Die Lügen des Locke Lamora von Scott Lynch

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2006unter dem Titel „The Lies of Locke Lamora“,deutsche Ausgabe erstmals 2007, 848 Seiten.ISBN 3-453-53091-8.Übersetzung ins Deutsche von Ingrid Herrmann-Nytko.

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In Kürze:

Locke Lamora ist ein Held. Nein, eigentlich ist er das nicht: Er ist ein Dieb, ein Lügner und ein Ganove, wenn auch mit guten Manieren. Mit seiner Bande bewegt er sich in den Kanälen und engen Gassen des Herzogtums Camorr, um die Nobilität um ihre Schätze zu erleichtern. Und darin ist Locke unschlagbar, denkt er zumindest. Bis ein weiterer Verbrecher in Camorr auftaucht. Locke muss handeln – und das Abenteuer seines Lebens beginnt …

Im Stadtstaat Camorr hat man eine ganz eigene Lösung gefunden, um die Kriminalität unter Kontrolle zu halten: den „Geheimen Frieden“. Gemäß dieser Absprache zwischen dem Adel und dem Herrscher der Unterwelt dürfen Diebe mehr oder weniger ungestraft ihr Unwesen treiben, solange die Aristokratie von ihnen verschont bleibt. Doch Locke Lamora und seine Gentlemen-Ganoven halten nicht viel von Absprachen und haben es sich zur Gewohnheit gemacht, die Reichen der Stadt um ihr Geld zu erleichtern. Das funktioniert wunderbar, bis der geheimnisvolle Graue König mithilfe eines scheinbar unbesiegbaren Soldmagiers die Macht über die Unterwelt an sich reißt und droht, das sensible Herrschaftsgefüge von Camorr aus dem Gleichgewicht zu bringen – und dazu braucht er Lockes einzigartige Fähigkeiten …Mit diesem Roman betritt ein einzigartiges Talent die Bühne der internationalen Fantasy: Scott Lynchs „Die Lügen des Locke Lamora“ ist nicht nur eine atemberaubende Weltenschöpfung, sondern auch ein Abenteuerroman, der den Leser nicht mehr loslässt.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Phantastisches Venedig und ein sympathischer Gentleman-Dieb“90

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Der Autor entführt uns in eine an Venedig erinnernden Küstenstadt namens Camorr. Die örtlichen Adeligen und das organisierte Verbrechen haben bereits vor Jahrzehnten ein geheimes Stillhalteabkommen vereinbart. Sofern die Diebe die Adeligen verschonen, dürfen diese die nicht so privilegierten Klassen schröpfen, wie es ihnen gerade passt. Nur eine kleine Bande hält sich nicht an den Pakt. Locke Lamora und seine Genossen bezeichnen sich selbst als die „Gentleman-Ganoven“. Als Ziel suchen sie sich blasierte Adelige, die sie in raffiniert aufgezogenen Betrügereien an der eigenen Habgier packen und über den Tisch ziehen. Die Beute ist ihnen nicht so wichtig, die Herausforderung, es den eingebildeten Blaublütigen zu zeigen, ein ebenso kompliziertes wie intelligentes und überzeugendes Geflecht von Halbwahrheiten und Lügen, von Verkleidungen und tolldreisten Behauptungen zu präsentieren, so dass sich ihr Opfer selbst sein Grab schaufelt, das reizt sie.

Zu Beginn des Romans starten sie einen neuen Fischzug. Don und Dona Salvara sind überzeugt, dass Locke das Haus bel Auster repräsentiert. Um einem drohenden Krieg zu entfliehen, so die Mär, und die kostbaren Branntweinvorräte in Sicherheit zu bringen, sucht das Handelshaus einen potenten Geschäftspartner. Doch zunächst gilt es natürlich erst einmal das nötige Kleingeld für die Flucht vorzustrecken. Salvara ist zwar zunächst misstrauisch, doch dann ist die Gelegenheit unermesslich reich zu werden einfach zu verlockend, und er tappt in die Falle.

