlung begleitend zum ausdruck bringt. ...
Moral...? Ist es nicht eher eine Wahrheitslehre, die darunter liegt? (Etwas, das meiner Meinung nach eine Wahrheitslehre sein soll, und zwar viel eher als Moral)
Dass man die eine oder andere Stelle im Buch kaum versteht, liegt nicht nur daran, dass es schwieriger Stoff ist ('Adam und Eva sind zwei Zahlen einer Gleichung'), sondern auch, dass Pullmann genau dann, wenn es wirklich interessant wird, plötzlich aufhört und sich nicht erklärt. Das ist ein bisschen enttäuschend. - Ja, es ist Kinderliteratur. Ich weiß, aber ich berichte von MEINEM Leseerlebnis. Das ist unangenehm, denn ich hätte in dieser doch sehr interessanten Parawelt schon gern noch so einiges gewusst. Meinetwegen hätte er auch längere Erklärungspassagen einfügen können, das hätte mir sehr gefallen. - Dennoch habe ich es mit Spannung gehört, auch wenn ich noch nicht so ganz weiß, was ich von der ausgelagerten gegengeschlechtlichen Seele halten soll.
Elenchen zu »Philip Pullman: Der goldene Kompass«07.10.2009
Eines der besten fantasybücher die ich je gelesen habe, möchte ich sagen!
Es hat eine sehr intelligente Handlung und als ich das Buch zum ersten mal gelesen haben, verstand ich nicht gleich auf anhieb alles, aber beim zweiten lesen schon.
Die Kirche spielt in Pullman's triologie eine wichtige Handlung!
Aber wie die andere elena schon sagte (namensverwandtheit xD) ist das Buch manchmal wirklich schwer zu verstehen, es ist hochansprechende Fantasy, aber nur zu empfelen!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Nicholle Bechermann zu »Philip Pullman: Der goldene Kompass«16.04.2009
ich finde dieses buch sehr interesant.....

es ist gut das es noch solche bücher gibt......

leider finde ich den anfang des buches etwas langweilig und nicht spannen .......

doch je weiter man liest desto aufregender wird es......

naja auf jedenfall ist das buch interesant und es macht spass es zu lesen......

vielen dank das es solche bücher gibt :)
Levke zu »Philip Pullman: Der goldene Kompass«09.12.2008
Empfehlenswert! Intelligente Fantasy, deren komplexe Handlung Vielleser (wie mich!) fesseln kann.
Gerade die Frage der Religion und der Wissenschaft- was darf im Namen Wissenschaft/ Religion getan werden? wird hier im Buch vorgestellt, so dass man selbst ins Nachdenken über die eigene Einstellung kommt.
Lyras Welt ist im wahrsten Sinne des Wortes "phantastisch" und erinnert mich stark an die Welten von Rollenspielen, die moderne und mittelalterliche Elemente kombinieren- Freunde dieses Genres werden sich hier wohlfühlen.

Von mir aus hätte der Ideenreichtum und die verschiedenen Welten intensiver vorgestellt werden können (je dicker ein Buch, desto besser!) und ich würde mich freuen, wenn Pullmann noch einmal in seine Welten zurückkehren würde- da steckt noch so viel Story-Potenzial drin...

Der letzte Band der Triologie erschien mir übrigens mit etwas heißer Nadel gestrickt...schade
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
arya2505 zu »Philip Pullman: Der goldene Kompass«03.10.2008
Ich liebe es einfach! Ich liebe die darin beschriebene Welt, die Personen, die Dæmon und alles andere. Für mich ist es ein Meisterwerk. Man kann nicht daran rumnörgeln. Es reist einen mit und bleibt spannend bis zum Schluss. Hat man es durch, will man sofort den 2. Teil. Ein wirklich gelungenes Buch.
SordisPretiosa zu »Philip Pullman: Der goldene Kompass«27.09.2008
Meiner Meinung nach ist das Buch mehr als gelungen. Die Kritik von Elena (weiter unten), dass das die Zusammenhänge schwer zu verstehen seien, ist für mich mehr oder weniger eher ein Vorteil. Zu Beginn durchschaut man eben noch nicht alles - das ist doch gut so und hält die Spannung.

Es kommen einige neue Ideen vor, die so nicht in jedem Fantasybuch auftauchen und genau das gefällt mir. Die Daemonen. "unsere" Orte in einer fremden Welt, die darausfolgenden Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Parallelweltenrmantik mit feinem Fantasyschlag also, wenn man so will.

Für mich geht die Geschichte auch in den folgenden Bänden noch spannend weiter und wird noch einen Tick "epischer", vllt sogar kollosaler.

Absolut empfehlenswert, finde ich. Und betreffs der Frage, ob es für Kinder geeignet ist: Naja, was soll ich sagen? Haben nicht die meisten mit 12 schon ihren ersten "richtigen" Horrorromane gelesen, der extremer war als Lyras Abenteuer, und spätestens mit 14 den ersten "Ab 16"-Film geschaut?
Auf jeden Fall sollte man es nicht verbieten, wenn das "Kind" es lesen mag.
dena88 zu »Philip Pullman: Der goldene Kompass«24.08.2008
ich finde das buch einfach nur GROßARTIG!!!
der autor schreibt die geschichte als wäre man selbst ein teil von ihr.
man kann sich richtig in die erzählung hineinversetzten.
ich habe die 3 teile in nicht ganz 5 tagen gelesen, ich konnte einfach nicht mehr aufhören!!!
ich empfehle das allen!!!!die fantasie lieben...
hanna zu »Philip Pullman: Der goldene Kompass«26.05.2008
naja ist mal was anderes!!ich fand das buch auch gut, denke jedoch, dass es auch bessere gibt...man kann es schlecht vergleichen. ich finde aber den schreibstil, die grundidee und charachtere sind ihm sehr gut gelungen. amn sollte es auf jedenfall gelesen haben!!

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