Der Duft des Blutes von Rike Speemann

Buchvorstellungund Rezension

Der Duft des Blutes von Rike Speemann

Originalausgabe erschienen 2003, 383 Seiten.ISBN 3802581474.

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In Kürze:

An einem Spätsommerabend erwacht Peter von Borgo in seinem Versteck in der Hamburger Speicherstadt. Das wäre an sich nichts Ungewöhnliches, doch Peter von Borgo hat bereits vor 350 Jahren gelebt und braucht nun frisches Blut! Direkt unter seinem Fenster wird eine Frauenleiche aus dem Wasser gezogen, und Kommissarin Sabine Berner muss diesen komplizierten Fall lösen. Peter bleibt Sabine bei ihren Ermittlungen dicht auf den Fersen …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Ein Vampir verliebt sich in eine Kommissarin“70

Fantasy-Rezension von Jörg Kijanski

In der Hamburger Speicherstadt wird eine Leiche entdeckt. Als die Kriminalpolistin Sabine Berner vor Ort erscheint, ist auch das Interesse von Peter von Borgo geweckt, denn Sabine erinnert ihn an seine bisher einzige große Liebe. Doch diese tötete er im Übermut in ihrer vermeintlich ersten gemeinsamen Nacht als er ihr zur Unsterblichkeit verhelfen wollte. Von Borgo wurde 1610 in Wien geboren und schlägt sich seit dem Jahr 1800 in Hamburg als Vampir durchs Leben. Bei der jungen Kommissarin will von Borgo seinen Fehler von damals wieder gut machen und seinen Genuss perfektionieren.

Als wenig später eine Prostituierte mit ihrer kleinen Tochter verschwindet beschließt von Borgo, die Gelegenheit zu nutzen, um Sabine näher zu kommen und ihr bei ihren Ermittlungen zu helfen. Nachdem er die Prostituierte ermordet in einem Waldstück auffindet, nimmt er anonym Kontakt zu Sabine auf und gibt ihr einen Hinweis. Doch als Sabine in ihrer Wohnung ein zweites Schreiben vorfindet, alarmiert sie ihre Kollegen, denn wie konnte dieses Schreiben in ihre verschlossene Wohnung gelangen? Zunehmend gibt sich von Borgo offen gegenüber Sabine zu erkennen, wobei er sich als Privatdetektiv ausgibt. Sabine stellt nach und nach Ermittlungen über den seltsamen Mann an, der immer wieder wie aus dem Nichts plötzlich an ihrer Seite auftaucht. Stetig wächst in Sabine der Verdacht, dass der so hilfsbereit und freundlich erscheinende von Borgo direkt mit den Mordfällen zu tun haben könnte…

Ulrike Schweikert alias Rike Speemann schreibt eine leicht konsumierbare Vampirstory

„;Die Tochter des Salzsieders“; war einer der großen bisherigen Erfolge von Ulrike Schweikert, die sich hinter dem Pseudonym Rike Speemann (den Nachnamen hat sie von ihrem Ehemann „;entliehen“;) verbirgt und so ist natürlich die Erwartungshaltung von vornherein recht groß. Doch dieser kann Speemann alias Schweikert mit dem vorliegenden Vampir-Roman nicht ganz gerecht werden. Sicher, wer auf dem Weg zur Arbeit oder in der Badewanne einfache Literatur zum Entspannen sucht, der ist hier genau richtig. Die Idee, ein Vampir verliebt sich in eine Polizistin, ist originell und überdies bietet der Roman durchgehend kurzweilige Unterhaltung. Allerdings bedient die Autorin zu viele Klischees und die Auflösung des „;Krimi-Plots“; ist auch alles andere als innovativ, um es mal freundlich zu umschreiben.

Aus dem Leben eines Vampirs

Die Charaktere dieses Romans sind alle sehr oberflächlich, lediglich bei Peter von Borgo gibt sich die Autorin Mühe, den langen Weg eines Vampirlebens aufzuzeichnen. Aber wie lebt ein Vampir im Hamburg des 21. Jahrhunderts eigentlich (und warum wird noch immer mit der guten alten Mark gezahlt?? Aua!)?  Klar, nach Einbruch der Dämmerung geht es raus aus dem Sarg, um sich mit frischem Blut zu stärken. Dabei lässt von Borgo seine Opfer klugerweise jedoch alle überleben, da ihm sonst bei seinem täglichen, pardon, nächtlichen Durst, die gesamte Hamburger Polizei auf den Fersen wäre. Dies dürfte allerdings auch nicht weiter tragisch sein, denn ein Vampir ist ja bekanntlich nahezu unsterblich. Schwere Wunden, beispielsweise hervorgerufen durch Schusswaffen, schwächen ihn zwar, doch nach einem Tag Sargruhe ist alles wieder so wie vorher. Fast ein perfektes Leben für von Borgo, wäre er nur nicht so einsam.

