Aquarius von Thomas Finn

Buchvorstellungund Rezension

deutsche Ausgabe erstmals 2014, 416 Seiten.ISBN 3-492-70337-2.

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In Kürze:

Legenden ranken sich um die grausamen Wesen, die unachtsame Männer mit ihrer Schönheit und ihrem Gesang ins Verderben locken. Außer den Berichten betrunkener und einsamer Seeleute gibt es aber keinerlei Beweise für die Existenz von Nixen. Einzig eine eingeschworene Gemeinschaft hütet seit Jahrhunderten ihr Geheimnis. Bis jetzt …Bei den Bergungsarbeiten an einer alten Seemine geschieht ein Unglück: Die Mine explodiert. Als Berufstaucher Jens Ahrens wieder zu Bewusstsein kommt, findet er sich in einem Keller wieder, gefangen mit anderen Männern, die unter Drogen gesetzt und so wehrlos gemacht wurden. Nur mit Mühe kann er sich befreien und flüchtet nach Egirsholm, eine kleine, wohlhabende Küstensiedlung. Diese aber wird zum Schauplatz rätselhafter Todesfälle. Menschen ertrinken – und das sogar auf der Landstraße oder in ihrem Haus! Etwas geht vor sich, in das Jens so schnell und tief hinab gesogen wird, dass er sich nicht mehr entziehen kann. Das Meer ist unruhig. Und es ist wütend.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Das moderne Märchen von den Meerjungfrauen“79

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Die Nordsee ist ein gar tückisches Gewässer. Selbst gestandene Profis, wie der Berufstaucher Jens Ahrens haben vor dem kalten Meer Respekt, wissen, dass ihnen, selbst bei bester Vorbereitung, immer Gefahren drohen.

Bei der Bergung von Kupferrollen aus einem versunkenen Schiff passiert ein Unglück, das Niemand vorhersehen konnte. Das havarierte Schiff rutscht auf eine Mine aus dem zweiten Weltkrieg, Jens Kollege stirbt, er selbst kommt verletzt und orientierungslos am Strand wieder zu sich.

Allerdings währt die vermeintliche Rettung nicht lang, nachdem eine Unbekannte mit einem Spaten auf den noch benommenen Taucher losgeht. Als er zum zweiten Mal wieder erwacht, findet er sich gefesselt im Keller eines vermeintlich herrenlosen Gutes wieder. Mithilfe eines Mitgefangenen gelingt ihm zwar die Flucht, allein, das Geschehen lässt ihm keine Ruhe.

Nicht nur, dass die Polizei, als sie seinen Hinweisen folgend nach seinem Aufenthaltsort fahndet, in den verbrannten Ruinen seines Kerkers keine Hinweise auf weitere Gefangene findet, die er dort gesehen hat, in der nahen Ortschaft Egirshorn passieren unerklärliche Morde. Menschen ertrinken, weitab vom Meer, mit Salzwasser in der Lunge, die ermittelnden Beamten stehen vor einem Rätsel.

Gemeinsam mit der erst kürzlich nach Egirshorn versetzten Polizistin Maike und der Tochter seines Mitgefangenen macht sich Jans an die Aufklärung der Geheimnisse – und er findet, sehr zu seinem Leidwesen, weit mehr, als er jemals erwartet hätte …

Nach einem etwas überhasteten Beginn erwartet den Leser ein packender Thriller

Thomas Finn ist uns zunächst als Autor im Bereich der High-Fantasy und der Rollenspiele ein Begriff. In seinen Romanen, die er in der Schöpfung des „Schwarzen Auges“ aber auch in der „Gezeitenwelt“ angesiedelt hat, entführte er uns ebenso wie in seinen Jugendbüchern in phantastische, archaische Welten.

Kürzlich erschien bei Knaur mit Schwarze Tränen ein etwas anderer Urban-Fantasy Roman, in seinem bei Piper aufgelegtem Der Funke des Chronos betitelten Roman entführte er uns in die phantastische Vergangenheit seiner Heimatstadt Hamburg. Nun also wieder ein Werk, das er in der Realität der Jetztzeit angesiedelt hat, und das uns seine norddeutsche Heimat näher bringt.

Dieses Mal entführt uns der sympathische Autor auf die Nordfriesischen Inseln, schöpft aus den Mythen der Gegend – auf die Rungholt-Saga, das Deutsche Atlantis um das untergegangene Dorf sei verwiesen – und verbindet diese in seinem packenden Thriller mit der Sage um die Meerjungfrauen.

Nach einem etwas verwirrenden Beginn, in dem er seine Leser förmlich mit Figuren und Mysterien überfällt, geht es hinein ins rasant aufgezogene Abenteuer.
Dabei nutzt Finn versiert seine Ortskenntnis, beschreibt uns die Menschen von der Waterkant detailreich und überzeugend und überrascht uns immer wieder mit unvorhersehbaren Wendungen – mehr soll an dieser Stelle der Spannung wegen nicht verraten werden.

Auch wenn die Logik ein paar Mal auf der Strecke bleibt entfaltet ein packender Thriller um eine uralte Verschwörung, Meerjungfrauen der gar nicht so betörenden Art und Verbrechen mit viel Lokalkolorit seine Wirkung auf den gebannt die Seiten umblätternden Leser. Insoweit ein gelungener phantastischer Friesen-Thriller der auf ganz eigenen Wegen daherkommt und packend zu unterhalten weiß.

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