Für eine Handvoll Pfund von Simon R. Green

Buchvorstellungund Rezension

Für eine Handvoll Pfund von Simon R. Green

Originalausgabe erschienen 2010unter dem Titel „The Good, the Bad, and the Uncanny“,deutsche Ausgabe erstmals 2011, 272 Seiten.ISBN 386762075X.Übersetzung ins Deutsche von Oliver Hoffmann.

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In Kürze:

Eigentlich lief alles ganz toll für Privatdetektiv John Taylor – es war also nur eine Frage der Zeit, bis alles den Bach runtergeht. Walker, der mächtige, aber nicht vertrauenswürdige Agent, der für die Autoritäten die Nightside regierte, stirbt. Er will John als Nachfolger – eine Aufgabe, die mehr Altlasten und Feinde mit sich bringt, als man sich vorstellen kann.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Mehr als genug Stoff für ein Buch.“79

Fantasy-Rezension von Sanja Döttling

John Taylor hat fast schon so etwas wie einen gemütlichen Alltagstrott entwickelt. Seine Herkunftsfrage ist geklärt, seine Beziehung mit Auftragskillerin Suzie läuft prima und seine Sekretärin Cathy ist immer noch nervig (auf eine nette Art). Klar, dass das Leben nicht so ruhig bleiben kann. Ein Elf bittet um Geleit, ein schwieriger Fall, denn Elfen sind in der Nightside nicht gern gesehen. Dass dies nur eine Aufwärm-Übung ist, erfährt Taylor, als er auf Larry Oblivion trifft. Der ist zwar nur noch ein Geist, aber dennoch an dem Verleiben seines Bruders Tommy interessiert, der im Lilith-Krieg verschwand. Eigentlich ein Fall für John Taylor und seine Sachen-finden-Gabe. Doch der Suche stellen sich höhere Mächte in den Weg: Nicht nur der Sammler, auch Walker mischt sich mal wieder ein. Und er trägt Taylor noch eine ganz andere Geschichte zu: Er stirbt. Aber bevor der mächtigste Wächter der Nightside das Zeitliche segnet, will er einen Nachfolger bestimmen. Und hat sich dafür ausgerechnet John Taylor ausgesucht. Doch der muss erst nocheinmal scharf über dieses Angebot nachdenken.

Im zehnten Teil der Reihe „Geschichten aus der Nightside“ geht die Geschichte um den schrägen Privatdetektiv mit noch schrägerem Ermittlungsgebiet weiter. Walker, übermächtige Wächterfigur seit dem ersten Teil, soll es diesmal an den Kragen gehen. Keine schlechte Wendung, hat der doch das Geschehen zwischendurch fast allein bestimmen können und ist fast übermächtig geworden. In diesem Band, der sich auf seinen Charakter fokussiert, wird zwar mehr von seinen Handlungen und Entscheidungen gezeigt, doch Walker als Charakter bleibt weiterhin geheimnisvoll – oder unerklärt. Er zeigt aber gut, was mit einem Mann passiert, der sein Leben seinen Prinzipien unterordnet: in diesem Fall dem Bewahren des Status Quo.

Dieser zehnte Teil schafft es, ganz unterschiedliche Handlungsstränge ineinander zu verweben, und ganz nebenbei auch viele Geschichten aus der Vergangenheit aufzugreifen, wie die Freundschaft zwischen Walker, dem Sammler und Taylors Vater. Das gibt den Charakteren mehr Tiefe. Doch manchmal ist es genau dieses zusätzliche Wissen das sie undurchschaubar macht, denn die Informationen widersprechen manchmal dem Handeln. Dennoch bleibt John Taylor eine sympathische Figur, die auf einem sehr schmalen Pfad zwischen Grausamkeit und Gerechtigkeit balanciert. Natürlich müssen auch einige Menschen zur Erheiterung grotesk ermordet werden – da ist es schwierig, eine hohe Moralvorstellung aufrecht zu erhalten.

Dennoch ist der zehnte Band nicht mehr ganz so spritzig und witzig wie der erste, die Töne sind ernster geworden. Das passt, schließlich ist der große Lilith-Krieg noch nicht lange her, dennoch geht der Serie damit ein Teil seines Alleinstellungsmerkmals verloren. Aber skurrile Figuren wie die Travestie-Künstlerin und Superheldin Ms. Fate trösten gut über solche Änderungen hinweg. Ein Makel: Die eingeschobenen Geschichten geben zwar Hintergrundinformationen, tragen aber nicht wirklich zu Handlung bei. Man kann darüber streiten, ob man sich die nicht hätte sparen können.

Fazit:

Im zehnten Teil der Saga geht es spannend weiter, auch wenn der große Lilith-Krieg vorbei ist. Mit dem Tod von Walker ist vor allem in Hinsicht auf die nächsten Bände eine interessante Lücke gesetzt, so dass neuer Schwung in die Handlung kommen kann – nicht umsonst war Walker ja Hüter des Status Quo.

Sanja Döttling im August 2013

 

 

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