Pharma von Rip Gerber

Buchvorstellungund Rezension

Pharma von Rip Gerber

Originalausgabe erschienen 2007unter dem Titel „Pharma“,deutsche Ausgabe erstmals 2007, 511 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von Thomas A. Merk.

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In Kürze:

Im tiefsten brasilianischen Urwald werden Menschen plötzlich von Pflanzen attackiert: Eine riesige Venusfliegenfalle verschlingt eine Touristin und die Wissenschaftlerin Susan wird von einer wild wuchernden Schlingpflanze fast erwürgt. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Ben untersucht sie die mutierten Pflanzen – und kommt einem fürchterlichen Geheimnis auf die Spur …

Das meint Phantastik-Couch.de: „;Liebling, hast du die Blumen gegossen?“;53

Mystery-Rezension von Marcel Buelles

Ein US-amerikanischer Pharmakonzern unterhält ein Labor im südamerikanischen Dschungel. Die Grundlagenforschung für wegweisende Medikamente aus Pflanzenextrakten war früher ein vielversprechendes Unterfangen, doch mittlerweile stimmen die Zahlen nicht mehr und synthetische Heilmittel lassen sich leichter und unter bequemeren Umständen als kleinen Hütten im Amazonas-Gebiet herstellen. Als aber ein Touristenpärchen unter mysteriösen Umständen von einer gigantischen Venusfliegenfalle angegriffen wird, überschlagen sich die Ereignisse.

„;Ein rasanter Wissenschafts-Thriller von erschreckender Aktualität“;?

Diese Aussage findet sich auf der Buchrückseite von Rip Gerbers Buch Pharma und deutet an, worum es sich bei seinem Thriller handelt. Ein verantwortungslos agierender Großkonzern konzentriert sich auf wenige, aber lukrative Medikamente, die sich zu Millionengewinnen verarbeiten lassen. Grundlagenforschung, gerade wenn es um die Gewinnung von Wirkstoffen aus obskuren Pflanzen geht, die nur wenigen Menschen bei sehr seltenen Krankheiten Heilung versprechen würden, lohnt sich nicht. Der Zusammenschluß mit einem Konkurrenten steht bevor und es werden alle verlustreichen Unternehmungen auf den Prüfstand gestellt, die man zur Verbesserung des eigenen Verkaufswerts noch schnell abstoßen will. Dazu gehört auch das Labor im brasilianischen Urwald, in dem die Wissenschaftler Ben Maxwell und Susan Plotkin Grundlagenforschung betreiben, aber kurz vor der Schließung ihres unrentablen Labors stehen. Als in der Konzernzentrale ein wichtiger Mitarbeiter, der mit dieser Forschungsstätte zu tun hatte, ermordet wird, bricht ein Chaos los, das keiner der Beteiligten vorhergesehen hatte.

Das Labor in Somba hatte lange Zeit erfolgreich geforscht und im „;Projekt Dorothy“; einen Wirkstoff gegen Progerie entwickelt, eine seltene Krankheit, bei der der menschliche Alterungsprozeß erheblich beschleunigt ist und ihre Opfer sehr früh sterben. Die damals tätigen Wissenschaftler hatten aber von einem Tag auf den anderen alle Unterlagen vernichtet und waren spurlos verschwunden. Der herbe Rückschlag für die Unternehmung im brasilianischen Dschungel hatte Plotkin und Maxwell gezwungen, gegen widrige Umstände der Konzernspitze zu erklären, warum sie das Labor überhaupt noch unterhalten sollte. Als sie Pflanzen finden, deren Wachstum so rasch beschleunigt ist, daß sie binnen kürzester Zeit um Meter wachsen können, glauben die beiden endlich den Trumpf gefunden zu haben, mit dem sie die Schließung verhindern können. An diesen Pflanzen haben aber noch ganz andere Leute Interesse.

