Spektrum von Sergej Lukianenko

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2002unter dem Titel „Spectr“,deutsche Ausgabe erstmals 2007, 702 Seiten.ISBN 3-453-52233-8.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Als die Menschen eines Tages ein von Außerirdischen installiertes Teleportationssystem entdecken, beginnt für Privatdetektiv Martin Dugin das Abenteuer seines Lebens: Denn dieses System ermöglicht es, in Sekunden die Abgründe zwischen den Planeten der Galaxis zu überwinden. Eine perfekte Möglichkeit also für jene, die den Zuständen auf der Erde entfliehen wollen – aus welchen Gründen auch immer …

Das meint phantastik-couch.de: „Mehr als zweiundvierzig“90

Science-Fiction-Rezension von Peter Kümmel

Irgendwann waren sie einfach da, die rätselhaften Tore. Über das Teleportationssystem weiß man im Prinzip nur, daß es von einer intelligenten Rasse installiert wurde, die „Schließer“ genannt wird. Diese Rasse errichtete Stationen für Hyperraumverbindungen auf jedem Planeten, den sie besuchten, und so ist mittlerweile ein gigantisches Netz im Universum entstanden, das seinen Bewohnern ermöglicht, sich ohne Zeitaufwand von einer Welt zur anderen zu bewegen. Als Gegenleistung für die Benutzung ihrer Stationen verlangen die Schließer nur eine Geschichte. Jeder Reisende erhält die Durchgangserlaubnis durch ein Tor erst dann, wenn der für die Station zuständige Schließer mit der erzählten Geschichte zufrieden ist.

Einer der erfahrensten Wanderer durch die Welten ist der russische Privatdetektiv Martin Dugin. Ihm bereitet es keine Schwierigkeiten, die Schließer mit immer neu erdachten oder selber erlebten Geschichten zufrieden zu stellen.

Auch für seinen aktuellen Fall ist Martin dazu gezwungen, die Erde zu verlassen. Ein Vater beauftragt ihn, seine siebzehn Jahre alte Tochter Irina zu suchen und nach Hause zurück zu bringen. Das Mädchen wurde von Abenteuerlust gepackt und hat die Erde vor drei Tagen verlassen. Im Prinzip ein Allerweltsauftrag, der Martin vor keine allzu großen Probleme stellen dürfte. Doch irgendwie hat er bei der Sache ein ungutes Gefühl.

Seine Suche führt Martin auf den Planeten Bibliothek, eine karge Welt aus Wasser mit kleinen Inseln, auf der sowohl Menschen als auch verschiedene außerirdische Rassen leben. Da der Planet nur aus drei Dörfern besteht, sollte der Fall schnell erledigt sein. Er erfährt, daß es sich Irina in den Kopf gesetzt hat, das System der Lautschrift von Bibliothek zu ergründen, daran jedoch ebenso gescheitert ist wie bislang auch die einheimischen Wissenschaftler.

Martin gelingt es recht schnell, das Mädchen zu finden und versucht sie zu überreden, ihn nach Hause zu begleiten, als plötzlich ein Kchannan, ein robbenartiges Wesen, mit einer scharfen Waffe nach Irina wirft und sie tötet. Die Kchannan werden von den Geddarn, einer auf Bibliothek ansässigen Rasse, quasi als Haustier gehalten. Das mörderische Wesen kann getötet werden, doch gelingt es nicht, herauszufinden, wem es gehörte und von wem es den Mordauftrag erhielt. Das einzige, was Irina Martin vor ihrem Tod mittels Zeichensprache noch mitteilen konnte, war der Name eines weiteren Planeten: Prärie 2. Eigentlich hätte Martin nur noch dem Vater die Todesnachricht zu überbringen und sein Auftrag wäre erledigt, doch die Neugier treibt ihn dazu, nach Prärie 2 zu reisen, einem orangefarbener Planeten, der dem Wilden Westen entlehnt zu sein scheint. Und dort trifft er ein Mädchen, das eine Doppelgängerin von Irina zu sein scheint.

