Das Herz von Veridon von Tim Akers

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2009unter dem Titel „Heart of Veridon“,deutsche Ausgabe erstmals 2012, 352 Seiten.ISBN 3-404-20666-5.Übersetzung ins Deutsche von Michael Krug.

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In Kürze:

Mein Name ist Jacob Burn. Ich war an Bord eines Zeppelins, als er vom Himmel fiel. Ich stürzte mit den Flammen und zerschmetterten Getrieben in den dunklen Fluss hinab und überlebte. Der Himmel mag mich wohl nicht besonders. Aber noch weniger mögen mich die Leute, die mich jagen. Sie sind hinter dem Artefakt her, das mir ein alter Bekannter vor dem Zeppelinabsturz in die Hand gedrückt hat. Keine Ahnung, was es damit auf sich hat, aber es scheint ziemlich bedeutend zu sein. Schließlich will man mich dafür töten. Meine Stadt Veridon ist ein gefährlicher Ort. Aber wenn es sein muss, kann ich noch viel gefährlicher sein …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Luftschiffe, mechanische Menschen und ein Engel“89

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Jacob Burn ist nicht unbedingt die beste Reisebegleitung, die man sich wünschen könnte. Als Abkömmling einer der angesehensten Gründerfamilien Veridons erhielt er an der Akademie die mechanischen Erweiterungen, die aus einem jungen Mann erst einen Piloten der mächtige Zeppeline machen, doch dann havariert sein Zeppelin auf seiner Jungfernfahrt, nur Burn selbst überlebt den Absturz. Seitdem, unehrenhaft aus dem Kreise der Akademie entlassen und vom Vater verstoßen, fristet er sein Dasein als starker Mann mit Beziehungen für einen der Unterweltbosse seiner Heimatstadt.

Wir lernen Burn an Bord einer der fliegenden Zigarren kennen. Ein ihm bekannter früherer Soldat übergibt ihm, schwer verletzt, ein Artefakt, kurz darauf stürzt der Zeppelin – einmal wieder mit Burn an Bord – ab, nur er und der Mörder, der den Piloten, die Besatzung und Passagiere in den Untergang gerissen hat, überleben den Absturz.

Seitdem wird Burn verfolgt. Freunde und Vertraute verraten ihn, sein Arbeitgeber trennt sich von ihm, diverse Machtgruppen aus der Metropole und von außerhalb heften sich an seine Fersen. Sie alle sind hinter dem Artefakt her, das er von Bord des Zeppelins gerettet hat. Um das Artefakt in ihre Hände zu bekommen sind seine Häscher breit, die Stadt selbst in Gefahr zu bringen – denn die Mächte, denen das mechanische Kleinod entwendet wurde, wollen es zurück …

Ein etwas anderer Steampunk-Roman

Steampunk ist en vogue. Kein Verlag, der mehr an dem Subgenre mit seinen mechanischen, oftmals dampfgetriebenen Menschen und Maschinen vorbeikommt. Doch in all der Uniformität, die sich mittlerweile auch in dem relativ neuen Sub-Genre eingenistet hat, findet man immer wieder einige wenige Werke, die ideenreich und auf eigenen Füßen stehend, Neues für den Leser bereit halten. Tim Akers Debutroman ist ein solcher Roman.

Zwar besiedelt auch er seine Welt mit mechanisch veränderten Menschen, fahren Zeppeline durch die Lüfte, doch damit hören die Gemeinsamkeiten mit dem, was wir gängigerweise von den Autoren vorgesetzt bekommen, auch schon auf.

Tote werden tief unter der Wasseroberfläche des Reins als Fehn zu neuem Leben erweckt, spinnenähnliche, intelligente Insekten, Anansi genannt, dienen den Menschen als billige, geknechtete Tagelöhner, die Kirche baut ihre Macht auf aus dem Fluss gefischten Artefakten auf, die Stadt selbst dient als faszinierende Kulisse für eine verschachtelte Handlung.

Was der Autor uns hier, peu a peu über seine Dialoge vorstellt, das nimmt langsam immer detailreicher Bildnis vor dem inneren Auge des Lesers an. Vieles bleibt zunächst im Dunkeln, wird nur angedeutet und doch nahm mich die Stadt in ihrer dunklen Ausstrahlung gefangen. Viele Fragen sind noch zu klären, Rätsel zu lösen. Welche Stadt zeigt die geheimnisvolle Karte, die in Burn Besitz gelangt, und wer bevölkert diese, woher kommen die technischen Überbleibsel, die der Rein mit sich führt und die die Priester erst zu ihren bahnbrechenden Erfindungen animierten, was ist mit den intelligenten Rassen, den Fehn und Anansi, was mit dem lebenden Metall?

