Ralf Isau

Der Autor über sich und sein Werk:

„Meine Bücher sind mehr als Romane, es sind Phantagone: Ich erzähle Geschichten, die mich selbst fesseln, schreibe über Themen, die ich für wichtig halte. Vieles in meinen Romanen mag fantastisch anmuten, doch wer mit offenen Augen durch die Welt geht, wird Wunder entdecken, die sehr viel größer sind als die Phantasiegebilde irgendeines Schriftstellers. In diesem Sinne begreife ich meine Phantastik als Brücke zu den Wundern der realen Welt.“

Ralf Isau, geboren am 1. November 1956 in Berlin, lebt mit seiner Familie in Stuttgart und ist mittlerweile ein sehr populärer deutscher Fantasy-und Kinderbuch-Autor.

Vom Schreiberling zum Computerfreak – und umgekehrt

Bereits als Schüler entwickelte Ralf Isau eine zunehmende Freude am Schreiben. Seine Referate band er zu Büchern und beim Verfassen seiner Aufsätze reichte die Zeit nie aus, um alle Gedanken zu Papier zu bringen. Wenn am Ende der Schulstunde die Pausenglocke schellte, musste irgendwie noch ein passender Schluss her. In dieser Zeit entwickelte sich Ralf Isaus Sinn für Dramatik.

Nach der Schule widersetzte sich Ralf Isau dem Wunsch seines Vaters, zu studieren und er begann eine Ausbildung zum DV-Kaufmann. Danach arbeitete er als Organisationsprogrammierer, PC-Verkäufer, Systemanalytiker, Niederlassungsleiter eines Software-Hauses, Projektmanager und Fachbuchautor für Programmiersprachen. Ab 1996 war Ralf Isau als selbstständiger EDV-Berater tätig, bevor er 2002 den Job zugunsten der Schreiberei endgültig an den Nagel hängte.

Im Jahr 1988 fing Ralf Isau an, die Neschan-Trilogie zu schreiben. Seit einiger Zeit hatte Ralf Isau die Idee zu einer Geschichte im Kopf gehabt. Inzwischen war er Vater einer neunjährigen Tochter und er konnte sich für die kleine Mirjam kein schöneres Geburtstagsgeschenk vorstellen, als ein selbst verfasstes Buch. Der Titel stand bereits sehr früh fest: „Die Träume des Jonathan Jabbok“.

Doch der Hobbyschriftsteller musste bald feststellen, dass er mit dem Werk niemals pünktlich zum Geburtstag seiner Tochter fertig werden würde, denn es hatte sich inzwischen zu einem komplexen Werk entwickelt. So musste also spontan ein weiteres Buch entstehen. Das Märchen „Der Drache Gertrud“ war relativ schnell geschrieben, denn es war nicht so umfangreich. Aus diesem mit Schuhleder selbst gebundenem Büchlein des Vaters Ralf Isau, entstand später sein erstes veröffentlichtes Kinderbuch.

Starthilfe von einem großen Kollegen

Nicht nur Tochter Mirjam bekam eine Ausgabe geschenkt, sondern auch Michael Ende, der 1992 in Stuttgart eine Lesung durchführte. Der vielleicht populärste deutsche Fantasy-Literat gab das kleine Buch an den Thienemann Verlag weiter, der Ralf Isau daraufhin den Vorschlag machte, das Märchen als Bildergeschichte zu veröffentlichen. In einem Brief fragte der Verlag nach, ob er noch mehr auf Lager habe. Und ob, schließlich hatte Isau seit 1988 an „Die Träume des Jonathan Jabbok“ geschrieben. Der Thienemann-Verlag war sogar bereit, ein Risiko einzugehen und diesen komplexen Roman als Trilogie heraus zu bringen. So erschien 1994 „Der Drache Gertrud“ und ein Jahr später der erste Teil der Neschan-Trilogie „Die Träume des Jonathan Jabbok“. Der junge Autor bedankte sich natürlich für die Starthilfe bei seinem berühmten Kollegen und als Antwort erhielt er folgenden Brief:

„Ich freue mich natürlich, dass Ihr Drache nun fliegt und wünsche Ihrer Trilogie den schönsten Erfolg. Wie man sieht, gelingt es doch manchmal, jemand die Steigbügel zu halten.“

2002 entschied Ralf Isau, sich voll und ganz dem Schreiben zu widmen. Außerdem sollte nun auch Fantasy-Literatur für erwachsene Leser zu seinem Repertoire gehören. Da der Thienemann Verlag auf Kinder- und Jugendbücher spezialisiert ist, suchte und fand Ralf Isau mit der Verlagsgruppe Lübbe unter dem Imprint Ehrenwirth einen weiteren Partner, der 2003 sein erstes Fantasy-Buch für Erwachsene „Der silberne Sinn“ heraus brachte.

Glaube und Evolution

Ralf Isau wurde ein tief verwurzelter Glaube an Gott im Elternhaus vermittelt. Der Glaube ist seitdem ein wichtiger Teil seines Lebens, allerdings steht Isau den etablierten Institutionen der Kirche kritisch gegenüber. Die meisten seiner Bücher haben eher wenig mit Glaubensfragen zu tun, jedoch thematisiert das Buch „Die Galerie der Lügen“ die Darwinsche Evolutionstheorie, die Isau zugunsten einer auf Intelligent-Design basierenden Sichtweise ablehnt.

Eva Berschneider

mehr über Ralf Isau:

Phantastisches von Ralf Isau:

  • Kinderbücher
    • (1994) Der Drache Gertrud
    • (2004) Der Leuchtturm in der Wüste
  • andere Bücher
    • (2008) Minik – An den Quellen der Nacht