Kinder der Apokalypse von Terry Brooks

Buchvorstellungund Rezension

Kinder der Apokalypse von Terry Brooks

Originalausgabe erschienen 2006unter dem Titel „Armageddon's Children“,deutsche Ausgabe erstmals 2008, 448 Seiten.ISBN 3-442-24496-X.Übersetzung ins Deutsche von Michael Nagula.

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In Kürze:

Die Apokalypse hat stattgefunden, die moderne Zivilisation liegt in Trümmern. Luft, Wasser und Boden sind von Giftgas und Radioaktivität verseucht. Wer es nicht geschafft hat, sich rechtzeitig in einen der wenigen, stark befestigten Zufluchtsorte zu retten, muss versuchen, in einer Welt zu überleben, in der nur noch das Recht des Stärkeren zählt. Einer Welt, in der Mutanten und Veränderte den Menschen ihren Platz streitig zu machen suchen. Doch es gibt auch Hoffnung, denn zugleich mit diesen Schrecken der Vergangenheit sind auch uralte Kräfte des Guten wieder zum Leben erwacht, die den Kindern der Apokalypse in ihrem letzten Kampf beistehen könnten …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Routinierte Fantasy mit dem gewissen Etwas“86

Fantasy-Rezension von Holger Schmidt

In naher Zukunft: Durch die nicht enden wollenden Konflikte ihrer Bewohner liegt die Zivilisation in Schutt und Asche. Ein Atomkrieg hat weite Teile unbewohnbar gemacht und die meisten Überlebenden – sofern sie nicht an radioaktiver Strahlung gestorben sind – genetisch verändert. Überall in den Ruinen kämpfen die letzten Menschen nun schon in der zweiten Generation ums Überleben. Zahllose Arten von Mutanten streifen durch die Strassen der Städte. In speziellen Sklavenlagern lassen „Dämonen“ Menschen für sich arbeiten und führen genetische Experimente mit Kindern durch. Nur die „Ritter des Wortes“ stellen sich noch den unzähligen feindlichen Mutanten entgegen, befreien die Gefangenen und zerstören die unmenschlichen Lager.

Einer von ihnen ist der junge Logan, der als Kind von einem Ritter des Wortes gerettet wurde. Dieser wurde sein Mentor und hat Logan bis zu seinem Tod ausgebildet. Als letzte Verteidiger des Guten verfügen die Ritter des Wortes über magische Kräfte, die sie gegen die übermächtigen Horden der Mutanten auch bitter nötig haben. Eines Tages erhält Logan von einem mysteriösen Wesen den Auftrag, ein besonderes Kind zu finden, das die einzige Hoffnung der Menschheit gegen die kurz bevorstehende endgültige Auslöschung sein soll.

In den Städten gibt es neben den gegen die Außenwelt abgeschotteten Gemeinschaften auch viele Kinderbanden, die ums nackte Überleben kämpfen. Eines dieser Kinder ist Hawk. Als Anführer sorgt er für eine Handvoll weiterer „Kinder der Apokalypse“, doch nur die hellseherische Candle ahnt von der drohenden Gefahr, die sie alle vernichten könnte.

Die Welt liegt in Trümmern

Seit H.G. Wells’ Zeitmaschine sind post-apokalyptische Szenarien ein beliebtes Thema in der Phantastik, meist jedoch Schauplatz für Science-Fiction-Romane. Auch Hollywood hat erst vor kurzem mit „I am Legend“ eine weitere Literaturverfilmung vorgelegt. Der Leser greift also auf ein großes Repertoire an Assoziationen beim Lesen dieses Buches zurück.

„Die Kinder der Apokalypse“ ist jedoch ein reiner Fantasy-Roman, der seine im Grunde nicht sehr originelle Geschichte auch vor anderer Kulisse erzählen könnte. Über die Gründe der Apokalypse erfährt der Leser leider nur wenig. Vielleicht muss ein Fantasy-Roman sich hier auch gar nicht um Authentizität bemühen und aufgrund der Zerstörung der Welt sozialkritische Töne anschlagen. Trotzdem wirkt die völlige Ignoranz dieses Aspekts ein wenig wie eine vertane Chance. Hier macht es sich der Autor etwas zu leicht, indem er kaum weitere Erklärungen für den Untergang der Zivilisation liefert.

Etwas störend wirken sich die ständig wiederkehrenden Rückblenden auf den Erzählfluss aus. Im Bemühen, die Vorgeschichte seiner Charaktere zu erzählen und deren Motivation klar zu machen, lässt Brooks seine Figuren immer wieder gedanklich in die Vergangenheit schweifen.

Mitreißend, dramatisch, episch

Brooks schreibt sehr eingängig und nimmt sich für die Schilderung seiner Welt Zeit. Dabei weisen die einzelnen Kapitel eine sehr angemessene Länge auf. Eine klare Abgrenzung zwischen Gut und Böse ist zwar vorhanden, trotzdem haben die Charaktere noch genug Kontroversen, um glaubwürdig zu wirken. Auch ein jüngeres Publikum dürfte an diesem Buch Gefallen finden, nicht nur, weil sämtliche Hauptpersonen des Romans jünger sind.

Unterm Strich ist dieses Buch ein sehr routiniert geschriebener Roman eines „alten Hasen“ der Fantasy. Viel Negatives ist nicht zu verzeichnen. Die Story ist zwar nicht sehr originell, dies wird jedoch durch einen mitreißenden Erzählstil mehr als wett gemacht. Dabei ist besonders die Dramaturgie der Geschichte hervorragend gelungen: Schon früh wird die Mission der Helden geklärt, die Geschichte entwickelt sich zielstrebig auf diesen Punkt hin und weiß letzten Endes doch noch zu überraschen. Ansonsten bekommt der Leser alles geboten, was man sich von einem guten Fantasy-Roman erwarten kann: sympathische Charaktere, mitreißende Gefühle, unzählige phantastische und geheimnisvolle Geschöpfe, titanische Kämpfe und – natürlich – Elfen.

Erwartungsgemäß bleibt noch einiges offen, denn immerhin sollen auf dieses Buch noch zwei weitere Romane folgen. Man kann also gespannt sein, wie „die großen Kriege“ wohl weitergehen werden und ob der Autor dieses hohe Niveau halten kann.

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