Horus von Wolfgang Hohlbein

Buchvorstellungund Rezension

deutsche Ausgabe erstmals 2007, 750 Seiten.ISBN 3-7857-2257-5.

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In Kürze:

London, 1888. Ein Schiff läuft in den Hafen ein. Der einzige Passagier an Bord ist eine Frau – rätselhaft, anmutig wie eine Katze und mit einer Haut schwarz wie die Nacht. Sie nennt sich Bast und sagt, sie sei nach London gekommen, um ihre Schwester zu suchen. Doch das Rätsel um Bastet, so ihr eigentlicher Name, geht viel tiefer. Ihre Familie ist alt, sehr alt. Einst hat man sie als Götter verehrt, noch immer sind sie mehr als gewöhnliche Sterbliche, und ihre Gefühle sind übermenschlich. Liebe treibt sie, Hunger brennt in ihnen, und Hass legt sich über die Stadt wie die dunklen Schwingen eines riesigen Falken. Und während des Nachts ein Mörder durch die nebligen Gassen von London schleicht, entbrennt in den unterirdischen Kanälen ein Kampf zwischen Mächten, die so alt sind wie die Menschheit. Vergessen Sie alles, was Sie bislang über Jack the Ripper und die altägyptischen Götter wussten! Wolfgang Hohlbein gibt auf unnachahmliche Weise Einblick in seine ganz eigene Interpretation beider Legenden.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Der Ripper und die alten Götter“60

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Ein viktorianisches England, in dem sich altägyptische Götter tummeln, das gab es doch schon einmal? Tim Powers „Anubis Gates“ nutzte dieses Motiv ebenso wie Christoph Marzis „Emily Laing“ Trilogie. Dennoch, oder vielleicht auch gerade deshalb ging ich mit grossem Interesse an die Lektüre des umfangreichen, in einem sehr kleinen Satzspiegel gehaltenen Romans.

London im Jahre 1888. Aus Ägypten legt ein altes Segelschiff an, an Bord eine ungewöhnliche Passagierin. Bastet, oder Bast wie sie sich nennt, eine hochgewachsene scheinbar junge Frau, schwärzer als die Nacht, und mit ungewöhnlichen Kräften ausgestattet ist auf der Suche nach ihrer Schwester Isis. Kaum am Kai festgemacht, greift ein Falke die Frau an, nur ihrer unmenschlich schnellen Reaktion ist es zu verdanken, dass sie nicht verletzt wird.

Wer ist sie, eine Nubierin, eine Zauberin, eine tödliche Kämpferin oder eine unsterbliche Göttin? Und wer trachtet ihr, kaum angekommen, nach dem Leben?

Der wackere Kapitän ihres Schiffes vermittelt ihr eine Unterkunft. In der mit viel Liebe und noch mehr Gottesfürchtigkeit geführten Pension findet sie zunächst herzliche Aufnahme. Nur zu bald stösst sie bei ihren Nachforschungen auf eine Mauer des Schweigens. Im verrufensten Viertel der Stadt unter Nutten und Schlägern grassiert die Angst – Jack, der Ripper, wie sich der Täter selbst nennt, ist unterwegs, um Huren zu morden und diesen ihre inneren Organe zu entnehmen. Inspektor Abberline verdächtigt Bast mehr über die Hintergründe der Morde zu wissen, wurden doch auch bereits bei den alten Pharaonen den zu mumifizierenden Leichen deren innere Organe entnommen. Doch dass ihre Schwester Isis hinter den grausamen Morden steckt, kann sie sich nicht vorstellen. Erst als ihre Wirtin sie mit ins Museum zur Ägyptenausstellung nimmt, kommt Bast dem Täter näher. Horus, ihr alter Liebhaber und Sobek haben tief unter der gerade im Bau befindlichen Tube ihr neues Reich errichtet und wollen von dort aus dem Frevel der Grabschändungen ihrer einstigen Untertanen ein Ende bereiten. Doch kann das sein, dass altägyptische Götter auf Erden wandeln, dass sie Rache an den Plünderern ihrer Untertanen nehmen? Eine Tour de Force nimmt seinen Anfang, ein Kampf, der mit allen Mitteln geführt wird, eine Auseinandersetzung, die Götter zu töten vermag, die Korruption und Elend beleuchtet und ein Königreich zum Straucheln bringen könnte …

Geheimnisse satt

Wolfgang Hohlbein hat vor Jahren ebenfalls im Gustav Lübbe Verlag bereits einmal einen Roman mit einem ägyptischen Göttertitel veröffentlicht. „Anubis“ hat mit vorliegendem Werk nichts zu tun. Endlich einmal also keine Fortsetzung, kein simpler neuer Aufguss eines alten Themas, sondern ein eigenständiges Buch.

Die Handlung beginnt fulminant und voller Geheimnisse. Geschickt führt der Autor seine Hauptperson als mysteriöse Frau voller unbegreiflicher Kräfte ein, ohne im Verlauf der Handlung zu sehr auf deren Zeit als Göttin einzugehen. Er konzentriert sich ganz auf das London des 19. Jahrhunderts. Mit durchaus scharfem Blick für die sozialen Missstände der damaligen Zeit malt er ein überzeugendes Bild der Elendsviertel, der notleidenden Bevölkerung. Die Beschreibung der zu Liebesdiensten geknechteten Mädchen und Jungen, die dezente Darstellung der Perversionen gerade der mächtigen Honoratioren der Englischen Society weiss durchaus zu überzeugen.

