Der steinerne Wolf von Wolfgang Hohlbein

Buchvorstellungund Rezension

Der steinerne Wolf von Wolfgang Hohlbein

Originalausgabe erschienen 1984, 314 Seiten.ISBN 3-442-24950-3.

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In Kürze:

Durch das Eingreifen des „;steinernen Wolfs“; hatte Skar den Stein der Macht erneut verfehlt – Vela war ihm wieder entkommen. Die Lösung aller Probleme ist nun nur noch im sagenhaften Elay, in der für alle verbotenen Hauptstadt der Ehrwürdigen Frauen, zu finden. Skars langer Weg dorthin ist entbehrungsreich und gefährlich, da der rätselhafte steinerne Wolf ihn ständig umschleicht und zu allem Unglück auch noch Vela mit Hilfe des Steins aus Combat sämtliche Macht in Elay an sich gerissen hat. Da schlägt der steinerne Wolf mit all seiner Kraft zum letzten Male zu und erschüttert alle Ordnungen, die bisher auf Enwor Geltung hatten!

Das meint Phantastik-Couch.de: „Endlich wieder Action und Spannung pur...“80

Fantasy-Rezension von Lars Hermanns

Nach seiner Niederlage gegen Vela und ihr Heer im Toten Land, hat sich Skar mit Gowenna und den Sumpfleuten an die Verfolgung der Errish gemacht. Doch erneut musste Skar eine bittere Niederlage hinnehmen, als er durch Del erfuhr, weshalb sich dieser im Kampf gegen ihn stellte. Er war Velas Reizen erlegen und bis über beide Ohren in sie verliebt...„;Der steinerne Wolf“; setzt nun unmittelbar nach Skars Flucht zu den Sumpfleuten in Cosh ein. In Cosh hatte er seine letzte Niederlage hinnehmen müssen, als es ihm nicht gelang, Del zur Vernunft zu bringen. Vor der finalen Schlacht wurden Velas Streitkräfte jedoch überraschend von einem bislang unbekannten Gegner geschlagen; unter den Gefallen befand sich auch Del...Nun befindet sich Skar allein auf dem Weg nach Elay, dem Sitz der Errish. Sein Ziel ist es, Vela zu vernichten, Rache an Dels Tod zu nehmen und der Welt den Frieden wieder zu bringen. Doch er muss erneut erkennen, dass nicht alle Verbündeten Freunde sind, und dass nicht alle Gegner zugleich seine Feinde sein müssen. Vor allem jedoch muss er erkennen, dass er von seinem Abenteuer in Combat (siehe: Enwor 2 – Die brennende Stadt) einen Fluch mitgebracht hat, der sich ihm in Form eines schwarzen Wolfes an die Fersen heftet …

Drachen und Daktylen, Hexen und barbarische Krieger

Mit „;Der steinerne Wolf“; hat Deutschlands Fantasy-Autor Nr. 1 – Wolfgang Hohlbein – den bereits vierten Band der Enwor-Reihe heraus gebracht. Dieser schließt ebenfalls übergangslos an seinen Vorgänger an und bildet zudem den Abschluss der „;Trilogie um den Stein der Macht“;. Dies bedeutet allerdings auch, dass es keinen Sinn macht, mit diesem Band quer einsteigen zu wollen. Zwar erfährt man durch Rückblicke immer wieder, was in den vergangenen Bänden passiert  ist, doch ersetzt dies keinesfalls das Wissen, das man sich durch eine vorherige Lektüre der voran gegangenen Bände angeeignet hat. Zu verworren sind mache Ereignisse; zu sehr spielen die Zusammenhänge letztendlich eine Rolle, wenn es um die Komplexität des Charakters einzelner Figuren geht.