Ein neuer Pate macht sich breit – und Rache heisst das Gebot der Stunde

Mittlerweile räumt der „Graue König“ unter den Verbrechern der Stadt gnadenlos auf. In seiner Vendetta gegen den herrschenden Paten geht er mit beispielsloser Brutalität gegen dessen Stellvertreter vor. Um sich selbst an die Spitze der Langfinger und Totschläger zu setzen, scheint ihm jedes Mittel recht. Selbst die Tochter des Paten wird grausam ermordet, dann gerät auch Locke Lamora und seine Bande ins Visier des neuen, mächtigen Mannes. Zunächst wird Locke gezwungen, als der Graue König aufzutreten, dann setzt der König seinen Hexer auf die Bande an. Seine Freunde sterben, nur Locke und Jean, sein Bruder im Geiste, entkommen dem Anschlag mit Müh und Not. Rache heisst das Gebot der Stunde, doch zunächst gilt es für tatkräftige Unterstützung im Kampf gegen den neuen mächtigen Mann zu sorgen. Die Spinne, das Mastermind hinter dem Geheimdienst des Stadtstaates, ist sowieso schon hinter Locke her. Da bietet sich eine Zusammenarbeit an. Doch zunächst gilt es, einen Zugang zu den elitären Kreisen zu finden, und das heisst, sich in die Höhle des Löwen zu begeben …

Kann das funktioniere, eine Gaunerkommödie in einer Fantasywelt – es kann!

Kennen Sie den Oskar-prämierten Kinofilm „Der Clou“ mit Robert Redford in der Hauptrolle? Die Gaunerkommödie um Schlitzohren, die mit Chuzpe und Finesse die Leute um ihr Erspartes bringen, lockte die Zuschauer damals reihenweise in die Kinos.

Lynch nimmt die Grundidee des Gentlemangauners und setzt das dann in einen Fantasy-Kontext der interessanten Art. Die Stadt selbst, von einem verschwundenen Volk aus Elderglas erbaut, mit gläsernen Rosengärten verziert, die Blut trinken, bietet sich als faszinierender Handlungsort an. Immer wieder lässt er im Verlauf der Handlung Details über das Leben, die Gebräuche und die Menschen der Küstenstaat einfliessen.

Locke selbst wird uns als sympathische Person portraitiert. Anders als etwa bei Steven Brusts „Vlad Taltos“ hat man als Leser den Eindruck, dass bei ihm nicht das Verbrechen oder die persönliche Bereicherung im Vordergrund stehen, sondern die geistige Auseinandersetzung mit seinem Opfer. Wird es ihm gelingen, seine meist gnadenlos auf Machtzuwachs und Karriere zielenden Opfer übers Ohr zu hauen, diese Frage, diese Herausforderung ist es, die ihn antreibt.

In eingeschobenen Kapiteln berichtet Lynch uns von der Jugend seines Helden, von seiner Ausbildung und der Karriere als Trickbetrüger und hinterfüttert damit seine Charaktere mit einem glaubwürdig ausgearbeiteten Hintergrund. Dabei nimmt die zunächst seltsam konturlos bleibende Metropole Camorr mehr und mehr Gestalt an, gewinnt an geschichtlicher wie geographischer Substanz und damit an Überzeugungskraft. Zweifellos werden die weiteren Bände – dem Vernehmen nach sind insgesamt neun Romane geplant – die angerissenen Ansätze weiterführen, die verschwundene Magierrasse der Elderglas-Schöpfer birgt ebenso wie eine zur Bande gehörige – aber während der gesamten Zeitdauer des Romans abwesende – Freundin Lockes entsprechendes Potential.

Viel Zufall, und doch in sich rund und stimmig

Zwar bleibt vieles dem Zufall überlassen, entkommt Locke den Nachstellungen seiner Feinde so manches Mal nur durch schlichte Fortune, und offenbaren sich ihm die Geheimnisse seiner Gegner mehr, als dass er diese selbst lüftet, doch sorgt seine unbekümmerte Art und seine Energie förmlich dafür, dass die Handlung den Leser mitreisst.