Spannung subtiler Art

Lukianenkos Grundidee ist nicht neu, aber doch irgendwie anders. Meist dient ein „Stargate“ nur als Mittel zum Zweck, d.h. um Entfernungen ohne Zeitverlust zu überbrücken und so die Handlung voranzutreiben. Hier jedoch werden die Menschen vor eine kafkaeske Situation gestellt. Was bezwecken die mysteriösen Schließer damit, den Völkern praktisch ohne Gegenleistung eine völlig neuartige Technik zur Verfügung zu stellen? Sind sie Freund oder Feind?

Auch das Auftreten von zahlreichen fremden Kulturen kennen wir zur Genüge, doch es ist etwas anderes, wenn ein Autor mit russischer Mentalität an eine solche Aufgabe herangeht.

Mit jedem Erscheinen eines neuen uns unbekannten Volkes erleben wir eine neue Situation – unterschiedliche Denkweisen, andere Machtstrukturen, verschiedene Religionen und Traditionen. Der Einfachheit halber können alle Reisenden, die einmal ein Tor passiert haben, ab diesem Zeitpunkt „Touristisch“ sprechen; so hat man etwaige Verständigungsprobleme ad acta gelegt.

Zwischen all den Beschreibungen von fremden Welten und Wesen treibt Lukianenko die Handlung zügig voran und liefert dazu auch noch interessante gesellschaftspolitische Thesen und Anspielungen auf die Gegenwart Russlands:

„Freilich entstehen an jedem Ort, an dem mehr als zwei intelligente Lebewesen zusammenkommen, machtähnliche Strukturen.“
„Die meisten Welten [...] entwickelten sich zu einem mehr oder weniger demokratischen Gebilde. Verbrecherische und despotische Welten entstanden nur auf sehr armen oder allzu reichen Planeten.“

Der Protagonist Martin Dugin kommt sehr menschlich rüber und wirkt auf den Leser gleich sympathisch. Kein Held, kein Übermensch, kein Alleskönner, sondern ein junger Mann, der arbeitet, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen und Spaß an seinem Job hat, weil er weit herum kommt und viele Leute und Völker kennenlernt. Die Spannung in „Spektrum“ ist eher subtiler Art. Lukinaneko betreibt keine Effekthascherei, Actionszenen sind eher eine Seltenheit. Was beim Leser erhalten bleibt, ist vordergründig die Neugier, das Warten auf Erklärungen.

Mit seinem angenehmen und abwechslungsreichen Schreibstil hält der Autor den Leser bei der Stange und liefert immer kurz bevor man sich etwas eingelullt fühlt wieder neue Informationen. Zwischen all seinen Reisen auf fremde Welten kehrt Martin immer wieder in seine Heimat zurück. Dort herrscht ein absolut gegensätzliches Flair, in dem es vorwiegend um die russische Lebensweise mit gutem Essen und Trinken geht. Dazwischen tritt die philosophische Ader des Autors hervor, wenn sich Martin mittels seiner Geschichten Durchlass verschaffen muß.

Der größte Pluspunkt des Romans ist zweifellos seine Originalität. Mit der Frage nach dem Sinn des Lebens haben sich schon zahlreiche andere Schriftsteller beschäftigt. Sergej Lukianenko kann zu dieser Frage zwar keine Antwort liefern, dennoch ist das, was er dazu zu sagen hat, etwas mehr als die „zweiundvierzig“, die ein anderer Autor einmal als Antwort angeboten hat.

Ihre Meinung zu »Sergej Lukianenko: Spektrum«

candyman zu »Sergej Lukianenko: Spektrum«12.07.2015
Von allem etwas und nichts richtig.