Hervorragendes Katz-und Mausspiel

Das Katz-und-Maus-Spiel, welches die Autorin hier aufzieht ist gut gelungen und bietet den eigentlichen Lesegenuss, denn der als Hitnergrund dienende Krimiplot ist nur beegrenzt spannend, von der Auflösung ganz zu schweigen. Auch sprachlich lässt die Autorin besonders im letzten Drittel ein wenig zu wünschen übrig, allzuoft wird (nur als Beispiel) Sabine als „;junge Frau“; bezeichnet. Wie sich jedoch von Borgo der Kommissarin immer weiter nähert und urplötzlich immer wieder neben ihr auftaucht, ist einfach nett zu lesen. So stellt sich an der ein oder anderen Stelle denn auch ein leichtes Schmunzeln beim Leser ein, wenngleich Sabines Reaktionen oftmals nicht nachvollziehbar sind.

In Zukunft bitte mehr eigene Ideen

„;Der Duft des Blutes“; ist ein durchaus gelungener Roman dessen Schwäche weitgehend darin besteht, dass die Autorin nahezu alle bekannten Vampir-Klischees bedient, ohne dabei das Genre nachhaltig weiterzuentwickeln. Vielleicht gelingt ihr das ja mit dem Nachfolger „;Feuer der Rache“;.

Ihre Meinung zu »Rike Speemann: Der Duft des Blutes«

asta zu »Rike Speemann: Der Duft des Blutes«28.08.2009
Ich teile die Meinung von Tedesca, absolut! Ich bin eine echte Hamburgerin und habe mich sehr gefreut endlich eine deutsche Schriftstellerin in der trendigen Literatur: Vampir/Gestaltwandler/Unsterbliche zu finden. Leider muss ich gestehen, dass ich mich dazu gezwungen habe, dass Buch bis zum Ende zu lesen. Allein die ersten Seiten, auf der Ulrike Schweikert so häufig Hamburger Plattdeutsch einsetzt, haben mich schockiert. Wenn meine Großmutter noch leben würde, hätte sie vielleicht noch hin und wieder so gesprochen, selbst einer Heidi Kabel kann ich das noch abnehmen, aber einem gestandenen Kriminalinspektor - no and never!
Witzigerweise lebe ich genau in der Straße über die sie so viel geschrieben hat: die Lange Reihe im Herzen St. Georgs. Einige ihrer beschriebenen Läden gibt es tatsächlich noch, allerdings nur wenige. Bis so ein Buch erscheint, hat sich einiges geändert, deshalb sollte man vorsichtig sein, mit allzu detailverliebter Recherche. Schlicht: nicht nur die Story hat mich maßlos enttäuscht, sondern auch der Rahmen. Schade, aber ich habe gehört, dass ihr Buch Nosferatu besser sein soll. Wenn ich mich von diesem Schlag erholt habe, lese ich es vielleicht einmal.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Loretta200 zu »Rike Speemann: Der Duft des Blutes«07.10.2008
Ich finde das dieses Buch sehr schön ist. Auch wenn die Figuren ein bisschen farblos sind. Ich finde es gut das, das buch einen offenen Schluss hat, da sich dann jeder Leser sich einen Schluss ausdenken kann.


Ich hoffe das sich mein Text da oben entziffern lässt da er vin den Fingern einer 14-jährigen geschrieben wurde. ;-)
tedesca zu »Rike Speemann: Der Duft des Blutes«25.07.2008
Leider hält das Buch nicht einmal im Ansatz was es verspricht. Die Figuren sind farblos, der Vampir entspricht aber auch jedem Klischee, die Handlung ist vorhersehbar, seicht und langweilig, und die endlosen Trips durch Hamburg gehören wohl eher in einen Reiseführer als einen Vampirkrimi. Nicht einmal die wenigen Erotikszenen erzeugen ein leises Knistern, die regen eher zum Einschlafen an.

Ich war sehr enttäuscht, weil ich mich eigentlich gefreut hatte, endlich mal ein Vampirbuch zu lesen, dass nicht in den USA oder in England spielt. Schade!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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