In Kombination mit unserem Ich-Erzähler, einem Ausgestoßenen, der selbst nicht recht weiß, wo er hingehört, was ihm passiert und der Auseinandersetzung zweier diametral gegensätzlicher Religionen erschließt sich dem Leser hier ein Bild, das Platz lässt für viele weiße Flecken auf der Landkarte, das anregt, selbst Lücken mit Leben zu füllen und das faszinierend neue, ungewohnte Details und Ideen für den Rezipienten bereit hält. Das ist sicherlich keine stromlinienförmige Lektüre, das erfordert Mitdenken und Phantasie, unterhält aber ebenso spannend wie überraschend, kurzweilig wie packend und lässt so auf eine ähnlich gelungen Fortsetzung, die für Januar 2013 in Vorbereitung ist, hoffen.

(Carsten Kuhr, Juli 2012)

Ihre Meinung zu »Tim Akers: Das Herz von Veridon«

Maxim zu »Tim Akers: Das Herz von Veridon«08.01.2016
Es gibt Steampunk Geschichten die spielen in einer Art Alternativwelt der Erde, welche meist im viktorianischen Zeitalter angesiedelt ist. Andere Autoren gehen da viel weiter und es werden Elemente von Science Fiction, Fantasy und Horror miteinander vermischt. China Miéville ist da ein gutes Beispiel und in dieser Kategorie lässt sich auch Tim Akers mit einordnen. Allerdings im direkten Vergleich schneidet C.M. dann doch um einiges besser ab. Seine Geschichten sind nicht nur von der Sprache her interessanter gestaltet. Doch Tim Akers macht seine Sache recht ordentlich und wer dieses Genre mag, der sollte hier ruhig mal reinlesen.

Jacob ein Ex Pilot, ist im Luftschiff "Die Pracht" unterwegs, bevor dieses abstürzt bekommt er ein Artefakt, ein Mechagen, in die Hand gedrückt. Kurz danach werden mehrere Menschen ermordet und ein unheimliches Cyporg Wesen, Der Engel, ist hinter ihm her. Bei diesem Kampf wird dem Ex Piloten alles abverlangt und aus etlichen Wunden tropft sein Blut und Öl. Es ist zwar von Vorteil wenn man teilweise aus Metall besteht, doch die Schmerzen sind deshalb nicht geringer. Dieses Artefakt will jeder haben und so beginnt eine temporeiche Verfolgungsjagd durch die Stadt Veridon. Jacob wird begleitet von der Doppelagentin Emily und dem Anansi Wilson. Dieser gehört zu einen spinnenähnlichen Volk, die sich an das Aussehen der Menschen angepasst haben.
Soweit ist das Ganze nicht wirklich neu, doch der Autor kann mit einigen Interessenten Ideen und Beschreibungen punkten. In regelmäßigen abständen kommen von oberhalb des Flusses Maschinen und rätselhafte Kunstwerke angeschwommen. Die in der Stadt dominierende Religion, Die Kirche des Algorithmus, vertritt den Glauben das ein verborgener Gott diese Dinge zu den Menschen schickt. Handelt es sich bei dem Artefakt ebenfalls um ein Gottesgeschenk"? Und welche Rolle spielen die Fehn, diese leben im Fluss und sind Tode, die von Würmern animiert werden. Wie das alles ausgeht bleibt noch offen, da es sich hier um den Auftakt zu einer Trilogie handelt.

Fazit: Zwar ist das meiste nicht wirklich neu, doch einigen Überraschungen sind vorhanden. Die Geschichte wird verständlich und flüssig erzählt. Die Stadt und ihre Zivilisation ist recht komplex beschrieben. Die Charaktere sind glaubwürdig, wobei einige Protagonisten in der Charakterzeichnung etwas schwach daher kommen. Die Handlung ist tempo und actionreich gestaltet, das ein oder andere wirkt etwas zu sehr konstruiert, doch im großen und ganzen kein schlechter Debütroman. Langeweile kommt jedenfalls nicht auf. Eine abenteuerliche Steampunk Geschichte an der alle Altersgruppen ihren Spaß haben können.
Yoorro zu »Tim Akers: Das Herz von Veridon«10.12.2012
Vorweg: ein gelungenes Buch.
Ich habe das Buch eher zufällig entdeckt. Steampunk mag ich also gezogen und gelesen. Der Anfang gestaltet sich schwierig. Um in das Buch hineinzu kommen muss Mann ein paar Seiten lesen und durchhalten. Man weiß noch nichts über die Welt und den Ort wo das ganze spielt. Aber je mehr man ließt umsomehr erfährt man. Aber bitte nicht Glauben, man begreift das ganze. Zahnräder im Gesicht und Mechaniken im Körper, dazu noch Käfer mit Mustern die einen antreiben. Alles ziemlich neu und Bedarf so einiger Erklärungen. Leider ist der Autor damit ziemlich sparsam. So ein richtiges Bild von der Welt wollte bei mir nicht entstehen. Zumal die frage erlaubt sein sollte, warum das alles so ist, wie es ist in Veridon. Trotzdem ist das Buch actiongeladen und unterhaltsam. Ich wollte es bis zum Schluss kaum mal aus der Hand legen. Jetzt bin ich durch und bin begeistert. Zum Glück kann ich jetzt direkt weiter lesen mit den Untoten von Veridon. Vielleicht erfahre ich ja da noch mehr über diese unglaublich interessante neue Welt des Tim Akers.
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