Der Roman ist eine äusserst krude Mischung aus hemdsärmeligen pseudo-russischen Stubengeschichten und Ideen-Hopping der letzten 20 Jahre SF. Der Protagonist des letztlich inhaltslosen auf 500 Seiten breitgetretenen Schmökers schafft es nicht eine Sekunde lang, den Leser an sich zu binden; zu sehr ist der Hauptdarsteller ein Produkt eines Autors, der seine Romane am Reissbrett zusammenzuschustern scheint. Man nehme eine nette Idee für eine Kurzgeschichte als Rahmen und fülle diese mit diversen epischen Exkursen ins Pseudo-Philosophische, dazu etwas Selfmade-Mythologie für den Hausgebrauch und einen Hauch Erich von Däniken'sche Verschwörungstheorie... Ach ja und einen Krimi hat der Autor dabei auch noch versucht. Nicht dass man aus solchen Zutaten nicht eine schmackhafte Suppe köcheln könnte, aber Spektrum ist einfach unglaublich lachhaft, dass mir in allen Belangen die Worte fehlen. Selten so was Aufgebauschtes und Unspannendes gelesen, mit faden Figuren, öden Dialogen und lächerlichen Motivationen der Protagonisten. Mehr kann ich dazu leider nicht sagen. Man brauchts nicht fertig zu lesen, der Schluss ist genauso schlecht wie alles.
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Beverly zu »Sergej Lukianenko: Spektrum«17.02.2012
Das Cover war super und die Idee von Außerirdischen, die von den Menschen Geschichten als Bezahlung für Reisen zu anderen Planeten verlangen, las sich interessant.
Das war es dann aber auch schon.
Nach etwas über hundert Seiten merkte ich, dass es weder im Weltentwurf noch bei den Figuren etwas gab, das mich ansprach.
Lukjanenko setzt die dröge postsozialistische, postmoderne, postpost ... Welt unserer Tage in die Zukunft und auf andere Planeten fort. Die Aliens, die da Pfeife rauchend vor den Toren zu den Sternen hocken, sind auch nur eine Art Bürokraten, wie man sie von der Erde kennt und hasst. Nun gibt es viele Autoren verschiedener Genres, die sich an ihrer miesen Welt auf spannende und unterhaltsame Art und Weise abarbeiten. Lukjanenko gehört in "Spektrum" nicht dazu. Irgendwann dachte ich, Transmittertore mit durchgeknallten Wächtern habe ich vor dreißig Jahren in "Atlan"-Heftromanen unterhaltsamer gelesen. Und legte das Buch zur Seite.
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der komische heinzel 32 zu »Sergej Lukianenko: Spektrum«10.09.2010
ich als bekennender lukianenko-fan muss sagen dass spektrum das beste seiner werke ist das ich bisher gelesen habe.
besonders gafällt mir an diesem werk das es kaum actionszenen gibt,und die dialoge zwischern martin und den schließern.in diese dialoge sind einige tiefgreifende psychologische fragen verpackt,sowie überlegungen zu einer anwort,ohne allerdings den anspruch zu stellen die richtige antwort zu kennen.
weiterhin sagt mir auch der schreibstil lukianenkos zu,und die tatsache das es eben keinen sternenkriegoder etwas in der art gibt.
ein weiterer positiver aspekt des buches sind sicherlich die pasagen in rußssland,in denen martin sich entweder mit seinem tschkisten(juri sergejewitsch) unterhät,oder wo er über seine vorliebe für gutes essen erzählt.diese referate über gutes essen sind etwas recht aussergewöhnliches für so ein buch und gerade in ihrer überflüssigkeit sehr interressant und charaktergebenbd.
Zeitreisefan zu »Sergej Lukianenko: Spektrum«20.04.2010
Beim Lesen des Klappentextes kam mir sofort die Assoziation `Stargate´ (die SciFi-Fernsehserie). Als ausgemachter Stargate-Fan habe ich Lukianenkos `Spektrum´ interessiert begonnen, um schnell ernüchtert zu werden: Wenig spektakulär, wenig spannend, insges. nur seichte Unterhaltung.
Ist ungefähr vergleichbar mit einem deutschen Tatortkrimi und einer amerikanischen Krimiserie. Hier viel Gelaber und Diskutieren, dort rasante Action und RumsBums...
Tatsächlich schau ich mir gerne nen Tatort an, genauso habe ich auch `Spektrum´ zu Ende gelesen. Aber das anfängliche Stargate-Feeling hat sich halt schnell verflüchtigt.
Geht man den Roman also ohne solcherlei Vorfreude an, kann er durchaus gefallen...
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The Gee zu »Sergej Lukianenko: Spektrum«24.03.2009
Also ich kann auch nur sagen: einer der besten Romane des Genres - in dem ich mich SEHR gut auskenne - der letzten Jahre, wenn nicht sogar der Beste.
Sicher, es gibt Schriftsteller, die mehr Tempo und Dramatik erzeugen. Auch eine große Space Opera mit vielen unterschiedlichen Handlungssträngen, die zu einem furiosen, actiongeladenen Ende führen, darf man hier nicht erwarten.
Dafür eine sehr eigene, auf eigentümliche Art und Weise berührende Erzählung in beinahe schlichter Sprache, die sich angenehm von dem Techno-Action-Overkill der meisten Genrekollegen absetzt.
Und Lukianenko schafft es, einer "kleinen" Geschichte, die durch viele "sehr kleine" Erzählungen gewürzt ist, große Gedanken abzugewinnen. Selten habe ich beim Lesen eines Romans so ein Gefühl von Weisheit des Autors erlebt: in vielen kleinen Details gibt er in wenigen Worten wirklich große Gedanken weiter, ohne dabei belehrend zu wirken. Und weil das ganze Buch dabei auch noch unterhaltsam und auf eine ganz individuelle Art spannend ist, kann ich nur sagen: Besser kann SF-Literatur nicht sein!
Tetsuo zu »Sergej Lukianenko: Spektrum«06.01.2009
Hinzufügen möchte ich noch, dass Clemens stellenweise auch durchaus recht hat. Einiges wirkt etwas zu unreif und Asimovs "Foundation" und "Das Ende der Ewigkeit" sind da doch noch was besser. Ich finde trotzdem, dass mit eigenen Ergänzungen....evtl. half auch einfach, dass ich schon sehr lange in diesem Genre unterwegs bin....das Ganze doch auf ein ziemlich hohes Niveau gelangt.

