Die zerbrochene Welt von Ralf Isau

Buchvorstellungund Rezension

Die zerbrochene Welt von Ralf Isau

Originalausgabe erschienen 2011, 480 Seiten.ISBN 3-492-70191-4.

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In Kürze:

Berith – eine Welt aus unzähligen Schollen, die durch das Weltall schweben. Als das grausame Volk der Dagonisier die Macht über das ganze Reich an sich reißen will, kommt es zu einem Krieg, der das sonst so friedliche Berith zu zerstören droht. Einzig der Nebelwächter Taramis ist in der Lage, das Blutvergießen zu verhindern. Gemeinsam mit seinen Gefährten, die dem Kreis der Zwölf angehören, setzt er alles daran, den Dagonisiern zuvorzukommen und seine Welt zu retten. Doch Taramis’ Kampf ist nicht nur von schweren Schicksalschlägen begleitet – er führt auch zu den gefählichsten Geheimnissen der zerbrochenen Welt.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Ralf Isau kehrt zu seinen Wurzeln zurück“68

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Es gibt eine Welt, die vor langer, langer Zeit auseinanderbrach. Nein, ich spreche jetzt nicht von der Scheibenwelt, die auf dem Rücken der Schildkröte durch das grenzenlose All schwebt, ich berichte Ihnen von Berith. Seit der Katastrophe treiben die Bruchstücke durch den Äther und auf vielen der Schollen regt sich, aller Wahrscheinlichkeit zum Trotz, intelligentes Leben.

Dabei hat sich die Natur, oder nennen wir sie doch lieber die Gottheit, einiges einfallen lassen, um die Wesen ihrer neuen Umgebung anzupassen. Auf und in amphibischen Schwallern reisen die Bewohner im Ätherischen Meer zwischen den Schollen hin und her, treiben Handel, und, wie kann es auch anders sein, bekämpfen einander.

Taramis, unser Protagonist, ist einer der bekanntesten Helden der Schollen. Als begnadeter Kämpfer hat er sich einen Namen gemacht und als Träger des Ez, des Feuerstabes, der das Herz eines jeden, den er berührt, prüft und abwägt und diejenigen, deren dunkle Seite überwiegt, mit magischem Feuer verbrennt, gilt er als einer der Hoffnungsträger der Welten.

Als sich die Dagonister, kiemenathmende Antische, angeführt von einem Gestaltwandler anschicken, sich die Welten gewaltsam untertan zu machen, und dabei Taramis Geliebte und seine Mutter ermorden, beginnt ein gefährlicher Befreiungskampf, der von unserem Helden und seinen Gefährten alles abverlangt …

Faszinierendes Setting, große Kämpfe und ein Held, der eigentlich keiner ist

Den Leser erwartet eine ganz eigene Weltenschöpfung. Mit akribischer Genauigkeit hat Isau seine Wesen und den im wahrsten Sinne des Wortes phantastischen Handlungsort entworfen, und es dauert eine geraume Weile, bis der Leser sich in dieser mit nichts, das ich kenne, vergleichbaren Welt zurecht findet. Obwohl, vielleicht auch gerade, weil der Plot gleich mit einer packenden Beschreibung eines Kampfes beginnt, wirkt die Darstellung der seltsamen Wesen und der unterschiedlichen Schollen zunächst ein wenig merkwürdig auf den Leser. So etwas hat man, selbst wenn man sich im Fantasy Bereich auskennt, so noch nicht vorgefunden. Hier hat der Autor in einem gigantischen Brainstorming eine wahrhaft neue Umgebung für seine Handlung geschaffen. In diese so ungewöhnlich ausgestaltete Schöpfung setzt er einmal mehr die Geschichte eines Kampfes um Macht.

Nun ist man bei Ralf Isau zwischenzeitlich gewohnt, dass seine neueren Bücher immer auch eine nachdenkliche Botschaft vermitteln. Vorliegend aber folgt der Autor in erster Linie seinem Abenteuer. Das erinnert vage an seine gefeierte Neshan-Trilogie, lässt im letzten Drittel auch einmal Nachdenkliches anklingen, stellt aber die rasante Handlung um eine Rache, um einen Helden, der sich dem Unheil mutig in den Weg stellt, ins Zentrum der Geschichte.

Hier besticht er, neben seinem unbestrittenen sprachlichen Fähigkeiten durch Ideen- und Phantasiereichtum, schildert uns spannend und actionreich das Geschehen, wobei ich persönlich seine nachdenklicheren Romane ein wenig mehr schätze als vorliegendes Buch.

In einem Markt aber, in dem der Leser in erster Linie voller Dramatik unterhalten werden möchte, hat Isau ein starkes Werk vorgelegt, das Leser- wie Händlerwünsche berücksichtigt und zudem immer wieder Isaus ganz eigene Imaginationsfähigkeit aufblitzen lässt.

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