Nachdem ich beim dritten Band überdeutlich das Gefühl hatte, dass bewusst Parallelen zu unserer Erde eingebaut worden sind, so wird dies nun im vierten Band beinah schon auf peinliche Art und Weise vertieft (wenn auch offensichtlich wirklich unbewusst). Plötzlich ist immer wieder von Zeiteinheiten wie Sekunden, Minuten und Stunden die Rede. Bedenkt man, in welcher Zeit das Abenteuer spielen soll (Barbaren, Drachen, Monster, Quorrl, ...), wundert es einen schon, wenn plötzlich von „;5 Minuten“; die Sprache ist. Gibt es in Enwor etwa Uhren? Da muss ich doch spontan an den Patzer im Film „;Gladiator“; denken, bei dem es um eine ähnliche Zeit geht …

Von diesen Unlogiken abgesehen, ist „;Der steinerne Wolf“; inhaltlich jedoch sehr viel besser zu lesen, als sein unmittelbarer Vorgänger „;Das tote Land“;. War Band 3 nämlich noch langatmig, ohne eine rechte Spannung aufkommen lassen zu wollen, so überschlagen sich in Band 4 förmlich die Ereignisse. Kaum hat die Geschichte auf dem Freisegler ihren Anfang genommen, da befindet sich Skar bereits auf dem Landweg und trifft auf neue und alte Feinde und Freunde, die mehr als nur eine Überraschung für ihn bereit halten. Von Langeweile kann diesmal wirklich nicht die Rede sein. Vielmehr handelt es sich diesmal wirklich verstärkt um ein Abenteuer des klassischen Fantasy, wie man es gewohnt ist. Drachen und Daktylen, Hexen und barbarische Krieger. Dazu noch Quorrl, die in ihrer Beschreibung irgendwie an eine Mischung aus Ork und Fisch erinnern. Interessant ist diesmal der Umstand, dass Skar auf seiner Reise nach Elay auf Widerstandskämpfer trifft, die sich aus Errish und Quorrl zusammen setzen, um gemeinsam gegen Vela zu kämpfen. Diese hat im gesamten Land zum Krieg gegen die Quorrl aufrufen lassen, was sich jedoch nur als Tarnung für etwas Größeres entpuppen soll.

Charaktere gibt es in diesem vierten Abenteuer sehr viele, so dass ich mich nur auf die Wichtigsten beschränken möchte:

  • SKAR ist weiterhin unser Protagonist, der sich Tschekal-schwingend durch die Abenteuer schlägt. Aus dem einst so knallharten und routinierten Krieger ist im Laufe der Zeit ein Mann geworden, der immer wieder an seinen Taten und seiner Vergangenheit zweifelt. Immer wieder stören ihn Ereignisse, die jahrelang normal für ihn waren und von denen er kaum Notiz genommen hat. Der Verlust Dels, den er jahrelang als Novize an seiner Seite hatte, hat ihn mehr und mehr verbittert und an seiner Existenz als Satai zweifeln lassen. Der Umstand, dass seine alleinige Präsent schon Unheil über lieb gewonnene Freunde bringt, lastet wie eine Zentnerlast auf seinen Schultern. Nicht zuletzt, weil er zu erkennen glaubt, dass Combats Wächter, ein mächtiger schwarzer Wolf aus Granit, sich ihm auf die Fersen geheftet hat, nur um ihn zu verspotten und langsam aber sicher zu vernichten.

  • VELA ist die machthungrige Errish, die ihre Hexenkünste gegen den Rest Enwors richtet, um angeblich für dessen Wohl und Frieden zu sorgen. Ihr Verhalten erinnert in grausamer Weise an das Vorgehen Hitlers, der vorgab, Polen hätte Deutschland angegriffen, um einen Vorwand für den eigenen Angriff zu haben. Nur dass sich Vela der Quorrl bedient, die dem Land den Dolch in den Rücken stoßen. Weitere Parallelen sind darin zu erkennen, dass sich Vela von einer normalen Errish selbst zur Herrscherin der Errish ernennt, und dabei die meisten ihrer Schwestern durch geschickte Manipulation entweder auf ihre Seite zieht (sie wissen nicht, dass sie nicht ihrer gewählten Herrscherin, sondern einer selbsternannten Größenwahnsinnigen folgen) oder vernichtet. Kurzum: Sie ist das abgrundtief Böse, das es zu vernichten gilt.

