Mystery

Mystery – das ist unheimliche Spannungsliteratur an der Schnittstelle von Krimi, Horror und historischem Roman. Nicht zu verwechseln mit den angloamerikanischen mystery novels, wie Kriminalromane jenseits von Ärmelkanal und Atlantik genannt werden.

Kaum jemand hat das Genre, eigentlich den Genremix, populärer gemacht, als Dan Brown zu Beginn des neuen Jahrtausends mit seinen Romanen Sakrileg und Illuminati. Mit ihnen hat er quasi die inhaltlich-motivische Marschrichtung festgelegt: Nimm ein ein ungelöstes Geheimnis aus der Religionsgeschichte, unterstelle die Existenz eines mittelalterlichen oder noch älteren Geheimbundes und lege eine Fährte aus Hinweisen, bis der Held in detektivischer Feinstarbeit die Verschwörung aufdeckt und dabei ständig knapp dem Tode entrinnt.

Der Vollständigkeit halber muss an dieser Stelle jedoch die TV-Serie Akte X erwähnt werden, die in den USA erstmals 1993 ausgestrahlt wurde. Das Übernatürliche, das Unerklärliche und Geheimnisvolle, oftmals vor dem Hintergrund staatlich gesteuerter Top-Secret-Programme, war ihr Thema. Und es dauerte nur ein Jahr, bis diese eklektizistische Spannungswelle aus dem Land der unbegrenzten Verschwörungstheorien auch nach Europa schwappte.

Spannend muss sie also sein, die Mystery-Literatur, und eben mysteriös. Die Tendenz zum Unheimlichen überwiegt, denn egal, ob ungelöste Bibelgeheimnisse den Gang der Weltgeschichte verändern können, alte Geheimgesellschaften eiskalt ihre neuen Feinde ausschalten oder Wesen aus der Schattenwelt ans Licht drängen: Es ist der Reiz des Unerklärlichen und Mysteriösen, das in unsere Welt hineingreift und der hybriden Mystery-Sparte immer mehr Leser verschafft.