Das Schlangenschwert von Sergej Lukianenko

Buchvorstellungund Rezension

Das Schlangenschwert von Sergej Lukianenko

Originalausgabe erschienen 2000unter dem Titel „Tanzi na Snegu“,deutsche Ausgabe erstmals 2007, 640 Seiten.ISBN 340780993X.Übersetzung ins Deutsche von Ines Worms.

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In Kürze:

Nach dem Freitod seiner Eltern heuert der 13-jährige Tikki auf einem Raumtransporter an und kann so seinem verstrahlten Heimatplaneten entkommen. Auf Neu-Kuweit scheint alles besser – doch dann wird Tikki unversehens in den Staatsstreich der undurchsichtigen Inna Snow verwickelt: Durch Manipulation der menschlichen Gehirne will sie die Macht an sich reißen. Inna Snows Gegenspieler sind die Phagen, die Mitglieder eines modernen, der Idee des galaktischen Imperiums verpflichteten Ritterordens. Ihr Kennzeichen ist das Schlangenschwert, eine mächtige, lebendige Waffe, die sich ihren Träger selbst aussucht und sich für immer mit ihm verbindet. Eine solche Schlange schließt sich auch Tikki an. Das ist der Anlass für die Phagen, Tikki als Kundschafter gegen Inna Snow einzusetzen. Doch Tikki kommen schnell Zweifel: Wird er nur als Köder benutzt? Wer steht eigentlich auf welcher Seite? Und sind die manipulierten Menschen nicht vielleicht glücklicher? Fesselnd bis zur letzten Seite – und ein starkes Plädoyer für das Recht auf Selbstbestimmung.

Das meint phantastik-couch.de: „Eine Waffe – halb Maschine, halb Tier“92

Science-Fiction-Rezension von Katharina Lewald

„;Es ist mächtig. Es ist halb Ding, halb Tier. Es ist für immer eins mit dir.“; Mit diesen Worten wirbt der Beltz & Gelberg Verlag für „;Das Schlangenschwert“;, das neueste ins Deutsche übersetzte Werk des russischen Star-Autors Sergej Lukianenko, das bereits im Jahr 2000 in Russland erschien. Der bereits mit diversen Preisen ausgezeichnete Lukianenko versucht sich hier an einem Science-Fiction-Roman für Jugendliche – und dieser Versuch ist ihm mehr als gelungen.

Knallharte Realität

„;Es war der Tag, an dem sich meine Eltern für den Tod entschieden.
Das Sterberecht wird ihnen durch unsere Verfassung garantiert.“;

So beginnt die Geschichte des 13jährigen Tikkirej, der auf dem Planeten Karijer lebt, einem strahlenverseuchten, lieblosen Ort. Die Menschen leben unter einer riesigen Kuppel – zumindest die, die es sich leisten können, denn für das Atmen und das Leben in der Sicherheit der Kuppel müssen hohe Sozialabgaben gezahlt werden. Als Tikkirejs Eltern beide ihren Job verlieren, rechnen sie damit aus der Kuppel verbannt zu werden – außerhalb kann man aufgrund der hohen atomaren Verseuchung, die durch den Abbau radioaktiven Materials zustande kommt, nur wenige Jahre überleben. Also entschließen sich die Eltern des Jungen für den Freitod, damit sie ihre Sozialanteile auf den Sohn überschreiben können – so hat er wenigstens eine kleine Chance, noch eine Weile zu überleben.

Tikkirej möchte weg von Karijer und heuert auf einem Raumschiff als Modul an. Module lassen sich verkabeln und während des Flugs werden deren Hirne zu Computern umfunktioniert. Das Ganze hat nur einen Haken: Wer zu lange als Modul arbeitet, verliert die Fähigkeit selbst zu entscheiden, weil das Gehirn irgendwann verlernt selbstständig zu denken. Die meisten Module sind nach drei bis vier Raumfahrten psychische Wracks. Doch durch eine Reihe von glücklichen Zufällen landet Tikkirej bald auf dem Planeten Neu-Kuweit, der ihm so gut gefällt, dass er die Staatsbürgerschaft beantragt.

