Leseprobe

Die Arena von Stephen King

Buchvorstellung und Rezension

  • Fantasy
  • Science-Fiction
  • Horror
  • Mystery

Originalausgabe erschienen 2009 unter dem Titel Under the Dome, deutsche Ausgabe erstmals 2009 , 1280 Seiten. ISBN 3-453-26628-5. Übersetzung ins Deutsche von Wulf Bergner.

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In Kürze:

Wenn kein Gesetz mehr gilt, zählt nur der Kampf ums nackte Überleben ...
Urplötzlich stülpt sich eines Tages wie eine unsichtbare Kuppel ein undurchdringliches Kraftfeld über Chester’s Mill. Die Einwohner der neuenglischen Kleinstadt sind komplett von ihrer Umwelt abgeschnitten. Und auf einmal gilt kein herkömmliches Gesetz mehr ...

An einem ganz normalen schönen Herbsttag wird die Stadt Chester’s Mill plötzlich auf unerklärliche Weise durch ein unsichtbares Kraftfeld vom Rest der Welt abgeriegelt. Flugzeuge zerschellen daran und fallen als brennende Trümmer vom Himmel, einem Gärtner wird beim Herabsausen „der Kuppel“ die Hand abgehauen, Tiere werden zweigeteilt, Menschen, die gerade in Nachbarorten unterwegs sind, werden von ihren Familien getrennt, und Autos explodieren, wenn sie auf die mysteriöse Barriere prallen. Es ist allen ein Rätsel, worum es sich bei dieser unsichtbaren Wand handelt, wo sie herkommt und wann – falls überhaupt – sie wieder verschwindet. Es gibt kein Entrinnen – und je mehr die Vorräte zur Neige gehen, desto stärker tobt der bestialische Kampf ums Überleben in dieser unerwünschten Arena …

Das meint phantastik-couch.de: „Apokalypse im menschlichen Ameisenhaufen“ 85

Horror-Rezension von Michael Drewniok

Chester’s Mill im US-Staat Maine ist ein 2000-Einwohner-Städtchen, das es bisher nie in die überörtlichen Nachrichten schaffte. Die meisten Bürger kennen einander, man weiß, was man von seinem Nachbarn zu halten hat. Für die größten Probleme sorgen „Big Jim“ Rennie, der Zweite Stadtverordnete, ein bigotter, verlogener, aalglatter Gebrauchtwarenhändler, der sein Amt weidlich ausnutzt, um in Chester’s Mill das Sagen zu haben, und „Junior“ Rennie, sein nichtsnutziger, psychopathischer Sohn.

An einem schönen Herbsttag geht unvermittelt der „Dome“ über Chester’s Mill nieder: eine unsichtbare, nur für Schall und etwas Luft durchlässige, ansonsten undurchdringliche Kuppel, deren Gestalt sich sehr genau an der Ortsgrenze orientiert. Niemand kann Chester’s Mill verlassen, niemand kann hinein. Ratlos riegelt das Militär die Region ab, während sich der „Dome“ rasch in einen Kessel verwandelt, dessen Innendruck stetig steigt. Die Verteilung von Nahrung, Wasser, Heizöl und Treibstoff ist schlecht organisiert. Statt sich darum zu kümmern, schwingt sich „Big Jim“ mit Hilfe des ihm hörigen stellvertretenden Polizeichefs Randolph zum Diktator auf. Endlich kann er seine Träume von einem Gottesstaat der Tüchtigen verwirklichen! Vor Gewalt und Mord schrecken seine Schergen, die Rennie mit Privilegien und Sonderzuteilungen an sich zu binden weiß, nicht zurück.

