Chilo von Tobias S. Buckell

Buchvorstellung und Rezension

  • Fantasy
  • Science-Fiction
  • Horror
  • Mystery

Originalausgabe erschienen 2008 unter dem Titel Sly Mongoose, deutsche Ausgabe erstmals 2008 , 464 Seiten. ISBN nicht vorhanden. Übersetzung ins Deutsche von Michael Kubiak.

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In Kürze:

Chilo ist eine höchst unwirtliche Welt. Glücklicherweise lebt der junge Timas in einer sicheren Kuppelstadt, hoch über der Oberfläche. Timas’ Leben gerät aus den Fugen, als eines Tages ein Fremder in der Stadt notlandet. Der Mann wird von Wesen verfolgt, die nicht nur die Existenz von Timas’ Welt bedrohen, sondern das ganze Sonnensystem …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Tempo und eine reichhaltige SF-Mischung“ 78

Science-Fiction-Rezension von Peter Kümmel

Die Venus diente Buckell als Vorbild für seinen unwirtlichen Planeten Chilo. Enorm hoher Luftdruck und glühende Hitze machen die Oberfläche des Planeten unbewohnbar. Doch oberhalb der geschlossenen Wolkendecke in dreißig Kilometern Höhe hat der Autor schwebende Städte in luftgefüllten Hüllen konstruiert.

Eine dieser Städte ist Yatapek, bewohnt von Nachkommen des Azteken-Volkes. Die Bewohner führen ein hartes Leben. Sie sind abhängig von wertvollen Erzen, die mittels überalterter Technik auf der Planetenoberfläche gefördert werden. Der Cuatetl, die Abbaumaschine, muß ständig repariert werden, da kein Geld für Ersatz vorhanden ist. Diese Arbeit verrichten die Xocoyotzin, halbe Kinder, die einzigen, die in die wenigen vorhandenen Druckpanzer passen. Nur in diesen Panzern ist es möglich auf der Oberfläche zu überleben und Geld für neue Panzer gibt es natürlich auch nicht. Familien, die einen Xocoyotzin haben, leben in vergleichbarem Wohlstand, denn diese gefährliche Arbeit wird gut entlohnt. Deshalb müssen die Xocoyotzin auch darauf achten, schlank und fit zu bleiben. Ein hartes Leben für Timas, einen der Xocoyotzin – Erbrechen nach dem Essen ist Pflicht.

Doch je älter das Material wird, um so mehr der Xocoyotzin müssen ihren Einsatz mit dem Leben bezahlen. So auch der junge Cen, der auf seinem Einsatz zusammen mit Timas umkommt, als die beiden in einen Regen aus Müllteilen geraten, die aus der über ihnen liegenden Stadt auf sie herabprasseln. Obwohl Timas sich große Vorwürfe macht, ist er nicht der primär Schuldige an dem Unglück.

Der eigentliche Verursacher des Müllregens war Pepper, jamaikanischer Krieger der Rastafaris, der auf ein Hitzeschild geschnallt ohne Fallschirm von einem Raumschiff aus auf den Planeten niedergestürzt ist und dabei die Hülle der Stadt durchschlagen hat. Unglaublicherweise hat Pepper diesen Sturz überlebt, dabei ein Bein und einen Arm eingebüßt. Unter dem Namen Juan Smith wird Pepper, Spion und menschliche Allzweckwaffe, jedoch wegen Mordes an der gesamten Mannschaft des Raumschiffes „Sheik Professional“ gesucht. Doch wie es dazu kam, davon wird später im Buch erzählt …

Unterschiedliche Protagonisten

Diese kurze Zusammenfassung der ersten Kapitel vermag lediglich einen Eindruck davon zu geben, welch rasantes Tempo Tobias S. Buckell in seinem dritten Roman vorlegt. Wie auch die beiden vorhergehenden Bücher hat der Autor die Handlung im Streuner-Universum angesiedelt. Da die verschiedenen Bände jedoch zeitlich weit auseinander liegen, die Handlung in sich abgeschlossen ist und nur einzelne Personen wiederkehren, ist eine Kenntnis der anderen Teile nicht vonnöten.

Gleich zwei sehr verschiedene Charaktere streiten um die Protagonisten-Rolle. Während Peppers Rolle stagniert oder sogar zunehmend verflacht, entwickelt sich der junge Timas stetig weiter. Aber auch die sich verändernde Beziehung der beiden Handlungsträger zueinander bildet einen wichtigen Aspekt des Geschehens.

Durch seine zahlreichen Ideen, die Buckell hier hineinbringt, entsteht eine bunte SF-Mischung. Ungewöhnlich seine Völker, die ihren Ursprung in alten Kulturen der Erde haben. Auch das Horror-Element darf nicht fehlen, denn Chilo wird von einem „Schwarm“ angegriffen, der aus Zombies besteht. Diese haben es auf die Äolier abgesehen, das für mich interessanteste Volk in Buckells Kosmos. Diese bilden nämlich sozusagen ein demokratisches Kollektiv. Denn ihre Mitglieder sind miteinander verbunden und stimmen jede kleine Entscheidung demokratisch ab.

Leider kann „Chilo“ jedoch nicht das Eingangsniveau halten, sondern gleitet gegen Ende hin in reine Military-SF ab. Dennoch ist Buckell aufgrund der Vielschichtigkeit seiner Ideen eine klare Empfehlung an SF-Leser.

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