Verschwörung auf Serena von Stefan Burban

Buchvorstellungund Rezension

Verschwörung auf Serena von Stefan Burban

Originalausgabe erschienen 2013, 303 Seiten.ISBN 3864020417.

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In Kürze:

Lieutenant Colonel David Coltor, ehemaliger Kampfpilot und hochdekorierter Geheimdienstoffizier, wird während einer verdeckten Operation auf der strategisch wichtigen Welt Serena verhaftet. Die Anklage: Hochverrat, Kollaboration mit dem Feind und Mord. Die Beweise sind erdrückend und eine Verurteilung scheint nur noch eine reine Formalität. Nur Major Rachel Kepshaw, eine alte Freundin und Kollegin Coltors, glaubt fest an dessen Unschuld. Sie nimmt auf eigene Faust Nachforschungen auf und bringt sich dadurch selbst in tödliche Gefahr …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Pause im Waffengang Ruul vs Menschen heißt nicht, dass nicht intrigiert, spioniert und erobert wird“72

Science-Fiction-Rezension von Carsten Kuhr

Einige Jahrzehnte sind seit dem letzten aufeinanderprallen der Menschen und der aggressiven Ruul vergangen. Schlachten wurden seitdem keine mehr geschlagen, doch der Frieden trügt. Auf beiden Seiten der inoffiziellen Grenze wird der Waffenstillstand dazu genutzt, neue Schlachtschiffe auf Kiel zu legen, Angriffspläne auszutüfteln und sich auf den unausweichlichen nächsten Waffengang vorzubereiten.

Dabei werden die Ruul in der menschlichen Hegemonie von den Kindern der Zukunft, Menschen, die die Ruul fast götterhaft verehren, die die drohende Niederlage in einen persönlichen Sieg für sich selbst verwandeln wollen, unterstützt. Der Geheimdienst MAD sollte die Splittergruppen der Kinder eigentlich infiltrieren und die Bedrohung für die Menschen ausschalten – allein es kommt anders.

Leutnant Colonel David Coltor kommt bei seinen Ermittlungen im Dienst des MAD einer dunklen Verschwörung auf die Spur. Sein Weg führt ihn in das streng befestigte Grenzsystem Serena. Hier, an vordersten Front gegen die Ruul sucht und findet er Agenten der Kinder der Zukunft und er tappt in eine ebenso perfide wie geschickte Falle. Für einen Mord, den er nicht begangen hat, soll er von einem Standgericht der Inneren Sicherheit, dem Geheimdienst im Geheimdienst mittels Standgericht als Hochverräter verurteilt und hingerichtet werden. Major Rachel Kepshaw macht sich entgegen dem offiziellen Willen ihres MAD Chefs auf, die Sache zu untersuchen – und stößt auf ein ganzes Nest von Verschwörern, die einer Invasionstruppe der Ruul Tür und Tor öffnen wollen …

Zäsur im Weltraumkampf – statt dessen ein Agententhriller

Nachdem uns Stefan Burban in den ersten Bänden des Zyklusses die Ruul als Rasse vorgestellt hat, mit den Rockets Eliteeinheiten, die hinter den Linien des Feindes agieren, schlagkräftige Kämpfer eingeführt und uns mit großen Weltraumschlachten in den Bann geschlagen hat, schaltet er vorliegend einen Gang zurück. Zwar gibt es im Finale sowohl packende Weltraumgefechte und aufopfernde Bodenkämpfe, doch über weite Strecken des Buches erwartet uns ein durchaus spannend und kurzweilig aufgezogener Agententhriller. Geschickt nutzt er die inzwischen bekannte Bühne des drohenden kalten Krieges, um uns dann mit einem Plot, der im Wesentlichen eine Kriminalhandlung beinhaltet, zu fesseln. Es geht darum, herauszufinden, was wirklich geschah, wer hinter dem Anschlag auf den MAD-Agenten steckt und was eigentlich damit bezweckt werden soll. Auffallend dabei, dass der Autor nicht etwa einen muskelbepackten Recken als Hauptperson und Handlungsträger ausgewählt hat, sondern eine junge Frau die Hauptrolle übernimmt.

Gleichberechtigung ist in seiner Zukunftswelt kein Thema, sondern Realität. Inhaltlich erwartet den Leser ein Plot, der zwar überraschend daherkommt, sich dabei aber gängiger Handlungsschemata und stereotyp gezeichneter Personen bedient. Gerade die Gegner unserer Agentin sind hierbei ein wenig zu oberflächlich gezeichnet. Dass ein hoher Agent derartig naiv und offensichtlich parteiisch agiert und damit durchkommt, ist kaum glaubhaft, und stört den Lesefluss nicht unerheblich. Besser hat es der Autor da bei anderen Gegnern unserer Heldin gemacht. Diese werden mit einer glaubwürdigen Motivation ausgestattet, agieren entsprechend und sorgen für so manche Überraschung.

Sieht man über die Schwächen – insbesondere was die Zeichnung der Antagonisten anbelangt – hinweg, so erwartet den Leser ein spannend aufgezogener Thriller, der allerdings Fans der reinen Weltraumschlachten und Spezialoperationen ein wenig enttäuschen wird.

(Carsten Kuhr, Februar 2013)

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