Nur eine kleine Schar unter Leitung des ehemaligen Elite-Soldaten und heutigen Aushilfskochs Dale Barbara stemmt sich dem ausbrechenden Irrsinn entgegen. Irgendwo in Chester’s Mill muss die Maschine stehen, die der Kuppel ihre Energie zuführt. Während wenige suchen, unterwerfen sich viele dem Willen des zunehmend dem Cäsarenwahn verfallenden Rennies, was dafür sorgt, dass die Stadt sich in eine Arena verwandelt, in der Feinde wie Freunde auf Leben und Tod kämpfen …

Dick aber nicht behäbig, schwer aber leicht lesbar

Man hatte Stephen King bereits ein wenig abgeschrieben. Obwohl er seine Alkohol- und Drogensucht überwinden konnte und endlich die in die Breite getretene Saga vom „Dunklen Turm“ abschloss, schien Sohn Joe Hill mit eigenen, frischeren Werken dem Vater den Rang abzulaufen. „Cell“ (dt. „Puls“) und „Lisey’s Story“ (dt. „Love“) waren eher zähe Werke. 2008 zeigte King mit „Duma Key“ (dt. „Wahn“), dass mit ihm noch zu rechnen war. Damals arbeitete er bereits an seinem aktuellen (erstmals 1976 begonnenen und damals abgebrochenen) Opus, das mit knapp 1300 Seiten Großwerken wie „The Stand“ (dt. „Das letzte Gefecht“) und „It“ (dt. „Es“) an die Seite zu stellen ist.

Das gilt nicht nur für den Umfang, sondern erfreulicherweise auch für die Qualität. Mit „Die Arena“ blieb der Verfasser nach eigener Auskunft als Erzähler ständig auf dem Gaspedal. Dass ihm in der Tat eine rasante und trotz gewisser, wohl unvermeidbarer Längen im Mittelteil fesselnde Geschichte gelang, sorgt für eine Lektüre, die den Leser nicht irgendwo im Mittelteil seufzen und die Zahl der noch zu bewältigenden Seiten prüfen lässt.

King füttert sein handlungshungriges Buch-Monstrum mit allem, das er im Verlauf seiner langen Karriere in Sachen Spannung und Dramatik als funktionstüchtig kennengelernt hat. Das gelingt ihm mit erstaunlicher Virtuosität, und darüber hinaus prunkt „Die Arena“ mit einem Figurenpersonal, das nach Dutzenden zählt, ohne dass Autor und Leser deshalb den Überblick verlieren. Diese Geschichte ist sicher länger, als sie sein müsste, doch sie bleibt auf Kurs bis zum kuriosen Finale, das so wohl nur King umsetzen kann, ohne vom Absurden ins Gefühlsduselige abzudriften.

Chester’s Mill als Spiegelbild

Während der ´normale´ Leser sich der rasanten Handlung erfreut, stürzt sich der eher dem Kopf als dem Bauch verpflichtete Literaturkritiker auf die allegorische Seiten des monumentalen Buches, denn auch der kluge Mensch, der Weltflucht-Lektüre politisch korrekt zu verabscheuen hat, darf sich dieses Mal ohne schlechtes Gewissen in die Lese-Schlacht stürzen.

King hat eine Rechnung offen. Glücklicherweise begleicht er sie zwar auf Dollar und Cent, ohne darüber ins Dozieren oder Predigen zu verfallen, sondern bleibt unterhaltsam, wenn er seinem Land einen Spiegel vorhält. King gefällt nicht, was spätestens seit dem 11. September 2001 aus den USA geworden ist: ein von hohlem Patriotismus, bigotter Gottesfurcht, nackter Gier und Rücksichtslosigkeit geschüttelter Staat, dessen hehre Ansprüche als moralisches Gewissen und selbst ernannter Ordnungshüter der Welt sich realiter längst in heiße Luft aufgelöst haben.

Mill’s Creek wird zum Mikrokosmos: vordergründig zum Spielfeld für Außerirdische, aber auch zur experimentellen Bühne für King, der ausführlich durchspielt, was geschehen kann, wenn sich die USA weiter selbst ins globale Aus drängen. Die Kuppel sorgt dafür, dass eine Flucht und damit die übliche Verlagerung interner Probleme ins Ausland unmöglich werden. Dieses Mal schmoren die Führer und Seelenretter mit denen, die sie machen und sich dabei für dumm verkaufen lassen, buchstäblich im eigenen Saft. Die Rettung erfolgt in letzter Sekunde, aber ein Happy-End ist das nicht: Chester’s Mill hat sich längst selbst zerrieben.