Lynch versteht es, seine Leser durch ständige unerwartete Wendungen an den abwechslungsreichen und rasant verfassten Text zu fesseln, weiss geschickt Geheimnisse einzuführen und, was fast noch wichtiger ist, diese auch passend zu lüften. Dabei vermischt er Elemente des Mafiaromans mit Beschreibungen einer feudalistischen Herrschaftsstruktur, lässt Jugendbanden ebenso auftreten wie Geheimdienstler und Fechtmeister. Hierbei stellt er seine Magie auf eigene, noch weitestgehend unbenannte Füsse und der Leser wartet auf die altbekannten Ingredienzien wie Elfen und Zwerge glücklicherweise vergebens.

Das Buch liest sich wie von selbst. Kaum begonnen packt uns die Handlung und die munteren Dialoge verbinden sich mit den gekonnten Charakterzeichnungen zu einem mitreissenden Ganzen. Stilistisch gefällig pendelt die Handlung zwischen einem munter dahinfliessenden, dann wieder reissenden Strom hin und her, besticht mit ungewöhnlichen Ansätzen und einer Kombination von Genreplots die man so noch nicht gelesen hat, so dass die Zeit der Lektüre wie im Flug vergeht.

Ihre Meinung zu »Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora«

Durumdumdum zu »Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora«17.03.2015
Dieses Buch war ein Cover kauf. Ich ließ mich überraschen was auf mich zu kommt.

Ich fing mit Lesen an und war/bin begeistert. Das Buch ist der Wahnsinn. Es werden eigentlich 2 Storylines erzählt, einmal die Gegenwart und dann die Vergangenheit. Das Buch ist sehr stimmig geschrieben und macht viel Spaß.

Super einstieg in eine neue Welt. Die Hauptpersonen sind sehr gut dargestellt auch wenn sie nicht dem klassischen Helden entsprechen. Die Geschichte an sich ist sehr spannend und macht Lust auf die Fortsetzungen.
Ginger zu »Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora«27.09.2014
Ohne große Erwartung ging ich an dieses Buch ran und wurde mehr als überrascht! Ich war sofort gefesselt von den Personen, der Welt, den Machenschaften und überhaupt allem :)

Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Eine gute, spannende Story, tolle Charaktere, viele Umschreibungen von der Welt und den Eigenheiten (aber nicht zu viel) und gut geschrieben. Einfach klasse!

Lese jetzt mittlerweile den 3. Band (der mir nicht ganz soo gut gefällt, aber das ist ein anderes Thema).

Lohnt sich auf jeden Fall!
Fabian zu »Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora«05.08.2014
Zunächst eine kleine Anmerkung meinerseits:

Da ich nur den Originaltext in englischer Sprache gelesen habe, möge es mir verziehen sein, dass ich mir nicht dir Mühe mache die korrekten deutschen Übersetzungen zu recherchieren.

Nachdem das aus dem Wege ist möchte ich kurz erläutern um was es in dem Buch geht, um Ihnen nachher meine Meinung dazu zu schildern.

Der Inhalt:

Locke Lamorra ist ein Gauner. Kein gewöhlicher Taschendieb, Trickbetrüger oder Einbrecher. Er ist ein Mitglied der Gentleman Bastards. Diese kleine Gruppe von Dieben hält sich - als einzige - nicht an die geheimen Abkommen zwischen Adel und dem Paten Barsavi. Dieses Abkommen zwischen Adligen und dem organisierten Verbrechen schützt sowohl Blaublüter als auch Diebe: Die Adligen sind für die Kriminellen tabu, dafür sehen diese davon ab, die Verbrecher mit übermäßiger Härte zu verfolgen.
Zum großen Unglück der Adligen spielen die Gentleman Bastards allerdings nicht nach den Reglen. Sie haben nichts mit gewöhnlichen Straßendieben gemein. Ihre Ausbildung beinhaltet nicht nur das Handwerk eines jeden Gauners - auch Etikette, Kochkunst, das Lesen und Schreiben und viele weitere Fertigkeiten, die eigentlich dem Adel vorbehalten sind, gehören in ihr Repertoire. Die als Bande von Kleinkriminellen getarnte Gruppe setzt sich also aus hochgebildeten, charismatischen Persönlichkeiten zusammen. Mit ausgefeilten Betrügereien bringen sie die Betuchten der Stadt Camorr um ihr Hab und Gut. Sie sind Meister der Täuschung, ihre Aktionen sind akribisch vorbereitet und bis ins letzte Detail geplant.