  • MORK ist der Anführer der Quorrl von den Streitkräften der Rebellen. Anhand seines Wesens und seiner Figur werden die Quorrl sehr bildhaft beschrieben. Dabei entsteht vor meinen Augen irgendwie immer ein Bild der Orks, wie man sie noch vor Peter Jacksons Verfilmung von „;Der Herr der Ringe“; kennt: Groß, grauhäutig und mit dem Gebiss einer Bulldogge. Irritierend ist dann lediglich der Umstand, dass im Buch immer wieder von Fischköpfen die Rede ist. Wie dem auch sei, immerhin ist anhand von Mork überdeutlich zu erkennen, wie geschickt Gut und Böse in diesem Abenteuer in einander übergehen.

Der Duft von frisch vergossenem Blut

Der berühmte rote Faden zieht sich auch in diesem vierten Buch vehement durch die Geschichte. Es gibt nicht einen einzigen Augenblick, in dem Wolfgang Hohlbein von eigentlichen Thema abzukommen scheint. Positiv zu bemerken ist auf jeden Fall die andauernde Spannung, die seit Skars Ankunft in Anchor vorherrscht. Spannung und Action prägen dieses vierte Abenteuer und machen die langen Durststrecken von „;Das tote Land“; sehr schnell vergessen.

Auch in „;Der steinerne Wolf“; gibt es wieder einige Illustrationen, die das Lesen deutlich auflockern und einem beinah schon wie Streckenposten bei einer Ralley vorkommen. Es ist, als würde man sich von Etappe zu Etappe durchlesen, was einem bei einem doch recht dicken Band wie den Enwor-Büchern nur recht sein kann.

Bedauerlich finde ich – wie eingangs erwähnt -, dass es einem so gut wie unmöglich ist, mit einem der fortgeschrittenen Bände von Enwor zu beginnen. War Band 1 noch für sich allein gültig, so bauen die Bände 2-4 wirklich sukzessive aufeinander auf, was ich bei einer so umfassenden Buchreihe als nicht sehr glücklichen Umstand werte. Bleibt nun abzuwarten, wie es mit den folgenden Bänden weiter geht.

Diesen vierten Band bezeichne ich erneut als Kost für ältere Jugendliche und Erwachsene, da Kindern die offensichtlichen Parallelen zur Realität verborgen bleiben, und einige Szenen nicht wirklich für Kinder geeignet sind. Hierbei muss man betonen, dass es Wolfgang Hohlbein sehr gut versteht, Kämpfe und Verletzungen äußert bildhaft zu beschreiben, so dass einem beim Lesen beinah schon der Duft von frisch vergossenem Blut in die Nase steigt.

Qualitativ bewerte ich „;Der steinerne Wolf“; mit 80%, da er wirklich deutlich besser als „;Das tote Land“; ist, jedoch ohne die beiden vorherigen Bände nichts bringt. Auch muss ich hier wieder die berüchtigten Schachtelsätze bemängeln, für die mich mein Lehrer früher stets gerügt hatte. Beim Lesen einer Abenteuergeschichte oder eines Romans sind diese wirklich mehr als störend.

Bleibt nun also zu hoffen, dass die folgenden Bände wieder besser werden.

 

Ihre Meinung zu »Wolfgang Hohlbein: Der steinerne Wolf«

ABaum71 zu »Wolfgang Hohlbein: Der steinerne Wolf«25.11.2007
Im Gegensatz zum Vorherigen Band "das tote Land" überschlagen sich hier förmlich die Ereignisse : Nach kurzer Rückblende ist man schon auf dem Schiff nach Anchor, und trifft kurz darauf Figuren, die für den weiteren Verlauf der Geschichte ausschlaggebend sind, auch wenn man das noch gar nicht merkt, dann geht es Schlag auf Schlag von Anchor ins Drachenland uns dann weiter übers "Rebellenlager" nach Elay zum vermeintlichen finalen Schlagabtausch. Aber der Autor versteht es den Spannungsbogen noch weiter zu spannen... und auf dem gesamten Weg ist der steinerne Wolf immer spürbar gegenwärtig..... Alles in allem ein spannend zu lesendes Buch das man aber ohne die vorherigen Bücher gelesen zu haben wohl kaum interessant finden wird, da wichtige Zusammenhänge fehlen würden.
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