Bildhafte Action zu Lasten der Sprache

Wie bei Hohlbein üblich, läuft die Handlung rasant und voller Action ab. Der Autor pflegt eine sehr bildhafte Sprache, so dass man als Leser den Eindruck hat, im Kopf einen Breitbandfilm zu betrachten. Das geht, leider auch Hohlbein-üblich, zu Lasten des Stils. So manches Mal holpern die Sätze, wobei insbesondere die verschachtelten Beschreibungen störend wirken.

So temporeich sich der Plot auch entwickelt, sind einzelne Schwächen unübersehbar. Die Motivation Horus´ und Sobeks bleiben unglaubwürdig, wie überhaupt die eigentlich als Ausgangspunkt sehr interessante Überlegung, was die überlebenden Götter von der kulturellen Plünderung ihrer Heimat halten würden. Hier hat der Autor durch seine Konzentration auf die Suche nach dem Ripper viel verschenkt, hier wären Ansatzpunkte für eine ganz andere, tiefsinnigere Anlage der Buches gewesen.

Das mehr als überraschende Finale mit der Auflösung des Tätersuche schliesslich birgt zu viele Ungereimtheiten – wie hat der Täter seinen homogenen Opferkreis überhaupt ausgewählt, warum wurde dieser Täter am Tatort nie gesehen bzw. bedroht – hier musste der Effekt eine logische Nachvollziehbarkeit ersetzen.

Insgesamt gesehen ein durchaus spannender, kurzweiliger und in Details auch überzeugender Roman, der aber dennoch für meinen Geschmack ein wenig zu viele, durch ein sorgfältigeres Lektorat ausmerzbare Schwächen offeriert.

Ihre Meinung zu »Wolfgang Hohlbein: Horus«

Hauke zu »Wolfgang Hohlbein: Horus«06.06.2013
Der Stil ist eher schwach. Ständige Wort- und Phrasenwiederholungen hätten vermieden werden können, Worte wie Explosion von Schmerz und schiere Agonie werden so fürchterlich oft verwendet, dass es albern wirkt.
Auch die eigentlich interessante Handlung wird unnötig und künstlich durch ständige, ausufernde, dabei aber nicht abwechlungsreiche Kampfsequenzen unterbrochen.
Hohlbein versucht hier einen recht miesen Actionfilm, Horror und einen Kriminalroman zu verbinden.
Dies aber gelingt ihm nur recht dürftig.
Sein Roman Thor, in dem es bis auf die Ripper-geschichte eigentlich um ein ähnliches Thema, nämlich das aufeinandertreffen von Göttern und der Realität geht, ist deutlich besser.
Fleser zu »Wolfgang Hohlbein: Horus«16.02.2010
Ich finde am anfang ist das buch etwas lahm und unverständlich aber doch lockt es zu lesen. Wenn man dann etwas weiter ist wird es spannend , doch der titel des buches passt so gut wie garnicht. Horus ist nur eine nebenrolle der Titel sollt bastet heißen

wer fantasy mag sollte auf fall Gralszauber elbenschwert und runenschild lesen
die sind genial find ich
Locke zu »Wolfgang Hohlbein: Horus«01.10.2009
Der Anfang des Buches zieht sich. Lange Zeit wusste ich nicht genau um was es nun eigentlich geht. Alle Fragen und Geheimnisse werden am Ende enthüllt.
Das Ende machte mich übrigens echt fertig, denn mit dem hatte ich nie gerechnet (konnte die Nacht dann lange nicht einschlafen *gg*).
Richtig spannend wird es meiner Meinung nach im letzten Drittel des Buches.
Lg Locke
Engelbert Babinger zu »Wolfgang Hohlbein: Horus«24.07.2009
Irgendwie hatte ich gedacht, das Buch währe die Fortsetzung zu Anubis, was beim Namen naheliegend wäre. leider wurde ich da enttäuscht^^

