Unheil aus der Tiefe von Simon R. Green

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2010unter dem Titel „Ghost of a Chance“,deutsche Ausgabe erstmals 2011, 496 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

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In Kürze:

Die Agenten des Carnacki-Instituts sind die Besten der Besten. J.C. Chance: scharfsinnig, mutig und beinahe unerträglich arrogant. Melody Chambers: Wissenschaftsexpertin und Technikfreak, zuständig für die Waffen gegen das Übernatürliche. Happy Jack Palmer: drogensüchtiger Telepath, den man lieber nicht in seinem Kopf haben möchte. Gemeinsam kämfen sie gegen das Paranormale. Ihr aktueller Auftrag: die Geistererscheinungen in der Londoner U-Bahn untersuchen und eliminieren. Was sie nicht wissen: Sie selbst sollen in dieser Nacht ebenfalls eliminiert werden …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Das Böse ist los im Untergrund der britischen Hauptstadt“40

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Britannien, die Heimat der Aufrechten, der Gentlemen und des Guten. Doch selbst das Reich, in dem die Sonne einst niemals unterging, bleibt von dämonischen Angriffen nicht verschont. Gut, dass es da das höchst geheime Carnacki-Institut gibt, das nur der Krone unterstellt den Dämonen das Fürchten lehrt.

Als die U-Bahnstation Oxford Circus von etwas Unbekanntem, etwas Bösen heimgesucht wird, sind die Alpha-Player des Instituts gerade alle anderweitig im Einsatz. So entsendet die Anführerin der umgangssprachlich als Ghosthunter bezeichneten Abteilung das beste Team, das gerade verfügbar ist.

Normalerweise haben die Agenten nach einem erfolgreichen Einsatz ein paar Wochen, manches Mal Monate Zeit, sich zu erholen. Doch die Heimsuchung der U-Bahn, noch dazu in der königlichen Metropole, setzt alle normalen Vorgaben außer Betrieb. So macht sich unser Triumvirat kurzfristig auf die Socken, den Heimsuchungen auf den Grund zu gehen. Mit an Bord – Jack Palmer, ein drogenabhängiger Telepath, Melody Chambers, eine nymphoman-perverse Hackerin und ihr Chef JC Chance, der Mann ohne Nerven.

Kaum in der von der Polizei hermetisch abgeriegelten und geräumten U-Bahn-Station angekommen müssen sie entdecken, dass nicht nur die Agenten vom Crowley-Projekt auch schon Wind von der Sache bekommen haben, sondern, dass sie es mit etwas Uraltem, Bösem zu tun haben, etwas, das nicht aus unserer Dimension stammt und das nicht weniger als die Unterwerfung der ganzen Welt anstrebt …

Lauer Aufguss nach Schema X

Simon R. Greens Romanzyklen sind normalerweise immer etwas Besonderes. Voller Selbstironie und teilweisen beißendem Sarkasmus verfolgten wir unsere Helden in ihrem ungewöhnlichen Umfeld dabei, wie sie ein ums andere Mal versuchen, die Welt vor dem Bösen, zumeist aus anderen Dimensionen zu retten. Wir trafen auf Götter und Dämonen, auf Helden und Feiglinge, Engel und Droods.

Vorliegender Auftakt einer neuesten Serie ist nach demselben Muster angelegt. Aber, und dies ist ein großes ABER, dieses Mal funktioniert das Rezept nicht! Verwundert rieb ich mir bei der Lektüre die Augen. Wo nur war der Ideenreichtum, die Spritzigkeit und der Humor, den Greens Werke sonst auszeichnen, geblieben?

Statt fulminanter Action und beißender Ironie erwartet den Leser ein eher lauer Aufguss bekannter Themata. Die Helden und ihre – interessanter ausgestalteten – Gegenstücke bleiben flach, die Handlung ohne wirkliche Höhepunkte oder Überraschungen. Selbst das große Aha-Erlebnis, die Lüftung des Geheimnisses, wer nun hinter den Angriffen steckt, vermag den Leser kaum zu überraschen, die Lösung des Konflikts wirkt dann auch wenig überzeugend.

Das Gebotene wäre als Vorlage für einen Kinofilm – natürlich werden bei der Serienbezeichnung Erinnerungen an die beiden Kinofilme um die Ghostbusters wach, nur dass JC leider beileibe kein Bill Murray ist – geeignet, als Buch, das dem Leser markante und interessante Personen, eine differenzierte Welt und knackige Ideen präsentieren sollte, aber es ist schlicht unzureichend.

(Carsten Kuhr, Dezember 2011)

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