Eve - Die Revolution der Imperien von Tony Gonzales

Buchvorstellungund Rezension

Eve - Die Revolution der Imperien von Tony Gonzales

Originalausgabe erschienen 2008unter dem Titel „The Empyrean Age“,deutsche Ausgabe erstmals 2010, 704 Seiten.ISBN 3-442-26752-8.Übersetzung ins Deutsche von Claudia Kern.

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In Kürze:

An Bord eines Raumschiffs: Ein Mann erwacht. Er weiß nicht, wie er hierher gekommen ist oder auch nur, wer er ist – doch jemand versucht, ihn umzubringen.
Lichtjahre entfernt: Ein abgebrühter galaktischer Botschafter wird mit der eigenen Vergangenheit konfrontiert und entdeckt sein Gewissen.
Auf einem abgelegenen Minenplaneten: Ein Rebellenführer erfährt Unterstützung von einem ebenso rätselhaften wie einflussreichen Wesen. Ist er einen Pakt mit dem Teufel eingegangen?
Diese drei Ereignisse haben scheinbar nichts miteinander zu tun – doch sie führen zur Revolution der Imperien!

Das meint Phantastik-Couch: „Ein Blick hinter die Kulissen gigantischer Staatengebilde“89

Science-Fiction-Rezension von Amandara M. Schulzke

Ein Mann erwacht in einer Kapsel, weiß nicht, wer und wo er ist, seine letzten Erinnerungen zeigen ihm, wie er umgebracht wurde. In einem altersschwachen Raumschiff kurven drei Verfolgte durchs All und lauern auf lukrativen Weltraumschrott, den sie zu Geld machen können. Sie bergen die Kapsel und sehen sofort, dass sie einen der unsterblichen Kapselpiloten vor sich haben, einen Klon, der theoretisch sämtliche Erinnerungen und Erfahrungen seines genetischen Vaters in sich tragen müsste. Anderer Schauplatz: Der Caldari Tibus Heth, einfacher Arbeiter, zettelt in dem Schmiedwerk Caldari Constructions eine Revolte an, die erfolgreich ist und ihm den Posten als Geschäftsführer einbringt. Nächster Schauplatz: Die Amarr-Erbin Jamyl Sarum verfügt nach ihrer Wiederbelebung in einem Klon über scheinbar göttliche Kräfte und will die Herrschaft über das Amarr-Imperium erkämpfen. Die Amarr haben Millionen von Minmatar versklavt, indem sie ihnen einen glückselig machenden Virus verabreichen. Weiterer Schauplatz: Der Botschafter der Republik der freien Minmatar Keitan Yun, einer Rasse verschiedener Stämme, verursacht einen Skandal in der Concord-Versammlung. Die Präsidentin Midular versucht seit Jahren, in der minmatarischen Republik die Demokratie durchzusetzen. Und dann taucht immer wieder der geheimnisvolle Broker auf, der intrigiert und sabotiert und sich dann scheinbar in Luft auflöst. All diese Ereignisse führen dazu, dass sich die Imperien schnell in einem intergalaktischen Krieg befinden.

Politischer Wahnsinn und religiöser Fanatismus

Tony Gonzales ist Chefautor für das isländische Mehrspieler-Internet-Rollenspiel „Eve online“, das im Januar 2011 einen Weltrekord mit gleichzeitig 63.000 Spielern aufgestellt hat. Der Roman macht die verschiedenen Rassen, ihre Lebensweisen, ihre politischen Konstrukte und ihre Konflikte lebendig. Er spielt auf verschiedenen Ebenen. Jede Ebene hat ihre eigenen Protagonisten und Charaktere. Das macht es anfangs ein wenig schwierig, sich als Leser den Überblick zu verschaffen, wenn man den Hintergrund des Spieles nicht kennt. Diese Komplexität aus Industriegiganten, Gottesstaaten, Sklavenhalterrasse und anderen politischen Gebilden in Großformat ist Segen und Fluch zugleich. Der Roman hätte über 1000 Seiten haben können, damit der Leser jeden Szenenwechsel schnell versteht. Doch durchhalten lohnt sich, es ist der beste Science-Fiction-Roman, den ich seit Jahren gelesen habe. Ein Tipp: vor der Lektüre des Romans auf Wikipedia die Hintergründe des Spiels lesen.

Gonzales verschont uns mit technischen Spitzfindigkeiten und übertriebenem Military-Gehabe. Er treibt politischen Wahnsinn und religiösen Fanatismus, den wir heute auf unserer Erde erleben, auf die Spitze. Gonzales könnte auch Politikwissenschaften studiert haben. Er hat unsere Konflikte weiter gedacht und ins 37. Jahrtausend verlegt. Die Motive der Verantwortlichen für ihre Entscheidungen und Handlungen sind dieselben wie heute schon: Macht- und Geldgier, Nationalismus, persönliche Profilierungssucht. Doch gleichzeitig, glücklicherweise, auch Solidarität, Loyalität, gesunder Menschenverstand, die Suche nach Wahrheit, Gerechtigkeit und Frieden.

Personifiziert das Abstrakte

Ausgezeichnet gelingt es Gonzales, die Rolle des Einzelnen in den großen Zusammenhängen zu beschreiben. Das klingt abstrakt, doch sein Talent besteht darin, jede wichtige Figur plastisch werden zu lassen. Der Leser ist je nach Schauplatz verblüfft, begeistert, berührt, entsetzt, angewidert und oft tief bewegt. Diese Art und Weise des Schreibens und der Entwicklung von Parallelstorys zu einer Geschichte erinnert an die Otherland-Saga von Tad Williams. Die einzelnen Fragmente sind lebendig für sich, abenteuerlich, schnell oder tiefsinnig innig, einfach bewundernswert.

