Das Erbe des Greifen - Die Lytar-Chronik 2 von Richard Schwartz

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2007deutsche Ausgabe erstmals 2016, 512 Seiten.ISBN 3-492-28052-8.

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In Kürze:

Der zweite Band der »Lytar-Chronik« von Bestsellerautor Richard Schwartz: Die Lytarianer haben Belior, den Kanzler von Thyrmantor und seine Helfer, die Priester des dunklen Gottes Darkoth in Alt Lytar zwar geschlagen. Aber sie wissen, dass der Kampf um die Macht und die Krone von Lytar deswegen noch lange nicht gewonnen ist. Um für den nächsten Angriff gerüstet zu sein, brauchen die Lytarianer sowohl Verbündete, als auch Zeit und vor allem die magische Kraft der Krone. Fieberhaft trifft das Dorf seine Vorbereitungen und auch die Freunde Tarlon, Garret, Elyra und Argor machen sich zum ersten Mal mit unterschiedlichen Aufgaben und getrennt voneinander auf den Weg, um das ihre dazu beizutragen. Und Stück für Stück erfährt dabei jeder von ihnen, welches Vergehens sich ihre Vorfahren vor Jahrhunderten wirklich schuldig gemacht haben und dass auch die Geschichte ihres Agressors Belior und die ihrer Helferin Meliande vom Silbermond eng damit zusammenhängt …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Götter, Magier und Bösewichte – so muss Fantasy sein“85

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Lytara, die einst so strahlende Metropole und das Reich des Greifen, das sind Begriffe die die Menschen der Länder rund um die verwunschene Stadt nur mehr aus Sagen und Überlieferungen kennen. Vor Jahrhunderten hat Lytar die ganze Welt beherrscht. Ihre Magie und ihre technischen Errungenschaften aber haben die Bewohner ihr Menschsein vergessen lassen. Gottgleich wollten sie sein, eingebildet und arrogant aber waren die Herrschenden.

Als es dann zum Zwist der Zwillinge über die Herrschaftswürde kam und sich Prinz Belior selbst zum Herrscher ausrief, versank das Reich in Schutt und Asche. Die Tempel der Göttin Mistral wurden geschändet, ihre Priesterinnen grausam gemeuchelt, selbst seiner leiblichen Schwester trachtete der Prinz nach dem Leben. Ein Strafgericht ohnegleichen ging hernach über der Küstenstadt Lytar nieder.

Seitdem sind viele Generationen vergangen, Jahrhunderte, in denen die wenigen Flüchtlinge abschieden in einem Hochtal lebend, als friedvolle Bauern ihr Dasein fristeten. Doch jetzt erhebt das Böse sein Haupt erneut. Kanzler Belior von Thyrmator entsendet Heerscharen in das ehemaligen Reich des Greifen um dort nach der verschollenen Krone von Lytar zu suchen. Nur mit diesem magischen Kleinod vermag der Despot die Götter selbst im Auftrag seines dunklen Gottes Darkoth in die Knie zu zwingen.

Die unschlagbare Armee des Kanzlers trifft auf Widerstand. Eine Gruppe junger Dorfbewohner stellt sich ihrem Erbe – und bringt den Truppen des Kanzlers eine erste, vernichtende Niederlage bei.

Der zweite Angriff der Truppen und der dunklen Priester Darkoths gilt, das wissen alle, der Küstenstadt Berendall. Mit deren Eroberung wäre der Landweg gen Lytar frei, und potentielle Verbündete des Greifen ausgeschaltet.

Nach und nach treffen alle Parteien in und um die stark befestigte Stadt ein. Während der Paladin des Kanzlers sich auf ein zahlenmächtig weit überlegenes und gut ausgebildetes Heer sowie seinen Drachen stützen kann, wuchern unsere Helden mit dem ungebrochenen Nimbus des alten Reiches. Leibeigene und Bauern, Fischer und Handwerker, sie alle fühlen sich als Nachkommen des Greifen, und so genügt ein Funke, um Patriotismus und Widerstand gegen die Invasoren zu entfachen. Doch wird dies gegen den übermächtigen Gegner, der zudem auf die echsenartigen Kronoks baut, reichen?

Als der Hohepriester Darkoths mit schwarzer Magie zum Sturm auf die Feste bläst, zeigt sich, dass auch unsere Helden nicht ohne göttlichen Beistand sind, und dass sie unerwartete Verbündete in den Reihen ihrer Gegner haben …

Eine deutliche Steigerung gegenüber dem ersten Band bringt uns einen Fantasy-Pageturner

Richard Schwartz, der unter Pseudonym die ersten beiden Teile der Lythar-Trilogie zunächst im Hardcover, später als Taschenbücher veröffentlicht hat, hat gegenüber dem ersten Band vorliegend ein deutlich höheres Tempo angeschlagen.

Nachdem die Grundsituation eingeführt ist, erste geschichtliche Geheimnisse gelüftet wurden und die Handelnden vorgestellt sind geht es nun mit Volldampf auf ins Abenteuer. Dabei lässt der Autor auch diesmal alles einfliessen, was der Freund spannender Fantasy-Abenteuer von seinem Buch erwartet. Es gibt Prophezeiungen, sich einmischende Götter und Magier, dazu mutige Helden und finstere Bösewichter zuhauf.

Auffallend, dass es dem Autor mit leichter Hand gelingt, vielschichtige und sich verändernde Charaktere zu schaffen, nie ist man sicher, ob sich eine Figur im Verlauf des Romans nicht noch dreht, selbst der Paladin des Kanzlers, eigentlich der Bösewicht schlechthin, wird differenziert als ehrbarer Soldat dargestellt.

Ähnlich, wie bei seiner anderen grossen Fantasy-Reihe auch, neigt der Autor dazu seine Handlung ausufern zu lassen. Was als Einzelroman mit einer potentiellen Fortsetzung begann, das zieht immer weitere Kreise. Ob es bei der Begrenzung auf eine Trilogie verbleibt, wage ich einmal vorsichtig zu bezweifeln. Und in diesem Falle ist das gut so.

Statt dass es angesichts ständig neuer Schauplätze und frischer Figuren zu Ermüdungserscheinungen bei Leser kommt, zeigt sich die Welt und ihre Geschichte in immer faszinierenderen Einzelheiten. Hier wächst vor den Augen des Lesers eine ebenso dezidierte, wie durchdachte Weltenschöpfung heran, in der sich die Details zu immer neuen, spannenden Bildern fügen, in denen jede Andeutung ihren Platz findet, zu weiteren Ereignissen führt und in der Rückschau oftmals überraschende Bedeutung findet.

Als besonderen Kniff wirkt dabei die Weise, wie der Autor uns die Geschehnisse durch die Schilderung eines Barden aus der Zukunft der erzählten Handlung nahebringt. In pointierten, unterhaltsamen Anmerkungen und Reflektionen rückt er hier so manches grade, erläutert und bewertet er en passent und amüsant zu lesen die Geschehnisse.

Insgesamt gesehen hat nicht nur das Tempo zugenommen, auch die verschachtelte Handlung verlangt dem Leser deutlich mehr ab. Es gilt mitzudenken, mitzuraten, man kann nicht aussen stehender, unbeteiligter Beobachter bleiben, sondern muss Stellung beziehen. Bot der Auftaktroman noch zwar spannend und flüssig lesbares Abenteuergarn, doch für meinen Geschmack zu wenig eigenständige Ideen, legt Schwartz hier deutlich nach. Vor den Augen des Rezipienten entfaltet sich eine eigene Schöpfung, die sich in die Weltengebilde eines Raymond Feist oder David Eddings nahtlos einreiht.

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