Zu Beginn der Geschichte sehen wir ein solches Spiel um Macht und Geld entstehen. Mehr als einmal staunt man als Leser nicht schlecht, wenn weitere Details des Plans bekannt werden. Don und Dona Salvara können ihr Glück kaum fassen als sie Locke kennen lernen. Natürlich nicht als Locke, Betrüger. Sie lernen ihn als Lukas Fehrwight kennen, seines Zeichen Untergebener des Hauses bel Auster und auf der Suche nach betuchten Geschäftspartnern für seine Herren. Das Haus bel Auster ist für seinen Branntwein weltbekannt. Es ist der edelste Tropfen, den man für Geld kaufen kann, begehrter noch als die alchemistisch perfektionierten Weine aus Tal Verrar. Ein Vermögen wartet schlicht darauf, von den Salvaras eingesammelt zu werden. Das einzige Hindernis scheint die Finanzierung der Flucht der Familie bel Auster zu sein - eine Investition die verspricht, sich zig mal bezahlt zu machen!

Mit der Zeit erreicht man einen Punkt an dem man als Leser denkt: Das läuft zu gut. Irgend etwas schreckliches wird passieren. Just an dieser Stelle begegnen wir dem Grauen König, der so mir nichts, dir nichts damit beginnt, gehörig in der Unterwelt von Camorr aufzuräumen. Es vergeht keine Woche in der nicht zumindest ein Bandenchef brutal ermordet wird. Mit der Zeit entspinnt sich ein regelrechter Krieg zwischen dem Grauen König und dem Paten Barsavi, in den auch die Gentleman Bastards verwickelt werden...


Meine Meinung:

Selten hat mich ein Fantasy Roman so sehr gefesselt. Man stelle sich eine Phantastische Welt vor, in die Schurken á la Ocean's Eleven verpflanz werden, verfeinert mit einem guten Schuss Ironie und Kampfszenen wie aus einem Roman von George R. R. Martin. Es ist schon fast absurd, wie viel Spaß dieses Buch macht. Scott Lynch macht viel richtig und fast nichts falsch. Es bleibt mir nur meine wärmste Empfehlung auszusprechen.
Anton zu »Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora«16.01.2012
Das Buch ist das Beste, was ich je gelesen habe! Wenn sich jemand, sobald der 7-teiler fertig ist, sich erbarmen würde einen film draus zu machen, würde es wohl Herr der Ringe und Harry Potter in den Schatten stellen!

Das dritte Buch kommt am 10.09.12 raus, laut Thalia und Amazon (2010 hieß es noch februar '12, aber was solls...)
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schaschlik zu »Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora«03.04.2010
ich bin sehr begeistert von dem locke lamora.
ich habe sogar schon beide bücher gelesen, kann jetzt aber kein drittes finden. ist es noch nicht erschienen oder doch und ich kenne den namen nur noch nicht?
ich benötige dringend hilfe bei dieser frage und danke schon einmal im vorraus für die antworten.
mfg
schaschlik
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mase zu »Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora«15.03.2010
Wir lernen den jungen Locke Lamora kennen. Ein Waise in einem Stadtstaat mit ähnlich geografischer Struktur wie Venedig. Dieser gewalttätige Ort ist von oben bis unten korrupt und so hat sich gewissermassen eine Kaste der Diebe gebildet, in welche Locke hineinwächst. Trotz seiner anfänglichen jugendlichen Schwächen lässt sich schon bald absehen, dass Locke mit der richtigen Unterweisung ein grosser seines Fachs wird.