Abrechnung mit selbst ernannten Führern

Die Parallelen zwischen der Stadtverwaltung von Chester’s Mill und der US-Regierung Bush sind unübersehbar. King vermeidet direkte und plumpe Schuldzuweisungen, sondern bricht sie allgemeinverständlich so weit hinab, bis sie Volkes Stimme entspricht, die King so unnachahmlich zu imitieren weiß. Wie üblich ist Zurückhaltung nicht seine Sache. Dabei bringt King es immer wieder mit plakativen und zielsicheren Formulierungen wie dieser auf den Punkt: „Amerikas große Spezialitäten sind Demagogen und Rock’n\'Roll, und wir haben zu unserer Zeit reichlich genug von beidem gehört.“ (S. 960)

„Big Jim“ Rennie ist nicht George W. Bush. Diese Figur vereint mehrere politische, wirtschaftliche und religiöse Führergestalten der Gegenwart und verschmilzt sie – gleichzeitig scharf umrissen und um der Verdeutlichung willen überspitzt – zu einem kleingeistigen aber cleveren Mann, der die Krise als Chance sieht, ganz nach oben zu kommen, und alles tun wird, um sich dort zu halten. Rennie geht es nicht um Geld, das er zwar in Millionenbeträgen ergaunert, ohne sich selbst damit zu bereichern. Die Macht ist das Rauschmittel, nach dem er giert.

Allzu problemlos kann er sie an sich reißen. In „Die Arena“ präsentiert King die breite Palette menschlichen Versagens. Dazu gehört für ihn das Mitläufertum. Wer laut genug schreit, dem folgen jene, die sich vor Widerstand und den daraus resultierenden Folgen fürchten. Zu ihnen gesellen sich Dummen und von der Situation Überforderten, die sich nach einem ´starken Mann´ sehnen, der für sie in Ordnung bringt, was sie in Angst versetzt, ohne selbst aktiv werden zu müssen – Verhaltensmuster, in denen King nicht grundlos deutliche Parallelen zum deutschen Nationalsozialismus sieht. Freilich vereinfacht er die Mechanismen der Volksverführung und stark. Natürlich ist „Die Arena“ ein Unterhaltungsroman. King vergröbert, um für Deutlichkeit zu sorgen.

Kleine Lichter in einem düsteren Tunnel

Helden sind rar unter der Kuppel. Selbst der beinahe übertrieben gewaltlos agierende Dale Barbara hütet ein dunkles Geheimnis: Als ´Verhörspezialist´ des US-Militärs hat er im Irak die Demütigung und Folter von Gefangenen geduldet. Er bereut und hat aus seinen Fehlern gelernt. Wie so oft bei King gesellen sich Kinder, Hausfrauen und Senioren an seine Seite, denn nur sie haben sich eine Offenheit bewahrt bzw. im Alter wiedergefunden, die sie über sich selbst hinauswachsen lässt und ihnen Zugang zu unkonventionellen Lösungswegen ermöglicht. Realistisch ist das ganz sicher nicht, doch King lässt man das durchgehen, weil er über die Fähigkeit verfügt, solche Figuren ohne schlammige Gefühlsduseligkeit zu gestalten.

Vermutlich gäbe es ohne Computerkids, abgeklärte Greise und kluge Hunde keine logische oder wenigstens logisch wirkende Auflösung des Kuppel-Spektakels. Lange sieht es so aus, als würden sämtliche Protagonisten einen elenden Tod erleiden. Von 2000 Bürgern überlebt in der Tat nur eine Handvoll. Völlig wollte King nicht auf ein versöhnliches Ende verzichten. Wer sich durch 1300 Buchseiten gekämpft hat, würde das absolute Desaster vermutlich ungnädig aufnehmen; in diesem Punkt sollte man dem Profi King vertrauen. Faktisch wirkt sein Finale dennoch naiv bzw. der wuchtigen Vorgeschichte nicht gewachsen. Die Demokratie unter Druck beschäftigte den Verfasser offensichtlich stärker als die Klärung des Kuppel-Mysteriums. Dass der Berg kreist und doch nur ein Mäuslein gebiert, ist der King-Leser allerdings gewohnt.

