Götter des Grauens von Roman Sander

Buchvorstellungund Rezension

Götter des Grauens von Roman Sander

Originalausgabe erschienen 2017unter dem Titel „Götter des Grauens“,deutsche Ausgabe erstmals 2017, 196 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von .

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Das meint Phantastik-Couch.de: Auf Lovecrafts Spuren – eine Sammlung unheimlicher Kurzgeschichten74

Horror-Rezension von Carsten Kuhr

Es ist schon erstaunlich – im Bereich der Fantasy gibt es kaum, bei der Science Fiction wenige Anthologien. Freunde des kurzen, pointierten Textes müssen sich ihren Lesenachschub hier mühsam online zusammensuchen.

Beim Horror aber erscheinen Anthologien, die in aller Regel bei den umtriebigen Kleinverlagen publiziert werden, allen Unkenrufen zum Trotz, in ganz erklecklicher Menge. Trotz der vorherrschenden Meinung bei Vertriebsmitarbeitern, Herausgebern und Lektoren der Großverlage, dass sich Kurzgeschichtensammlungen nicht verkaufen lassen – die Anthologien leben und erfreuen sich regen Zuspruchs.

Eine weitere Sammlung unheimlicher Erzählungen legt nun der Blitz Verlag in seiner seit letztem Jahr von Jörg Kleudgen zusammengestellten Reihe „H. P. Lovecrafts Schriften des Grauens“ vor. Original- und deutsche Erstveröffentlichungen sind ebenso enthalten, wie bislang nur im Internet zugängliche Stories. Die tolle äußere Gestaltung hat einmal mehr Mark Freier übernommen.

Was aber erwartet den Leser, wenn er das Büchlein aufschlägt?

Den Reigen eröffnet David A. Riley mit „Das Auge des Fisches“. Er entführt den Leser an die Küste von Maine, genauer gesagt in das kleine Fischerstädtchen St. Mottram. Eines Tages zieht einer der ansässigen Fischer eine seltsame Statue, die einen fischähnlichen Menschen zeigt, aus den Tiefen des Meeres. Kurz darauf beginnen sich die alteingesessenen Bewohner des Städtchens zu verändern – nicht zum Guten versteht sich …

Hans Dieter Römer lässt einmal mehr die historisch verbürgte Gestalt von „Tepes“, auch als Vlad, der Pfähler bekannt, aufleben. Einst war er nur ein Transsilvanischer Adeliger, bis er starb und wiedergeboren wurde – seitdem hat er an seinen Feinden grausam Rache genommen, hat seine Ernährung umgestellt und wird auch unter dem Namen Dracula verehrt …

Das versunkene Atlantis spielt in Jack Eden „Mitternachtsruinen“ eine wesentliche Rolle. Schiffbrüchige havarieren auf einer just aus dem Meer aufgestiegenen, kleinen Insel. Dass sie oben auf dem Berg uralte Ruinen finden, lässt eine Archäologin aufmerken. Zusammen mit einem Begleiter begibt sich die Forscherin zu der entlegenen Insel – und findet weit mehr, als erhofft …

Inmitten des pittoresken Städtchens Edgebottom liegt das Potter´s Wheel. In dem alt-ehrwürdigen Pub treffen sich Abend für Abend dieselben älteren Männer um ihrem Faible für Single Malt und würzigem Guinness zu frönen. Doch dann wird der Pub in David A. Rileys „Eingesperrt“ von der Außenwelt abgeschottet – durchdringt man den dunklen, mörderischen Nebel kommt man an einem anderen Ort, einer anderen Zeit, einer anderen Dimension heraus …

In Gary Lovisis „Der Priester des Dagon“ erwirbt ein Journalist zunächst ein in Menschenhaut gebundenes Buch, später gar das verlassene Anwesen des Autors. Eigentlich hält er all das, von dem er liest für Unfug, doch dann erwählt ihn eine dunkle Macht und füllt ihn mit einem unstillbaren Hunger …

Wilum Hopfrog Pugmires „Staub zu Staub“ stellt uns einen jungen Mann vor, dessen Vater ermordet wurde. Er würde jeden Preis dafür zahlen, seinen Vater wieder bei sich zu haben, mit ihm zusammen zu studieren – jeden Preis?

Jörg Kleudgen entführt uns in „Nacht über Arkham“ ins gleichnamige Städtchen, besser gesagt in das Güterbahnhofsviertel. In einem dort gelegenen Haus gibt es eine Bibliothek, in dieser ein uraltes Portal von dem der Besitzer angibt, es auch Opir mitgebracht zu haben. Verrückt, oder?

Den Abschluss macht H. D. Römer mit „Kfag´n Thoru“ in dem er uns von den Machenschaften eines der alten Götter erzählt, die für einige Städte katastrophale Folgen zeitigen …

Gemeinsam ist den Beiträgen, dass sie Motive von Lovecraft aufgreifen, mit Eigenem mischen und dem Leser bei der Lektüre einen wohligen Schauder den Rücken hinunter rieseln lassen. So unterschiedlich die Inhalte, so verscheiden die stilistische Herangehensweise. Besonders intensiv wirkten auf mich die Beiträge von Jörg Kleudgen und die beiden Riley Stories. Hier wird man als Rezipient förmlich in die jeweilige Handlung hineingezogen, kommt das typische Flair der Lovecraft´schen Vorbilder auf.

Fazit: Alles in allem eine gelungene, kurzweilige und schaurige Hommage an die Großen Alten und ihren Schöpfer.

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