Das erste Horn von Richard Schwartz

Buchvorstellungund Rezension

Das erste Horn von Richard Schwartz

Originalausgabe erschienen 2006, 397 Seiten.ISBN 3-492-26606-1.

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In Kürze:

Ein verschneiter Gasthof im hohen Norden: Havald, ein Krieger aus dem Reich Letasan, kehrt in dem abgeschiedenen Wirtshaus „;Zum Hammerkopf“; ein. Auch die undurchsichtige Magierin Leandra verschlägt es hierher. Die beiden ahnen nicht, dass sich unter dem Gasthof uralte Kraftlinien kreuzen. Als der eisige Winter das Gebäude vollständig von der Außenwelt abschneidet, bricht Entsetzen aus: Ein blutiger Mord deutet darauf hin, dass im Verborgenen eine Bestie lauert. Doch wem können Havald und Leandra trauen? Die Spuren führen in das sagenhafte, untergegangene Reich Askir…Ein sensationelles Debüt mit einer intensiven, beklemmenden Atmosphäre, die in der Fantasy ihresgleichen sucht.

Das meint phantastik-couch.de: „;Ein neuer Autor deutscher Zunge stellt sich vor“;78

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Eingeschlossen in einer Bergefste

Die Geschichte beginnt damit, dass eine zauberkundige Elfe mit ihrem magischen Schwert einen Gasthof unterhalb eines unwirtlichen Gebirgspasses betritt. Seit Jahrhunderten wird eine alte, verlassene Befestigung des sagenumwobenen Reiches Askir als Schutz und Rast genutzt. Einen solch harschen Wintereinbruch wie dieses Jahr aber hat auch der Wirt, dessen Familie die Herberge seit Generationen betreibt noch nie erlebt. Von den Schneemassen eingeschlossen, von der klirrenden, widernatürlichen Kälte gefangen gesetzt treffen im Inneren des geheimnisvollen Bauwerks Menschen, Elfen und Magier aufeinander.

Was sich zunächst als lästiges Ärgernis anliess, das entwickelt nur zu bald eine verhängnisvolle Eigendynamik. Havald, ein alternder Krieger hinter dem sich, wie bei den Meisten der Anwesenden mehr versteckt als zunächst ersichtlich ist, wollte eigentlich nur friedlich bei einem Glas Glühwein auf seinen Tod warten. Doch dann wird einer der Herbergsburschen von einem Werwolf ermordet. Die Suche nach dem Täter bringt Havald und die zauberkundige Elfe Leandra einander näher. Schnell wird deutlich, dass die meisten der Eingeschlossenen etwas zu verbergen habe. Eine Dunkelelfe – ausgebildet sowohl in der Heilkunst wie in der Kunst des Folterns, ein brutaler Räuberhauptmann und seine Bande, einfache Mienenarbeiter auf dem Weg nach Hause, Händler und deren Wächter, sie alle spielen, vom ewigen Schnee eingeschlossen, ihre undurchsichtige Rolle. Als der Schuldige des Mordes, ein Mienenarbeiter entdeckt und getötet wird, sollte sich die Situation beruhigen, doch dann sterben weitere Menschen, und das alte Gemäuer offenbart finstere Geheimnisse voller magischer Macht und verschollener Schätze.

Alte Geheimnisse zeigen ihre Wirkung

Tief unter dem Keller des Herbergsturms liegt eine alte, magische Kultstätte versteckt. Vor Jahrhunderten wurden die Elitetruppen des Kaiserreichs Askir hierher entsandt, um die von untoten Zwergen bewachte Kreuzung magischer Feldlinien für das Reich zu sichern. Verrat aus den eigenen Reihen liess die Mission damals scheitern. Jetzt, Jahrhunderte später, hat etwas die uralten Kräfte geweckt, der unnatürliche Sturm und die Manifestationen in der ehemaligen Zitadelle sind nur erste Hinweise auf Kräfte, die die Welt vernichten könnten. Der durch den Gebrauch seines Schwertes mit ewiger Jugend verfluchte Havald stellt eine ungewöhnliche Expedition zusammen. Zusammen der Dunkelelfe, Wächtern, einer der Töchter des Wirts in die der Geist einer der Söldnerinnen Askirs gefahren ist und weiteren Helfern machen er sich auf, den flüchtigen Verräter zu verfolgen. Die Spur führt sie tief unter das Gebirge, vorbei an tückischen Fallen Zwergischer Ingenieurkunst bis hin zum ehemaligen Hochaltar eines Wolfskults – dem Kreuzpunkt der magischen Linien. Doch werden ihr vereinte Kräfte reichen, den uralten Magier im Zentrum seiner Kräfte zum Straucheln zu bringen?