Es hätte schlimmer kommen können: So unterbleiben schwurbelige Mystizismen à la „Das letzte Gefecht“ dieses Mal vollständig. Wir vermissen sie nicht und sind froh über eine zwar überdimensionierte aber unterhaltsame Gruselmär über die Abgründe in der Seele des (US-amerikanischen) Durchschnittsmenschen, in denen sich Stephen King immer noch bestens auskennt.

Ihre Meinung zu »Stephen King: Die Arena«

Volker zu »Stephen King: Die Arena« 18.02.2010
Mal wieder ein richtig guter King mit einem klaren Erzählungsaufbau und hohem Spannungspotential. Die obligatorischen 200 Seiten zum "aufwärmen" fehlen. Was er kann, zeigt er gut: in die Psyche seiner Kleinstadtmenschen einzutauchen, die mit einer abstrusen und klaustrophobischen Ausgangssituation konfrontiert werden . Was ich so faszinierend finde, King zwingt uns zur Idenfikation mit seinen Personen und man weiß eigentlich bis zur letzten Seite nicht, wer überlebt.
Carinchen zu »Stephen King: Die Arena« 09.02.2010
Ich bin seit Jahren ein großer Stephen King Fan und war von seinen letzten Werken eher enttäuscht.
"Die Arena" habe ich eher etwas argwöhnisch betrachtet, als ich das Buch zu Weihnahchten auspackte.
Allerdings war der erste negative Gedanke schnell vergessen.
Ich war von der ersten Seite an begeistert und völlig in der Geschichte gefangen.
Ich habe mit den Figuren gefühlt, mich mit ihnen geärgert und aufgeregt.
Das Buch ist leicht zu lesen, teilweise habe ich 150 Seiten am Stück gelesen.
Das war mal wieder ein King mit Qualität, den ich sicher noch ein weiteres Mal lesen werde.

