Weltenträumer von Sergej Lukianenko

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2007unter dem Titel „Tschistowik“,deutsche Ausgabe erstmals 2008, 496 Seiten.ISBN 3-453-52460-8.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Merkwürdige Dinge geschehen in Moskau. Als Kirill Maximov eines Abs nach Hause kommt, behauptet eine ihm völlig unbekannte Frau, sie wohne hier schon seit Jahren. Damit nicht genug
Auch an seinem Arbeitsplatz ist Kirill niemandem bekannt, und sogar seine Freunde und Verwandten haben vergessen, dass er je existiert hat.
Völlig verwirrt, wird Kirill durch einen anonymen Anruf schließlich zu einem verlassenen Wasserturm geleitet – wo ihm eine atemberaubende Enthüllung gemacht wird
Man hat ihn aus seiner Existenz gerissen, um ihn zu einem sogenannten„Funktional“zu machen. Als solcher hat er die Aufgabe, die Grenze zwischen etlichen parallelen Welten zu überwachen. Doch wer hat diese Parallelwelten geschaffen? Und wozu?

Das meint Phantastik-Couch.de: „Die 'Endfassung’ überzeugt nicht ganz“81

Science-Fiction-Rezension von Peter Kümmel

Nachdem „Weltengänger“, der erste Teil der Duologie, mit einem Actionspektakel zu Ende gegangen ist und Kirill sich aus seinem Funktional-Dasein befreit hat, lässt das Szenario für den zweiten Teil „Weltenträumer“ einiges erwarten.

„Weltenträumer“ knüpft genau da an, wo „Weltengänger“ endete. Da es Lukianenko nicht für nötig befunden hat, eine kurze Zusammenfassung des ersten Bandes voranzustellen oder in die Handlung einzuflechten, benötigt man ein paar Seiten Anlauf, bis man die Handlung wieder intus hat. Für Neueinsteiger ist dieser Roman absolut nicht zu empfehlen, da der „Weltengänger“ alle Grundlagen zum Verständnis bildet.

Kirill hat sich zwar aus seinen Zwängen befreit und das Zusammentreffen mit Kotja unversehrt überstanden, doch nun sucht er nach Erklärungen für all das Unglaubliche, was ihm widerfahren ist. So reist er per Bahn in die Ukraine, wo er hofft, bei der Schmiedin Wassilissa mehr zu erfahren. Sein Ziel ist es, den Heimatplaneten der Funktionale zu finden und diese zu vernichten. Doch seine Verfolger sind ihm auf den Fersen und so beginnt seine Flucht bereits während der Bahnreise.

Viel schlauer ist man immer noch nicht

„;Tschernowik“, auf deutsch „;Entwurf“ betitelte Lukianenko den ersten Band. Nun will er mit „;Tschistowik“ die „;Endfassung“ liefern. Wie immer beginnen die Kapitel des russischen Autoren mit ein paar mehr oder weniger philosophischen Überlegungen über Dieses und Jenes, mit denen er immer wieder unterhaltsame Einstiege in die Handlung schafft.

Die Flucht unseres Anti-Helden Kirill ist zunächst sehr unterhaltsam. Wieder lernen wir neue Welten kennen sowie neue Personen, denen jedoch das Charisma der Charaktere des ersten Bandes fehlt. Kirill ist nun kein Funktional mehr und hat auch weitestgehend die übernatürlichen Fähigkeiten eines solchen verloren. Doch immer, wenn es darauf ankommt, sind doch immer noch genügend Fähigkeiten vorhanden, um seinen Verfolgern zu entkommen und sein Leben zu retten.

Gegen Ende hin wird das Geschehen zunehmend verworrener. Da treten Roboter und Engel gegeneinander an. Das Ganze wirkt etwas abgefahren, hätte jedoch bei besserer Gestaltung der guten Ansätze durchaus mehr Potential gehabt. Hier muß ich Lukianenko vorwerfen, etwas schludrig gearbeitet zu haben.

Für eine „Endfassung“ wird hier eindeutig zu wenig erklärt. Jede Menge Fragen, auf die man sich eine Antwort erhofft hatte, bleiben offen. „Weltenträumer“ fällt vom „Weltengänger“ her stark ab, bietet aber immer noch gute Unterhaltung. Der Roman ist zwar als abgeschlossen zu betrachten, doch eine Hintertür für eine Fortsetzung hat sich der Autor noch aufgehalten. Vielleicht folgt ja nach der „Endfassung“ doch noch eine weitere.

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