Das Herz der Nacht von Ulrike Schweikert

Buchvorstellungund Rezension

Das Herz der Nacht von Ulrike Schweikert

Originalausgabe erschienen 2009, 400 Seiten.ISBN 3802582233.

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In Kürze:

Wien im 19. Jahrhundert. Auf den prunkvollen Bällen am kaiserlichen Hof wird der Vampir András Báthory von den Damen umschwärmt. Doch ihn verlangt es nach geistreicher Unterhaltung, wie er sie in den Gemächern der klugen Gräfin von Traunstein findet. Dort lernt er die hübsche Pianistin Karoline kennen und beginnt, bei ihr Unterricht zu nehmen. Doch Karoline hütet ein dunkles Geheimnis. Da wird die Gräfin von Traunstein ermordet aufgefunden, und alles deutet darauf hin, dass in der Stadt ein weiterer Vampir sein Unwesen treibt. Er scheint es auf Báthory abgesehen zu haben und auf alle, die ihm nahe stehen.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Wien, Walzer und der Tod“70

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Wien zur Hochzeit der k.u.k.-Monarchie. Napoleon und seine Truppen haben die Metropole an der Donau verlassen, jetzt herrscht wieder das ganz eigene Savoir Vivre des Wiener Schmäh vor. Die Adeligen vergnügen sich bei ihren Soiréen, auf Bällen und im Theater, während die reicheren Bürger danach trachten, dem Glanz und Glamour nachzueifern.

Dass dies nur mit erheblichem finanziellem Engagement möglich ist, hat schon so manche angesehene Bürgerfamilie in den Ruin getrieben. Vor kurzem erst wechselte das Palais der Bankiers Fries aufgrund der mehr als angespannten finanziellen Situation der Söhne des verstorbenen Großbankiers den Besitzer. Ein Adeliger aus dem Osten, ein Graf aus Siebenbürgen, András Báthory mit Namen, hat sich das hochherrschaftliche Anwesen gesichert. Noch während dieser sich in die bessere Gesellschaft der Stadt einführt, Bälle und Konzerte besucht und mit seinem Charme und Esprit die Frauen betört, wird die Stadt von einem Mörder heimgesucht. Immer wieder findet man die Leichen grausam ermordeter junger Frauen, denen die Kehle herausgerissen oder durchgeschnitten wurde. Auffällig dabei, dass sich an den Tatorten der Verbrechen erstaunlich wenig Blut findet. Hinweise führen die ermittelnden Kriminalbeamten auf die Spur des Grafen András – nur, dass dieser, obzwar ein Vampir, nicht der Täter, sondern selbst das Wild ist …

Die Vorgeschichte des Peter von Borgo – historisch akkurate Vampirerzählung aus Wien

Ulrike Schweikert und die Nosferatu, das ist eine alte Liebe. Bereits vor Jahren erschienen, damals noch im Knaur Verlag, zwei Vampir-Krimis um Peter von Borgo, die die Autorin im Hamburg der Jetztzeit angesiedelt hat. Nach ihren erfolgreichen historischen Romanen und einem Ausflug ins Fantasy-Metier (Die Drachenkrone, Knaur Verlag) wandte sich die Autorin in bislang drei Romanen (Die Erben der Nacht) bei cbj erneut den unsterblichen Bluttrinkern in teilweise faszinierenden Jugendbüchern zu. Nun also ein neuer Verlag, und schon äußerlich ist es ein tolles Buch geworden. Ein hochwertiges Hardcover mit Lesebändchen und einem auf den Inhalt neugierig machenden Umschlag in Prägedruck erwartet den Leser.

Egmont Lyx kam vor einigen Jahren aus dem Nichts in den phantastischen Buchmarkt. Als einer der ersten Verlage erkannte man dort das Potential der so genannten Romance- und Urban Fantasy, kaufte, damals noch aus dem Vollen schöpfend, entsprechende Reihen an, und platzierte diese sehr erfolgreich im Buchhandel. Nachdem man nun bei Lesern wie im Handel als Marke eingeführt ist, nun also folgerichtig der Schritt ins Hardcover. Vom konzerneigenen Schwesterverlag vgs übernahm man Wolfgang Hohlbeins Vampirchronik und führt diese mit „Glut und Asche“ fort, dazu gesellt sich „Draculas Erwachen“, eine Fortsetzung zu Bram Stokers Klassiker aus der Feder eines der Nachfahren Stokers und Schweikerts Hommage an die Österreichische Metropole.