Ich kann das Buch wärmstens empfehlen
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Sibonet zu »Stephen King: Die Arena« 19.01.2010
Ich kann die Meinungen "meiner" Vorschreiber überhaupt nicht teilen. Dieses Buch ist herz-, seelen und kraftlos. Die Story dünn, langweilig und vollig unausgereift. Vieles wäre möglich gewesen, nichts ist daraus geworden. Es ist kaum eine gefühlsmässige Identifikation mit den Figuren möglich, welche zu konstruiert und vorallem ohne Gesicht erscheinen. King versucht klischeehaft und oberflächlich den Untergang unserer Gesellschaftwerte zu vermitteln und verzettelt sich permanent mit dem eigentlichen Thema. Was geschiet wirklich wenn 2000 Menschen unter einer Glocke für ungewisse Zeit hausen. Er macht einfach nichts aus diesem brisanten Thema welches so viel Platz für eine erdrückende Atmosphäre geboten hätte. Wie stehen diese Menschen zusammen? Was passiert mit den Ressourcen? Wie müssen sie mit diesen umgehen damit sie überleben könnten?
Am schlimmsten finde, dass schon nach 48 Stunden Mord und Totschlag herrscht, sich nur ein paar wenige wehren und die grosse Mehrheit sich schikanieren lässt. Nichts von einer Gemeinschaft welche zusammenrückt und miteinander die Probleme angeht und man sich trotz den Umständen hilft. Wenn das der Durchschnitt der amerikanischen Gesellschaft sein soll.....na dann gute Nacht.
"The Stand" ist und bleibt das Mass aller Dinge.
"Under the Dome" ist nicht mehr Wert als ein billiger M-TV Video-Clip.
Nur aus Anstand heize ich auf 50 Grad.
1 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Christin77 zu »Stephen King: Die Arena« 18.01.2010
Ich bin sichtlich überrascht von diesem King!
Anfangs dachte ich, dass mich 1300 Seiten schnell langweilen werden. Aber im Gegenteil. Stephen King kehrt zurück zu seiner alten Form und ich kann guten Gewissens sagen, dass "Die Arena" eines der besten Bücher ist, die er je geschrieben hat!!
Es finden sich unzählige Charaktere in diesem Roman, die King jedoch wunderbar beschreibt und einen mit fiebern lässt. Absolut lesenswert, ein totales Muss für jeden Stephen King Fan!
Über den Inhalt wurde ja schon genug geschrieben. Es ist wirklich annähernd perfekt! Das Finale hat auch mich umgehauen, ich hab mit allem gerechnet, nur damit nicht, Bewegend und spannend bis zur letzten Seite!
Eine absolute Empfehlung! 95 Grad
jessi zu »Stephen King: Die Arena« 15.01.2010
Ich habe dieses Buch von einer Freundin an Weihnachten geschenkt bekommen. Als dann der ganze Trubel vorbei war habe ich mich voller Vorfreude auf das neue King Buch gestürzt! Und habe es in knapp 10 Tagen gelesen.... (Habe 2 kleine Kinder, kann daher nur abends lesen...:-D)
Meiner Meinung nach war es einfach grandios! Es hat mich gefesselt, es war energie geladen und voller Spannung von Anfang bis Schluss...
Das nicht alle dieser Meinung sind ist mir auch klar, aber für mich war es wieder einmal ein Meisterwerk der Extraklasse!
Danke vielmals Mister King.....
oolong61 zu »Stephen King: Die Arena« 20.12.2009
Ja, wieder mal ein gelungenes Buch, wie wir es von Stephen King mehr oder minder gewohnt sind.
Mir kam da sofort Marlene Haushofers Buch "Die Wand" in den Sinn als ich über die unsichtbare Wand las.
Aber King ist nun mal der "King" wenn es um menschliche Befindlichkeiten geht und uns der Spiegel vorgehalten wird.
Ich kann mich also den "Vorschreibern" nur anschließen.
Vielen Dank Mr. King für dieses Buch
(auch weil es mal wieder ein dicker Schinken ist).
Der Kandidat hat 99 Punkte!!!!!!!!!!!!
Frank zu »Stephen King: Die Arena« 18.12.2009
Auf der hiesigen Couch gibt es einen Thread. In diesem wird nach dem "perfekten" Buch gefragt. Meine Antwort war, dass es mich von Anfang bis Ende unterhalten muss. Dann ist es für diesen Zeitpunkt eines.
Demnach hat King ein solches geschrieben, denn das schafft er mit der "Arena" über knapp 1300 Seiten tadellos.
Wie zu seinen besten Zeiten lässt er das Grauen über eine amerikanische Kleinstadt hereinbrechen.
Von einem Moment zum anderen wird diese durch eine Art unsichtbare Barriere (Kuppel) vom Rest der Welt isoliert. Lediglich die Kommunikation zwischen den "Seiten" ist möglich.
Schon bald lassen die Menschen dann ihre Masken fallen. Nun wird die Stadt zu der titelgebenden "Arena" - und ein Großteil der Bewohner versucht lediglich die eigenen Vorteile zu nutzen.
Trotz einer Fülle an Charakteren schafft es King ihnen Leben einzuhauchen. Man leidet mit ihnen , man hofft mit ihnen. Und allein dafür ist der Roman sein Geld schon wert.
Über die Entstehung der Kuppel, ihren "Zweck", kann man an dieser Stelle nichts verraten ohne dem Roman einiges an Spannung zu nehmen - wie aber meine Vorschreiber schon erwähnten, regt er zum Nachdenken an.
Für mich der beste King seit Jahren. Vielleicht nicht "perfekt", aber auch nicht weit davon entfernt.
95%
3 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Alexi1000 zu »Stephen King: Die Arena« 17.12.2009
Mit diesem Roman ist King endlich nochmal ein befreiender Wurf wie in alten Zeiten gelungen!!
Gerade am Anfan findet man sich erst einmal etwas schwer ein, weil das "Ereignis" und die Fülle der Protagonisten über den Leser hereinbricht (keine Angst, es gibt ein hilfreiches Personenregister; und sogar eine schöne Landkarte im Buch!!). Gleichzeitig schafft es der Autor aber uns die Wirrungen und Irrungen am "Dome - Day" förmlich spüren zu lassen. Danach schnappt man erstmal wieder Luft und es kristallisieren sich "herrliche" Charaktere heraus (hier als Bsp. einer der besten "Bösewichte" seit langem...).
wie King dann aber ab ca. der Mitte die Schraube des Geschehens langsam aber stetig anzieht, ist große Erzählkunst!
Das Finale ist grandios, ich geb zu ein Tränchen verdrückt zu haben...