In zwei Handlungssträngen lernen wir einmal in der Vergangenheit, den Werdegang und die Ausbildung Lockes kennen, sowie alle relavanten Personen und im zweiten, in der Gegenwart, erleben wir einen der grossen Coups der Gentleman-Ganoven. Aber natürlich lässt sich dieser Coup nicht so leicht durchführen wie geplant und aus einem Betrug wird ein Kampf ums überleben.

Das schwierige für mich am Genre Fantasy sind die fremden „Welten“ selbst. Leider lassen die Autoren mich meist mit meiner Fantasie alleine und ich muss mir die jeweilige Welt selbst zusammenschustern. Es würde mir persönlich viel leichter fallen, mich in die Geschichte zu versetzen, wenn der Autor zu Beginn ein Vorwort über den Ort und die Umstände verfassen würde. Aber diesen Gefallen machen mir die Autoren nicht und darum ist der Beginn eines solchen Romans meist Schwerstarbeit für meine Fantasie.

Dennoch war dieses Buch ein grossartiges Lesevergnügen und dafür sind massgeblich die wunderbar herausgearbeiteten Charaktere verantwortlich. Auch der Schreibstil hat mich fasziniert, denn er erinnert teilweise an ein Märchen oder ein all-age-Abenteuer und wenn Lynch den Leser im positiven Sinne eingelullt hat, haut er ihm irgendeine Folterszene um die Ohren, die sich gewaschen hat.

Diese Mischung aus Hardcore-Lausbuben-Geschichten und „Ocean´s Eleven“, in einem phantastischen, mittelalterlichen Wasserstaat, ist Unterhaltung der Spitzenklasse. Schlimm ist nur, dass Lynch 7 Folgen dieser Reihe geplant hat, denn die werde ich alle kaufen müssen. Etwas besseres habe ich im Fantasy-Bereich bis jetzt noch nicht gelesen.

Volltreffer.
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greenlady zu »Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora«13.03.2010
so, ich bin jetzt ganz fertig, und würden sagen, dass das ende noch viel besser ist, als erwartet!
tut mir leid, dass ich schon was geschrieben hab, bevor ich ganz fertig war, aber ich wiederspreche mich hier ja nicht dem anderen Text.
Das Ende ist noch einmal total gut, eine völlig neue Wendung, super eingefädelt und es ist einfach mitrreisend. Man kann mitdenken, fiebern und hoffen...

Locke Lamora wirft neue Fragen für den zweiten band (sturm über roten wassern) auf, und bringt einen glecih dazu, zum nächsten band zu greifen!!!!
greenlady zu »Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora«08.03.2010
für alle, die schwarzen humor lieben, kann ich dieses buch nur empfehlen... und leute die nichts gegen ein paar "unelegante Begriffe" :-P (ich denke, ich muss keine beispiele nennen^^) haben.
der schreibstil ist wirklich gut, ebnso die handlung!!! eine gesunde mischung aus humor, action, phantasy und nja...
allein wie der auor alles eingefädelt hat, ist der Hammer, ihm ist es gelungen, den leser am denken zu halten und ihn trotzdem nicht zu langweilen.
mit 800 seiten ist es (wieder meiner meinung nach^^) ein dickes buch, das allerdings wirklich berechtigt so dick ist!
Ich kann es nur empfehlen! (an leute, die oben gennanten kriterien entsprechen^^)
Roanna zu »Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora«21.04.2009
Von Locke kam ich schon nach den ersten Seiten nicht mehr los. Die Beschreibungen der Stadt und seiner Bewohner sind eindrücklich, so dass man sie sich gut vorstellen und richtig in die Geschichte eintauchen konnte. Die Handlung ist rasant, spannend und mit vielen Wendungen. Ein tolles Buch und ich mach mich jetzt an die Fortsetzung!
Stefan83 zu »Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora«17.11.2008
Manchmal steht der Rezensent wie ein Ochs vorm Berg und weiß nicht was er schreiben soll. Dies geschieht oft dann, wenn das Buch sehr schlecht war und es schlichtweg an negativen Ausdrücken mangelt, um es treffend zu beschreiben. In diesem Fall tritt jedoch der umgekehrte Fall ein. Um Scott Lynchs Fantasyroman Die Lügen des Locke Lamora zu beschreiben fehlt es mir einfach an Superlativen, so begeistert hat mich das Debüt dieses Autors. Herzerfrischend anders wäre jedoch der erste Begriff, der mir einfällt.