Letztere nimmt sich – endlich bin ich geneigt zu sagen – einmal nicht des victorianischen Londons als Handlungsplatz an, sondern beschreibt und die Donaumetropole zur Glanzzeit der k.u.k.-Monarchie. Wien in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, das sind prächtige Bauten, schmucke Kavalleristen, festliche Bankette und Bälle in traumhaften Kleidern und viel Gefühl. Mit großem Sachverstand und aufgrund ausgiebiger Recherchen in Wien und Hamburg auch in Details überzeugend und minutiös recherchiert baut die Autorin auf ihre große Stärke. In eindrucksvollen Bildern lässt sie, wie in ihren historischen Büchern, auch das Gemälde einer längst vergangene Zeit auferstehen. In diesem faszinierenden, weil ungewöhnlichen Umfeld baut sie nun ihre Handlung behutsam auf.

Zunächst meint man, einen der üblichen Vampirromane vor sich zu haben. Junge Frauen werden bestialisch ermordet und ihres roten Lebenssaftes beraubt. Einer ihrer Artgenossen, natürlich charismatisch und den Menschen zugetan, macht sich auf, die Verbrechen zu untersuchen und den Schuldigen zu stellen. Dabei ermöglicht er uns durch seine Augen einen Blick auf die Haute-Volée, sucht und findet emotionale Bindungen und unterstützt zaghafte Versuche der Emanzipation seiner Eroberungen. Dann aber geht die Autorin tiefer. Neben dem Crime-Aspekt besticht sie mit markanten Persönlichkeiten und aufrüttelnden Schicksalen. Sei es die ledige, talentierte Mutter, deren Kompositionen von ihrem Bruder als die seinigen zum Besten gegeben werden, ihre blinde Tochter, die auch ohne ihr Augenlicht mehr sieht als die meisten Sehenden, oder die reiche Adelige, der ihr Ehegatte nicht nur Hörner aufsetzt, sondern die von diesem auch missbraucht und geschlagen wird. Hier spricht die Autorin zeitlose Themata an, macht uns mit den Frauenschicksalen, die sie uns vor Augen hält, betroffen und nachdenklich.

Auch wenn so manches konstruiert wirkt, die ermittelnden Wiener Kommissare als Pastiche mehr wie Stan Laurel und Oliver Hardy wirken als wie Sherlock Holmes und einiges gar zu vorhersehbar daherkommt, hebt sich dies doch weit vom sonstigen Romance-Plot des Lyx Programmes ab.

Die Verlagerung des Plots zum Finale nach Hamburg, die Verzahnung mit ihren Borgo-Titeln erschien mir eigentlich überflüssig. Uu faszinierend und dominierend wirkte Wien als Handlungsort. Mag sein, dass hier verlagspolitische Hintergründe den Ausschlag dafür gaben, letztlich erwies sich Wien als das geeignetere Parkett für ihre Aufführung.

Insgesamt gesehen ein flüssig zu lesender, spannender Vampirroman, der inhaltlich eher auf eine weibliche Klientel abzielt, in dem neben großen Gefühlen und dunklen Verbrechen aber auch nachdenkliche Worte Einzug fanden, und der deswegen nicht nur gut zum Programm passt, sondern hier Türen aufstößt, die der Edition neues Profil verleihen.

Ihre Meinung zu »Ulrike Schweikert: Das Herz der Nacht«

CupCake zu »Ulrike Schweikert: Das Herz der Nacht«13.06.2015
Der Graf und Vampir András Petru Báthory versucht in Wien des 19. Jahrhunderts Fuß zu fassen. Gerade eben hier her übergesiedelt, soll sein Leben endlich einen Sinn bekommen. Als er auf die schöne Fürstin Therese Kinsky trifft und ihr danach auch ziemlich schnell einmal das Leben rettet, scheint es fast, als würde er zumindest einmal etwas Gutes tun. Auch mit der Klavierspielerin Karoline Wallberg und ihrer Tochter Sophie versteht sich András ausgezeichnet und so nimmt er bei Karoline Unterricht am Klavier. Eigentlich scheint ja nun alles recht harmonisches, gäbe es da nicht diese wirklich brutale Mordserie, die scheinbar nur schönen jungen Frauen das Leben kostet... András, der es schafft, irgendwie immer in die Nähe der Tatorte zu kommen, wird schnell zum Tatverdächtigen, was durch das Blut und die Tatwaffen in seiner Wohnung irgendwie noch unterstrichen wird...