und ich muss meinem Vorrezensienten zustimmen: Der Roman hat eine Botschaft!

es wird wieder genug Stimmen geben, die sagen King soll die Schreibfeder beiseite legen; mir hat er nochmal ein Lesevergnügen beschert, wie zu ES und DAS LETZTE GEFECHT - Zeiten...

Danke, Stephen!!

95°
4 von 4 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Bio-Fan zu »Stephen King: Die Arena« 04.12.2009
Wir nehmen eine durchsichtige Käseglocke, stülpen sie über einen kleinen Ameisenhaufen und sehen zu, wie die eingeschlossene Population darauf reagiert. Ähnliches passiert den Einwohnern von Chester´s Mill in Stephen Kings Geschichte, als sich eines Morgens eine überdimensionale Kuppel über die kleine Stadt senkt. Wir, Leser, werden auch in diesem Falle zu Beobachtern, doch King lässt uns auch direkt am Leben innerhalb der Kuppel teilnehmen, in der nun ein Kampf um Wasser, Luft und Energie beginnt.
Aber lasst uns noch einen Schritt weitergehen. Unsere gute alte Mutter Erde ist aus kosmischer Sicht genau so ein kleiner isolierter Ort, von dem keiner fliehen kann. Der Kampf um die Ressourcen hat hier schon lange begonnen.
Wenn man sich die drei Szenarien anschaut und fragt: Haben die Ameisen eine Chance, ihrem Gefängnis zu entkommen ? Nein! - Werden die Einwohner von Chester´s Mill die Kuppel überwinden ? Das erzählt Kings Geschichte! - Wird die Menschheit ihr Schicksal wenden ? Vielleicht!

"Die Arena" erinnert in mancher Hinsicht an Kings frühe Werke - Schauplatz, Personen. King greift auf bewährte Zutaten zurück, so gesehen, hat "Die Arena" wenig Neues anzubieten. Ja, selbst die Idee der Kuppel ist schon bei anderen Autoren zu finden, spätestens wurde sie bekannt durch einen "Simpsons"-Film.

Aber das tut dem Ganzen keinen Abbruch, eher im Gegenteil.
Kings erzählerische Kraft treibt die Geschichte voran - häufige Perspektivwechsel, dezente, aber wichtige Rückblenden, Cliffhanger, Überraschungseffekte und kleine Gimmicks, und natürlich immer genug action- das hält den Spannungslevel hoch. Überraschen mag der spartanische Einsatz von phantastischen Elementen. Wenn man von der bloßen Existenz der Kuppel absieht, ist "Die Arena" eine Bühne der Realität, auf der "normales" menschliches Verhalten zu genügend Absurditäten führt.
King-typisch ist der Kampf zwischen Gut und Böse, der selbst in einer so prekären Situation ausgetragen werden muss. Anstatt in einer konzertierten Aktion die Probleme gemeinsam anzugehen, reiben sich die Kräfte in kleingeistigen Machtkämpfen auf, was nur in Chaos und Tod enden kann. Selbsterkenntnis scheint es nur am Ende eines Leidensweges zu geben..

Nicht nur wegen ihres Umfanges sollte man sich für "Die Arena" Zeit nehmen. Bei aller Spannung sollte man Kings Botschaft nicht überlesen. Sie geht uns alle an, auch wenn sie primär an die Bewohner von "Gods own country" gerichtet ist.

Eine klare Leseempfehlung ! 90 Grad
3 von 4 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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