Dort lernt er auch Stasj kennen, einen Phagen, einen Sternenritter im Dienste des Imperiums. Als wenige Tage später der Planet Neu-Kuweit vom Inej, einem Feind des Imperiums, übernommen wird, fliehen Tikkirej und Stasj zusammen auf den Heimatplaneten aller Phagen, auf den Avalon. Dort erfährt der 13jährige noch mehr über die geheime Organisation und schon bald wird er als Spion nach Neu-Kuweit zurückgeschickt. Seine einzige Waffe ist das Schlangenschwert, eine Mischung aus Maschine und Tier, die für immer an ihn gebunden ist…

Spannend und fantasievoll

Mit „;Das Schlangenschwert“; legt Sergej Lukianenko einen Science-Fiction-Roman vor, der spannender nicht sein könnte. Der russische Autor lässt seiner Fantasie freien Lauf und erfindet originelle Details, die das Lesen dieses Romans zu einem wahren Genuss werden lassen. Als Beispiel sei hier der so genannte Neuroshunt genannt, ein kleiner Computer, den jeder Bewohner des Imperiums am Kopf (über dem Ohr) trägt. Diverse Kabel lassen sich daran befestigen und man kann damit online gehen, Fernsehen schauen und vieles mehr. Außerdem tummeln sich nicht nur Menschen im Imperium, sondern auch Halflinge und andere Geschöpfe, über die der Leser allerdings leider nicht mehr erfährt. Dies mag auf Anhieb nicht besonders originell klingen, ergibt aber ein durchaus stimmiges und stimmungsvolles Gesamtbild.

Neben der eigentlichen Geschichte sind es zudem immer wieder interessante, philosophisch angehauchte Gespräche, die den Leser gespannt an die Lektüre fesseln. Tikkirej denkt viel über den Freitod seiner Eltern nach, denen gegenüber er sich natürlich verpflichtet fühlt, eine bessere Zukunft für sich selbst aufzubauen. Auch sein Freund Lion, den er auf Neu-Kuweit kennen lernt, trägt einiges dazu bei, denn auf verschiedenen Planeten herrschen verschiedene Sitten. Allein schon die Tatsache, dass die Geschichte mit der Selbstopferung der Eltern Tikkirejs beginnt, lässt den Leser aufhorchen und macht ihn neugierig auf die Dinge, die da noch kommen.

Nicht geschieht zufällig

Nicht ein einziger überflüssiger Satz verirrt sich in die Story. Überhaupt ist fast nichts Zufall in Lukianenkos Roman, fast alles hat einen tieferen Sinn. Zunächst glaubt man, dass allzu viele glückliche Umstände die Geschichte etwas zu positiv beeinflussen – etwas zu realitätsfern sind – doch am Schluss löst sich alles auf.

Die Charaktere, allen voran natürlich Tikkirej, aber auch Lion und Stasj, machen den Leser so manches Mal staunen. Während Stasj eher undurchdringlich ist und man seine Beweggründe bis zuletzt nicht vollends durchschauen kann, ist Tikkirej ein offenes Buch. Dies liegt wahrscheinlich auch daran, dass „;Das Schlangenschwert“; in der Ich-Perspektive (aus der Sicht Tikkirejs) geschrieben ist. So hat der Leser das Gefühl an der Seite des 13jährigen Jungen zu stehen und seine Abenteuer hautnah mitzuerleben.

Jugendliche und ihre Probleme

Auch die für Jugendliche typischen Probleme, wie der erste Kuss und die Gegensätze zwischen Jungen und Mädchen, werden an einigen Stellen eingebracht. (Vor der Zeit des Imperiums lebte man im „;Dunklen Zeitalter“;, eine von Frauen dominierte Epoche. Als man allerdings die Raumfahrt entdeckte, stellte sich heraus, dass Frauen wegen des fehlenden Y-Chromosoms in Zeittunneln starben, weshalb sie vor ebensolchen Reisen in Anabiose, einen künstlichen Schlaf, versetzt werden müssen. Daher werden Frauen zu Tikkirejs Zeiten von bösen Zungen als „;Gepäckstücke“; bezeichnet, da reisende Männer oftmals Anabiosekapseln mit ihren Frauen und Töchtern hinter sich herschleppen.)

Leider hat man hier aber das Gefühl, dass Lukianenko die Klischees abzuarbeiten versucht. Jungen finden, dass Mädchen doof sind (und sie sich von Mädchen nichts sagen lassen müssen), Jungs prügeln sich mit Gleichaltrigen, um Anerkennung zu erlangen und machen Dummheiten, wie etwa das Betreten einer Eisfläche, ohne die Dicke des Eises überprüft zu haben. Etwas mehr Gefühl und Hinwendung zu den Jugendroman-typischen Eigenheiten hätte hier keinesfalls geschadet – der Schwerpunkt liegt hier eindeutig auf den Science-Fiction-Elementen.

