Der Blumenkrieg von Tad Williams

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2003unter dem Titel „The War of the Flowers“,deutsche Ausgabe erstmals 2004, 806 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Theo, der mit seinen dreißig Jahren immer noch mit Boy Groups herumhängt, ist ein begnadeter Sänger, aber sonst bekommt er fast nichts auf die Reihe. Als eines Tages ein Polizist Theo zu einem bestialischen Mord in der Nachbarschaft befragt, scheint Theos Welt brüchig zu werden. Er meint Stimmen zu hören, glaubt sich verfolgt. Und eines Abends nimmt seine vage Angst Gestalt an: Ein zombieähnliches Monster dringt in seine Behausung ein. Theo ist vor Entsetzen gelähmt. Da taucht ein winziges Flügelwesen aus dem Nichts auf und öffnet Theo eine verborgene Tür. Die Welt, in die er eintritt, ist finster und bedrückend. Sie ist fremd und doch auf unheimliche Weise unserer Welt ähnlich. Und sie ist voller merkwürdiger Kreaturen, die Theo schaden wollen. Seine einzige Verbündete ist Apfelgriebs, eine winzige Elfe mit einem losen Mundwerk.

Das meint phantastik-couch.de: „Williams hält der Menschenwelt den Spiegel vor“89

Fantasy-Rezension von Frank A. Dudley

Nach seinem Opus Magnum „Otherland“ hat sich Tad Williams eine entspannende Auszeit gegönnt, indem er eine unterhaltsam geschriebene Anderswelt-Geschichte veröffentlichte. Was nicht bedeutet, dass „Der Blumenkrieg“ oberflächliche Flucht- und Feenliteratur ist, denn Williams versteht es immer wieder, die Gedanken seiner Leser mit Gesellschaftskritik anzuregen und durch unerwartete Wendungen zu überraschen.

Theo Vilmos ist um die dreißig, Musiker und eigentlich am Ende der Fahnenstange angelangt. Erst wirft ihn seine Band 'raus, dann hat seine Freundin eine Fehlgeburt und schließlich stirbt seine Mutter an Krebs. Völlig entwurzelt, zieht er sich mit den Aufzeichungen seines Großonkels in eine Berghütte zurück. Was er in dem Buch liest, kann er kaum glauben: Onkel Eamonn beschreibt eine Elfenwelt, die parallel zu unserer existiert, und wie man dorthin gelangt. Alles Unsinn, findet Theo – bis ihn die kleine Fee Apfelgriebs vor einem bösen Geist rettet und mit ins Feenreich nimmt.

Nun befindet er sich mitten in der Welt der Elfen, Trolle und Gnome, die sein Onkel beschrieben hat. Und es ist ein magisches Reich, das viel mit unserer gemein hat, gibt es doch Fabriken, Züge, Mobiltelefone, Toiletten (die die Elfen auch benutzen!) und Krieg. Zumindest gab es ihn, wie Theo erfährt, denn eines der mächtigsten Elfenhäuser wurde während einer zurückliegenden Auseinandersetzung komplett vernichtet. Nun ist die politische Spannung zwischen den Elfenclans, die alle nach Blumennamen benannt sind, groß. Einige wahren Neutralität, während sich zwei große Parteien in der Frage nach Koexistenz mit den Menschen direkt gegenüberstehen: Die Narzissen sind klar pro-human, während Familie Fingerhut eine Art Rassentrennung propagiert.

Nach einem hinterhältigen Angriff der Fingerhut-Truppen auf den Sitz der Narzissen bricht wieder Krieg aus. Theo trifft in einem Flüchtlingslager nicht nur auf das charismatische neue Oberhaupt der Primel-Elfen, sondern verliebt sich auch in die von ihrer Familie abgefallene Tochter des Fingerhut-Fürsten. Er erfährt auch einige Dinge über seinen Großonkel, die den Verlauf der weiteren Geschichte maßgeblich bestimmen werden. Und dann ist da noch der böse Geist, der ihm schon in seiner Berghütte ans Leder wollte.

Ein modernes Märchen

Was auf den ersten Blick wie die Geschichte eines gescheiterten Aussteigers wirkt, der in einer anderen Traumwelt sein Glück, seine Liebe und seine Herkunft sucht, wartet mit dem einen oder anderen Paradoxon auf. Etwa die erwähnten Toilettenbesuche der Elfen oder gar ihr Drang, einem möglichst humanoiden Schönheitsideal zu entsprechen, weswegen sich reiche Elfen ihre Flügel entfernen lassen.

Auf der anderen Seite hält Williams der Menschenwelt den Spiegel vor und sie blickt in ihr grausames Gesicht aus rücksichtslosem Machtstreben und kriegerischer Zerstörung. Und sein anfangs sich selbst bemitleidender Protagonist Theo zieht sehr menschliche Lehren aus seinen Erlebnissen in einer nicht-menschlichen Welt, unter anderem Verantwortung für sein Leben und das anderer zu übernehmen.

Zahlreiche ironische Andeutungen und Fingerzeige sind in „Der Blumenkrieg“ versteckt, man muss beim Lesen der flüssigen, anregenden und sicher konstruierten Handlung aufpassen, sie nicht zu übersehen. Mit diesem Buch hat Tad Williams aus dem Garn der Gegenwart ein modernes Märchen gesponnen.

Ihre Meinung zu »Tad Williams: Der Blumenkrieg«

Dracon zu »Tad Williams: Der Blumenkrieg«27.06.2011
Fantasy abseits des kommerziellen Mainstreams. Ein Roman der ohne Orks , Drachen , und Vampire auskommt.Tad Williams schafft es die Verdorbenheit und Bösartigkeit der Menschen in einer Parallelwelt zu transferieren in der zwar Elfen herrschen aber mit der Kaltherzigkeit von Vorstandsvorsitzende der Industrieelen Großkonzerne . Einziger Lichtblick in dieser trostlosen Welt ist Apple gripps .Mehr wird nicht verraten liest selber.
grummelgnom zu »Tad Williams: Der Blumenkrieg«28.04.2008
Nach dem ersten Schock (denn es ist nichts wie man es aus den irischen Legenden und Sagen kennt in diesem Buch) hab ich mich auf ein aussergewöhnliches Abenteuer eingelassen und wurde nicht enttäuscht.
Super für diejenigen die sich ausserhalb der tolkienschen Norm bewegen möchten und gern auch mal Anderswelten der speziellen Sorte entdecken möchten.
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