Richard Schwartz, so weiss der verlagsseitige Waschzettel zu berichten, ist ein Newcomer auf dem phantastischen Romanparkett. Aus der Rollenspiel-Szene kommend, legt er mit diesem Roman sein Debut vor.

Selbstbeschränkung statt detailverliebter Welt

Ungleich vielen anderen jungen Autoren versucht er seine Leser nicht mit einer minutiös durchgeplanten Welt förmlich zu erschlagen, sondern konzentriert seine Handlung auf einen streng eingegrenzten Bereich. Eine eingeschneite alte Herberge im Gebirge, arg viel mehr erfahren wir über die Welt kaum. Zwar gibt es erste weiterführende Hinweise, über die Besiedelung der Länder durch das verschollene, sagenumwobene Reich Askir und über einen aktuellen Konflikt doch alles weitere bleibt im Verborgenen.

Und doch langte das Wenige aus, damit Schwartz mich über fast 400 Seiten förmlich an die Seiten bannte. Nicht grosse Landschaftsgemälde oder phantatsische Settings sind es, nicht eine minutiös und in sich logisch aufgebaute Pseudo-Historie die mich die Seiten voller Spannung umblättern lies, sondern die beschriebenen Personen und ihre Geheimnisse wussten zu faszinieren. Schon der Beginn des Romans ist exemplarisch. Eine betörend attraktive Elfin kommt in einen Gastraum, und sorgt sorgt gleich für klare Verhältnisse. Sie stellt sich und ihr magisches Schwert vor, dünstet förmlich durch jede ihrer Poren den Geruch von Gefahr aus. Was führt diese Kämpferin in die abgelegene Herberge, wie kam sie zu der Waffe? Oder der ergraute, müde Havald. Der alte Kämpfer sehnt sich nach der ewigen Ruhe des Grabes. Weder Glühwein noch der Anblick einer schönen Frau vermag ihn zu wärmen, so dachte er zumindest. Die Liste liesse sich beliebig fortsetzen. Die Dunkelelfin, der Händler, der Wirt, sie alle umgibt ein Fluidum des Rätselhaften, das sie für den Leser interessant macht. Man ahnt, ja weiss, dass sich mehr hinter den zunächst oberflächlich, ja stereotyp auftretenden Gestalten verbirgt. Das sind oftmals nur geschickt eingefädelte Kleinigkeiten, die nicht ins zunächst so klare Bild passen, die kaum auffallen, aber eben deshalb die Aufmerksamkeit des Lesers wecken.

Von der Zusammensetzung ähnelt vieles den bekannten Rollenspiel-Szenarien, nur um dann doch eigene Wege zu gehen. Mit zunehmender Dauer wandeln sich die Figuren, und rücken dann die Geheimnisse ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Zunächst scheinen diese nicht viel miteinander zu tun zu haben. Nach und nach erfahren wir dann mehr über unsere Gestalten, dann über die Historie der ehemaligen Feste. Und plötzlich beginnen sich die Elemente wie bei einem Puzzle zueinander zu gesellen. Erst in der Nachschau wird dann deutlich, wie geschickt der Autor hier geplant hat, so dass sich die Teile in sich logisch und doch überraschend ineinander fügen. Zusammengehalten wird das Ganze durch die sehr intensiv beschriebene Stimmung des auf einen kleinen Raum zusammengepferchten Gäste, die durch einen Unbekannten oder einen Fluch bedroht werden. Hier hat es Schwartz sehr gut verstanden die Atmosphäre der Beklemmung, die durch die Abgeschlossenheit der Feste durch das diese einigelnde Eis und die Bedrohung durch den Unbekannten entsteht festzuhalten. Die Sitten verrohen zusehends, es bilden sich einander misstrauisch gegenüberstehende Gruppen, es kommt zu Anfeindungen und ersten tätlichen Übergriffen. Psychologisch dicht wird insbesondere die zunehmende Furcht gerade auch unter den Wirtstöchtern geschildert. Die Spannungskurve nimmt ständig zu, bevor diese in einem actionreichen Finale eine befriedigende Auflösung erfährt.

