Unheil von Wolfgang Hohlbein

Buchvorstellungund Rezension

Unheil von Wolfgang Hohlbein

Originalausgabe erschienen 2007, 608 Seiten.ISBN 3-492-70156-6.

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In Kürze:

Er ist ein Vampir. Ein übernatürlicher, bestialischer Killer, der in unseren Großstädten sein Unwesen treibt. Er entführt seine Opfer, foltert sie und saugt ihnen bei lebendigem Leib das Blut aus. Die Polizistin Conny, im Dauerstreit mit ihrem Vorgesetzten, ermittelt auf eigene Faust. Ein anonymer Tipp lässt sie dem Vampir gefährlich nahe kommen: In einer finsteren Disco entgeht sie nur knapp selbst dem Monster. Und kann sich von diesem Moment an nirgendwo mehr sicher fühlen. Sind die Schergen der Finsternis nun auch hinter ihr her? Die Suche nach dem übermächtigen Gegner konfrontiert die Ermittlerin mit ihren größten Ängsten und schlimmsten Albträumen. Sie wird Opfer einer erbarmungslosen Jagd, und die Hölle bläst zum entscheidenen Angriff …

Das meint Phantastik-Couch.de: „;Acht Tote, ein Serienkiller oder doch ein Vampir?“;70

Horror-Rezension von Carsten Kuhr

Ein Serienmörder geht um, eine deutsche Großstadt verharrt zwischen morbider Faszination und Angst. Junge Mädchen, kaum älter als 13 Jahre, werden bestialisch ermordet und ihres Blutes beraubt in Müllcontainern aufgefunden. Alle Opfer kommen aus der Gothic-Szene, die sensationslüsterne Boulevard-Presse titelt in schreienden Lettern von einem „Vampir, der umgeht“.

Acht Mädchen hat der vermeintliche Nosferatu schon getötet, doch die Soko Vampir kommt in ihren Ermittlungen kaum voran, alle Spuren erweisen sich als Sackgassen. Als Kommissarin Conny Feisst, die das erste Opfer entdeckt hat, eine geheimnisvolle Mail ausgerechnet von einem „Vlad“ bekommt, geht sie der Spur aus reiner Verzweiflung nach. Wie viele junge Leben müssen noch ausgelöscht, wie viele Eltern ihrer Kinder beraubt werden, bis der Täter entdeckt wird? Dass ein Unbekannter ihr helfen kann, ist eher unwahrscheinlich. Doch in der Not frisst der Teufel Fliegen, und wer weiß, was für Erkenntnisse das Treffen für sie bereit hält?

In einer Gothic Disco macht sie das erste Mal Bekanntschaft mit ihrem Zuträger. Ein älterer, distinguierter Herr, sehr vornehm, offensichtlich begütert, will ebenso wenig wie die Kommissarin mit ihren fast 40 Jahren unter die Jugendlichen passen. Doch seine Tipps erweisen sich als goldrichtig. Tatsächlich ist da ein junger Mann, der sich gerade an ein neues Opfer heranmacht. In letzter Sekunde gelingt es Conny ein weiteres Gewaltverbrechen zu verhindern und den Täter, obwohl angeschlagen, am nächsten Tag zu stellen und zu töten.

Fall gelöst, Leiche verschwunden, das Unheil geht weiter

Eine Belobigung und die wohlwollenden Schlagzeilen in der Presse sind ihr sicher, doch der Killer will nicht tot bleiben! Seine Leiche verschwindet aus dem gerichtsmedizinischen Institut und neue Verbrechen im Umfeld Connys deuten an, dass sie jetzt auf der Abschussliste des Trittbrettfahrers steht. Ein Trittbrettfahrer oder doch mehr?