Eine gigantische Venusfliegenfalle kommt selten allein

Somba hat das Interesse von Roberto Hopkins erweckt, der die Macht in dieser Gegend des brasilianischen Urwalds inne hat. Er zieht die Fäden bei allem, was in Manacapuru geschieht, der Stadt, die dem Forschungslabor am nahesten liegt. Als er von den Angriffen auf Menschen hört, die von rasch wachsenden Pflanzen durchgeführt werden, richtet er sein Augenmerk auf Somba und übernimmt es, bevor die Wissenschaftler oder der Konzern etwas dagegen tun können. Sein Interesse gilt dem Wirkstoff, den die Forscher gegen Progerie entwickelt hatten, denn seine Tochter war daran erkrankt – und gab dem „;Projekt Dorothy“; seinen Namen. Seit langem kämpft er schon gegen den Raubbau am Dschungel, verfolgt aber scheinbar noch andere Ziele, die im Verborgenen liegen. Ein Vorstandsmitglied des Großkonzerns kommt aus den USA, um Wissenschaftler und Labor wieder in dessen Besitz zu  bringen und handelt mit Hopkins einen Deal aus, der alle zufrieden stellen soll. Was Plotkin, Maxwell und sein Sohn Jack, ein verzehnjähriger Computerhacker zu Besuch in Brasilien, nicht wissen ist, daß der Deal auf ihre Kosten gehen soll.

Pharmakonzerne, ihr sprichwörtlich schlechter Ruf und der Raubbau am Amazonas

„;Erschreckende Aktualität“; ist das Stichwort, um das sich Gerbers Erstlingswerk dreht. Der ehemalige CIA-Angehörige, Biochemiker und erfolgreiche Manager in der Telekommunikationsbranche hat sicherlich die besten Voraussetzungen dafür, alle möglichen Verschwörungstheorien in der Welt zu setzen, geht aber mit Pharma einen Schritt zu weit. Machtgierige Konzernverantwortliche und korrupte Südamerikaner mögen sicherlich weiterhin den Klischées entsprechen, aber daß Pflanzen dazu gebracht werden, möglichst schnell zu wachsen, um sie als Waffe einsetzen zu können, scheint doch ein wenig weit hergeholt zu sein. Möglich, offensichtlich, aber irgendwann gehen Fatalismus und Defätismus im literarischen Umfeld einfach Hand in Hand eine Armlänge zu weit.

Denn genau das ist die Erkenntnis von Plotkin und Maxwell: Ihr Arbeitgeber hat vor langer Zeit in einem geheimen Projekt angefangen, rasantes Pflanzenwachstum über genetische Schlüssel und einen vorher festgelegten Auslösemechanismus zu entwickeln, um es dann an das Militär verkaufen zu können. Zumindest wirkt es einige Seiten lang so, nur um dann zum Ende hin in eine fade Erzählung über organisierte Kriminalität abzurutschen, die wie bei King Kong das „;Pflanzen-Monster“; in die USA bringt, wo es nur durch Flammen und riesige Explosionen besiegt werden kann. Als dann der vierzehnjährige Sohnemann noch einen Hubschrauber fliegt, weil er auf seiner Spielekonsole an Hubschraubersimulatoren geübt hat, geht aller Anschein von Ernsthaftigkeit im Roman verloren. Ganz abgesehen davon, daß er sich vorher noch in die Konzernzentrale eines der größten, weltweit agierenden Pharmaunternehmen gehackt hat.

Nein, Pharma beginnt zwar gefällig und vermag in den ersten Kapiteln brauchbar Spannung aufzubauen, verliert aber im Gesamteindruck durch das absurde Ende so sehr, daß man sich die Frage stellen muß, was den Autor geritten hat, aus der interessanten und auch moralisch relevanten Frage nach der Ausbeutung des südamerikanischen Urwalds durch US-amerikanischen Großkonzerne ein Travestiestück verschwörungstheoretischer Absonderlichkeiten gemischt mit Miami Vice und einem Schuß Betroffenheit à la Greenpeace zu machen. Bis zum Kapitel Transpiration auf Seite 399 mag man noch einen packenden Thriller erwarten, doch passend zum Kapiteltitel treibt es einem Schweißperlen auf die Stirn, was dann geschieht. Immer schneller reihen sich die platitüdenhaften Sonderbarkeiten aneinander und ein Gedanke unter vielen ist sicherlich: „;So ein Ärger, das hätte was werden können.“; So aber nicht und nach gut fünfhundert Seiten legt man verwirrt und vor allem erleichtert das Buch zur Seite. Hoffentlich werde ich nie von einer Venusfliegenfalle gefressen.

