Die Erben der Götter von Sara Douglass

Buchvorstellungund Rezension

Die Erben der Götter von Sara Douglass

Originalausgabe erschienen 1997unter dem Titel „Sinner“,deutsche Ausgabe erstmals 2008, 334 Seiten.ISBN 3-492-26670-3.Übersetzung ins Deutsche von Hannes Riffel und Sara Schade.

»Die Erben der Götter« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

in mein Bücherregal

In Kürze:

Endlich herrscht Frieden in Tencendor. Die Himmelsgötter führen ein idyllisches Leben, und die alten Feindseligkeiten unter den Völkern scheinen vergessen. Bis plötzlich innere Unzufriedenheit das Reich zu entzweien droht. Aus der verarmten Provinz des Westens fliehen die Bewohner ausgerechnet ins Herrschaftsgebiet ihrer ärgsten Widersacher. Auch dort breiten sich Unmut und Groll aus. Doch dann geschieht ein grausamer Mord. Und der Hauptverdächtige, Drago Sonnenflieger, verstrickt sich in einem Netz wahnwitziger Träume und heimtückischer Intrigen

Das meint Phantastik-Couch.de: „Fantasy in buntem Federkleid“82

Fantasy-Rezension von Holger Schmidt

„Die Erben der Götter“ ist der Auftakt einer neuen Buchreihe, die in Sara Douglass´ Welt aus der Weltenbaum-Saga spielt. Fans leidenschaftlicher und bunter Fantasy sind hier goldrichtig.

Auch Vogelmenschen müssen einmal Federn lassen

Dunkle Wolken ziehen sich über Tencendor zusammen. Nach vielen Jahren wird der mühsam erkämpfte Frieden zwischen Awaren, Achariten und Ikariern, den Vogelmenschen, brüchig. Denn nicht alle Völker des Kontinents sind mit den Kompromissen glücklich, die sie für den Frieden eingehen mussten. Im Besonderen der Prinz des Westens, Askam, erweckt immer wieder den Unmut seiner Untertanen. Der unglückliche Herrscher stolpert von einer fatalen Fehlinvestition zur nächsten und bringt durch übermäßig hohe Steuern die Menschen gegen sich auf. Es besteht also dringender Handlungsbedarf für den hohen Rat. Caelum, der Sternensohn und Herrscher Tencendors, eröffnet Verhandlungen mit allen wichtigen Herrschern des Kontinents, um den Unruhen entgegenzuwirken. Da taucht plötzlich, mitten während einer Sitzung, der lange verschollen geglaubte Zauberer Wolfstern Sonnenflieger auf.

Leah, Schwester von Prinz Askam, wünscht sich nichts sehnlicher, als den Mann zu heiraten, den sie liebt. Doch politische Erwägungen stehen einer Vermählung mit Zared, Prinz des Nordens, im Wege. Auch Zared liebt Leah. Beinahe ebenso leidenschaftlich ist jedoch auch seine Abneigung gegen deren Bruder Askam. Und nur Askam steht zwischen Zared und einer Rückeroberung uralter Herrschaftsansprüche Zareds.

Als während der Verhandlungen ein Mord geschieht, scheint der Schuldige schnell gefunden; Drachenstern Sonnenflieger, heute nur Drago genannt, wird auf frischer Tat ertappt. Ein Schuldspruch scheint unabwendbar, da nutzt ihm auch das Leugnen der schrecklichen Tat wenig. Nachdem er vor vielen Jahren bereits für ein Verbrechen verurteilt wurde, muss Drago seither immer wieder als Sündenbock herhalten. Niemand scheint seine Unschuld auch nur in Erwägung zu ziehen außer Zenit. Diese sieht sich von dem aufdringlichen Wolfstern verfolgt und hat selbst einen guten Grund zu Flucht.

Fantasy reinsten Wassers

Böse Zauberer, Magie, magische Orte, eine legendäre Vergangenheit, dunkle Geheimnisse; das ist der Stoff, aus dem Sara Douglass ihre Romane strickt. Dieses Buch ist zwar der Beginn einer neuen Reihe, greift jedoch oft auf Ereignisse der ersten Trilogie zurück. Um die Stellung der Figuren einordnen zu können, ist es von Vorteil, wenn man sich bereits im fiktiven ‚Tencendor‘ ein wenig auskennt. Trotzdem schadet es nicht, erst mit diesem Band zu beginnen. Schließlich gilt es als ungeschriebenes Gesetz, dass auch Romane innerhalb einer Serie für sich selbst gelesen werden können. Die wichtigsten Ereignisse der Vergangenheit lässt die Autorin nebenbei Revue passieren. Interessanterweise bekommt dieses Buch gerade durch die Existenz einer Vorgänger-Trilogie eine tiefe Backstory, die der fiktiven Welt viel Substanz verleiht.

In Vorgeschichte und Prolog des Buches wimmelt es geradezu von intensiven Bildern. Aufgrund der Sternentore glaubt man kurz sogar, es hier mit einer Fantasy-Science-Fiction-Mischung zu tun zu haben. Die ersten Kapitel belehren den Leser dann jedoch eines Besseren. Auch Magie und Zauberei werden anfangs deutlich reduziert. Stattdessen beschäftigt sich der erste Abschnitt des Buches mit sehr bodenständigen „Allerweltsthemen“; eine unerfüllte Liebe zum Beispiel, oder die Unruhen durch zu hohe Steuern. Noch bevor diese Themen den Leser zu langweilen beginnen, nimmt die Handlung mit einem Gewaltverbrechen und der Rückkehr altbekannter Schurken jedoch deutlich an Fahrt auf.

Ein guter Start

Fast alles, was die meisten Leser von einem guten Fantasy-Roman erwarten, bekommt man in diesem Buch auch geboten. Douglass´ Welt ist zudem originell und verfügt über etliche eigenständige Elemente. Nur die erste Hälfte dieses Bandes wirkt stellenweise etwas langweilig. Und auch für Gefühle ist ein Platz in Douglass´ Welt. Diese springen ab und zu in etwas derbere Liebesszenen um. Das angepeilte Zielpublikum dürfte die Autorin damit jedoch nicht verfehlen. Da die Originalausgabe in Deutschland auf zwei Bücher aufgeteilt wurde, schleicht sich Band 2 mühelos auf den Einkaufszettel jedes Fantasyfans. Mehr!

Ihre Meinung zu »Sara Douglass: Die Erben der Götter«

Ihr Kommentar zu Die Erben der Götter

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.