Merlin - Wie alles begann von T. A. Barron

Buchvorstellungund Rezension

Merlin - Wie alles begann von T. A. Barron

Originalausgabe erschienen 1996unter dem Titel „The Lost Years of Merlin“,deutsche Ausgabe erstmals 1999, 387 Seiten.ISBN 3423210230.Übersetzung ins Deutsche von Irmela Brender.

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In Kürze:

Ein Junge wird an die walisische Küste gespült, ohne Erinnerungen und Namen, an der Seite einer Frau, die behauptet, seine Mutter zu sein. In aller Zurückgezogenheit wächst er auf. Als er seine übernatürlichen Fähigkeiten entdeckt, läuft er davon, um seine Wurzeln und das Geheimnis seiner magischen Kräfte zu ergründen.

Das meint Phantastik-Couch.de: „;Keines der Bücher, die noch gefehlt haben“;15

Fantasy-Rezension von Eva Bergschneider

Merlin – ob als mythologische Lichtgestalt oder magischer Abenteurer und Kämpfer, er ist eine Figur, die im Mittelpunkt vieler Geschichten steht. Was der Magier zu erzählen hat, geht über die Artus-Sage oder den Mythos um den heiligen Gral weit hinaus. Aber woher kommt Merlin eigentlich? Ist er tatsächlich der Nachkomme eines gefallenen Engels oder doch nur mit dem walisischen Dichter Myrddyn identisch, der über die Niederlage im Kampf an der Seite seines Königs wahnsinnig wurde?

Ohne Heim – ohne Erinnerung

Ein eigenartig aussehender sechsjähriger Junge und eine Frau mit saphirblauen Augen werden an die walisische Felsenküste gespült. Die heilkundige Dame nennt sich selbst Branwen und den Jungen Emrys. Ihre Künste werden in Caer Vedwyd gern in Anspruch genommen, obwohl sie von den Dörflern der schwarzen Magie bezichtigt wird.

Emrys ist ein neugieriger Bursche, der Branwen ständig über seine Herkunft befragt, doch darüber schweigt sie sich beharrlich aus. So stillt Emrys seinen Wissensdurst, indem er seine Umgebung bis in das kleinste Detail erkundet. Er bemerkt, dass er Dinge gedanklich beeinflussen kann. In einem Streit mit dem Gehilfen des Schmieds wird Emrys diese Gabe schließlich zum Verhängnis.

Fincayra – eine Zwischenwelt

Obwohl Emrys sein Augenlicht eingebüßt hat, verlässt er Branwen und macht sich auf die Suche nach seiner ursprünglichen Heimat. Der junge Mann schwört, nie wieder seine Kräfte zu gebrauchen, trainiert aber sein zweites Gesicht, um trotz Blindheit die Welt wahrnehmen zu können. Emrys baut sich ein Floss, segelt auf das Meer und findet die geheimnisvolle Insel Fincayra. Eine Welt voller Wunder erwartet den jungen Zauberer und eine gefährliches Aufgabe, die nur auf seine Ankunft gewartet hat.

Rein zufällige Ereignisse und Begegnungen

Eine gewisse Ziellosigkeit, in dem was er tut, erwartet man, wenn ein Junge ohne jede Erinnerung in ein unbekanntes Dorf kommt. Das Emrys Mutter beharrlich über seine Vergangenheit schweigt, verwundert da schon eher. Das ändert sich auch nicht, als er besondere Kräfte in sich entdeckt. Und so passiert, was passieren muss. Der ungeübte Magier bewirkt eine Katastrophe, die Mutter und Sohn zur Flucht zwingen. Spätestens jetzt müsste die Geschichte an einem Wendepunkt angekommen sein. Aber nein.

Buchstäblich im Dunkeln tappend, geht Emrys seiner Wege und lässt sich von der Fügung zu seinem Abenteuer führen. Erst ganz zum Schluss wird die Geschichte ein wenig spannender, da der junge Zauberer, der sich schließlich Merlin nennen wird, endlich bewusst handelt.

T.A. Barron hat in „Merlin – wie alles begann“ Fantasy in einem sehr einfachen Format geschrieben. Selbst wenn man berücksichtigt, dass sich das Buch eher an eine jüngere Zielgruppe richtet, sollte man eine Handlung erwarten können, die sich entwickelt, statt fast ausschließlich auf Zufallsereignissen zu beruhen. Einige der Charaktere hat  T. A. Barron durchaus interessant charakterisiert. Jedoch scheinen sie wie Lemminge einem vorgezeichneten Weg zu folgen, statt aktiv in die Handlung einzugreifen. Andere Figuren wirken wiederum klischeehaft und abgezeichnet. Es fehlt es einfach an allem, was eine unterhaltsame Geschichte ausmacht; unerwartete Wendungen, ein roter Faden und ein logischer Handlungsaufbau.

Sprachlich ausdrucksvoll, aber unpassend

Die Dialoge wirken zum Teil sehr anrührend, die Emotionen der Akteure kommen eindringlich herüber. T.A. Barron schreibt in einem flüssigen, humorvollen und etwas flapsigen Stil, der einem modernen Jugendroman den passenden Rahmen bieten würde. Zu der frühmittelalterlichen Zeit, in der die Geschichte spielt, passt Barrons Sprache nicht und wirkt teilweise platt.

Leser, die die Merlin-Saga mögen, sollten von diesem Buch auf jeden Fall die Finger lassen.  „Merlin – wie alles begann“ hat gar nichts mit dem faszinierenden Mythos des großen Magiers zu tun. Wer ein ausgesprochenes Faible für seichte, märchenhafte Geschichten hat, mag an dem Buch vielleicht gefallen finden.

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