Die Klinge von Richard Laymon

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 1999unter dem Titel „Cuts“,deutsche Ausgabe erstmals 2014, 432 Seiten.ISBN 3-453-67650-5.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Alte Liebe rostet nicht

Der psychopathische Albert mag Frauen. Doch die Frauen mögen Albert nicht. Unmenschlicher Hass treibt ihn dazu, alle Grenzen hinter sich zu lassen. Albert beginnt einen mörderischen Streifzug durch die USA – immer auf der Suche nach Opfern. In Kalifornien kreuzt sein Weg das Schicksal einer Gruppe junger Intellektueller. Auf einer Halloweenparty treffen alle zusammen – das Blutbad beginnt …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Auch für Hartgesottene verstörend“65

Horror-Rezension von Maria Kusnierz

Albert ist ein psychopathischer Jugendlicher, der nicht viel vom Leben zu erwarten hat, auch nicht von den Frauen. Diese finden Albert nämlich im besten Falle uninteressant.
Die dadurch aufgestaute Wut lässt Albert ungefiltert an seinen Opfern aus- indem er sie kaltblütig absticht.

Die Klinge erzählt, wie Albert, getrieben von seinem Hass auf Frauen, durch die USA reist und eine Spur aus blutigen Leichen zurücklässt. Dabei scheint es dem Erzähler nicht um eine klassische Kriminalgeschichte zu gehen, denn die Suche der Polizei nach dem Mörder wird nur am Rande erwähnt und gründlich vernachlässigt. Hier findet vielmehr die Darstellung einer kranken Natur statt.

Es gibt zwei Handlungsstränge, die sich gegen Ende sauber vereinen. Insgesamt ist der Schreibstil, im Gegensatz zum Geschilderten, fast „klinisch rein“. Alles wirkt kühl und abgeklärt, der Leser empfindet weder mit den Opfern, noch dem Täter Mitleid oder sonst eine Form von Empathie. Die Story ist, ebenso wie die Figuren glatt, wodurch der Lesefluss gewinnt, die Figuren jedoch Schaden nehmen. Man bekommt sie nicht recht zu fassen.

Nicht umsonst hat Heyne diesen Roman in der Hardcore-Reihe veröffentlicht. Die Schilderungen der Taten sind plastisch, die Sprache sehr deutlich, nichts wird „durch die Blume“ geäußert. Das führt zu äußerst verstörenden Bildern. Schon in den ersten Kapiteln dreht sich auch Hartgesottenen mehrfach der Magen um. Wer Snacks zur Lektüre mag, sollte bei diesem Buch darauf verzichten.

Alles in allem eine „saubere Sache“ und wem der Ekelfaktor nicht hoch genug sein kann, dem sei diese Lektüre wärmstens empfohlen. Für alle anderen bleiben 65° Grad.

Ihre Meinung zu »Richard Laymon: Die Klinge«

Janko zu »Richard Laymon: Die Klinge«21.09.2015
Die Klinge von Richard Laymon

Sex, knifes and murder...die generellen Hauptattribute in Richard Laymons Plots. So geht es auch in "Die Klinge" gleich auf den ersten Seiten deftig los. Hier wird bis tief in die Eingeweide gestochert. Ein Horror Thriller, der im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut geht. Moralisch bedenklich bis krankhaft pervers sind Laymons Geschichten und bieten dem geneigten Extrem-Horror-/Thrillerfan dabei Kopfkino pur. Dies ruft der eigentümliche Schreibstil des Autors hervor. Er liest sich gut, er liest sich flüssig und lässt dabei Bilder im Kopf entstehen, die sicherlich nicht jedermanns Sache sind. Lebendig und bildhaft geschrieben, aber auch ebenso kompromisslos und tödlich dargereicht. Tiefgründig schneiden sich, in dem nicht gerade sonderlich geistreichen Plot, nur die Messerattacken ins Fleisch. Die, für Laymon Verhältnisse recht flache Story spielt mit dem Gefühl von Geborgenheit und liebevollen Gedanken, anschließend zertrennt er diese mit scharfer Klinge und würzt sie mit brutaler Gewalt. Ein junger, pubertierender Messerstecher, keine achtzehn Jahre, verbreitet sein Unheil und schneidet sich seinen Weg durch Teile Amerikas. Der geistesgestörte Psychopath, Tierquäler, Mörder, Vergewaltiger, Folterer, Sadist ist bei der Wahl seiner Opfer nicht unbedingt wählerisch. Die schönen, jungen Frauen haben es ihm allerdings besonders angetan. Gäbe es eine FSK Einstufung für Bücher, wären Laymons geistige Ergüsse nicht unter 18 Jahren freigegeben und sind aus selbigem Grund immerhin zum Teil im Heyne Hardcore Verlag erschienen. Es gibt im Prinzip zwei verschiedene Handlungsstränge, die erst im letzten Drittel des Plots allmählich zusammengeführt werden. Die Männerwelt kommt hierbei übrigens auch nicht unbedingt sonderlich gut weg. Aufgrund des Schreibstils wäre ich ja geneigt 90/100 zu geben, da aber die dazugehörige Story auch nicht das kleinste bisschen Tiefgründigkeit bietet, bleibt...
Meine Wertung: 80/100
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