Immer wieder taucht Vlad, den niemand sonst sehen oder hören kann, auf, gibt ihr Tipps und rettet ihr Leben. Eichholz, der Leiter der Soko, der die Einzelgängerin seit Beginn an nicht leiden konnte, wittert eine Verwicklung Connys in die Verbrechen. Woher wissen die Täter so gut über die Erkenntnisse der Polizei Bescheid? Woher weiss Conny, wo der Täter sich versteckt? Hat sie gar selbst die Spuren gelegt? Der Dauerstreit zwischen den ungleichen Naturellen eskaliert, nur Trausch, ihr altgedienter Kollege, Mentor und vielleicht mehr, stellt sich auf ihre Seite. Doch dann kommt erneut ein mysteriöser Tipp – wenn Conny ihre Kollegen einschaltet, werden zwei Mädchen grausam sterben, nur sie allein vermag das Unheil aufzuhalten …

Provozierende Fragen

Über die Jahre hat Wolfgang Hohlbein so manches Mal in die literarische Kiste des Vampir-Plots gegriffen. Dieses Mal aber unterscheidet sich das Gebotene ein wenig von dem sonst so Üblichen.

Zunächst einmal präsentiert Hohlbein uns einen spannenden Thriller-/ Krimiplot. Es geht um Ermittlungen in Mordfällen und es geht um die Vereinsamung der ermittelnden Beamten, die aufgrund ihres Dienstes soziale Verbindungen, ihren Freundeskreis und letztlich vielleicht auch ihre Moral verlieren. Wie sagt es einer der Beamten so treffend: was hätten wir (die Polizei) nicht alles an schlimmen Verbrechen verhüten können, wenn unsere Opfer so viel Angst vor uns gehabt hätten wie ihre Opfer vor den Tätern? Das sind ungewohnt nachdenkliche, gleichzeitig auch provozierende Töne von einem der Meister des deutschsprachigen phantastischen Romans. Wo ist die Grenze, die zu überschreiten den Ermittler, den Jäger der Verbrecher selbst zum Täter stempelt? Wie weit dürfen die Vertreter der Ordnungsmacht gehen, um Verbrechen zu verhindern?

Lange Zeit bleibt offen, ob ein übernatürliches Wesen für die Verbrechen verantwortlich zeichnet oder ein perverser, aber hochintelligenter Killer. Dies führt dazu, dass man die Seiten mit Spannung im Herzen umblättert und nach Indizien für und gegen die Annahmen sucht und auf diese Weise in den Text förmlich hineingezogen wird.

Dass der Text in einem Satzspiegel gesetzt wurde, der eine Lupe zusätzlich zur Lesebrille angeraten erscheinen lässt und dass eine Kürzung dem Roman gut getan hätte – aber dies trifft auf weit über neunzig Prozent aller Buchveröffentlichungen zu – sind geringe Kritikpunkte. Das rasante Tempo und die Spannung, die der Autor über den gesamten Handlungsstrang aufrecht hält, lassen die kleinen Schwächen insbesondere in der Zeichnung seiner Personen schnell vergessen. Den Leser erwartet ein rasanter Thriller voller unerwarteter Wendungen, der einen packt.

Ihre Meinung zu »Wolfgang Hohlbein: Unheil«

ichsehnursoaus zu »Wolfgang Hohlbein: Unheil«27.09.2011
Eine Kürzung hätte dem Roman überhaupt nicht gut getan! Er und viele andere Bücher sind ohne eine Kürzung sehr viel besser dran, denn manchmal ist eben das Unwesentliche sehr wesentlich. Durch eine Kürzung würde man sich sehr wahrscheinlich in einem billigen Actionfilm wiederfinden... von denen Welt schon zu viele hat!
Max Koch zu »Wolfgang Hohlbein: Unheil«04.08.2011
also ich hab mir das gute stück vor 2 oder 3 jahren gekauft und natührlich sofort gelesen!