Da war ja noch… das Schwert

Das Schlangenschwert, Tikkirejs einzige Waffe, ist eigentlich gar kein Schwert, sondern eine Plasmapeitsche. Neben den normalen Attacken kann sie aber noch einiges mehr und verbindet sich mit den Gedanken des Trägers, um ihm beispielsweise zu zeigen, dass Wanzen in der Nähe versteckt sind – die dann flugs vom Schwert ausgeschaltet werden. Weshalb der Roman den Titel „;Das Schlangenschwert“; bekommen hat, wird einigen Lesern unklar sein, denn in Wirklichkeit spielt das Schwert keine allzu wichtige Rolle und trägt auch keinen entscheidenden Teil zum Ausgang der Geschichte bei. Auch hier ist es nur verständlich, wenn der ein oder andere sich mehr Details gewünscht hätte. Der Kampf gegen „;die Bösen“;, den Inej, ist nicht die einzige Maxime, auch auf die Themen Freundschaft, Recht auf Selbstbestimmung und Sehnsucht nach einer besseren Welt wird großer Wert gelegt.

„;Das Schlangenschwert“; ist ein spannender, temporeicher Science-Fiction-Roman für Jugendliche, der aber auch Erwachsene fesseln wird. Eine fantasievolle Welt paart sich mit originellen Details, abwechslungsreiche Charaktere machen eine Welt lebendig, die womöglich wirklich auf die Menschheit zukommen könnte. Lukianenkos Vorstellung von der fernen Zukunft ist keineswegs übertrieben, sondern klingt sehr realistisch. Aber wem ist schon wohl bei der Vorstellung, unter einer Kuppel zu leben?

Ihre Meinung zu »Sergej Lukianenko: Das Schlangenschwert«

LadyJane zu »Sergej Lukianenko: Das Schlangenschwert«20.10.2010
Ich lese dieses Buch immer wieder und es ist definitiv eines meiner Lieblingsbücher.... was ich sagen muss, ist dass ich geschockt vom deutschen Titel bin - klingt "Tanz im Schnee" nicht viel interessanter und vielversprechender? Zum Buch: es ist fantastisch. Meine Lieblingsfigur ist Stasj.. ich hab es mit übernatürlichen Sachen eben gern wie bei "Eragon" oder den "Biss..."-Büchern ;) Das Buch ist gerade toll, wie ich finde, weil vieles unausgesprochen bleibt, man muss sich in die Personen hineinversetzen und man wird trotzdem überrascht, es ist spannend und überhaupt die Beziehung zwischen den Figuren zu beobachten ist absolut spannend. Am Ende des Buches fällt mir immer auf, das alles sehr logisch verlief, der Ablauf der Dinge. Ich bin natürlich auch ein wenig enttäuscht, dass das Ende so offen dasteht... und ich wünschte es gäbe eine Fortsetzung, oder zwei.... :)
Natascha zu »Sergej Lukianenko: Das Schlangenschwert«14.01.2010
Ich habe das Deutsche Buch mit meiner Klasse in Deutsch gelesen. Ich finde es sehr gut, an einigen Stellen ist es jedoch langweilig.
Am Anfang wusste von uns keiner so wirklich was ein Neuroshunt ist, oder die anderen Fremdwörter.
Dies hatte sich erstmals im weiter lesen geklärt.
Einige Gespräche waren langweilig und irgendwie zu kompliziert.
Man konnte aus den Gesprächsfetzten kaum die Logik verstehen, die die Personen aber irgendwie verstanden. Aber es ist ein Tolles Buch. Trauer, Drama, Angst, Liebe, Abenteuer, Lustiges,
ich finde es war alles drinnen. Nur das Epilog war etwas enttäuschend. Es gab einem das Gefühl, als hätte der Autor keine Lust mehr gehabt und wollte das Ende schnell hinter sich bringen,
auch ließ es viele Fragen offen. Wo wohnt Tikkirej nun? Avalon? Neu-Kuweit? Heiratet er Djaka oder Natasha? Ist er immer noch mit Lion zusammen befreundet und sehen sie sich auch immer noch jeden Tag, also unternehmen sie jeden Tag war.
Was wurde aus den Menschen und Inna Snow.
Bekommt Tikkirej seine Peitsche eigentlich wieder?
Und noch viele andere Fragen stellten sich am Ende offen.
Dennoch ist es ein gutes Buch. Nur zu empfehlen.
eldorado zu »Sergej Lukianenko: Das Schlangenschwert«29.11.2009
Habe gerade die russische Originalausgabe durchgelesen und wollte erstmal schauen, was man hier in Deutschland über das Buch so sagt.