und übrigends fand ich diese Kochexkurse eher störend, aber nun gut, das wollte er wohl unbedingt für sich selbst einbauen.
Tetsuo zu »Sergej Lukianenko: Spektrum«06.01.2009
Dieses Buch hat sehr Vieles in sich. Es ist einerseits ein Scifi-Abenteuerroman, auf der anderen Seite eine philosophische Betrachtung des Universums und wichtiger Fragen wie Zeit, Gott und das Leben im evolutionären Sinne.

Der Protagonist reist auf verschiedene Planeten mittels eines außerirdischen Systems, dass für die Menschen überraschend aufgetaucht ist. Wozu das Ganze? Anfänglich fragt sich der Leser sehr insbesondere das, wird dann durch die sehr anschaulich und äußerst logisch erklärten verschiedenen Völker und Planeten immer mehr abgelenkt, nur um am Ende wieder mit den Grundfragen konfrontiert zu werden.

Das Buch wird sicherlich nicht jedem Spaß machen, da es, wie mein Vorredner bereits schrieb, einen merklichen Anspruch an den Leser hat. Hier kann man zwar zeitweise sein Hirn auf Sparflamme stellen, muss aber gegen Ende noch mal so richtig den Denkapparat nachheizen.

Spektrum ist ein wirklich sehr gutes Buch für Leute, die gerne etwas über die großen Fragen des Universums nachdenken. Trotzdem ist es in eine relativ leicht lesbare Abenteuergeschichte eingebunden.

92% gibt’s dafür von mir.
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Florian zu »Sergej Lukianenko: Spektrum«29.11.2008
Jedem seine Meinung kann ich nur sagen. Aber ich wiederspreche hier "Clemens" unter mir ganz entschieden.

Es ist sicher kein Buch für Leute die in ihrem Leben erst 2 Bücher gelesen haben und es hat sehr klar Anspruch an den Leser.

Nichts destotrotz finde ich es als das "BESTE" Buch was ich in den letzten zehn Jahren gelesen habe!

Die suptile Art, die unterschwellige Spannung und alles zusammen ergibt eine Story wo man nicht will das sie je zuende geht.

Buch sowie auch Hörbuch sind absolute Pflichtkäufe !!!
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Clemens zu »Sergej Lukianenko: Spektrum«27.11.2008
Bei aller Achtung gegenüber Sergej Lukianenko - dem großen Lob an Spektrum kann ich mich ganz entschieden nicht anschließen.

Über Humor und "Spannung" kann man sicherilch streiten. Sonderlich spannend habe ich das Buch nicht empfunden, und meines Erachtens ist das Buch nicht als spannendes Buch - im Sinne von Thrillern - gedacht. Zumindestens hoffe ich das, denn ansonsten wäre das ein weiteres großes Manko.