Wir wünschen uns mehr davon. Für September 2011 ist der Nachfolgeband „Templar One“ in englischsprachiger Erstausgabe angekündigt. Der Blanvalet-Verlag hat wohl selbst nicht begriffen, welches Kleinod er dem deutschen Leser beschert. Werbung und Inhalt der Autorenvita sind dürftig. Das Cover ist langweilig und assoziiert „billige“ Unterhaltungslektüre. Schade, ist „Eve“ doch ein Buch mit Visionen, reichhaltigen Gedanken und voller Gefühle. Und nicht nur für „Eve-online-Spieler“ geeignet.

Ihre Meinung zu »Tony Gonzales: Eve - Die Revolution der Imperien«

T.Orados zu »Tony Gonzales: Eve - Die Revolution der Imperien«27.10.2014
Ich habe mir den Roman jetzt durchgelesen.
Die über 700 Seiten haben mich zuerst abgeschreckt, aber als Fan von SciFi-Weltraum-Kladeradatsch und vorallem als Fan von EvE-Online, war für mich das Buch Pflicht.

Für Neueinsteiger des EvE-Universums die verstehen wollen worum sich alles dreht kann ich das Buch nur empfehlen.
Im ersten Drittel wird sehr viel über die Geschichte des EvE-Universums erzählt und auch erklärt.
Wie alles miteinander verstrickt und verworren ist.
Um das Universum des Spiels zu verstehen finde ich den Roman unablässig.

Allerdings habe ich auch eine "Otto-Normale-Kritik" die ich äussern möchte.

Für Fans von Cyber-Punk die knallharte Action erwarten ist dieser Roman leider nichts.
Es geht in diesem Roman im wesentlichen um die politischen Zusammenhänge, Hintergangenschaften und Intrigen der Fraktionen und,
wie bereits erwähnt, um die Geschichte rund um EvE.
In einem Film verfasst würde man dies einen klassischen Polit-Thriller nennen.
Politik, Vertrauen, Verrat und Macht sind die wesentlichen Bestandteile des Romans.

Sehr viel politisches "Geschwafel" gepaart mit stellenweise Spannung und Action.
Allerdings überwiegt das politische Geschehen anfangs in diesem Roman.
Es lässt sich teilweise flott lesen, allerdings zerrt die übertrieben ausgiebige Ausführung der Zusammenhänge der Fraktionen teilweise an der Motivation zum lesen.

Besonders negativ ist mir (persönlich) aufgefallen, dass in dem Roman extrem viele Sätze abgebrochen werden.
In die Diskussionen der Protagonisten kommt kein richtiger "Fluss", weil Anfangs einfach wirklich sehr übertrieben wird mit den Unterbrechungen in einer Unterhaltung.
Jedes mal, wenn ein Protagonist in seiner Rede unterbochen wurde entkam mir ein "Maoh, mein Gott ! Ist gut jetzt."
Zum Glück nimmt das im Laufe des Romanes ab. (Ich wollte teilweise mit einem Kuli die Sätze beenden und den Absatz neu lesen.)

Alles in Allem muss ich aber sagen, dass mich der Roman sehr unterhalten und gefesselt hat.
Besonders als man endlich die ganzen politischen Szenen hinter sich gebracht hatte.

Für krasse Fans von Cyber-Punk und Weltraum-SciFi sowie Fans von EvE kann ich das Buch absolut empfehlen.
Für Leute die lieber von anfang an Spannung und Action wünschen ist dieser Roman leider nichts.
yoorde zu »Tony Gonzales: Eve - Die Revolution der Imperien«28.06.2011
Dieser Roman ist so wie ich Space Opera liebe. Gewaltig, schnell geschrieben, Intriegen um Macht, Einfluss und Legenden. Obwohl 700 Seiten stark langweilt man sich nicht eine Seite, auch wenn die politischen Zusammenhänge beschrieben werden. Die Schreibe des Autors ist angenehm und auch wenn er mit der Zeit mit etwas viel Technoblabla hantiert, wird man dadurch nicht verwirrt.
Die drei Geschichten kommen sehr langsam zusammen und am Ende des Romans fragt man sich wie es wohl weiter gehen wird, denn noch sind nicht alle Fäden engverbunden. Es sieht so aus, als ist in diesem Roman der Grundstein für eine rieige Serie gelegt worden, die auf vieles Hoffen lässt.
Ich habe keine ahnung vom dem Online Spiel und das war auch ganz gut so, denn ich bin vorbehaltlos herangegangen. Man muss das Spiel nicht kennen. Es bauen sich eigenen Bilder und Welten auf. Dazu lässt der Autor viel Raum (Weltraum???)
Dieser Roman ist Unterhaltung pur. Wenn es dann zu den großen Schlachten kommt, ist das richtiges Breitwandkino in HD im Kopf. Wer Phantasie hat kann sich im Kopf seine eigenen Raumschiffe zimmern.
Dieser Roman ist genau das richtige für den Urlaub. Und es gibt ihn ja glaube ich auch ebook, dann kann man den "dicken Wälzer" handlich mit in den Urlaub nehmen.
Hoffendlich kommt der zweite Band bald, möchte genre wissen wie es weiter geht.
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