Ihre Meinung zu »Rip Gerber: Pharma«

G. Walter zu »Rip Gerber: Pharma«04.02.2015
Die Geschichte beginnt mit einem Paukenschlag: Dr. Michael Petersen, eine Ikone auf dem Gebiet der Pflanzenforschung, wird brutal in einer Tiefgarage ermordet. Mit letzter Kraft gelingt es ihm, der Nachwelt eine verschlüsselte Nachricht zu hinterlassen.
Szenenwechsel: Somba, Brasilien. Der Brasilianer Paulo ist mit amerikanischen Touristinnen unterwegs, die allerdings beschließen, den Amazonas auf eigene Faust zu erkunden. Ihnen widerfährt Unfassbares: zwei mehrere Meter große Venusfliegenfallen - eigentlich in New Orleans beheimatet - attackieren sie und verletzen sie schwer.
Was hat es mit den botanischen Mutationen auf sich? Dieses Rätsel gilt es jetzt für die Wissenschaftler Dr. Ben Maxwell und Dr. Susan Plotkin zu lüften. Die beiden Topforscher befinden sich im Auftrag der Arzneimittelfirma GenTech in Brasilien. Sie sind die Nachfolger des einst unter mysteriösen Umständen verschwundenen Wissenschaftlergespanns von Dr. Michael Petersen. Ihr Auftrag lautet, in der weiten Natur des Regenwalds ein Heilmittel gegen Progerie (ein vielfach beschleunigtes Altern, die Betroffenen werden selten über 16 Jahre alt) ausfindig zu machen, an dem ihre Vorgänger bereits geforscht hatten. Unter nicht weniger rätselhaften Umständen verschwanden zusammen mit den Wissenschaftlern doch auch alle bisher gesammelten Daten. Die Daten bezogen sich auf das "Projekt Dorothy". Dabei wurden an einem etwa 10-jährigen Eingeborenenmädchen, Dorothy, Versuche vorgenommen, die Progerie zu heilen. Dabei zeigten sich zuerst Erfolge, doch auch Dorothy verschwand gemeinsam mit den Versuchsunterlagen.
Doch nicht nur Ben und Susan sind dem Rätsel um die mutierten Pflanzen und dem Mord an Dr. Petersen auf der Spur. Auch der Umweltschützer und Millionär Hopkins, der eine kleine Armee von Söldner um sich versammelt hat, zeigt reges Interesse und scheut dabei nicht über Leichen zu gehen. Und welche Rolle spielt Ben und Susans Chef Dr. Albert Skinner, dem es offenbar nicht schnell genug gehen kann, den Stützpunkt in Brasilien zu schließen. Alles was zunächst klar erscheint, entpuppt sich als Irrtum oder Finte und letztlich ist alles viel grausamer...das Unvorstellbare wird real - Intrigen, Mord, Mutationen, blanker Horror und Geldgier erweisen sich als die tonangebenden Elemente in diesesm äußerst unterhaltsamen Wissenschaftsthriller.

Mal vorab: Jeder der nur halbwegs was mit "Operation: Amazonas" von James Rollins anfangen kann, der wird auch hier wieder sein Glück finden. Das etwas über 500 Seiten dicke Buch ist auf jeder Seite kurzweilig und spannend und lässt den Leser nach Beendigung der letzten Seite traurig im Wohnzimmersessel zurück, nach einer Fortführung lechzend.
Der Autor, Rip Gerber, ist offenbar Diplom-Biochemiker und hat auch schon fürs C.I.A. gearbeitet, soll heißen, er weiß also wirklich wovon er schreibt - und das merkt man auch! Dabei gelingt ihm der Balanceakt ein ernsthaftes Thema, mit kompetent erarbeiteten wisschenschaftlichen Details in ein exploitatives Gewand um menschenfressende Pflanzen im Urwald zu packen, womit er jeden Anflug von Langeweile vermeidet, mit seiner qualitativ hochwertigen Schreibe aber weit über pulpige Gefilde hinausgeht und letztlich beide Lesergruppen bedient. Zwar geht er nicht so sehr auf die reiche Tierweld des Amazonas ein wie etwa Rollins in seinem inhaltlich ähnlich gelagerten Thriller, schafft es aber dennoch ebendiesen ständig zum Gegenstand seiner Beschreibungen zu machen (meist spricht er über historische und botanische Tatsachen). Und das pulpige Element - bei Rollins U.S - Elitesoldaten -, nämlich Söldner, findet sich auch hier wieder und ist dem Unterhaltungswert mehr als dienlich.
Dazu gibt es noch ein wenig was auf der zwischenmenschlichen Schiene, Bens 14-jähriger Sohn Jack, dem Ben nie ein guter Vater gewesen war, begleitet ihn auf seiner Reise nach Brasilien und soll im Verlauf der Geschichte ein nicht unwichtige Rolle spielen - hat mir alles in allem gut gefallen, wenngleich viele nach Genuss des Buches vielleicht sagen werden, das war ein bisschen des guten zu viel - naja..lesen und selber urteilen.