Bin natürlich etwas von dem deutschen Titel geschockt, aber das tut man ja ganz gerne auch solchen Autoren wie Stephen King an.

Aber nun ein wenig zum Buch.

Es ist wirklich ein Jugendroman, also ist vieles nicht wirklich rund und man hätte sehr gerne von der ganzen Welt, von den Aliens, Hintergünden usw. erfahren.

Dennoch sind wirlich einige sehr gute SciFi Ideen enthalten, zum Beispiel das Missbrauchen der Menschen als Rechnermodule und dieser Sozialpay mit Euthanasie.

Die Geschichte wird ganz spannend erzählt, wenn ich auch die selben Fragen, wie die von der Bücherwürmin beschrieben, hatte. Das Imperium wurde zwar gerettet, aber wirklich gut ist es nicht.

Ganz interessant fand ich die nicht wirkliche Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, okay der Tikkirej ist 13 da kann man die Mädchen auch doof finden^^, dennoch erscheint es heute in einem Jugendbuch befremdlich, aber diese Zwangs-Political Correctness ist oft aufgesetzt und warum soll die Zukunft pc sein und in dem Buch wirds auch geklärt, also mit der Zeit des Matriarchats und den Frauen die keine Piloten werden können usw.

Also alleine wegen der frischen SciFi Ideen und der spannenden Geschichte können auch Erwachsene eine Blick in das Buch werfen, zwar ist es nicht ganz perfekt, aber es fesselt .

Und russisches SciFi ist wirklich anders- ob von Strugazki Brüdern oder Lukianenko oder Metro 2033.
Bücherwürmin zu »Sergej Lukianenko: Das Schlangenschwert«05.11.2009
Ich war fasziniert von dem Roman, und lange nachdem ich ihn weggelegt habe, flogen meine Gedanken noch zum Schluss des Buches! Immer wieder dachte ich über die Wichtigkeit der Freiheit über allem anderen nach. War dieser Kampf es wirklich wert, hat Tikkirej wirklich die richtige entscheidung getroffen?
Ich kann das Buch wirklich nur allen empfehlen, die gerne etwas philosophieren und über die Welt und uns Menschen nachdenken.
Es lohnt sich wirklich, und ich finde dass diese Klischees eher auch zum nachdenken anregen als das Buch verschlechtern!
DaVinci zu »Sergej Lukianenko: Das Schlangenschwert«08.11.2007
Ich habe das Buch zwar erst halb durchgelesen, aber bin total begeistert.Das Buch auf jedenfall emfehlenswert für Kinder (Jugendliche) ab 12 bis 14 Jahren. Ich finde das der Titel überhaupt nicht anregend klingt und der Orginal Titel "Tancy na snegu"(Tänze auf dem Schnee)viel passender wäre,aber wie schon gesagt finde ich es absolut emfehlenswert.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
TheHutt zu »Sergej Lukianenko: Das Schlangenschwert«05.08.2007
Leider ist die deutsche Übersetzung stellenweise doch sehr mißlungen. Wie kann man "Jedi" bloß mit "Dschedai" übersetzen?..

Ansonsten hat es bereits der Rezensent gesagt, dass "Das Schlangenschwert" eigentlich eine Nebenrolle spielt. Der Originaltitel, "Tancy na snegu" ("Tänze auf dem Schnee") trifft den Kern des Buches viel eher, obwohl er zugegebenermaßen noch weniger auf den Inhalts des Buchs vorzubereiten vermag.

Im Übrigen bleibt zu hoffen, dass Beltz sich auch der anderen Teile der "Genom"-Reihe annimmt, allen voran "Genom" selbst, das ca. 200 Jahre nach "Schlangenschwert" spielt.
David zu »Sergej Lukianenko: Das Schlangenschwert«18.07.2007
Ich kann mich der Meinung von Rice nur anschließen. Das Buch wurde erst so ziemlich am Ende spannend, und die Action ließ genau so lange auf sich warten. Außerdem waren manche Dialoge so endlos lange, dass man sie am liebsten übersprungen hatte. Meiner Meinung nach hätte der Autor viel mehr daraus machen können, schade eigentlich.
Rice zu »Sergej Lukianenko: Das Schlangenschwert«25.03.2007
Mich haben der interessant klingende Klappentext und Rezension dazu veranlasst mir das Buch schenken zu lassen.
Leider bin ich aber doch von dem Inhalt des Buches enttäuscht worden. Die Einleitung füllte fast das halbe Buch aus und der spannende Teil ließ bis zum Schluß auf sich warten. Das Ende war einfach nur verwirrend. Alles in allem 50 Punkte. Sehr schade.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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