Peter Straub

Peter Francis Straub wurde am 2. März 1943 in Milwaukee, Wisconsin geboren. Sein Vater arbeitete als Vertreter, seine Mutter war Krankenschwester. Der kleine Peter stellte schon früh ein kluges Köpfchen unter Beweis; er brachte sich selbst das Lesen bei, noch bevor er eingeschult wurde. Sein verheißungsvolles Leben wurde fast von einem schweren Autounfall beendet, dessen körperliche und geistige Folgen Straub viele Jahre zu schaffen machten. Auf diesen Unfall führt Straub seine lebenslange Beschäftigung mit dem Einbruch unverhofften Schreckens in die normale Welt zurück.

Der Schulzeit an der Milwaukee Country Day School folgte ein Studium der Anglistik an der University of Wisconsin, das Straub an der Columbia University fortsetzte und abschloss. Er heiratete und arbeitete als Englischlehrer an seiner alten Schule. In dieser Zeit – den späten 1960er Jahren – begann Straub Gedichte zu schreiben. Sie dienten ihm auch als Ventil für seinen Schulalltag, der ihn frustrierte und langweilte. 1969 verließ Straub deshalb sowohl die Schule als auch die USA. Er ging mit seiner Ehefrau nach Dublin in Irland, wo er einerseits an seiner Doktorarbeit schrieb und sich andererseits als „ernsthafter“ Schriftsteller versuchte.

Während die Dissertation misslang, etablierte sich Straub als Dichter und veröffentlichte erste Sammlungen. Geldnot veranlasste ihn 1972 zur Niederschrift eines ersten Romans („Marriages“; dt. „Die fremde Frau“), den er (mit Recht) als „nicht gut“ bezeichnet. Aber er war im Geschäft. Nach London umgesiedelt hinterfragte er sein Bestreben die Welt mit „großer Literatur“ zu beglücken. Ein befreundeter Verleger riet ihm es mit Unterhaltungsliteratur zu versuchen. Straub folgte dem und schrieb „Ghost Story“ (1979; dt. „Geisterstunde“), seine Interpretation einer klassischen Rache aus dem Reich der Toten. Der Erfolg dieses Buches (das 1981 auch verfilmt wurde), bedeutete Straubs Durchbruch als Schriftsteller. Mit „Shadowland“ (1980; dt. „Schattenland“) und „Floating Dragon“ (1983; dt. „Der Hauch des Drachens“) festigte er seinen Ruf – und erregte die Aufmerksamkeit von Stephen King, mit dem er sich bald anfreundete. Die beiden Schriftsteller verfassten 1984 gemeinsam den Bestseller „The Talisman“ (dt. „Der Talisman“), dem sie 2001 mit „Black House“ (dt. „Das schwarze Haus“) eine ebenso erfolgreiche Fortsetzung folgen ließen. Dass Straub alles andere als eine Kopie von Stephen King ist und über seine eigene Stimme verfügt, stellte er spätestens mit seiner bemerkenswerten „Blue Rose“-Trilogie (1988-1993) um einen fast mystischen Serienkiller unter Beweis.

1979 kehrte Straub in die USA zurück. Zunächst in Westport, Connecticut, ansässig, zog die Familie – zu der inzwischen zwei Kinder gehörten – nach New York um, wo sie bis heute lebt. Straubs Werke wurden vielfach preisgekrönt; akademisch penibel zählt der Autor seine Meriten selbst auf: Straubs Website ist ebenso informativ wie innovativ und verrät einen intellektuellen Menschen, der über einen gesunden Sinn für hintergründigen Humor verfügt.

Phantastisches von Peter Straub:

  • andere Bücher
    • (1973) Die fremde Frau
      Marriages
  • Gedichtbände
    • (1972) Open Air
    • (1972) Ishmael
    • (1975) Leeson Park and Belsize
    • (2004) The Devil’s Wine
  • Als Herausgeber
    • (1995) Peter Straub’s Ghosts
    • (2008) Poe’s Children: The New Horror
    • (2009) American Fantastic Tales
  • Sachbücher
    • (2002) The WaveDancer Benefit (mit Pat Conroy, John Grisham, Stephen King)
    • (2006) Sides
  • Über Peter Straub
    • (2003) Hauntings: The Official Peter Straub Bibliography (von Michael R. Collings)