Also von mir gibts ne dicke Empfehlung, für Fans von Pflanzen- und Tierhorror, aber auch für Freunde eines gepflegten Science-Fiction-Themes. Dank glaubwürdiger Figuren und einer spannenden Story, die zu jeder Sekunde zu fesseln weiß, hat Gerber mich überzeugt, und ich denke einige andere hier wären auch nicht gerade enttäuscht nach Beendigung von "Pharma".
Frank zu »Rip Gerber: Pharma«29.12.2010
Im tiefsten brasilliansischen Urwald geschehen seltsame Dinge. Nicht einheimische Pflanzen tauchen auf, wachsen unkontrolliert - und greifen Menschen an.
Einige im Urwald forschende Wissenschaftler kommen daraufhin einem streng gehüteten Geheimnis auf die Spur.
Und bis dieses dann gelöst wird, weiß der Roman durchweg zu unterhalten. Ich brauchte 4 Stunden - dann war "der Fall gelöst".
Allerdings.....das Ende....war...gelinde ausgedrückt "Schwachsinn".
Man muss es wirklich gelesen haben um es zu glauben. Und es ist nicht zu schildern ohne zu spoilern. Das mindert den Roman leider um einiges.
Wobei es sicher ne tolle Steilvorlage für eine Verfilmung abgibt.
Dadurch "nur" 80% von mir - aber ich werde auch den Folgeroman lesen, vielleicht stellt der Autor sich da ja diesbezüglich geschickter an.
HamburgBuam zu »Rip Gerber: Pharma«13.11.2010
Ein spannendes Buch. Zumindest zeitweise. Zum Ende hin sehr actionreich und voller Tempo, aber der Beginn war teilweise zu wissenschaftlich gehalten. Wenn ich einen Thriller über riesige Venusfliegenfallen und ähnliche Mutanten lese, dann möchte ich keinen Biologisch wertvollen recherchierten Öko-Humbug der am Ende dann eh nicht realistisch ist. Das Szenario ist einfach zu absurd um es auf diese Art zu rechtfertigen. Daher für die Zukunft, Mr. Gerber: Dozieren unterlassen und sofort die Knarren auspacken ;)
axelp zu »Rip Gerber: Pharma«22.10.2008
Das Buch habe ich innerhalb von 3 Tagen gelesen und es war spannend und flüssig geschrieben. Im Gegensatz zu vielen anderen Büchern aus dem Genre, wo die wissenschaftlichen Erörterungen Langweile verbreiten und dadurch die Spannung herausgenommen wird, kann man diese in dem Buch getrost mitlesen. Denn sie sind kurz, interessant und informativ.
Es ist ein einfach klasse Buch, ja wenn...wenn das Ende nicht wäre. Das ist einfach comic-haft übertrieben und unglaubwürdig (klingt blöd bei einem Buch im phantastischem Stil, ist aber so).
Trotzdem 90%, da es ein wirlich flüssig geschriebener Roman ist und man sehr selten Thriller liest, die im Regenwald spielen.
Herr Lincoln Child kann sich an diesem Schreibstil ein Beispiel nehmen, dann wären seine Solo-Romane vielleicht auch spannend!
heartdevil zu »Rip Gerber: Pharma«21.11.2007
iich finde dieses buCh eiinfach GEIL..*hehee

es ist spannend geSchriieben und man kann kaum aufhören zu lesen....
ich danke RIP GERBER das er so ein suppa buCh geschriiben hat...
thanks..
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