Auch wenn er sein Buch mit Anspielungen und Bildern spickt - sehr nett - so hat er sich thematisch völlig übernommen. Ich denke, Lukianenko würde Spektrum gerne in einer Reihe mit Isaak Asimov und Stephen Baxter sehen. Neben Büchern wie der Foundation Trilogie oder Zeit/Raum/??? (wie hieß das dritte doch gleich?).

Aber dazu ist das Bild, das Lukianenko von der Welt und dem ganzen Rest hat, noch zu unreif. Zu jung. Er ergeht sich in teils verworrene Theorienfragmenten, die nicht recht zusammenpassen wollen und die vor Allem von der Geschichte nicht anschaulich erklärt werden.

Und das ist es, was meines Erachtens die große Kunst der SciFi/Fantasy Authoren ausmacht, die gesellschaftliche Blickweisen an den Mann bringen wollen: Sie erzählen eine Geschichte, die halbwegs spannend ist und am Ende hat man den Eindruck, eine neue Sicht gewonnen zu haben. Sublim vermittelt, ähnlich wie die Schließer Wanderern das Touristisch "heimlich" ins Gehirn geben.

Die Geschichte von Spektrum erklärt dem Leser Lukianenkos innere Welt nicht, es bleibt eine mäßig unterhaltsame Geschichte an der Oberfläche, die mit Gewalt versucht, die Dinge unter der Oberfläche an den Mann zu bringen. Und das klappt nicht, weil in diesen Dingen zu wenig Struktur enthalten ist.

Lukianenko ist an sich ein guter Schriftsteller, wie er - in meinen Augen - es mit den Wächter Büchern gezeigt hat. Diese Bücher hatten auch noch nicht so schrecklich viel "philosophischen" Anspruch.
Vielleicht wächst Lukianenko ja in dieses Subgenre ja noch hinein.
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TheHutt zu »Sergej Lukianenko: Spektrum«22.08.2007
„Spektrum“ ist eine spannende Science-Fiction-Geschichte mit sieben Prologen und einem Epilog, die ihren Titel den sieben Farben des Regebogens schuldet. Und das Motiv der Farben zieht sich durch die Geschichte durch. Das Buch ist in sieben Teilen aufgebaut, die alle den Namen der jeweiligen Regenbogenfarbe tragen: Rot, Orange, Gelb, etc. Die Farbgebung der sieben Welten, die Martin besucht, spiegelt sich ebenfalls in den jeweiligen Farben des Spektrums wieder. Auch der Untertitel der russischen Version – „Jeder Jäger wünscht zu wissen…“ ist eine russischsprachige Eselsbrücke, um sich alle Farben in der richtigen Reihenfolge zu merken (buchstäblich übersetzt, „Jeder Jäger wünscht zu wissen, wo die Fasane sitzt“). Dieser Kinderreim wird auch gegen Ende des Buchs aufgegriffen, und auch die sprichwörtliche Fasane darf nicht fehlen.

Apropos Fasane. „Spektrum“, auch wenn es ein klassischer SciFi-Quest ist (sprich: „Geh auf eine Mission, krieg das Mädchen, rette die Galaxis und wachse über dich hinaus“), hat dennoch einige interessante Elemente. Nicht zuletzt ist es Humor, der vor allem in den sieben Prologen zur Geltung kommt – denn diese widmen sich recht ausgiebig den leiblichen Genüssen und erzählen, wie man das eine oder das andere Gericht richtig zuzubereiten hat. Denn Martin Dugin, wie auch sein Erschaffer Sergej Lukianenko, verstehen sich aufs Kochen. Und so köstlich wie jenen Gerichte wie etwa eine gebratene Fasane, russische Pelmeni oder chinesische Ente beschrieben werden, umso heiterer wird die Laune beim Lesen. Das Auge isst ja schließlich auch mit.
Humor verbirgt sich auch im Lukianenko-typischen Zitieren und postmodernen Witzen, die er in den Roman, wie gewohnt, einbaut. Es gibt mehrere Anspielungen auf andere phantastische Werke wie „Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien und „Picknick am Wegesrand“ von A. und B. Strugazki, sogar „Simpsons“ werden mit einer Erwähnung bedacht. Angenehm, wenn der Autor Dinge zitiert, die man als Leser selbst mag.

Weiterlesen unter http://www.imzwielicht.de/bsp.php

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