Der erste Band der Geheimnisse von Askir zeigt uns einen Autor, der es geschickt verstanden hat gewohnte Fantasy-Szenarien aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel zu beleuchten, der atmosphärisch dicht zu erzählen weiss und dessen Figuren uns zu fesseln vermochten. Ein sehr gelungenes Debut das auf mehr aus seiner Feder hoffen lässt.

Ihre Meinung zu »Richard Schwartz: Das erste Horn«

Frank Voigt zu »Richard Schwartz: Das erste Horn«03.09.2016
Ich hatte schwertkämpfe , Magie und Spannung, al la , die Zwerge oder Elfenromane erwartet ?! Wer das hier sucht wird bitter enttäuscht sein !! Wer allerdings auf einen Krimi mit einem müden Colombo aus dem Mittelalter, steht , kommt hier voll auf seine Kosten ! Es wird viel beschrieben aber es passiert wenig , zumindest für die Leser welche auf Action stehen !! Unser Held oder Antiheld , erklärt ständig wie alt er ist und überall Schmerzen hat . Hmm, ein echter Hero sieht anders aus ?! Ich war auf alle Fälle sehr enttäuscht habe es jedoch bis zum Ende gelesen weil ich hoffte es wird schon noch etwas abenteuerliches passieren aber dies hielt sich in Grenzen , leider !
Fabian zu »Richard Schwartz: Das erste Horn«19.08.2015
Die Charaktere dieser gesamten Geschichte haben alle eines gemeinsam: man meint sie werden im nächsten Moment lebendig.
Seit Jahren die beste Fantasy Serie die ich gelesen habe und muss in ihrer Einzigartigkeit den Vergleich mit Herr der Ringe und anderen großen Werken nicht scheuen.
Die Story ist lebendig und in sich stimmig und enthält alles was eine gute Geschichte ausmacht: Eine Riesenportion Spannung, detailgetreue Beschreibungen und eine gut ausgewogene Mischung aus Romantik und auch Humor.
Fazit: Ein rundum gelungenes Werk, dass seinesgleichen sucht
Pashmina zu »Richard Schwartz: Das erste Horn«09.08.2012
Ich habe die Hörspielversion von Audible gehört (gibt's kostenlos, einfach mal nach dem Gutscheincode googlen). Der Sprecher ist wirklich sehr gut, er spricht alle Personen mit einer einzigartigen Stimme, benutzt die dieselben Tonlagen und es klingt auch nicht lächerlich, wenn er Frauen spricht oder so. Leider habe ich seinen Namen vergessen.
Die Geschichte ist sehr gut gelungen, finde ich, manche Stellen tendieren schon zum Krimi, und das finde ich faszinierend. Andere Stellen brachten mich zum Schmunzeln, ohne gezwungen witzig zu sein. Zum Beispiel die Erklärung der Magie, die schon fast thermodynamische Züge zeigt. Die Handlung ist sehr gut aufgeteilt und unerwartet, bisher habe ich noch kein Fantasy-Roman gelesen, der nur an einem stationären Ort spielte. Das Ende war spannend und es gab keine Plotlöcher, alles war stimmig. Nur Janos' Ende hat mich ein wenig verwirrt, das passte meiner Meinung nach nicht so/war unnötig.
Aber ansonsten bin ich sehr zufrieden damit, vor allem, dass ich noch nicht mal etwas zahlen musste!
rolandreis zu »Richard Schwartz: Das erste Horn«20.03.2012
Der Auftakt zu dieser Serie ist ein fantastisches Abenteuer mit
kriminalistischen Zügen. Man weiß zu Beginn nicht sofort, worauf das Buch
hinauslaufen wird, was aber einen besonderen Reiz ausmacht. Der Autor legt sehr
viel Wert auf die Formung der Charaktere und lässt so obwohl die Handlung nur an
einem einzigen Ort spielt keine Langeweile aufkommen. Die Dialoge waren
erfrischen neu, nicht so klischeebeladen wie in anderen Fantasybüchern, wo
Dunkelelfen grundsätzlich böse sind und ihre Kameraden in einen Hinterhalt
locken, oder Elfen wahnsinnig gütig und weise sind. Allerdings muss ich auch
sagen, das das Ende sehr kurz geraten ist. Ganz schnel und plötzlich ist der
Böse besiegt, alle leben wieder und sind putzmunter. Trotzdem tut dies dem
Lesevergnügen keinen Abbruch und wer gerne Fantasy liest und mal etwas neues
lesen will, ist hier genau richtig. Ich werde sicher den zweiten Band lesen, um
zu sehen wie es weitergeht.
raz_alghul zu »Richard Schwartz: Das erste Horn«01.10.2010
Super Fantasy-Literatur mit sehr dichter Atmosphäre. Richard Schwartz versteht es den Leser förmlich in die Enge des eingeschneiten Gasthofs hineinzuziehen, wobei vor allem die Ich-Perspektive von Havald in der das Buch geschrieben ist beiträgt. Das Buch ist durchgehend spannend bis zum Schluss und überrascht mit einigen Wendungen. Mich hat es so in den Bann gezogen, dass ich innerhalb kürzester Zeit den gesamten Askir-Zyklus verschlungen habe.
Bluerose zu »Richard Schwartz: Das erste Horn«30.05.2009
Dies ist die erste Serie seit meiner Augenerkrankung, die ich jetzt zum 2. Mal lese. Ein besseres Kompliment kann ich nicht machen. Spannung pur, ausgefeilte Charaktere, immer wieder überraschende Wendungen, eine wunderbar detailliert ausgearbeitete Welt, Herz was willst du mehr! Ich freue mich schon auf Teil 5 :-)
GoTo zu »Richard Schwartz: Das erste Horn«20.04.2009
Ich find die Reihe einfach nur der Wahnsinnn.
Zählt zu den besten was ich je gelesen hab.