Als großer Fan der "Erben der Nacht" - Reihe von Ulrike Schweikert, war ich hocherfreut zu sehen, dass es auch für die Erwachsenen einen (historischen) Vampirroman gibt. Dazu sieht dieses Buch einfach nur wunderschön aus und liegt wie etwas ganz besonderes in der Hand. Schon alleine aufgrund des Covers und der Aufmachung ist das Buch schon einen Platz in jedem Buchregal wert. Aber auch die Geschichte braucht sich nicht zu verstecken!

Wer "Dracas" gelesen hat, weiß, dass Ulrike Schweikert sich darauf versteht, dem Leser ein anschauliches Wien zu präsentieren. Dabei schafft sie es auch, die dunklen , eher weniger prunkvollen, Seiten Wiens zu beschreiben. Sehr detailliert lässt sie den Leser in diese Zeit eintauchen und bleibt auch mit Erklärungen und Hintergründen nicht sparsam. Da macht Lesen wirklich Spaß.

Die Charaktere sind sympathisch und wie immer hat man auch hier beim Lesen einen kleinen Film im Kopf. Auch, dass eben nicht immer jede Vergangenheit schön war, sondern jeder Mensch (oder Vampir) so seine ganz eigenen Erfahrungen gemacht hat, wird hier sehr schön ausgearbeitet. Die Figuren sind eben sehr Komplex und bedienen nicht unbedingt jedes Klischee. Das findet sich auch bei den Nebencharakteren, die nicht wie Fertigware mal eben aus der Schublade gezogen wurden.

Ulrike Schweikerts Schreibstil ist nie langweilig oder zäh. Alleine schon durch die ersten Seiten zieht sie einen in den Bann und lässt einen erst los, wenn die Geschichte zu Ende erzählt wurde. Solche Autoren trifft man leider selten.

Ein gut recherchiertes Buch, das viele Genre zu einer ungewöhnlichen, aber guten Mischung macht. Hier findet wirklich jeder, was er sucht.
Rezensenten.de zu »Ulrike Schweikert: Das Herz der Nacht«24.01.2010
Ulrike Schweikert ist in der Romantic Fantasy & im historischen Genre keine unbekannte Autorin mehr. Als Rike Speemann startet die Autorin 2003 im Droemer Knaur Verlag die Vampir-Reihe um den Charismatischen Vampir Peter von Borgo. Leider ist diese Auflage heutzutage vergriffen und nur wenige Leser haben diese Erstausgabe noch. Später nahm der Lyxverlag die beiden Bände um Peter von Borgo in ihrem Programm auf, die unter den tatsächlichen Namen Ulrike Schweikert seither viele neue Fans hinzugewinnen konnten. Spielten diese beiden Bände im heutigen Hamburg, ging Schweikert diesmal in ein zauberhaftes Wien zurück, das eine atemberaubende Zeitreise für alle historischen Romanliebhaber sein wird. Eine Zeit wo Peter von Borgo sich noch András Petru Báthory nannte.

Die Geschichte beginnt um das Jahr 1840. Es zeigt ein authentisches Wien wo der Hochadel, ihre Tanzpaläste und Kaffeehäuser im Einklang mit der Welt standen. Hervorragend recherchiert erlebt der Leser ein Wien wo die Zeit still gestanden ist. Die historische Kulisse erwacht im geistigen Auge und es ist ein wahrer Genuss in dieser vergangenen Zeit zurück geführt zu werden.

Neben dieser detaillierten Kulisse schafft es die Autorin mühelos den sprachlichen Charme der Wieder einzufangen, und man fühlt sich einfach als stiller Beobachter sehr wohl beim lesen. Das ganze wird mit einer Prise Spannung, Mystik, Romance und Krimielementen verrührt und es kommt ein wahrer Lesefluss bei raus.

Dies ist nicht zuletzt den Protagonisten und ihrer Geschichte zu verdanken. Graf András Petru Báthory rettet die Fürstin Theresa Kinsky bei einer Kutschfahrt als ihre Pferde durchgegangen sind. Sie lernen sich immer besser kennen und hegen eine sehr enge Freundschaft miteinander. András zeigt Therese auf sehr aufmerksamer Weise, das es viel mehr gibt als sich täglich von einem brutalen Mann schlagen zu lassen. Durch die Fürstin lernt er die Pianistin Karoline Wallberg und ihre Tochter Sophie kennen. Sophie ist ein blindes Kind und sieht durch ihre anderen Sinne. Sie entdeckt in András den Tod doch fürchtet sie ihn nicht. Karoline bringt indes in Klavierstunden András das spielen bei und auch dort erblüht langsam eine Freundschaft. Gerade ihre Tochter Sophie wickelt nach und nach den Grafen um ihre Finger.