Meiner Meinung nach hat Hohlbein mit iesen Buch eine Grenze überschritten. Dieses Buch ist sehr offen geschrieben, was sexuelle Reize betrifft. Natürlich ist Bast als Göttin besonders attraktiv und alle stehen auf sie. Das stört mich schon mal, aber meinentwegen. aber eben weil dieses buch so geschrieben ist , ist es meiner Meinung nach pervers wenn Hohlbein beschreibt, wie Bast eine minderjährige Prostituierte bei der Arbeit unterbricht, wo die Kleine geschlagen wird und beschriben wird, wie Bast sie Nackt sieht und sieht, dass "das Kind gerade zur Frau wird"
Was mich aber wirklich fast dazu gebracht hätte, das Buch wegzulegen war aber eine andere Szene. Wir alle wissen, Hohlbein schreibt gerne anspruchsvollere Texte und bevor ich diese Szene anprangere will ich erst mall sicher gehen ob ich sie einfach nur nicht verstanden habe:
> Eine Prostituierte wird ermordet. Eine gute Freundin von ihr, eine minderjährige Prostituierte, traute sich deshalb nicht allein im Dunkeln heim zu gehen. Deshalb begleitete sie Bast. Vor den Haus fragt dann das
Mädchen: "Willst du noch zu einen Tee mit hinein kommen?"
Bast: "Du weißt dass du dass nicht tun musst" <
Ich hab die Stelle oft durchgelesen, weil ich die Reaktion nicht verstand von Bast. Als ich weiterlas, wurde klar, dass die minderjährige Prostituirte anscheinend Bast danken wollte, dass sie sie begleitet hatte, indem sie mit ihr schläft...
Und im Anschließenden diskutieren sie (Als sie schon im Haus sind), dass die kleine dass nicht tun muss und wenndann sollte es freiwillig sein !!!!!
Wenn mir jemand dise Stelle erklären kann, bitte schreibt mir oder schreibt es drüber.
ich finde sie abartig und pervers!!


das Buch hatte in der Mitte für mich keine Spannung, weil irgendwie immer rein zufällig die Menschen starben, bei denen ich ein paar Seiten davor dachte, dass sie sinnlos sind und keine Bedeutung mehr haben....
Das Finale war wie von Hohlbein gewohnt wieder brilliant, auch wenn wieder so hässliche Vergewaltigungszenen mit geschmacklosen Bemerkungen und Beschreibungen kamen
Beim Ende hat mich Hohlbein dieses mal enttäuscht. Mir hat das Ende nicht gefallen
Ace zu »Wolfgang Hohlbein: Horus«17.06.2009
Nich wirklich das Beste Werk von W.Hohlbein allein der Titel lässt auf Horus als Hauptfigur schließen der meiner meinung nach nicht mal eine Nebenrolle verdient hätte die verstrickungen um Jack the Ripper alias Glorian Walsh sind nahezu lächerlich das Bastet ja gednken lesen und den freien willen verändern kann was sie bei Gloria auch öfter als einmal tut ohne zu erkennen das sie der Ripper ist. Ich hab das buch erst beim zweiten anluaf ganz durchgelesen und das Ende trotzdem überflogen. Was allerdings auch nicht sehr lesenswert ist da sich die aussagen alle irgendwie widersprechen von dem Nildrachen der stirbt wenn sein Herr ablebt der aber dann doch noch lebt usw.
serenity zu »Wolfgang Hohlbein: Horus«20.12.2008
Als ich die ersten paar Seiten gelesen habe, dachte ich fängt schon mal vielversprechend an. Aber je weiter ich gelesen habe desto mehr habe ich mich gelangweilt. Ich hab mich bis zur Hälfte durchgekämpft und dann aufgehört. Vor einiger Zeit hab ich einen zweiten Versuch gestartet und bin diesmal nicht mal zur Hälfte gekommen, ehe ich aufgehört habe. Wirklich nicht empfehlenswert. Von Wolfgang Hohlbein ist man einfach anderes gewöhnt.
Evey zu »Wolfgang Hohlbein: Horus«20.12.2008
Als ich den Inhalt hinten auf dem Buch gelesen hatte, dachte ich mir noch das es gar nich nicht so schlecht ist und habs mir gekauft. Aber ich wurde enttäuscht. Es ist einfach nur langweilig und der Inhalt völlig unausgereift, so dass ich es gar nicht zu Ende gelesen habe und es wahrscheinlich auch nicht werde.
Ich hatte wirklich mehr von Hohlbein erwartet.
Scheitz zu »Wolfgang Hohlbein: Horus«24.06.2008
Ich bin sehr enttäuscht von diesem Roman. Als ich meine Ausgabe von Horus in den Händen hielt dachte ich, ich hätte einen ähnlich spannenden und genialen Roman wie seinen Vorgänger Anubis gekauft, aber ich bin doch sehr niedergeschlagen. Ich will zwar nicht sagen das der Roman schlecht ist oder gar sein Geld nicht wert is, aber es ist nicht sein bestes. Wenn ich damals gewusst hätte was mich erwartet und ich noch ein anderes buch zur auswahl gehabt hätte, hätte ich sicher das andere genommen.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
GySgtHartman zu »Wolfgang Hohlbein: Horus«19.06.2008
Zitat: „Anubis“ hat mit vorliegendem Werk nichts zu tun.

Wirklich nicht? Immerhin haben beide Bücher denselben Hauptdarsteller? Anubis war stellenweise sterbenslangweilig, dieses Buch ist hoffentlich besser, wird bald von mir in Angriff genommen.
Henri Lindlbauer zu »Wolfgang Hohlbein: Horus«04.11.2007
Ein Buch das sein Geld nicht wert ist. Hohlbein stand hier wie es aussieht unter Termindruck und hat eines seiner langweiligsten Werke geschrieben. Eines der schlechtesten Jack the Ripper, das ich je gelesen habe. Hätte er aus 700 Seiten 400 gemacht, wäre das Buch besser werden können!

Schade!
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