Wie der erste und der 2te Teil geschrieben ist ist einfach nur wahnsinn noch nie zuvor wurde ich von einem Buch so gefesselt und ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen.

Ab den 3ten Buch war die Geschichte immer noch Fantastisch und fesselnd aber nicht mehr in diesen seltsamen Schreibtstil geschrieben.

Freu mich schon auf den nächsten Teil und bin das warten bissle Leid^^
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Chiron zu »Richard Schwartz: Das erste Horn«06.05.2008
Motoviert durch die vielen positiven Kritiken habe ich gleich alle vier Bände auf einmal gekauft.
Und dann habe ich zwei Anläufe gebraucht, um wirklich mit dem Lesen zu beginnen. Die erste Seite beginnt so unglaublich klischeehaft und bekannt, dass ich das Buch weglegte und dachte: Wieder einmal - wo habe ich das schon alles gelesen? Held sieht Heldin mit Schwert, blond, Kämpferin usw....
Eine Woche später, beim zweiten Versuch (diemal sehr voreingenommen), hat sich dann alles doch anders entwickelt, als gedacht und die Spannung hat sich bis zum Schluß gesteigert.
Zusammenfassend kann man sagen, dass trotz sämtlicher bekannter Zutaten (Rassen, Könige, Zauberschwerter usw.) etwas völlig Neues und Eigenständiges entstanden ist, dass einen bis zum Schluß in Atem hält - eine Figur wirkt nicht ganz glaubwürdig und irgendwie "umgebastelt", stört aber nicht weiter.
Einziger Minuspunkt: Das Ende wirkt wie eine seichte Zugabe.
Also: lesenswert, spannend, mit Augenzwinkern geschrieben - ich werde mich so schnell als möglich durch die nächsten Bände lesen!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Angelika Wolf zu »Richard Schwartz: Das erste Horn«20.10.2007
Ich habe alle bisher erschienenen Bände (3) verschlungen. Am Anfang des ersten Bandes war ich durch irgendetwas irritiert. Ob es nun der Schreibstil oder die Geschichte waren, weiß ich nicht. Die Handlung und die Charaktere sind wunderbar geschildert. Ich hatte immer wieder so Momente in denen ich mir einfach nur dachte: "Coooool..." oder ich musste lachen. Manchmal musste ich auch die eine oder andere Träne wegwischen.
Sowohl ich als auch eine Freundin von mir könnten sofort 10 weitere Bücher davon lesen!!!
D. zu »Richard Schwartz: Das erste Horn«06.09.2007
Soviel Spannung und Kurzweil bietet selten ein Buch. Ich war von der ersten bis zur letzten Seite von diesem Buch überzeugt. Ein echter Pageturner. Charaktere zum verlieben und eine wunderschöne Storyline. Pflichtkauf.

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