Graf András könnte in Frieden in Wien leben wären da nicht unerklärliche Morde die alle ihn im Zusammenhang zeigen würden. Das Spiel um den unbekannten Mörder nimmt immer weiter Fahrt auf und die Schlinge zieht sich um András immer weiter zu. Doch wer ist der Unbekannte der András Weg mit Leichen pflastert?

Schnell hat der Leser seine Lieblings-Protagonisten gefunden. Ist es die Fürstin die mit ihrem lauten Mundwerk schnell die Leser auf ihre Seite zieht und für den damaligen Gessellschaftsstatus alles andere als untergeben ist? Oder ist es András selber der durch Höflichkeit und Charme die weiblichen Leserherzen höher schlagen lässt. Oder mag man lieber die junge Pianistin die nicht nur durch ihre Pianokünste sich in das Herz der Leser schummelt. Die Figuren haben eine sehr bewegende Tiefe und sind detailliert herausgearbeitet worden.

Neben diesen fiktiven Figuren hat es sich die Autorin nicht nehmen lassen auch wahre Persönlichkeiten in ihren Roman einzubauen wie zb Franz Grillparzer und seine Verlobte Katharina Fröhlich oder die Schriftstellerin Karoline Pichler.
Kleine Längen im Roman dienen dazu die Spannung immer weiter zu steigern und in einem großartigen Finale in Hamburg über den Leser explodieren zu lassen. Auch hierbei bedient sich die Autorin einer wahren historischen Begebenheit,- den Brand in Hamburgs Altstadt im Mai 1842.


Ich möchte dieses Werk von Ulrike Schweikert all denen ans Herz legen die Historische Romane lieben. Für alle Vampirfans ist dieses Werk sowieso ein MUSS!!! Nach diesem Werk werde ich mit 100% Sicherheit auch die weiteren Werke um Peter von Borgo lesen und mich in weitere Lesestunden einfach verzaubern lassen.
Karin Rohmer zu »Ulrike Schweikert: Das Herz der Nacht«24.12.2009
Das Cover ist sehr kunstvoll gestaltet und in Weiss und Schwarz mit ein wenig Rot gehalten. Der Titel steht in einem Rahmen aus verschiedenen Figuren.

Der Vampir András Báthory lebt im 19. Jahrhundert in Wien. Doch plötzlich wird Wien von einer Mordserie in Atem gehalten. András war immer in der Nähe der Tatorte und sehr schnell wird er verdächtigt, die Morde begangen zu haben. Mit der Fürstin Therese Kinsky verbindet ihn eine ganz besondere Freundschaft. Sie blüht in seiner Gegenwart richtig auf, denn sie ist in einem goldenen Käfig gefangen. András bietet ihr an, eine Nacht der “himmlischen Freuden“ zu erleben. In diesem Abschnitt habe ich das Knistern zwischen den beiden gespürt.

Durch Therese lernt er die Pianistin Karoline kennen und lässt sich von ihr unterrichten. Sie hütet ein dunkles Geheimnis, dem András auf die Spur kommen möchte. Aber ein weiterer Vampir treibt sein Unwesen und tötet die Gräfin Therese. Für András gilt es, seine Unschuld zu beweisen.

Durch diesen Roman fühlte ich mich richtig nach Wien versetzt. Mit András wäre ich auch sehr gerne befreundet. Er hat, obwohl er ein Vampir ist, eine sehr angenehme Art. Er weiss ganz genau, wie er mit den Damen umzugehen hat. Mein Herz ist ihm mit der Zeit zugeflogen.

Die Figuren sind sehr gut beschrieben. Das Kopfkino hat bei mir einwandfrei funktioniert. Der berühmte rote Faden hat mich sehr gut durch das ganze Buch begleitet und ich konnte es fast nicht mehr aus der Hand legen. Zeitweise konnte ich die Spannung fast nicht mehr ertragen. Es hat mich richtig gefesselt. Das war mein erster Roman von dieser Autorin und sicher nicht der letzte.

Diesem Werk gebe ich 5 Sterne
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