Nachdem es in den letzten Jahres geradezu Fantasy-Romane im Stile Tolkiens auf den Markt gehagelt hat, ist dieses Werk, das man wohl als eine Mischung aus Oceans Eleven, Gangs of New York und Fluch der Karibik auf Papier beschreiben könnte, ein völlig neuer Ansatz in diesem Genre. Und einer der von Beginn an überzeugt. Beinahe schon unheimlich wie schnell mich das Buch gebannt und über satte 800 Seiten nicht mehr losgelassen hat. Die Gründe sind derer viele. In erster Linie sind es wohl die großartigen Figuren, die derart detailliert und liebevoll gezeichnet sind, dass Lynchs magische Schreibekunst vor den Augen des Lesers lebendig wird.

Hauptprotagonist ist der titelgebende Locke Lamora, ein Dieb, ein Gauner, ein Betrüger und erstklassiger Lügner, der gemeinsam mit seiner Bande, den Gentleman-Ganoven, die Stadt Camorr unsicher macht. Eine Stadt die in ihrem Aufbau in vielerlei Dingen Venedig ähnelt und dann doch irgendwie völlig anders ist. Und auch dies ist eine Stärke des Autors. Nicht selten ertappt man sich hier bei einem Das kommt mir doch bekannt vor, um dann gleichzeitig darüber zu staunen, wie Lynch die Dinge verdreht und in einem anderen Licht präsentiert. Da werden Boote durch enge Kanäle gestakt, in denen Haie schwimmen und in denen Schiffe voller, mithilfe von Alchemie hergestellter Bäume, gleiten. Wenn je das Wort fantastisch gepasst hat, dann wohl hier.

Wie bei einem Breitwandkinofilm kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus, obwohl sich der Plot vorwiegend auf diese eine Stadt konzentriert und es darüber hinaus eigentlich keine größere Weltenkonstruktion gibt, wie man sie von anderen Büchern des Genres kennt.

Was den Plot angeht: Der lässt sich mit den Worten spannend, rührend und genial durchdacht wohl am treffendsten beschreiben. Lynch lässt den Helden Locke Lamora in ein Abenteuer stürzen, das anfangs noch nur kurzweilig ist, um dann bald dramatische Züge anzunehmen. Von traurigen, beklemmenden und zynischen Szenen, über schwarzhumorig und dreckig bis hin zu unglaublich brutal, deckt die Story so ziemlich alles ab, was man von einem Fantasy-Werk erwarten darf. Hinzu kommt eine Reihe von Überraschungsmomenten, bei denen Gänsehaut garantiert ist und die ein Beiseitelegen des Buches unmöglich machen. Selten hab ich so intensiv bei einer Lektüre mit den Figuren mitgefiebert und geistig die Finger gekreuzt, es möge doch alles gut gehen.

Insgesamt ist Die Lügen des Locke Lamora mit Abstand einer der besten Fantasy-Romane der letzten Jahre, der besondere Hochachtung und ein breites Lesepublikum verdient hat. Meine Lust auf die Fortsetzung und insbesondere die Hoffnung auf eine Verfilmung ist geweckt. Kompliment auch an Heyne, die sich nach dem völlig unpassenden, todhässlichen ersten Cover, zu einer gelungeneren Neugestaltung entschieden haben.
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