Spannung pur meiner meinung nach ^^
sie hat mich auch nicht losgelassen, ich hätt das ganze buch auf einmal lesen wollen :D

hab es gestern wieder im regal endeckt und leider hab ich es wieder angefangen zu lesen und jetzt komm ich schon wieder nicht davon los.

stark also verschwendete zeit ist das auf keinen fall!

grüße...
Kim S. zu »Wolfgang Hohlbein: Unheil«19.03.2011
Ich finde das Buch einfach nur ganz großartig! Es ist super geschrieben, sehr spannend gemacht und bis zum Schluss bleiben Fragen offen an denen man die ganze Zeit rätselt. Mich hat das Buch sehr gefesselt und in den Bann gezogen. Ich habe mich schon immer darauf gefreut es weiter zu lesen! Dieses Buch vermisst man richtig und ein 2. Teil wäre ein Traum! Die gering beschriebene, aber irgendwo doch intensive Zuneigung zwischen Conny und Trausch ist zusätzlich ein sehr guter Zug von Hohlbein. Ich kann dieses Buch also nur empfehlen und würde eine Fortsetzung sehr begrüßen! Top Buch! +++++
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Herbert Schwarz zu »Wolfgang Hohlbein: Unheil«25.03.2010
Eben habe ich das "Unheil" aus der Hand gelegt und ich frage mich, hebe ich es auf oder verbrenn ich es. Die Geschichte selber ist ja insgesamt nicht schlecht, aber die schriftstellerische Darstellung ist mitunter katastrophal. Ich schliesse mich hier "BUBU" und "Wendeline" an - er kommt manchmal einfach nicht zu Potte. Und haben seine Romangestalten irgend ein Leiden ? Oder warum zucken sie auf zwei Seiten 20x mit den Schultern ? Und zucken erneut mit den Schultern und zucken wieder mit den Schultern. Das nächste Unheil sind seine "SONDERN"-Sätze. "NICHT NUR DAS . . . . ,SONDERN AUCH . . . " , mein Gott, man muss doch merken, daß das nervig ist !!! Lässt sich das nicht anders formulieren ? Und das dritte Manko sind diese ewigen Steigerungsformen (Wiederholungen). "SEIN ATEM GING SCHNELLER . . . SEIN ATEM GING NOCH SCHNELLER . . . SEIN ATEM GING JETZT SO SCHNELL; DAS MAN IHN KAUM NOCH HÖREN KONNTE . . . " Da kann man ja froh sein, das er nicht noch eine vierte und fünfte Steigerungsform erfunden hat !!! Und leider ist das nicht das einzige Buch, in dem diese Sachen vorkommen. Vielleicht sollte Wolfgang mal P.C.TRACY lesen - schnörkellos und fließend geschriebene Stories ! Bekommt man ab 500 Seiten 2,--€ mehr als Schriftsteller ? Fazit : Das war das letzte Buch von ca. 30 Stück, was ich von Wolfgang Hohlbein gelesen habe. wenn eine Geschichte zwar gut, aber leserlich katastrophal ist, verzichte ich lieber auf die gute Storie !!!
BUBU zu »Wolfgang Hohlbein: Unheil«09.03.2009
Hohlbeins "Unheil" ist spannend. Bis ziemlich zum Schluss bleibt das Ende offen. Die Aufgesetzte Fleischmaske hat mich ein wenig überrascht. Wäre ja fast zu einer Lovestory zwischen den Ermittlern gekommen. Die Wandlung von Vlad war auch nicht ohne. Alle Situationen der einzelnen Beteiligten zusammen in einer Story, waren schon ein wenig heftig. Aber auch mich haben die zum Teil langezogenen Passagen, bis es endlich weiterging, ein wenig genervt. Desto trotz ein super Literaturstoff.
Bärlebrumm zu »Wolfgang Hohlbein: Unheil«18.02.2009
Kein langer Prolog, es geht fast sofort zur Sache.
Viele spannende Momente bei denen man kaum seine Umwelt wahr nimmt.
Einige witzige Szenen;
Wie die Sache mit dem "hervorragenden Kaffee" der sich fast schon wie ein Running Gag hin und wieder blicken lässt.
Ein unerwartetes Ende, nicht wie bei vielen anderen Büchern vorhersehbar.
Leicht verständlich geschrieben, geradlinig, ohne viel von einem Ort zum anderen zu springen, oder von einer Zeit in eine andere, und zurück
Weniger eine Vampirgeschichte als vermutet.

