The Martian General´s Daughter von Theodore Judson

Buchvorstellungund Rezension

The Martian General´s Daughter von Theodore Judson

Originalausgabe erschienen 2008unter dem Titel „The Martian General‘s Daughter“,, 253 Seiten.ISBN 1591026431.

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Das meint Phantastik-Couch.de: „Das Ende des Imperiums“88

Science-Fiction-Rezension von Frank A. Dudley

Macht, Korruption, Lügen und Gewalt, die in Wahnsinn und Tod enden: Was Theodore Judson auf knapp 250 Seiten geschaffen hat, liest sich wie die Geschichte vom Fall des Römischen Reiches – allerdings zweitausend Jahre in der Zukunft. Spontane Assoziation bei der Lektüre ist der Film „;Gladiator, bei längerem Nachdenken vielleicht noch eine Prise “;Quo Vadis„. Wer länger recherchiert, stößt auf den römischen Kaiser Commodus, dessen Herrschaftszeit von 180 bis 192 für manchen Historiker den Anfang vom Ende des antiken Imperiums markiert.

Das Großreich, das in Judsons Roman langsam vor sich hin stirbt, ist das Panpolarische Imperium, dessen geographische Ausdehnung von Panama bis zur Mongolei reicht. Kaiser Mathias, der als weise und gerecht galt, hat auf dem Totenbett seinen Sohn Lukas Antonius zum Thronerben benannt. Dieser, egozentrisch und schwach, errichtet eine Diktatur der Willkür und des Terrors. Intrigen, Machtkämpfe und Verfolgung stehen fortan auf der Tagesordnung des langsam in den Wahnsinn gleitenden Herrschers.

Aber auch ohne den kaiserlichen Irrwitz wäre das Reich kaum noch zu regieren. Ein Nanovirus hat sämtliche Technologie befallen, was nicht nur Fortbewegung und Kommunikation auf der Erde auf ein vor-elektrisches Nivau zustreben lässt, es schneidet auch die extraterrestrischen Kolonien auf dem Mars vom fernen Heimatplaneten ab.

Im Mittelpunkt des Romans jedoch stehen Peter Black, der sich vom einfachen Sodaten zum General hochgedient hat. Ihm gehen Treue zum Reich und persönliche Integrität über alles. Er hat Kaiser Mathias zahlreiche militärische Erfolge beschert, und wären diese nicht gewesen, so würde ihn Lukas Antonius schon längst bei den Zirkus-Spielen grausam getötet haben. Doch den altmodischen General ficht die persönliche Bedrohung nicht an, mit Gleichmut und Pflichtgefühl erfüllt er seinen Dienst, immer noch voller Loyalität gegenüber Kaiser und Reich.

Was diese eher unspektakuläre Geschichte ungewöhnlich macht, ist die Perspektive, aus der sie erzählt wird: Justa, die illegitime Tochter Blacks, ist die Stimme des Romans. Sie tritt nicht nur als heimliche Chronistin der Geschehnisse am Hofe des wahnsinnigen Kaisers auf, sie schildert auch den Weg ihres Vaters, wobei sie auch die oftmals unbequemen Züge seines Charakters nicht außen vor lässt. Justa, die einen realistischeren Blick auf die Dinge hat, bleibt dabei als Person jedoch im Hintergrund; über ihre zurückhaltenden Eigenschaften können wir nur vermuten, dass sie das Ergebnis ihrer Erziehung sind.

Dreifache Charakterstudie

“;The Martian General‘s Daughter" ist somit nicht nur eine ungewöhnliche Military-SF-Story mit interkontinentalen Schlachten und archaischen Gladiatorspielen. Das Buch ist auch eine doppelte, wenn nicht dreifache Charakterstudie: Peter Black, Justa Black und Imperator Lukas Antonius. Durch die distanziert vorgetragene und sehr dichte Handlung verlangt es dem Leser Konzentration ab, bleibt aber dafür lange im Gedächtnis.

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