Leider sehr kleine Schrift (TB).
louisa zu »Wolfgang Hohlbein: Unheil«29.01.2009
ich lese unheil für mein seminnarfach "der Vampir in der literatur-mythos oder topos" und finde das buch sehr gut. Ich werde meine seminararbeit darüber schreibn.
icih find ees so erstaunlich, dass die personen in dem buch alle von einem vapir reden, obwoh sie in einer aufgeklärten gesellschaft leben und wissn sollte, dass keien vampire existiern.
ich zähle das buch aber trotzdem zu einem der besten bücher, die ich je gelesn habe :)
arya2505 zu »Wolfgang Hohlbein: Unheil«03.10.2008
Ein wirklich gutes Buch. Auch wenn es nicht ganz so "vampirisch" ist, wie ich dachte, mag ich es sehr. Die Geschichte gefällt mir, genauso wie das Ende. Nach und nach erfährt man mehr, wie es bei einem guten Buch auch sein sollte. Ich habe es jetzt bereits 2x gelesen und es hat nichts von seiner Spannung verloren. Kaufen lohnt sich. lg
Mike zu »Wolfgang Hohlbein: Unheil«04.08.2008
Das Buch hat so viel Spannung dass ich es in 2 Nächten durch lesen musste!!!
Ich find es herlich, dass Unheil kein altbackener Schinken sondern meiner Meinung nach
sehr neumodisch ist.
Conny wirkt auf mich eher wie ein Teenager als eine überreife Frau, was aber auch mehr den Bezug zu dieser Person schafft.
Man fragt sich wie man selber handeln würde.
Es wird auch auf Spannende Art geschildert in was für Zwickmühlen Polizisten manchmal bei der Kriminalitätsbekämpfung stecken
Sollten sie jeden schwertst Kriminellen ohne Erbamen
niederschlagen oder nicht???
Die Frage ob es wirklich Vampire gibt bleibt die meiste Zeit relativ offen.
Viel Spaß mit Unheil.
Wendeline zu »Wolfgang Hohlbein: Unheil«19.05.2008
Die Geschichte ist sehr spannend. Wie immer bei Hohlbein, geht die Sache anders aus, als man gedacht hat. Man wird in einen Bann gezogen und kann nicht aufhören zu lesen.
Genervt hat mich, dass Hohlbein nicht "zu Potte" kommt. Immer wieder ziehen sich bestimmte Situationen unnötig in die Länge. Conny scheint mitunter sehr schwer von Begriff. Auch wiederholen sich Wortgruppen, ja ganze Sätze.
Nozmo1 zu »Wolfgang Hohlbein: Unheil«09.02.2008
Unheil ist einer der Atmosphärischsten Titel Hohlbeins. Die knapp 640 Seiten mögen einen auf den ersten Blick zwar fast erschlagen, allerdings kommen bereits in den ersten Minuten eine ungemein dichte Atmosphäre und mystische Spannung auf, sodass die Zeit wahrlich wie im Flug vergeht.
Zwar kann man einige Dinge schwer erahnen, im Allgemeinen bleibt die Geschichte und vor allem die Charaktere bis zum Schluss sehr undurchsichtig.
Schwerwiegende Mankos gibt es meiner Meinung nach zwar nicht, doch Connys oft kindisches Verhalten, welches in Form von unpassendem Sarkasmus und Sturheit dargestellt wird und der übliche Verdächtige - sich oft wiederholende Satzstellungen- haben mich genervt.
Alles in allem bietet Wolfgang Hohlbein aber ein unheilvolles Vergnügen voller Spannung und unertwarteter Wendungen.
Fans des Großmeisters und Liebhaber von mystischen Thrillern und/oder Vampir-Romanen werden mit Sicherheit nicht enttäuscht.

87 Grad
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